Professor Dr. E. Christian Dagobert Schoenfeld

An nordischen Königshöfen zur Víkingerzeit

Aus der Regierungszeit von König Haraldr Sigurðarson harðráði, 1047—1066:
Von Audun, stammend aus den Westfjorden,
und seinem Besuche beim Könige Sveinn in Dänemark.

 

 

Audun hieß ein Mann, welcher aus den Westfjorden Islands stammte und wenig bemittelt war. Auf Rat des reichen Bauern Thorsteinn, sowie des Schiffseigners Thórir unternahm derselbe eine Reise aus den Westfjorden nach Norwegen. Thórir hatte nämlich auf dem Gute des Thorsteinn sein Winterquartier genossen; Audun aber hatte, ebendort, dem Thórir Dienste geleistet, und empfing nun, als Lohn für seine Arbeit, freie Fahrt und Kost. Bevor er indessen sich einschiffte, sorgte er für seine Mutter, der er Wohnung und Kost auf drei Jahre bei einem Bauern ausmachte. Und dafür opferte er den größten Teil seiner Barschaft. Dann stachen sie in See. Ihre Reise ging glücklich vonstatten, und es blieb Audun auch den Winter in dem Hause des Schiffseigners Thórir, welcher einen Hof, in der Landschaft MaeriGegend in Norwegen, nördlich von Niðaróss. gelegen, sein eigen nannte. Aber den Sommer darauf segelten sie wiederum aus, gemeinschaftlich; und zwar diesmal nach Grönland, wo sie auch überwinterten.

Ebendort trug es sich zu, daß Audun einen Bären kaufte, ein außerordentliches Wertstück. Zum Ankauf dieses Tieres gab er hin all sein Geld.

Im Sommer darauf kehrten sie wieder zurück nach Norwegen, und kamen ohne Unfall dort an.

Audun hatte das Tier mit sich im Schiffe und sein Plan war, alsbald südwärts zu reisen nach Dänemark, um dort den König SveinnSveinn Úlfsson regiert über Dänemark von 1047 bis 1076. aufzusuchen. Ihm sollte dieser Bär als ein Geschenk verehrt werden.

Auf dieser Reise gelangte Audun in den südlichen Teil von Norwegen, wo gerade damals der König Haraldr sich aufhielt.

Hier verließ er das Schiff, zog landeinwärts, führte das Tier an einer Leine hinter sich, und nahm dann Wohnung in einer Herberge.

Sehr bald kommt es zu des Königs Kenntnis, ein Bär, ein überaus kostbares Tier, sei hier eingebracht worden. Sein Besitzer sei ein Isländer. Der König sendet sofort Boten ab, und läßt den Audun zu sich entbieten.

Dieser erscheint vor Haraldr und begrüßt ehrerbietigst den Herrscher, welcher wohlwollend das Grußwort aufnimmt und in eine Unterhaltung mit dem Ankömmlinge sich einläßt.

„Du führst da mit dir einen gezähmten Bären, ein ausnehmend' Wertstück!"

Audun bekennt, daß er ein solches Tier habe.

Worauf der König spricht: „Willst du mir dieses Tier verkaufenDas Halten gezähmter Hausbären war damals durchaus üblich.? — Ich biete dir den Einkaufspreis!''

„Nein, Herr, das will ich nicht!" antwortet der Isländer.

„Nun denn, um den doppelten Preis!" fährt der König in seinem Angebot fort. „Das mag auch das Gerechtere sein, da du ja dein ganzes Vermögen in diesem Tiere angelegt hattest!"

„Nein, Herr, das will ich nicht!" gibt Audun zurück.

„Willst du mir den Bären denn schenken?" fragt nun der König.

„Auch das nicht, Herr!" antwortet Audun.

„Was willst du denn mit dem Tiere anfangen?" — erkundigt sich weiter der Fürst.

„Ich will es nach Dänemark bringen, und als Geschenk dem Könige Sveinn überreichen!" erzählt nun offenherzig Audun seinen Plan.

Dieses Geständnis erregt den Unwillen Haralds, welcher spricht: „Wie? Bist du so ein unwissender Mensch, daß du nicht gehört hast, wie Krieg ausgebrochen ist zwischen unsern beiderseitigen Landen! — Oder, hast du solch Zutrauen zu deinem Glücke, daß du wähnen solltest, dort Kostbarkeiten durchschmuggeln zu können, wo andere Leute für sich selbst nicht ungeschlagen davon kommen, trotz aller Anstrengung?"

Audun antwortet darauf: „Herr, Ihr habt die Macht in Händen! — Doch vor keinem andern beuge ich mich in solchem Stücke, welches, seit langeher, bei mir beschlossen ist!"

Worauf der König entschied: „Warum sollte ich hier meinen Willen durchsetzen? — Nein, ziehe deine Straße, wie du willst! — Doch, suche mich wieder auf, wenn du zurückkommst, und berichte mir dann, wie König Sveinn für jenes Tier dich belohnt hat? — Es kann ja sein, daß du ein Glücksmensch bist!"

„Herr, das gelobe ich Euch!" versicherte Audun.

Bald darauf reiste er ab, südwärts, zunächst längs der Küste hin; dann, ostwärts nach Vík, d. h. in die Bucht von Christiania. Von dort fuhren sie dann hinüber nach Dänemark.

Hier angelangt, sieht er sein Reisegeld zusammengeschmolzen bis auf den letzten Pfennig, und er muß nun erbetteln das Brot, sowohl für sich, als für sein Tier.

Da kommt er auch zu einem gewissen Aki, der ein Verwalter auf König Sveinns Ländereien war. Den bittet er gleichfalls um etwas Speise für sich und sein Tier.

„Ich habe es vor, dieses Tier dem Könige Sveinn zum Geschenk zu bringen!" — setzt er erklärend hinzu.

Aki äußert sich in dem Sinne, daß er zum Verkaufe solcher Nahrungsmittel bereit sei, falls er das wolle!

„Mir fehlt das Geld zur Bezahlung!" erwidert Audun, „und doch möchte ich es durchsetzen, dieses Tier zum Könige zu bringen!"

„Nun denn, ich will die Lebensmittel liefern, ausreichend für euch beide, bis ihr zum Könige hinkommt. Aber, als Gegenleistung mußt du mir verkaufen den halben Bären. Denn überlege, sonst müßte das Tier ja sterben! — Zudem braucht ihr eine große Futterration; euer Geld ist aber zu Ende, und schließlich kommt es dahin, daß du von dem Tier nichts mehr übrig hast!"

Audun entscheidet sich, nach einiger Überlegung, auf diesen Vorschlag des königlichen Gutsverwalters einzugehen. Beide treffen das Übereinkommen, Audun solle dem Aki den halben Bären verkaufen, unter dem Vorbehalte, daß der König schließlich alles nach seinem Werte abschätzen möge.

Beide machen sich nun auf, zum Könige zu reisen. Wohl verproviantiert, ziehen sie hin, und stehen alsbald vor des Königs Angesicht.

Der Fürst sieht etwas verwundert darein, da er diesen Mann ganz und gar nicht kannte, und wendet sich daher an Audun mit der Frage: „Wer bist du?"

„Ein Isländer, Herr, bin ich; komme aber aus Grönland und jetzt soeben aus Norwegen. — Meine Absicht war es, Euch diesen Bären hier als ein Geschenk zu überbringen. Gekauft habe ich ihn um den Preis all meiner Habe. Und doch ist dieser Handel zu meinem Schaden abgelaufen. Denn ich besitze jetzt nur noch den halben Bären!"

Und dann unterrichtete er den Fürsten von dem Handel, welchen er mit Aki, seinem Vogte, abgeschlossen hatte.

Der König richtet an diesen die Frage: „Verhält sich das so, Aki, wie der Isländer erzählt?"

„Ja, so verhält es sich, Herr!" spricht Aki.

„Und du", wirft der König ein, „hieltest das für passend? — Du, den ich eingesetzt habe als einen Mann von Macht? — Hier zu hemmen und zu hindern einen Menschen, der es sich vorgenommen hatte, mir zu überbringen ein kostbares Geschenk, an dessen Erwerb er gesetzt hatte all sein Gut; während doch König Haraldr, mit vollem Bedacht, diesen Audun in Frieden seine Straße ziehen ließ, obschon Haraldr mein Feind ist? — Überlege einmal, wie ungeziemend das wohl von deiner Seite war! — ! — Du hättest verdient, deinen Kopf zu verlieren! — Indessen den fordere ich nicht! — Augenblicklich aber verlassest du meine Lande und trittst mir niemals wieder unter meine Augen!"

„Dir aber, Audun, zolle ich den gleichen Dank, wie wenn du mir das ganze Tier geschenkt hättest. Bleibe hier, als mein Gast!"

Das nahm Audun dankend an und hielt sich am Hofe König Sveinns auf, eine geraume Zeit lang.

Einige Wochen waren auf diese Weise verflossen, da sprach Audun zum Könige: „Mein Wunsch ist es, nun abzureisen, Herr!"

Der König antwortete zögernd: „Was hast du denn vor, daß du nicht länger bei uns bleiben willst?"

„Südwärts, nach Rom, will ich pilgern!" gibt Audun seinen Bescheid.

,Ja, wäre dein Vorhaben nicht ein so gutes, ich fände etwas daran zu tadeln, daß dich nach solcher Abreise verlangt!"

Und nun stattete der König ihn mit einem großen Vorrate von Silber und andern guten Dingen für diese Reise aus. Er trat bald darauf in Gesellschaft anderer Rompilger die Wanderung an, nachdem der Fürst noch die Einladung hinzugefügt hatte, auf der Heimreise ja wieder bei ihm vorzusprechen.

Darauf zog Audun seine Straße, bis daß er ankam in der südlich gelegenen Romaburg. Und als er dort, seinem Wunsche entsprechend, eine Zeitlang verweilt hatte, trat er die Heimfahrt wieder an.

Auf solcher Wanderschaft erkrankte er schwer, kommt völlig von Kräften, und zehrt dabei auf all das Geld, welches der König zu dieser Pilgerfahrt ihm beschert hatte. Er ist gezwungen, zum Bettelstabe zu greifen, und um Speise zu bitten. Sein Haupthaar ist kurz geschoren, und er sieht ganz heruntergekommen aus.

So gelangt er wiederum zurück nach Dänemark, zur Osterzeit, und eben an den Ort, wo der König gerade sein Hoflager hielt.

Aber er fand nicht den Mut, in solch einem Aufzuge sich sehen zu lassen, und setzte sich in einen Winkel der Vorhalle zur Kirche. Am Abend, wenn der König seinen Kirchgang hielt, da wollte er ihn ansprechen.

Um eben diese Zeit naht auch der Fürst, umgeben von einem gar prächtigen Gefolge; da entfiel ihm das Herz, und er traute sich nicht unter des Fürsten Augen.

Nach dem Gottesdienste begab sich der König in die Halle zum Bankett.

Audun folgte und empfing draußen, vor der Türe, eine Mahlzeit, wie es der Brauch ist für die Rompilger, solange diese Stab und Ranzen noch nicht abgelegt haben.

Dann später, um 9 Uhr abends, als der König zur Nachtmesse hinschritt, da wollte Audun ihn ansprechen. Aber, wenn dieses Unternehmen ihm früher schon als schwierig erschienen war, so mehrten sich jetzt noch seine Bedenken, weil die Hofkavaliere sämtlich bezecht waren.

Der Hofzug schritt heimwärts. Da bemerkte der König einen Mann, von dem es ihm so vorkam, als fände er nicht den Mut, hervorzutreten und ihn anzureden.

Darum, als sein Gefolge bereits die Halle betreten hatte, wandte sich der Fürst noch einmal rückwärts und rief hinaus: "Wer mich da sprechen will, der trete jetzt hervor! — Mich dünkt, dort steht jemand!"

Nun trat Audun vor und fiel dem Könige zu Füßen. Doch erst nach und nach erkannte ihn der Monarch. Aber sofort, nach solcher Erkennung, reichte der König dem Audun die Hand, und bot ihm den Willkommen.

„Du hast dich sehr verändert, seitdem wir beide zum letzten Male uns sahen!" — Darauf führte er ihn in die Halle.

Als die Hofleute den Mann erblickten, brachen sie in ein schallendes Gelächter aus. Doch der König verwies ihnen das, indem er sagte: „Es ist unschicklich, diesen Mann zu verspotten; denn wahrlich, er hat besser für sein Seelenheil gesorgt, als ihr!"

Darauf ließ der König ihm ein warmes Bad rüsten, und ein Gewand reichen. — Nun tritt Audun wieder in des Fürsten Gefolge ein.

Da begab es sich an einem Frühlingstage, daß der König den Audun aufforderte, dauernd in seine Dienste zu treten. Er wolle ihn zu seinem Mundschenk machen und mit dieser Ehrenstellung verbinden ein gutes Einkommen.

Darauf antwortete Audun: „Gott lohne Euch, Herr, alle diese Ehre, mit welcher Ihr mich zu schmücken gedenkt. Doch ich habe beschlossen, nach Island zurückzukehren!"

„Das scheint mir ein wunderlicher Entschluß zu sein", erwidert der Fürst.

Worauf Audun: „Ich kann den Gedanken nicht verwinden, hoher Herr, hier in großen Ehren bei Euch zu leben, und meine Mutter geht vielleicht am Bettelstabe, da draußen in Island. Denn aufgezehrt wird sein der Vorrat, welchen ich für sie gestiftet hatte, bevor ich schied von meinem Vaterlande!"

„Das ist eine feine und gute Rede", sagte der König, „geziemend für einen braven Mann. — Das Glück wird dir nicht fehlen! — Wäre es nicht dieser Grund, deine Abreise würde mich kränken. Doch verweile in meiner Nähe, bis ein Schiff bereit sein wird!" — Und so geschah's!

Eines Tages, als der Frühling auf seiner Höhe stand, schritt König Sveinn das Ufer hinab zur Ladebrücke der Schiffe. Dort waren Leute tätig mit dem Befrachten der Schiffe nach den verschiedenen Ländern hin; diese in die östlichen Gewässer, jene nach Friesland, die dritten nach Schweden, oder nach Norwegen.

Da kamen der König und Audun auch zu einem besonders schmucken Schiffe. Eben hier arbeiteten die Leute an seiner Ausrüstung.

Nun fragte der Fürst den Audun: „Wie gefällt dir jenes Schiff?«

„Ausgezeichnet, Herr!"

Worauf der Monarch: „Dieses Schiff will ich dir zum Geschenk machen, als Lohn für deinen Bären!"

Audun dankte für solche Gabe so warm, als er es nur vermochte.

Nach einiger Zeit ist dieses Schiff fertig zur Ausfahrt. Da ergriff der König Sveinn das Wort, und sprach zu Audun: „Wenn du nun fortwillst, so mag ich nicht länger dich zurückhalten. Doch ich habe gehört, daß es schwierig ist, in eurem Island zu landen. Es gibt dort breite Sandbänke und gefährliche Klippen. Nun erleidest du vielleicht Schiffbruch und verlierst Schiff, wie Habe. Wenig Nutzen hast du dann davon gehabt, daß du den König Sveinn einst aufgesucht und ihm dein kostbares Geschenk überreicht hast!"

Nach diesen Worten übergab der König ihm einen langen Lederstrumpf, angefüllt mit Silberstücken. „Jetzt bist du nicht mittellos bei all dem sonstigen Verluste im Schiffbruche, falls du nur dieses gerettet hast. — Aber, es kann sich doch zutragen, daß du auch dieses Geld verlierst; wenig Nutzen hast du dann davon gehabt, daß du den König Sveinn einst aufgesucht und ihm dein kostbares Geschenk überreicht hast!"

Nach diesen Worten streifte der Fürst einen Ring von seinem Arme, überreichte ihn an Audun, und sprach: „Wenn es dir nun auch so übel ergehen sollte, daß du im Schiffbruche beides, Schiff und Geld, verloren hättest, so wirst du nun doch nicht mittellos dastehen, falls du nur persönlich dich ans Land rettest; denn manch einer behielt den Goldschmuck, welchen er an sich trug, trotz seines Kampfes mit den Wellen. Und dann darfst du doch wissen, daß du König Sveinn einst aufgesucht hast, wenn du diesen Ring in deinem Besitze trägst. Aber den bestimmten Rat will ich dir noch einschärfen: Gib diesen Ring ja nicht fort; es sei denn, daß du eine begründete Ursache gefunden zu haben glaubst, jemanden ganz besonders reich durch eine Gabe zu lohnen. Alsdann verehre ihm diesen Ring! — Denn nur für sehr vornehme Leute ist er ein ehrendes und geziemendes Geschenk! Jetzt aber lebe wohl!"

Bald darauf tritt Audun seine Seereise an und kommt nach Norwegen. Hier läßt er seine Waren ausladen. Und wahrlich, dazu hatte er nun mehr der Hände nötig, als früher, bei seinem Aufenthalte in Norwegen. Alsbald begibt er sich zum Könige Haraldr, in Erfüllung seines, ihm vor der Ausfahrt nach Dänemark gegebenen, Versprechens.

Ehrerbietig begrüßt er den Fürsten. Dieser nimmt sehr freundlich seinen Gruß auf, und spricht: „Setz' dich nieder zu einem Trunk mit mir!" — So geschah's.

Das erste, wonach der König Haraldr sich nun erkundigte, war: „Womit lohnte König Sveinn dir deinen Bären?"

„Damit, Herr, daß er ihn von mir annahm!"

„Diesen Lohn hätt' ich dir zwiefach gegeben! — Was gab er dir mehr?"

„Er gab mir auch Geld zu einer Romfahrt!"

„Ja, das tut König Sveinn auch an manchen andern Leuten, daß er ihnen Geld zur Romfahrt, oder zu andern dergleichen Dingen gibt, obwohl sie keine Wertgeschenke ihm überreichten! — Was gab er dir denn mehr?"

„Er bot mir an, mich zu seinem Mundschenke zu machen, und zu hohen Ehren mich zu erheben!"

„Gute Worte das! — Aber, sein Lohn bestand doch wohl noch in mehr?"

„Er schenkte mir ein Kaufmannsschiff, befrachtet mit den wertvollsten Waren für Norwegen!"

„Das war großmütig! Aber, ich würde das ebenso gemacht haben! — Gab er dir etwa noch mehr?"

„Er gab mir einen Lederstrumpf, angefüllt mit Silberstücken, und fügte hinzu, daß ich nicht arm sein würde, wenn ich den nur festhielte, sollte ich auch Schiffbruch erleiden an der Küste von Island."

„Das war sehr rühmlich gehandelt!" sagte der König; „aber, das hätte ich nicht getan! — Ich meinte genug gewährt zu haben, wenn ich dir ein Schiff schenkte! — Gab er dir noch mehr?"

„Sicherlich, Herr! Ergab noch mehr! — Er schenkte mir diesen Ring, den ich hier an meinem Arme trage, und sagte: Sollte es sich zutragen, daß ich verlöre all mein Gut, so würde ich doch kein Bettler sein, falls ich nur festhielte diesen Ring! — Und er schärfte mir es ein, von demselben mich nicht zu trennen, es sei denn, daß ich fände einen gar vornehmen Mann, dem ich hoch zu Dank verpflichtet wäre! — Und nun habe ich diesen Mann gefunden! — Denn du, Herr, hattest die Macht, mir beides zu nehmen, den Bären und dazu noch mein Leben. Aber du ließest mich frei meine Straße ziehen, wo andere ihr Recht nicht bekommen hätten!" — !

Der König nahm den Ring, als Freundschaftsgabe, sehr gerne an, und verehrte dem Audun, als Gegengeschenk, Stücke von hohem Werte, bevor sie von einander schieden.

Audun rüstete jetzt seine Islandsfahrt, segelte im kommenden Sommer hinüber, und wurde daheim ein vom Glücke hoch begünstigter Mann!

 

Quellen:
Professor Dr. E. Christian Dagobert, An nordischen Königshöfen zur Vikingerzeit
Erschienen 1910 im Karl J. Trübner Verlag

 

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