Der Sohn des Seekönig

Eine Wikingergeschichte von Gerd Lobin

 

Siebtes Kapitel

Eine Entdeckung und ein Besuch in Haithabu

 

Am Morgen nach Ingolfs Abreise sattelt Thorleif seinen Hengst. Erik, sein Vater, ist hinunter zum Schiffsbauplatz am Fjord geritten, wo unter Gislis kundiger Leitung der Adler entsteht, des Seekönigs neues Langschiff.

Wegen der Größe des Schiffes hatte es zwischen Erik und dem Schiffsbaumeister beinahe Streit gegeben. Erik hatte anfänglich darauf bestanden, einen Drachen mit dreißig Ruderbänken zu bauen, also groß wie ein Königsschiff. Gisli hatte ihn schließlich davon überzeugt, dass er ein solches Schiff auch bemannen müsse, was nach dem Verlust der Mannschaft Haralds wohl nur schwerlich möglich sein werde.

„Außerdem ist ein Königsschiff geeignet, Flaggschiff und Mittelpunkt einer Flotte zu sein, nicht aber, um an fremden Küsten Beutefahrten zu unternehmen“, hatte der erfahrene Bootsbaumeister erklärt. „Was du brauchst, ist eine schnelle und wendige Schnigge mit zwanzig Ruderbänken, die dich dem Winde gleich über die Meere trägt. So ein Boot will ich dir bauen, und du wirst, denke ich, mit mir zufrieden sein.“

Thorleif hatte unbemerkt den Hof verlassen können. Er ist schlechter Laune an diesem Morgen, ärgert sich, dass Ingolf nach Haithabu segeln durfte und er nicht. Kaum ist er aus dem Tor hinaus, als er auch schon Sturmwind, seinen Hengst, zu schnellerer Gangart antreibt. Thorleif reitet ihn zum ersten Mal und brennt darauf zu erfahren, ob der Hengst wirklich so schnell ist, wie Sven, der Züchter, es versprochen hat. In wildem Galopp prescht er den Berg hinan und nimmt dabei unbewusst den Weg, den Ingolf zwei Tage zuvor mit Torkil geritten ist.

Ein Schwarm schwarzer Krähen fliegt auf, als Thorleif sich der Stelle nähert, wo der Weg sich gabelt. Auffliegende Krähen, das deutet auf Aas hin, denkt Thorleif und treibt seinen Falben hinüber zu der Stelle, wo die Krähen gesessen haben. Eine Schlucht tut sich vor ihm auf, und als er vom Pferd springt, um über die Felskante zu spähen, entdeckt er unter sich im mageren Gestrüpp einen blutiggrauen Klumpen, offenbar der Mittagstisch der Krähen, die jetzt, ärgerlich krächzend, über ihm kreisen.

Thorleif will schon wieder auf das Pferd steigen, als ihm ein Gedanke kommt. Behände steigt er in die Schlucht hinunter, um das blutiggraue Etwas näher in Augenschein zu nehmen. Er findet, was er erwartet hat. Da liegen die von den harten Schnäbeln der Krähen zerfetzten Reste eines toten Wolfes, dem ein Schwerthieb den Schädel gespalten hat. Mit einem Knüppel dreht Thorleif den Kadaver um und betrachtet ihn von allen Seiten, um festzustellen, ob das Fell noch verwendbar ist. Denn aus einem Wolfsfell ließe sich vorzüglich eine Satteldecke gerben.

Die Untersuchung endet mit einer Enttäuschung. Zu lange hat der tote Wolf hier unten schon gelegen, zu sehr haben die Krähen den Kadaver zugerichtet. Aber Thorleif entdeckt auch, dass das tote Tier ein noch recht junger Wolf gewesen ist. Seine Laune hat sich bedeutend gebessert, als er zu seinem Falben zurückkehrt, in den Sattel steigt, den Hengst zur Rückkehr an den Fjord antreibt und den noch immer krächzend kreisenden Krähen ihren Fraß überlässt.

Thorleif beschließt, nicht gleich nach Hause zu reiten, sondern Ragnar, dem Schmied, noch einen Besuch zu machen. Als er an Björns Haus vorbeireitet, fällt ihm ein, dass er nach dem Kranken sehen könnte, der mit ihm zusammen von dem Ast der Eiche getroffen worden war.

Björn kommt ihm zu seiner Überraschung humpelnd entgegen. Aus Ästen mit Gabeln, die er unter seine Achseln schieben kann, hat er sich zwei Krücken geschnitzt, auf die er sich beim Humpeln stützen kann.

„Weißt du, ich halte es einfach nicht aus, wenn ich den ganzen Tag auf meinem Lager liegen soll“, sagt er, nachdem er Thorleif begrüßt hat. „Ich denke immer, mein anderes Bein verliert vom vielen Nichtstun seine Muskelstärke und seine Gelenkigkeit. Aber sag mir wie es deiner kranken Schulter geht? Du bist hierher geritten, wie ich sehe. Daraus schließe ich, dass du wieder gesund bist!“

Björn humpelt an Thorleifs Seite über den Hof zu Sturmwind, dem Falben.

„Ein prachtvolles Pferd“, lobt er. „Ich habe gehört, dass Erik es bei Sven drüben gekauft hat. Und Ingolf reitet einen Rotschimmel? Da seid ihr beide ja ganz hervorragend beritten.“

Im gleichen Augenblick öffnet sich die Tür, und Björnhild tritt auf den Hof. Sie begrüßt Thorleif, fragt dann aber gleich nach Ingolf. „Er ist gestern Abend mit dem Händler nach Haithabu gefahren, um Korn zu holen? Stimmt es, dass er seinen Hengst selber zugeritten und einen Wolf getötet hat? Man hört so viel von seinen Taten!“ Das Mädchen sprudelt seine Fragen nur so heraus. Ihre Wangen haben sich gerötet, und mit ihren blonden Zöpfen sieht sie sehr hübsch aus.

Thorleifs Laune wird sofort wieder schlechter. „Mein Vater hat ihn nach Haithabu fahren lassen, weil meine Schulter noch nicht ganz in Ordnung ist“, sagt er dann. „Sonst hätte ich sicher mitfahren dürfen. Das Zureiten des Hengstes war übrigens gar nicht so schwierig, weil ich die halbe Arbeit schon besorgt hatte. Der Hengst war müde, als Ingolf ihn bestieg.“

Das Mädchen lacht, und ihr Lachen klingt glockenhell. „So war das also! Und ich hatte gehört, der Hengst habe dich abgeworfen!“

Thorleif senkt den Blick und murmelt dann, mehr zu sich selber als zu Björnhild: „Hat er auch, aber erst, nachdem ich lange mit ihm gekämpft hatte und bloß, weil meine kranke Schulter plötzlich so arg schmerzte.“

„Du hast offenbar für alles, was Ingolf betrifft, eine Ausrede“, wundert sich Björnhild. „Das hört sich an, als ob du ihm seine Leistungen nicht gönntest! Nun sag bloß noch, den Wolf, dem Ingolf droben am Weg nach Myrdal den Schädel gespalten hat, habest du vorher müde gehetzt, so dass er sich winselnd von Ingolf erschlagen ließ?“

„Das nicht gerade“, wehrt Thorleif ab. „Doch wenn du das gefährliche Tier sehen willst, brauchst du nur zu mir auf meinen Falben zu steigen und hinzureiten. Er liegt oben in einer kleinen Schlucht und dient den Krähen als Fraß.“

„Woher weißt du das?“ fragt Björnhild zweifelnd.

„Ich komme gerade von da oben herunter“, erzählt ihr Thorleif. „Wollte nachsehen, ob das Fell des Wolfes noch verwendbar ist. Dabei habe ich festgestellt, dass Ingolf, dein Held, nicht einen Wolf erschlagen hat, sondern ein Wölflein. Dazu braucht man eigentlich kein Schwert, sondern es genügt ein Knüppel!“

Björnhild sieht Thorleif mit ihren hellen Augen enttäuscht an. „Ich denke, Ingolf ist dein Freund und soll dein Bruder werden“, sagt sie dann. „Warum redest du da so schlecht über ihn?“

„Ich sage nur, wie es gewesen ist“, verteidigt sich Thorleif.

„Ingolf hat einen jungen, unerfahrenen Wolf erschlagen, nun gut. Eine Heldentat war das bestimmt nicht.“

„Wolf ist Wolf“, bleibt Björnhild auf ihrem Standpunkt. „Ich hätte dich mal hören mögen, wenn das Raubtier von dir und nicht von Ingolf erschlagen worden wäre. Du wärest nicht müde geworden, mit deiner Heldentat zu prahlen, und du hättest das Gleichgewicht verloren und wärest auf die Nase gefallen, so sehr wäre deine Brust vor Stolz geschwollen!“

„Nun streite dich nicht mit Thorleif, sondern bitte ihn ins Haus und reiche ihm einen Trunk“, ermahnt sie ihr Vater, der gründlich den Hengst gemustert hat und jetzt angehumpelt kommt.

„Danke, ich muß weiter, will noch schnell auf einen Sprung zu Ragnar, dem Schmied“, wehrt Thorleif ab, den es in diesem Augenblick nicht nach weiterem Beisammensein mit Björnhild gelüstet. Dabei mag er das Mädchen ganz gern. Wenn Björnhild nur nicht dauernd von Ingolf reden würde.

„Schade“, sagt Björn bedauernd, und Björnhild winkt ihm zu, als er in den Sattel springt und davon reiten will.

Björn ist von dem Hengst sichtlich angetan. „Ein prachtvolles Tier“, sagt er zu Thorleif. „Pferde von solcher Rasse züchtet nur Sven. Was der Falbe wert ist, wirst du, glaube ich, erst schätzen lernen, wenn er dich zum ersten Mal in einen Kampf trägt. Dem Hengst ist so schnell kein anderes Pferd gewachsen!“

Am übernächsten Morgen segelt Vilgards Möwe mit Torkil und Ingolf an Bord durch die Schlei auf Haithabu zu. Trotz der frühen Stunde herrscht auf dem Fjord mit seinen flachen Ufern schon reges Leben und Treiben. Steifer Ostwind bläht die Segel, so dass die Möwe gute Fahrt macht. Der Drachen überholt ein dickbauchiges Schiff, wie es Ingolf noch niemals gesehen hat. Es liegt tief im Wasser und hat außergewöhnlich hohe Bordwände.

„Ein Knorr“, erläutert ihm Torkil auf seinen fragenden Blick. „Das sind die Schiffe der Wanderhändler. Sie sind fester gebaut als die leichten Kriegsschiffe und haben einen großen Laderaum, in dem man die Waren befördern kann. Sieh mal, das Schiff da drüben hat Vieh geladen, das der Händler entweder auf Fünen oder in Schonen gekauft hat und jetzt nach Haithabu bringt. Dort wird er versuchen, einen Käufer aus Irland zu finden, wo Rinder am besten bezahlt werden.“

„Woher weißt du das alles?“ erkundigt sich Ingolf überrascht. Torkil lacht und winkt mit der Hand dem Schiffer zu, der drüben auf dem Knorr am Mast steht.

„Wir Handelsfahrer kennen uns alle untereinander“, sagt er dann. „Irgendwo treffen wir uns immer mal wieder auf unseren Fahrten. In Haithabu, in Birka, in Truso, in Ladoga oder in Holmsgard, das manche jetzt Nowgorod nennen. Und wir wissen natürlich, womit dieser oder jener vorwiegend handelt. Nun, von Herjulf, dem Schiffer des Knorr da drüben, weiß ich, dass er gerne Vieh aufkauft, nach Haithabu bringt, und auf der Rückfahrt nach Osten meistens Tuche aus England und Friesland mitnimmt. Tuche hat übrigens sicherlich auch der Knorr geladen, der uns jetzt entgegenkommt. Haithabu ist ein begehrter Umschlagplatz, weil er vom Nordmeer ebenso zu erreichen ist wie vom West- und Ostmeer. Wir segeln durch die Schlei nach Haithabu. Händler vom Westmeer müssen flussauf die Treene fahren und das letzte Stück Weges ihre Waren nach Haithabu auf Fuhrwerke verladen. So günstig liegt kaum ein anderer Handelsplatz. Und ich kann von mir wohl sagen, dass ich rund um das Ostmeer alle kenne.“

Eine Stunde später hat die Möwe im Hafen von Haithabu festgemacht, und Ingolf geht an Torkils Seite mit staunenden Augen durch den Ort. Er sieht zum ersten Mal in seinem Leben Häuser, die nicht - wie droben am Fjord - weit verstreut liegen, sondern eng beieinander stehen. In ihnen arbeiten Handwerker, feilschen Kaufleute mit Kunden um die Preise für Waren, die aus allen Richtungen zusammenkommen.

Torkil führt seinen jungen Begleiter in ein großes Haus, das einem reichen Handelsmann gehört. In der Halle liegen Ballen von Häuten, Fellen und Tuchen, Fässer mit Wein und Honig, Berge von Getreide. Menschen gehen ein und aus, prüfen dies, betrachten jenes. Ein alter Mann mit einem seltsam gewundenen Tuch als Kopfbedeckung, wie Ingolf es noch niemals gesehen hat, führt vier junge Mädchen herein, geht auf die Ballen ostfriesischen Tuches zu. Mit dem Händler spricht er in einer Sprache, die Ingolf nicht versteht. „Das ist ein arabischer Kaufmann, der Tuch kaufen möchte, um seinen Sklavinnen Gewänder machen zu lassen“, erläutert ihm Torkil. „Sie frieren in ihren dünnen Kleidern.“

Auch Torkil wechselt mit dem Araber einige Worte in der fremdartig klingenden Sprache.

„Ich kenne Omar schon seit vielen Jahren“, sagt er dann zu Ingolf. „Er kommt hierher mit Silber und tauscht dafür kostbare Pelze ein, auf die im Orient die Frauen der Vornehmen ein Auge haben. Das Silber wiederum lässt sich bei den Schmuckhandwerkern gut absetzen, aber es ist auch als Zahlungsmittel, wie du weißt, begehrt. Doch warte, ich will mit meinem Handelsfreund wegen des Getreides reden.“

Ingolf sieht, wie Torkil sich an den Kaufmann wendet, dem das Haus mit der großen Halle gehört. Eine Zeitlang feilschen sie um die Preise, dann reicht der Kaufmann Torkil die rechte Hand, und dieser schlägt ein. Das Geschäft ist abgeschlossen. „Der alte Gauner verlangte zunächst einen viel zu hohen Preis“, sagt Torkil lachend zu Ingolf. „Als er jedoch merkte, dass ich mich nicht übertölpeln ließ, ging er sehr schnell herunter. So, das Getreide haben wir. Jetzt brauchen wir noch einige Säcke Malz und ein paar Fässer Honig.“

„Warum kaufst du das nicht hier?“ erkundigt sich Ingolf.

„Hier ist alles teuer“, belehrt ihn Torkil. „Doch zweifellos hat Ulf Ulfssohn, so heißt der Kaufmann, in Haithabu das beste Getreide. Deshalb habe ich hier die Ladung gekauft, die heute noch auf die Möwe verladen werden kann. Malz und Honig kriegen wir anderswo billiger und besser.“

„Kannst du einfach so fortgehen? Musst du nicht zuerst bezahlen?“ fragt Ingolf erstaunt, als sich Torkil zur Tür wendet.

Der Händler schüttelt den Kopf. „Ich habe überall in Haithabu Kredit, wenn du weißt, was das ist. Das heißt, ich mache mit dem Geschäftspartner einen Preis aus und verspreche, ihn zu zahlen. Er weiß, dass er von mir sein Geld bekommt, auch wenn ich es im Augenblick nicht habe, weil Thurgeis mich am Eidfjord ausgeraubt hat, obwohl ich als friedlicher Händler zu ihm kam.“

„So kaufst du hier ohne Silber ein?“ wundert sich Ingolf.

„Ich kaufe auf meinen Namen“, sagt Torkil. „Der gilt unter Kaufleuten mehr als ein Sack Silber!“

Währenddessen sind sie auf dem Bohlenweg, der zwischen den Häusern entlangführt, in ein Viertel gelangt, in dem die Häuser weniger groß sind.

„Hier kaufen wir Malz und Honig“, sagt Torkil. „Und ich irre mich bestimmt nicht, wenn ich vermute, dass ich hier nur den halben Preis von dem zu zahlen habe, den mir Ulf abverlangt hätte.“

Eine halbe Stunde später hat Torkil das Gewünschte erstanden. Sein Gesicht verrät, dass er mit dem Handel zufrieden ist. „Jetzt wollen wir aber endlich zu meinem Lagerhaus gehen und sehen, was Ali, mein afrikanischer Diener, während meiner Abwesenheit gekauft und verkauft hat.“

Vor Torkils Lagerhaus am Ende des Bohlenweges werden die Ankömmlinge von einem Mann mit dunkler Hautfarbe und wulstigen Lippen begrüßt. „Ich habe schon von deiner glücklichen Ankunft gehört, Herr“, spricht dieser Torkil an. „Doch du bist mit einem fremden Schiff gekommen. Das verheißt nichts Gutes. Ist dir ein Unglück widerfahren?“

„Du sagst es, Ali“, nickt Torkil. „Mir ist in der Tat ein Unglück zugestoßen. Und wäre Ingolf nicht gewesen, mein junger Freund hier, dann hättest du mich wohl niemals wieder begrüßen können. Ihm verdanke ich mein Leben.“

Da wirft sich der Sklave vor Ingolf nieder und fordert ihn auf, den Fuß in seinen Nacken zu setzen. Ingolf blickt Torkil ratlos an.

„Tu es getrost“, sagt dieser. „Damit will Ali zeigen, dass er dich neben mir als seinen Herrn betrachtet. Ich habe ihn vor vielen Jahren auf dem Sklavenmarkt in Holmsgard gekauft. Seither ist er mein treuer Diener und Sachwalter meiner Angelegenheiten, wenn ich unterwegs bin.“

Torkil gibt Ali ein Zeichen aufzustehen, nachdem Ingolf die Geste vollzogen hat. Dann bringt der Sklave auf Torkils Geheiß eine große Kiste herbei, in die der Händler ein halbes Dutzend Schwertklingen tut.

„Bringe eine davon deinem Mutterbruder Ragnar, damit er sich von Ulfberts Können überzeugt“, sagt er zu Ingolf. „Und hier, diese Töpfe aus dem Rheinland, sind Geschenke für Gudrun und für Hiltrud, deine Mutter. Nimm jeder der beiden Frauen noch eine Bernsteinkette mit, damit sie sich daran erfreuen, denn Schmuck lässt das Herz jeder Frau höher schlagen.“

Ali packt alles, was Torkil ihm reicht, in die Kiste, bedeckt die Waren mit Leinen und seidenen Tüchern, die, wie Torkil erzählt, aus dem Orient kommen.

„Nun fehlt nur noch ein Geschenk für dich, mein Lebensretter“, sagt Torkil schließlich zu Ingolf. „Ein Schwert hast du dir schon selber geschmiedet, doch ich glaube, dass dir noch ein Schild fehlt, um im Kampf die Schläge deiner Feinde aufzufangen. Du sollst einen tragen, der eines Königs würdig wäre.“ Auf einen Wink Torkils bringt Ali einen Schild herbei, bei dessen Anblick Ingolf am liebsten Freudenschreie ausgestoßen hätte. Der Schild ist ganz mit weißem Leder bespannt und trägt darauf als einzige Verzierung einen großen Schlangenkopf aus Goldplättchen.

„Der Schild ist für einen großen König angefertigt worden, der lange die Dänen regiert hat, Harald Blauzahn. Sein eigener Sohn Sven, den sie den Gabelbart nennen, hat ihn entmachtet und regiert jetzt als König. Bevor der Schild fertig war, hatte Harald Gormsson das Kreuz genommen und wollte als Christ einen solchen Schmuck nicht mehr tragen. Da habe ich den Schild gekauft und gewartet, dass ein Mann käme, der eines solchen Königsschildes würdig wäre. Jetzt bist du gekommen, Ingolf. Ich schenke dir den Schild und wünsche, dass er dir immer Schutz gegen die Schwerthiebe und Lanzenstiche der Feinde bieten wird. Denn nichts ist im Kampf neben dem scharfen Schwert so wichtig wie ein guter Schild.“

 

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