Der Sohn des Seekönig

Eine Wikingergeschichte von Gerd Lobin

 

Zweites Kapitel

Ein neues Schiff wird gebaut

 

Am Abend des Ankunftstages versammeln sich alle Männer, wie es Brauch ist, im Hause des Anführers zum gemeinsamen Mahl. Sie haben den Sommer über erfolgreich die Küsten Englands und Schottlands heimgesucht. Jetzt gilt es, den Göttern zu danken und die erbeuteten Schätze zu teilen.

Die Beute von minderem Wert war gleich beim Entladen der beiden Drachenboote aufgeteilt und in die Häuser getragen worden. Frauen und Kinder der weniger begüterten Krieger hatten Säcke, Kisten und Fässer weggeschleppt, bei den wohlhabenden Männern besorgten die Sklaven diese Arbeit. Knut, der unfrei geborene alte Norweger, der sein Haar wie alle Sklaven kurz geschoren trägt und im Hause des Seekönigs die Aufsicht über das Gesinde führt, hatte Eriks Anteil, die Hälfte von allem Erbeuteten, wegtragen lassen. Auf sein Geheiß hatten die Knechte in der Halle die Truhen voller Silberzeug und Ballen kostbaren friesischen Tuches so geordnet, dass jedermann sie im Auge hatte.

Am Fjord gibt es kein Gehöft, das sich mit Eriks prächtigem Anwesen vergleichen ließe. Es liegt auf einem kleinen Hügel und besteht aus mehreren Häusern. Das Herrenhaus mit seinem tief heruntergezogenen Dach und seiner Doppelpfostenreihe dient als Versammlungsort der Männer, die entlang den Längswänden auf Bänken sitzen. Erik hat als Hausherr und Anführer seinen Platz auf dem Hochsitz, dessen Balken kunstvoll geschnitzt sind.

Die Frauen haben ihr eigenes Haus, in dem Gudrun mit ihren Mägden spinnt und webt. Gleich neben dem Frauenhaus ist das Küchenhaus, während die Schlafhäuser auf der anderen Seite des Hofes stehen, der von den Gebäuden ganz umschlossen ist. Das Gesindehaus liegt dem Herrenhaus gegenüber, die Vorratshäuser stehen auf Pfählen und sind nur über Leitern zu erreichen, damit Mäuse und Ratten nicht über die Vorräte herfallen können.

In der Halle geht es lebhaft zu. Thorleif und Ingolf haben es als Söhne des Hauses übernommen, die Gäste mit frischem Bier zu versorgen. Gudrun hat die Vorräte, die für die Bewirtung der großen Gästeschar nötig sind, in das Vorhaus tragen lassen. Sie selber sitzt auf der Querbank, auf der die Hausfrau und besondere Gäste bei festlichen Gelegenheiten Platz nehmen dürfen. Sie hat das Feuer im Auge und lässt geräuchertes Fleisch, getrockneten Fisch und Käse auftragen.

Neben Gudrun sitzt Hiltrud. Trotz der Ungewissheit um ihren verschollenen Mann hat sie es sich nicht nehmen lassen, an diesem Abend in Eriks Haus zu kommen und hat, wie selbstverständlich, den Platz neben der Hausfrau eingenommen. Damit unterstreicht sie, dass sie auch ohne Harald, gestützt auf ihre starke Sippe mit Ragnar als Sprecher, Einfluss nehmen will. Der Seekönig führt das große Wort. Er hat gerade den Becher gehoben.

„Ich fordere euch auf, meine Freunde, auf diejenigen zu trinken, deren Plätze heute Abend leer geblieben sind: Auf Harald und seine Mannschaft!“

Erik setzt den Bierkrug an den bärtigen Mund und trinkt ihn in einem Zuge aus.

„Ah, köstliches Bier“, sagt er dann und wischt sich mit dem Handrücken den Schaum vom Mund. „Das ist doch viel erfrischender als der süße Met, den unsere Vorfahren so geschätzt haben und der an Festtagen heute noch ausgeschenkt wird.“ Von seinem hohen Sitz herab reicht er Thorleif den Zinnbecher und lässt ihn sich von neuem füllen. Dann redet er weiter. „Hier, an meiner Seite hätte er sitzen sollen, mein getreuer Gefolgsmann und guter Freund. Keiner von uns war auf dieser Fahrt so erfolgreich und so tapfer wie er. Als wir Burg Stonehill erstürmen mussten, um an die Schätze der Stadt heranzukommen, war Harald der erste, der mit der Streitaxt in der Rechten und dem Schwert in der Linken auf der Mauer stand und allen den Schädel spaltete, die sich ihm entgegenstellten. Beim Verladen der Beute konnte er von den Kisten und Ballen, die wir in den Lagerhäusern fanden, nicht genug an Bord der Seeschwalbe schaffen lassen. Das Schiff lag im Wasser wie eine Ente. Wer sich an Bord nach fettigem Mahle die Hände waschen wollte, brauchte bloß über die Bordwand zu langen. Ja, Harald, das war ein Kerl! Auf seinen Einzug in Walhall!“

Wieder hebt Erik den Becher an die Lippen und stürzt das Bier herunter. Es wird warm im Haus. Das Feuer strahlt Hitze aus, und das Bier macht die Köpfe heiß. Erik reißt sich das Wams auf, streift es von den Schultern. Im groben Leinenhemd sitzt er am Tisch.

Da winkt er plötzlich Ingolf zu sich heran, der gerade mit einer Kanne frischen Bieres aus der Vorhalle kommt, während Thorleif den Männern auf der anderen Seite der Tafel einschenkt. „Komm her, Ingolf“, grölt der Wikingerfürst mit schon schwer gewordener Zunge. „Dies wäre heute der große Tag deines Vaters gewesen. Ihn hätten wir als Helden gefeiert. Los, schenk dir selber einen Krug Bier ein und setz dich auf seinen Platz, hier zu meiner Rechten. Und stoße mit mir an, deinem Ziehvater und mit Thorleif, deinem neuen Bruder.“

Ingolf zögert einen Augenblick, ist unschlüssig, wie er sich verhalten soll. Auch Thorleif sieht den Vater überrascht an.

Am Tisch Eriks springen ein paar Männer auf, und die beiden Freunde hören, wie der narbengesichtige Björn unwillig sagt: „In der Männerrunde dürfen nur Krieger sitzen. Ingolf ist dreizehn, und dein Sohn Thorleif hat gar erst zwölf Sommer erlebt. Beide müssen noch ihre Prüfungen ablegen und zu Männern erklärt werden, bevor sie sich zu uns gesellen dürfen, das weißt du genau.“

Ingolf wundert sich, dass es ausgerechnet Björn ist, der dem Seekönig widerspricht. Er führt in dessen Drachenboot das Ruder, und Ingolf hat ihn bisher immer für einen Mann Eriks gehalten.

Der Seekönig schwenkt ungeachtet des Einwandes seinen Becher. Er lacht dröhnend.

„Wenn sie noch keine Männer sind, dann wird es hohe Zeit, dass sie es werden“, ruft er in die Halle. „Als ich zwölf war, hat mir mein Vater von einer Beutefahrt meine erste Sklavin mitgebracht, eine dunkeläugige Schöne aus dem Frankenland. Im Frühjahr darauf, ich war gerade dreizehn, bin ich zum ersten Mal mit hinausgefahren. Und als ich im Herbst vom Nordmeer heimkehrte, hatte ich einen Sack Gold dabei. Du, Björn, weißt es genau, denn wir haben beide im gleichen Boot gesessen, im Drachen Thorolfs, meines Vaters.“

„Und in meinem Boot saß Harald, das solltest du auch erzählen“, wirft Ragnar ein.

Nach diesen Worten ist es in der Halle still geworden. Ingolf, der gerade in die Vorhalle gehen wollte, um frisches Bier zu holen, bleibt gebannt an der Tür stehen. Zum zweiten Mal hört er heute eine Geschichte, die ihm bislang vorenthalten worden war.

Er sieht, wie Erik von seinem Ehrensitz aufspringt und wütend nach seinem Schwert greift.

„Was willst du damit sagen?“ ruft er drohend.

Thorleif ist zu Ingolf getreten. Die Augen der beiden Jungen wandern zwischen Erik und Ragnar hin und her.

Ragnar bleibt ruhig auf seinem Platz sitzen, trinkt einen Schluck und sagt dann gelassen: „Ich will nichts sagen. Ich erinnere mich nur genau wie du an die alten Zeiten. Und auch mir fallen dabei Geschichten ein. Oder weißt du etwa nicht mehr, dass Harald dich in den meisten Wettkämpfen der Mannbarkeitsprüfung besiegt hat und nach altem Brauch als bester Jungkrieger in das Boot des Anführers hätte kommen müssen?“

Die Männer haben schweigend zugehört. Auf der Querbank sieht Gudrun angstvoll Hiltrud ins Gesicht und blickt dann auf Erik, ihren Mann. Der ist seltsam blass geworden, hat sich aber wieder auf den Hochsitz gesetzt und will es offenbar auf keine Auseinandersetzung ankommen lassen, jedenfalls nicht an diesem Abend. Er hebt den Becher, macht mit der Linken eine wegwerfende Handbewegung und sagt leichthin: „Lassen wir die alten Geschichten. Nicht um Harald und mich geht es, sondern um Ingolf und Thorleif.“

„Es ist Gesetz bei uns, dass ein junger Mann erst einen Platz im Boot einnehmen darf, wenn er fünfzehn, mindestens aber vierzehn ist“, meldet sich wieder Björn zu Wort, in dessen Gesicht Schwerthiebe deutliche Spuren hinterlassen haben.

„Das Gesetz ist gut“, nickt Erik. „Es bewahrt uns davor, mit Kindern an Bord hinauszufahren. Doch das Gesetz lässt auch zwei Ausnahmen zu, wie dir bekannt ist, Björn. Die eine Ausnahme ist, wenn ein junger Bursche für sein Alter ungewöhnlich stark und kräftig ist und mit Streitaxt und Schwert wie ein Mann umgehen kann. Die zweite Ausnahme kann gemacht werden, wenn ein Stamm Verluste erlitten hat und Krieger braucht.“

Erik trinkt wieder in einem Zuge den Becher leer und winkt dann Ingolf und Thorleif zu, ihm nachzuschenken. Dann setzt er seine Rede fort.

„Nun, sind in diesem Fall nicht beide Ausnahmen gegeben, alter Björn? Mein Sohn Thorleif und sein Freund Ingolf, der bald sein Bruder und mein Sohn sein wird, sind über den Sommer herangewachsen wie die Pferde auf meiner Fohlenweide, die im Frühjahr vor unserer Ausfahrt noch steifbeinig hinter den Stuten hergestelzt sind und denen man nun bald die Sättel auflegen wird.“, breitet seine Arme aus und zieht Thorleif und Ingolf, die mit ihren Bierkannen neben ihm stehen, zu sich heran, steht selber vom Hochsitz auf. „Seht doch selbst, was aus ihnen geworden ist“, ruft er und lacht wieder dröhnend. „Als wir nach den Aprilstürmen hinausgefahren sind, reichten mir beide bis ans Kinn. Jetzt sind sie mir über die Schulter gewachsen. Ich verwette einen Teil meiner Beute, dass mir beide im Frühjahr, wenn wir die Boote zur Ausfahrt rüsten, gerade in die Augen sehen können. Dann wird es Zeit, dass sie sich an Bord eines Drachenbootes als Männer bewähren.“

Thorleif und Ingolf bekommen rote Köpfe, als einige der Männer mit den Füßen Beifall zu trampeln beginnen. Ihnen entgeht aber auch nicht, dass andere in Schweigen verharren. Das scheint auch Erik zu spüren, der jetzt jedem der Jungen einen Becher in die Hand drückt.

„Dass ihr auf dem Wege seid, Männer zu werden, könnt ihr gleich hier beweisen“, sagt er zu ihnen. „Ich trinke auf das Wohl meiner beiden Söhne und künftigen Gefährten und bin bereit, sie als Schwertgenossen anzunehmen, wenn sie die erforderlichen Prüfungen bestanden haben.“

Auf der Querbank der Frauen ist Hiltrud bei diesen Worten ganz blass geworden. Am Tisch erhebt sich schwerfällig Ragnar und schlägt mit der geballten Faust auf die Platte.

„Halt“, ruft er und unterbricht Erik. „Wenn du künftigen Schwertgenossen zutrinkst, habe ich nichts einzuwenden, obwohl auch das gegen den alten Brauch verstößt. Wenn du in einem Trinkspruch aber Ingolf deinen Sohn nennst, so widerspreche ich hier vor allen Zeugen. Trotz deiner Schilderung heute Morgen beim Anlegen gibt es noch immer Zweifel, ob sich alles so zugetragen hat. Es war aber ausgemacht, dass du Ingolf erst deinen Sohn nennen sollst, wenn feststeht, dass Harald wirklich tot ist. Einstweilen glauben wir nicht daran, ich nicht und Hiltrud erst recht nicht.“

„Ich bin sicher, dass er lebt“, ruft Hiltrud gegen allen Brauch in die Stille hinein. „Als ich auf dem Weg hierher vorhin an der Weide vorbeiging, trabte Haralds Rapphengst dort mit stolz wehender Mähne. Glaubt ihr nicht, dass er den Kopf hängen ließe, wenn sein Herr tot wäre?“

Ingolf erschrickt über die Worte der Mutter. Ihre Sicherheit, ihre Zuversicht überraschen ihn. Sollte in der Tat noch ein Fünkchen Hoffnung bestehen, dass sein Vater am Leben ist? Er fühlt sich in diesem Moment hin und hergerissen: Dort die Frau, seine Mutter, seit drei Tagen vielleicht Witwe, mit ihrem kleinen Hof und den zahlreichen Geschwistern, hier das Haus des Seekönigs mit seinem sichtbaren Wohlstand. Wo, fragt er sich, lägen für ihn die besseren Zukunftsaussichten? Die Antwort gibt in diesem Augenblick Erik, der Seekönig.

Er geht mit bedächtigen Schritten durch die Halle, bleibt neben Ragnar stehen, legt ihm die Hand auf die Schulter: „Denke nicht so viel an den nicht zurückgekehrten Harald, denke an Ingolf, seinen Sohn“, sagt er mit ganz ruhiger Stimme. „Wenn er bei Hiltrud bliebe, müsste er Bauer werden und den Vater ersetzen. Hiltrud hat noch viele Kinder, die ihr Hof ernähren muß. Ich aber habe nur Thorleif diesen einzigen Sohn. An seiner Seite soll Ingolf erzogen werden, und ich will, dass beide hervorragende Krieger werden. Du hast vorhin meinen Zorn gereizt, als du die alte Geschichte von Harald und mir hervorkramtest, Ragnar. Jetzt bin ich dankbar dafür, dass du es getan hast. Denn jetzt kann ich hier vor allen Männern und auch vor Hiltrud und Gudrun versichern, dass ich zwei gleichberechtigte Söhne haben werde. Sie sollen zeigen, wer der Bessere von ihnen ist, und das allein soll dann Maßstab sein.“

Des Seekönigs Hand ruht noch immer schwer auf Ragnars Schulter. Er blickt dem alten Schmied fest in die Augen.

„Wenn du so willst, geht es auch darum, alte Fehler zu beseitigen.“

Die letzten Worte hat er mit halblauter Stimme gesagt, weil sie nur für Ragnar bestimmt waren. Doch Ingolfs waches Ohr hat sie vernommen, und auch Thorleif scheint zu wissen, wovon sein Vater eben geredet hat.

Doch schon ist Erik wieder an seinem Platz, hebt den Becher, trinkt den beiden Jungen zu.

„Na, also“, lacht er wieder dröhnend, „Trinken können sie schon, meine neuen Gefolgsmänner. Dass sie mit Waffen umgehen können, glaube ich auch. Das, was sie noch lernen müssen, mag ihnen während des Winters Gangolf, unser bester Schwertfechter, beibringen. Und du, Ragnar, wirst ihnen die Waffen schmieden.“

Da steht nochmals Björn auf.

„Du solltest dennoch der Entscheidung des Things nicht vorgreifen, Erik“, sagt er mit fester Stimme. „Das Gesetz schreibt vor, dass ein junger Mann nach bestandenen Prüfungen vor dem Rat der Männer im Thing erscheint. Dort wird entschieden, ob er einen Platz im Boot bekommt oder nicht. Die Versammlung der Männer spricht das letzte Wort, nicht du!“ „Ich will dem Thing nicht vorgreifen“, braust Erik auf. „Alles soll seinen Gang gehen. Doch das nächste Thing ist im Frühling, sollen wir solange untätig warten? Wir brauchen Männer, Björn, junge Männer, und die sollen sich auf die Aufgaben vorbereiten.“

„Die beiden Drachenboote sind doch voll besetzt, was redest du?“ begehrt Björn auf, und auch einige andere Männer murmeln unwillig.

„Natürlich“, brüllt der Seekönig. „Natürlich sind sie voll besetzt! Aber wo ist das dritte Boot, he? Es liegt auf dem Grunde des Nordmeeres! Und mit ihm vierzig Krieger. Weißt du nicht, dass wir drei Boote zu stellen haben, wenn uns das Ledingsgebot des Königs oder des Jarl Hakon erreicht, der jetzt in Drontheim regiert? Willst du vielleicht mit zwei Schiffen auf Beutezug fahren, wenn im Frühjahr der Wind günstig weht? Mit zwei Drachenbooten? Ich hätte gerade dich für klüger gehalten, Björn. Denn dich als meinen langjährigen Schwertgenossen und Steuermann habe ich ausersehen, das dritte Boot zu führen.“

Erik hat sich hoch gerappelt von seinem Sitz. Er wankt zwar ein bisschen vom vielen Biergenuss, doch seine Augen sprühen Feuer. Er schaut sich in der Runde um, blickt seinen Kriegern ins Gesicht, einem nach dem anderen. Alle Wikinger sind aufgesprungen.

„Du willst ein neues Langschiff bauen?“ rufen sie fast einstimmig.

Der Seekönig knallt mit hartem Schlag seinen Becher auf den Tisch, dass das Bier schäumt.

„Ja, ich will ein neues Boot bauen“, sagt er dann. „Und da ich annehme, dass mein Wunsch auch euer Wille ist, wollen wir gleich hier darüber entscheiden!“

Erik deutet mit der Hand auf die Truhen voller Silberzeug an der Stirnwand des Hauses.

„Von der Beute steht mir, dem Anführer, die Hälfte zu“, ruft er. „Ich verzichte darauf! Mein Anteil soll mein Beitrag zu den Kosten des Schiffsbaus sein. Davon sollen die Zimmerleute bezahlt werden, die für den Kiel, die Spanten und die Steven verantwortlich sind. Gleich morgen will ich Boten nach Drontheim schicken, wo die besten Schiffsbauer leben. Einer von ihnen sollte den Winter hier bei uns verbringen und den Bau des neuen Langschiffes leiten. Es soll größer, schöner und schneller sein als alle Drachenboote, die auf den Meeren fahren. Ich, Erik, will ein Schiff, das pfeilschnell über die Wellen gleitet, mit dem man alle Gestade erreichen kann. Ich gebe für ein solches Schiff alles gewonnene Silber her, und ich fordere auch alle auf, es mit mir zu bauen.“

Nach dieser Rede des Seekönigs herrscht Stille in der Halle. Nicht nur Ingolf und Thorleif, alle Krieger und auch die Frauen blicken bewundernd auf Erik, der eben noch vom Bier berauscht schien und nun mit seiner Begeisterung alle mitgerissen hat.

Dann springt Björn auf und schwingt den Becher.

„Unser Seekönig soll leben“, ruft er in die Stille hinein. „Jawohl, wir bauen ein Schiff. Ein Schiff, wie es noch niemals die Meere befahren hat. Gleich morgen wollen wir mit den Vorarbeiten beginnen.“

 

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