Professor Dr. E. Christian Dagobert Schoenfeld

An nordischen Königshöfen zur Víkingerzeit

Aus der Regierungszeit von König Haraldr Sigurðarson harðráði, 1047—1066:
Von Grautar-Halli, dem Brausekopf

 

 

Kapitel I.

Die hier folgende Erzählung fällt in die Regierungszeit des Königs Haraldr Sigurðarson, welcher über Norwegen herrschte, und zwar in denjenigen Abschnitt seiner Regierung, wo König Magnús, sein Neffe, bereits gestorben war.

Man berichtet, daß König Haraldr unter allen Männern einer der klügsten und weisesten gewesen ist, denn gemeinhin ward beschlossen, was er vorschlug.

Er war selbst ein gewandter Dichter.

Seine Liebhaberei war es, Spottreden solchen Männern zuzuwerfen, welche ihm dafür empfänglich schienen. Doch er ertrug es auch wiederum von allen Männern am besten, wenn man ihm dergleichen Spottreden zurückgab, falls er nämlich bei guter Laune war.

Vermählt war er mit Thóra, der Tochter des Thorbergr Árnason.

Große Freude hatte er an der Skaldenkunst und stets hielt er solche Leute um sich, welche im stände waren, aus dem Stegreife zu dichten.

Thjóðólfr hieß ein Mann, Isländer von Geburt und stammend dorther aus dem Svarfaðardalr; höfisch gewandt und ein guter Skalde.

Er befand sich in König Haralds Gefolge und stand bei diesem in höchster Gunst.

Der König nannte ihn seinen Hauptdichter und schätzte ihn unter allen Skalden am höchsten.

Obwohl von niederer Herkunft, war er doch wohl erzogen, aber voller Eifersucht auf alle andern Dichter, welche an den Hof kamen.

Der König Haraldr liebte überhaupt die Isländer ausnehmend, und sandte nach Island viele kostbare Geschenke, z.B. treffliche Glocken für Thingvellir. Und, als jenes schwere Mißjahr über Island einbrach, dergleichen noch keines dagewesen, sandte er vier Frachtschiffe, beladen mit Mehl, hinüber nach Island, eins in jedes Vierteil, und ließ als Rückfracht von dorther bringen verarmte Leute, so viele, als deren jene Kauffahrer nur fassen konnten.

 

Kapitel II.

Bárðr, ein Hofkavalier des Königes Haraldr, segelte nach Island, stieg aus in Gásir (am Eyjafjörðr) und brachte dort den Winter über zu. Als er wieder nach Norwegen zurückging, mietete auf seinem Schiffe einen Platz der, mit dem Beinamen Snegla belegte, Halli, ein tüchtiger Skalde und sehr schlagfertig in Worten.

Halli war ein hochaufgeschossener Mann mit langem Halse, schmalen Schultern, langen Armen und sehr häßlichen Gliedmaßen. Sein Geburtsort war Fljót (am Skagafjörðr).

DerNach einer langen und beschwerlichen Fahrt erreichten sie Norwegen erst im Herbste und zwar im nördlichen Teile der Landschaft Thondhjem, bei den Hitrarinseln. Sie segelten hinein in den Fjord und ankerten über Nacht bei Agðanes. —

Doch, am nächstfolgenden Morgen, fuhren sie den Fjord weiter aufwärts, bei schwachem Winde.

Als sie die Gegend bei „Rein" erreicht hatten, sahen sie, daß drei Kriegsschiffe, vom Innern des Fjordes her, durch Ruder getrieben, ihnen entgegenkamen.

Das letzte von diesen dreien war am Vordersteven geschmückt mit einem Drachen. Und als jenes Schiff an dem Kaufmannsfahrer vorbeifuhr, da trat ein Mann aus dem erhöhten Hinterdecke des Drachens heraus, gekleidet in ein rotes Scharlachgewand und hatte das Haar zurückgebunden mit einem golddurchwirkten Bande; er war von hohem Wuchs und von vornehmer Haltung.

Dieser Mann rief hinüber:

„Wer ist der Kapitän jenes Schiffes? — Wo wart ihr im Winter? — Von wo seid ihr ausgesegelt? — Wo habt ihr hier zuerst gelandet? — Wo ankertet ihr über Nacht?" —

Die Kaufleute fanden auf diesen Redestrom keine Antwort.

Halli nimmt das Wort:

„Wir waren über Winter in Island; segelten aus von Gásir; Bárðr heißt der Schiffskapitän; an den Hitrarinseln sind wir zuerst gelandet und zur Nacht lagen wir bei Agöanes!" —

Jener Mann, welcher in der Tat König Haraldr Sigurðarson war, fragte nun:

„Hat euch da nicht jener Agði geritten?" —

„Noch nicht!" anwortete Halli.

Der König lachte über diese Antwort und rief:

„Weiß jemand von euch darum Bescheid, ob der Agði etwa später euch diesen Liebesdienst zu leisten gedenkt?" —

„Nein!" sagte Halli, „und zumeist trug eins dazu bei, daß wir entgingen solchem Schimpf!" —

„Das war?" — fragte der König.

Halli, der genau wußte, mit wem er redete, gab zurück:

„Dieses, edler Herr, wenn Ihr so wißbegierig seid. Der Agði wartet für solch ein Geschäft auf Leute von vornehmerer Art, als wir es sind. Erwartet dort auf Euch, heut zur Nacht! Und er wird dann diese Schuld abtragen, unverkürzt!" —

„Du bist ein derber Geselle!" sagte der König.

Mehr der Worte werden für dieses Mal nicht berichtet.

Jene Kaufleute segelten sodann weiter fjordaufwärts bis zu dem Marktflecken, stapelten dort ihre Waren, und mieteten ein Haus am Platze.

Wenige Tage später kam auch der König zurück zu demselben Handelsplatze. Sein Ausflug nach den Inseln war nur eine Spazierfahrt gewesen.

Halli bat nun den Bárðr um eine Vorstellung beim Könige. Es wäre seine Absicht, denselben um eine Einladung für den Winter zu bitten. Bárðr bot ihm das eigene Haus dafür an. Doch Halli lehnte dankend ab. Er würde es vorziehen, meinte er, in des Königs Gefolge einzutreten, wenn das sich tun ließe.

 

Kapitel III.

Eines Tages ging Bárðr zum Könige, begleitet von Halli. Jener begrüßte den Monarchen, welcher diesen Gruß gnädig aufnahm und mancherlei über Island fragte; auch ob er einige isländische Männer mit herübergebracht habe?

„Einen", erwidert Bárðr, „mit Namen Halli. Er ist hier zur Stelle, Herr, und wollte Euch bitten um Winterquartier."

Halli trat nun selber vor und verbeugte sich vor dem Könige, welcher wohlwollend dankte. Sofort richtet dieser die Frage an ihn, ob er derselbe Mann sei, welcher letzthin im Fjorde, bei ihrer Begegnung, jene Antworten gegeben hätte? —

„Derselbe!" sagte Halli.

„Nun denn, so will ich die Kost an dir nicht sparen. Richte dich ein auf einem meiner Höfe!"

Halli betonte, daß er bäte, in das persönliche Gefolge des Königs einzutreten. Im Falle der Ablehnung sei er entschlossen, sich anderswohin zu wenden.

Der König erwidert: „So geht es immer. Mir wird man die Schuld geben, wenn unsere Freundschaft in Scherben geht. Und doch habe ich kein Vertrauen zu derselben. Ihr Isländer seid spröde und wenig umgängliche Gesellen. Du magst bleiben, wenn du durchaus willst; aber du bist verantwortlich für dich selbst, was immer auch kommen mag!"

Halli sagte: „So sei's!" und dankte dem Monarchen. Er nahm nun seinen Platz ein unter dem königlichen Hofgesinde und gefiel jedermann wohl. —

Sigurðr hieß Hallis Tischnachbar, ein schon älterer Mann und von stillem Wesen.

Eigen war König Haraldrs Sitte, abgesondert für sich zu speisen. Selbstverständlich wurden die Schüsseln zuerst dem Fürsten hingereicht, und dieser war oft schon gesättigt, bevor das Gericht zu den Letzten gelangte. Doch, sobald Haraldr sich gesättigt fühlte, klopfte er auch schon mit dem Hefte seines Messers auf den Tisch, und sofort wurden die Tafeln dann abgeräumt! So kam es, daß manche Kavaliere wenig befriedigt wieder vom Tische aufstanden. —

Nun begab es sich eines Tages, als der König, nach aufgehobener Tafel, mit Gefolge durch die Straße ging, daß aus einer Herberge großer Zank sich hören ließ. Ein Schuster und ein Schmied waren nahe daran, sich in die Haare zu geraten. Der König blieb stehen, und sah eine Weile dieser Kampfesscene zu.

Dann sprach er: „Laßt uns gehen! Hier mag ich mich nicht einmengen! Doch, du Thjóðólfr, dichte mir eine Strophe über diese Leute."

„Herr!" erwiderte dieser, „nicht wäre das schicklich für mich, der ich den Rang eines Ersten-Skalden an Eurem Hofe habe."

„O, diese Aufgabe ist schwieriger, als du denkst", bemerkte der König, „denn du sollst in deinem Gedichte diese Leute allegorisieren. Fasse den einen mir auf als Sigurðr, Fafnis-bana, und den andern als Fafni; male dann aber jeden nach seinem Handwerk!" —

Thjóðólfr improvisierte sofort folgenden Vers:

„Sigurðrs Schmiedehammer

Hetzte den Wurm

Des Gerbermessers! —

Aber der Drache,

Der Felle Bereiter,

Wälzte dahin sich

Über den Teppich

Der Heide!

Angstvoll

Sahen sich um

Nach jenem Getier

Die Leute, weil

Es beschuhet

Mit scharfem

Gekrall.

Bis der langnasige

Herrscher der Zangen

Tötet den Wurm,

Den Stierhaut-Bereiter!" —

„Das ist eine passable Strophe", sagte der König. „Doch mache noch eine zweite und laß darin den einen erscheinen als Thor, den andern als Riesen Geirraudr; charakterisiere wiederum jeden nach seinem Gewerbe.

Thjóðólfr rezitierte sofort folgenden Vers:

„Aus zürnendem Munde

Schleuderte scharfe,

Verhaltene Blitze,

Meister im Schmieden,

Der mächtige Thor,

Hin nach dem Riesen

im Ziegenleder! —

Doch Geirrauör,

Der Gerber,

Griff mit den Händen

Froh nach dem Blitze,

Zugeworfen ihm

Aus der Schmiede

Bezaubernder Lieder!" —

„Vorzüglich!" sagte der König. „Ja, du bist ein Meister unter den Skalden!" —

Und alle stimmten in dieses Lob ein. Das wäre ein vortreffliches Gedicht! —

Halli war hierbei nicht zugegen gewesen.

Doch, am Abende, als die Hofleute beim Trinkhorne saßen, wiederholten sie vor Halli jene Strophe und setzten hinzu, so gut könne er doch nicht dichten, obwohl er für einen großen Skalden sich halte.

Halli gab zu, daß er weniger gewandt improvisiere, als Thjóðólfr; „Aber doch! das soll noch erst bewiesen werden, ob ich nicht imstande bin, auch ein Gedicht aus dem Stegreif zu machen über ein mir gestelltes Thema!" — ? —

Diese Äußerung wurde dem Könige mitgeteilt, indessen so gefärbt, als wenn Halli gemeint hätte, kein geringerer Skalde, als Thjóðólfr zu sein.

Der König erwiderte, dem Halli dürfte der Beweis dafür kaum gelingen. Und doch; es kann ja geschehen, daß wir solch eine Probe veranstalten; und zwar recht bald! —

 

Kapitel IV.

Eines Tages, als die Hofleute bei Tische saßen, trat der Zwerg, namens Túta, ein Finne von Geburt, in die Halle. Dieser stand bereits längere Zeit in des Königs Diensten. Nicht war er größer, als ein dreijähriges Kind, doch sehr dick und schulterbreit. Der Kopf war groß, das Gesicht ältlich, das Rückgrat unverhältnismäßig lang, die Spaltung zwischen den Beinen aber sehr kurz. Der König Haraldr besaß nun einen Kettenpanzer, welcher den Namen „die Emma" führte; den hatte er einst sich schmieden lassen bei seinem Aufenthalte in Mikligarðr (Konstantinopel). Dieser Panzer war so lang, daß er bei aufrechter Haltung dem Könige hinabreichtc bis zu seinen Schuhen. Auch war er durch und durch gedoppelt und so stark, daß nie ein Eisen eindrang.

Auf des Königs Befehl hatte man den Zwerg in diese Brünne gesteckt, einen Helm ihm auf den Kopf gestülpt, und sein Schwert um die Hüfte gegürtet.

So schritt nun der Wicht in die Halle, wie eben berichtet. Es nahm sich dieser Knirps aus wie ein blaues Wunder! —

Der König, für sich Stille fordernd, verkündete nun folgendes Gebot:

„Der Mann, welcher auf diesen Zwerg hier ein Gedicht macht, welches meinen Beifall findet, soll empfangen von mir dieses Messer nebst dem Gürtel!"

Die genannten Kostbarkeiten legte der Monarch vor sich auf den Tisch.

„Doch nehmt für gewiß! — Falls das Gedicht mir mißfällt, soll er haben meinen Tadel, nicht aber jene beiden Wertstücke!"

Und kaum hatte der Fürst seine Aufgabe gestellt, da, sogleich von den hinteren Bänken her, sprach ein Mann, es war der Sneglu-Halli, folgende Strophe:

„Gekleidet in Eisen

Seh' ich mit Staunen

Den Sippen

Vom Finnengeschlechte! —

Es führt die Gefährten

Des Fürsten

In Panzerringen und

Helmzier,

Ein Zwerg! — —

Tüta, der Läufer,

Läuft mir heute

Nicht vor dem Feuer! —

Ihm, was seh ich.

Der sonst nur zerschneidet

Die Brote, bereitet

Aus Roggen,

Ihm spielet

Keck, an der Hüfte,

Ein Schwert!" —

Der König ließ die Geschenke dem Halli überreichen.

„Sie sind dein eigen! Und mit Recht! Denn die Strophe war gut gedichtet."

Thjóðólfr schaute finster darein.

Da begab es sich eines Tages, als der König satt war, daß er mit dem Messer auf den Tisch klopfte und das Zeichen zum Abräumen der Tafeln gab.

Die Diener folgten diesem Wink.

Halli war auch nicht annähernd satt geworden. Er griff noch schnell ein Stück aus der Schüssel, behielt es zurück und deklamierte dazu folgenden Vers:

„Auf Haraldrs Geklapper

Da pfeif ich! —

Lippengeschnapper

Erfreut mich! —

Satt und voll,

Soll

Mich haben mein Bett!" —

Am Morgen darauf, als der König in Anwesenheit des Hofes seinen Hochsitz eingenommen hatte, betrat Halli den Saal und stellte sich vor den Fürsten. Er hatte Schild und Schwert über den Rücken geworfen. In dieser Haltung trug er vor folgende Strophe:

„Um Zukost

Muß ich

Verkaufen mein Schwert,

Um Brot

Den geröteten Schild;

O König,

Du Wecker

Des Klangs

Vom Rande der Schilde! —

Knapp geht es

Den Knappen

Des Fürsten! —

Es trocknet der Wanst,

Es schrumpfet der Magen;

Kein Gürtel mehr schließet;

Denn fasten läßt uns Haraldr."

Der König antwortete nichts hierauf und gab sich die Miene, die Sache überhört zu haben. Doch das fühlten alle, wie sehr ihm jener Vers mißfallen hatte.

Ein wenig später trug es sich zu, daß der König auf die Straße hinaustrat, begleitet von seinen Trabanten. Darunter befand sich auch Halli. Dieser eilte nun voraus, an dem Könige vorüber.

„Wohin steuerst du, Halli?" so fragte ihn der Fürst.

Worauf Halli erwidert:

„Milch zu kaufen, Bezwecket mein Lauf! —

Der König befiehlt ja

Das Kochen von Grütze,

Geschmelzet in Butter;

Ha! Leckere Speise!" —

So springt Halli vorauf, hinein in ein Gehöft und dort in die Küche. Hier stand bereits fertige Grütze, welche Halli in einem großen Kessel hatte kochen lassen. Er setzt sich nun dazu und beginnt von der Grütze zu essen.

Als der König jetzt sieht den Halli sich wenden und verschwinden in jenem Hofe, da befiehlt er dem Thjóðólfr und noch zweien andern Hofleuten, dem Halli zu folgen. Auch er selbst begibt sich hinauf zu jenem Gehöfte.

Hier finden sie den Halli beim Verschmausen von Grütze. Auch der König tritt hinzu und sieht mit Befremden des Mannes Treiben. Dann quoll ihm der Zorn über, und er richtet an Halli die Frage, ob er zu diesem Zweck Island verlassen habe und zu mächtigen Fürsten gekommen sei, um mit ihnen seinen Spott und seine Narreteidinge zu treiben?

„Weit gefehlt, Herr!" sagte Halli, „aber auch an Euch sieht man, wie Ihr gute Schüsseln nicht abweist." —

Halli sprang dann auf, und warf seinen Napf nieder zur Erde, daß der Ringgriif an ihm klappte und klang. —

Sofort dichtete Thjóðólfr darob folgenden Vers:

„Es klingt der Ring! —

Und Halli fraß,

Ohn' jedes Maß,

Die Grütze! —

Da ziemt,

Mich dünkt,

Für Toffel

Besser, als Ruhm,

Noch der Löffel!" —

Sehr zornig verließ der König den Platz! — Am Abend nun wurden den andern Hofleuten die Schüsseln gereicht, doch nicht dem Halli. Eine ganze Weile schon hatte man getafelt, da traten zwei Männer in den Saal, welche zwischen sich einen großen Holztrog trugen, gefüllt mit Grütze, und darin steckend einen Hornlöffel. Sie setzten diesen Trog vor Halli nieder.

Der nahm das Gericht an, aß mit großem Appetit und hörte dann auf.

Der König befahl dem Halli, noch mehr zu essen. —

Dieser erwiderte, für jetzt hätte er genug. —

Da zog Haraldr sein Schwert und befahl: „Friß, Halli, die Grütze da, bis dein Wanst platzt!" —

Halli erklärte, mit Grütze gedenke er nicht den Magen sich zu sprengen. „Doch, nimm nur mein Leben, wenn dich danach gelüstet!" —

Der König setzte sich und stieß sein Schwert in die Scheide! —

 

Kapitel V.

Nicht lange danach trug es sich zu, daß der König eines Tages von seiner Tafel eine Schüssel nahm, auf welcher ein geröstetes Spanferkel lag, und dem Zwerge Túta den Befehl erteilte, dieses Halli zu überbringen.

„Geh' zu ihm, und nicht früher, als bis du in der Mitte des Saales angelangt bist, gibst du ihm den Auftrag, eine Strophe zu dichten und dieselbe zu Ende gesprochen zu haben, bevor du seinen Platz erreicht hast; falls sein Leben ihm lieb ist."

„Über diesen Befehl bin ich wenig froh", sagte Túta, „denn ich liebe den Halli."

„Aha", sagte der König, „dir gefiel wohl neulich jener Vers, auf dich von ihm gereimt? — Dir fehlt das feine Ohr nicht. Doch jetzt marsch, auf der Stelle, und tu', wie ich befahl!" —

Túta ergriff die Schüssel, ging bis zur Mitte des Saales und sprach:

„Du, Halli, dichte einen Vers auf des Königs Geheiß und sei damit fertig, bevor ich bei dir angelangt bin; willst du retten dein Leben!"

Halli stand auf, streckte seine Hände jener Schüssel entgegen und deklamierte dabei folgende Strophe:

„Vom grollenden Fürsten

Empfängt

Das geschlachtete Ferkel

Unerschrocken der Dichter. —

Den Eber,

Stammend vom Goldland

Gestellt auf die Tafel,

Erschauet

Njördr, der Jagdgott —

In seinem Fleische,

Wie rosig

Schimmert der Schnitt! —

Schnell denn

Schließe dein Lied;

So rat ich! —

Doch nein! —

Da hat ja versengt

Des Schweines Schnauze

Der schurkische Koch! — ! —

Hoch lebe

Der König!" —

Der König erwiderte darauf: „Nun will ich meinen Zorn gegen dich nur stillen, Halli; denn dein Lied war gut gedichtet, sonderlich in Anbetracht der Kürze der Zeit." —

 

Kapitel VI.

Eines Tages, so erzählt man, trat Halli zu glücklicher Stunde vor den König, welcher besonders gut gelaunt war. Zugegen war Thjóðólfr nebst vielen andern Hofleuten.

Halli meldete, er habe ein längeres Loblied auf den König verfaßt, und bat für dessen Vortrag um Gehör.

Der König fragte, ob Halli schon in früherer Zeit mit einem größeren Gedichte einen Versuch gemacht habe? — Eine Frage, welche dieser verneinte.

„Dann muß man gestehen", spricht der König, „daß du sehr unternehmend bist, zumal Skalden von Ruf bereits in vielseitigen Liedern mich besungen haben." — „Doch, was sagst du dazu, Thjóðólfr?" —

„Euch kann ich, Herr", erwidert Thjóðólfr, „in dieser Angelegenheit nicht beraten; doch, ein wenig näher liegt mir dieses, dem Halli einen guten Rat hier zu erteilen."

„Welchen?" fragte der König.

„Diesen, vor allen Dingen, Herr, daß er Euch nicht belügen soll!"

„Was lügt er denn?" fragte der König.

„Das ist eine Unwahrheit", sprach Thjóðólfr, „daß er vorgibt, in früherer Zeit kein längeres Gedicht verfaßt zu haben. Ich bezeuge, er hat ein solches gemacht!" —

„Welch ein Gedicht, und worüber handelt dasselbe?" fragte der König.

Thjóðólfr antwortet: „Es ist ein Lied von jener Gattung, welche wir in Island die Kollulieder nennen; denn er hat darin Rindvieh verherrlicht, welches er draußen auf Island einst hütete."

„Ist das wahr, Halli?" fragte der König.

„Wahr ist das!" erwiderte Halli.

„Wie behauptest du denn, zuvor kein längeres Lied gemacht zu haben?" warf der König ein.

„Weil", entschuldigte sich Halli, „des Liedes Gestalt, wie Gehalt, zu geringfügig dem Hörer erscheinen müßten. Es war des Aufhebens nicht wert." —

„Ich will es dennoch hören!" entschied der König, „und zwar sogleich!" —

„Da gibt es ein besseres Vergnügen!" wendete Halli ein.

„Womit?" fragte der König.

„Thjóðólfr könnte ja sein Kehrichtkastengedicht zum besten geben, welches er einst draußen in Island gedichtet hat", sagte Halli. „Mir ist es schon recht, wenn Thjóðólfr auf mich stichelt und geringschätzig mich zu behandeln versucht; Schneide- und Backenzähne sind bei mir heraus, und ich kann mit gleichwertigen Worten ihn bedienen!" —

Der König lachte darob, und fand es höchst belustigend, die beiden Isländer gegeneinander zu hetzen.

„Von welcher Art ist das Gedicht des Thjóðólfr, und worüber handelt es?" fragte der König.

„Es handelt über folgendes", sagte Halli. „Thjóðólfr trägt mit seinen Geschwistern die Aschenhaufen hinaus. Er schien damals zu nichts anderem brauchbar, wegen seiner Klugheit. Dabei mußten andere Leute noch aufpassen, daß kein Funke in der Asche blieb, um Schaden zu verhüten. Denn sein Witz ging völlig auf in diesem Geschäfte!" —

Der König fragte, ob das so stimme? —

„Ja, Herr!" sagte Thjóðólfr. „Das stimmt!" —

„Wie kamst du zu einer so gemeinen Arbeitsleistung?" — fragte der König.

„Deswegen, Herr!" erwidert Thjóðólfr, „ich wollte mich und meine Geschwister flott machen zum Spielen. Keineswegs war mir diese Arbeit anbefohlen!" —

„O nein, der Grund war ein anderer"; warf Halli dazwischen, „dir gebrach zu etwas Klügerem der Verstand!"

„Ihr sollt euch nicht zanken!" gebot der König. «Doch mir gefällt es, beide Gedichte jetzt anzuhören."

Und so geschah's.

Jeder der beiden Skalden trug sein Lied vor. Und, als der Vortrag beendigt war, fällte der König seinen Spruch.

„Unbedeutend sind beide Arbeiten, zumal das Thema beider Lieder zu kleinlich ist. Doch, Thjóðólfr, das deinige ist doch noch das schlechtere.''

„Du hast recht, Herr!" sagte Thjóðólfr. „Halli ist scharf in seinen Worten, sehr scharf! — Doch geziemender wäre es wohl für ihn, diese Schärfe zu brauchen im Interesse seines Vaters, um diesen zu rächen, bevor er hier wider mich, in Norwegen, mit Worten kämpft!"

„Verhält sich das so, Halli?" fragte der König.

„Ja, Herr, so verhält es sich!" erwiderte Halli.

„Wie, du hast Island verlassen, um Fürsten zu besuchen, anstatt, daß du für deinen erschlagenen Vater die Genugtuung fordertest?" warf der König vorwurfsvoll ein.

„Die Sache liegt anders, Herr! Ich war noch ein Kind, als mein Vater getötet wurde. Meine Verwandten nahmen der Sache sich an, und schlichteten für mich den Rechtsstreit, durch einen Vertrag! — Bei uns, daheim, aber ist der Name ,Vertragsbrecher' ein beschimpfendes Wort!" —

„Selbstverständlich darf niemand, weder Vertrag, noch Frieden brechen!" entschied der Fürst. „Du bist vorwurfsfrei!" —

„Das ist auch meine Überzeugung, Herr!" sagte Halli. „Aber Thjóðólfr hat vollkommen das Recht, so stolze Worte im gleichen Falle zu reden; denn ich kenne niemanden, der so hart seinen Vater gerächt hat, als er." —

„Selbstverständlich ist Thjóðólfr der Mann dazu, solch einen Streit tatkräftig auszufechten", sagte der König, „doch wie geschah es denn, daß er noch energischer darin vorging, als andere Leute?"

„So, zu allermeist, Herr!" sagte Halli, „daß er seines Vaters Mörder auffraß." —

Nun brachen die Hofleute alle in ein unbändiges Gelächter aus und erklärten, nie etwas gleich Belustigendes gehört zu haben.

Der König lachte auch darüber, beschwichtigte dann aber die Rufe seines Hofgesindes.

„Beweise, was du geredet hast, Halli?" befahl nun der Fürst.

„Dessen entsinne ich mich", erzählte nun Halli, „daß der Vater Thjóðólfrs den Namen führte Thorljótr. Er wohnte im Svarfaðardalr auf Island und war ein sehr armer Mann. Dabei hatte er einen Haufen Kinder. Nun ist dieses die Sitte auf Island, daß die Bauern im Herbste ein Thing abhalten in Sachen der Armenpflege ihres Distriktes; und niemand wurde dringender zur Unterstützung empfohlen, als Thjóðólfr Vater, Thorljótr. Einer der Bauern aber, so hochherzig, wie mitleidig, schenkte ihm ein einjähriges Kalb. Thorljótr nimmt das Kalb und führt es fort an einem Stricke, dessen Handende in einer Schlinge ausläuft. Auf diese Weise kommt er heim und steht vor dem Erdwalle, welcher seine Hauswiese rings umschließt. Er hebt das Kalb über den Wall, welcher erstaunlich hoch war, doch noch höher auf der Innenseite. Hier lief nämlich der Graben, aus welchem der Torf für den Aufwurf des Walles gestochen war. Thorljótr springt nun über den Wall, indessen das Kalb auf der Außenseite hinabrollt. Doch die Schlinge, in welche der Strick auslief, legt sich über Thorljóts Hals und er vermag mit seinen Füßen den Erdboden nicht mehr zu erreichen. So hingen sie denn beide. Mann wie Kalb, auf beiden Seiten des Walles hinab, und waren beide tot, als man ihnen zur Hilfe kam." —

„Die Kinder trugen dann das Kalb hinein, um es zu verspeisen, und Thjóðólfr, denk ich mir, wird auch wohl sein vollgemessen Teil daran gehabt haben!"

„Das mag wohl zutreffen", sagte der König.

Thjóðólfr riß nun sein Schwert aus der Scheide und wollte sich auf Halli stürzen.

Die Hofleute aber warfen sich zwischen beide.

Der König drohte, keiner von beiden solle sich unterfangen, dem andern ein Leid anzutun.

„Der Angreifer warst du, Thjóðólfr; Halli verteidigte sich!" --

Man gehorchte dem Gebote des Fürsten.

Halli trug nun sein längeres Loblied, auf Haraldr verfaßt, vor, welches in der Deklamation sich recht gut ausnahm und der König ließ ihm reichen, als Dichterlohn, reichlich aufgemünztes Gold. —

Der Winter ging so dahin, ohne erhebliche Begebenheit!

 

Kapitel VII.

Einar, mit dem Zunamen Fluga, d. h. der Hurtige, war der Sohn des Härekr und stammte von der Insel Thjótta in Norwegen. Er war des Königs Lehnsmann und hatte unter sich die Verwaltung von Hálogaland, auch überwachte er dort den Handel mit den Finnen. Zur Zeit stand er gerade in großen Gnaden beim Könige, doch ging es damit bald so, bald so. —

Einar war ein sehr gewalttätiger Charakter. Leuten, welche ihm nicht in allen Stücken zu Willen waren, legte er den Kopf vor die Füße, und nicht fiel es ihm jemals ein, dafür eine Buße zu zahlen.

Zum Weihnachtsfeste wurde sein Eintreffen am Hofe erwartet.

Über diesen Mann unterhielten sich Halli und sein Bankgenosse Sigurðr.

Dieser tat zu Halli folgende Äußerung: „Niemand dürfte dem Einar widersprechen, oder etwas in eine andere Wagschale werfen, als jener selber; ebenso zahle er niemals Bußgeld, weder für Totschlag, noch für Raub!" —

Halli antwortete: „Solche Leute heißen bei uns zu Lande Schufte!"

„Sprich vorsichtig, Kamerad!" sagte Sigurðr, „denn jener ist sehr empfindlich für Worte, welche gegen den Sinn ihm streichen."

Halli erwiderte: „Und wenn ihr alle insgesamt noch so bänglich seid, daß keiner von euch den Mut fände, selbst nur ein Wörtlein gegen ihn zu sagen, so versichere ich dich doch, ich würde Klage führen gegen ihn, wenn er mir schief begegnete, und durchsetzen würde ich es, daß er mir büßte!"

„Ob er dir wohl mehr büßen wird, als andern Leuten?" — warf Sigurðr ein.

„Das soll sich ja zeigen!" gab Halli zurück.

Ihr Streiten hierüber nimmt diese Wendung, daß Halli dem Sigurðr eine Wette vorschlägt.

Sigurðr setzt einen Goldring ein, an Wert eine halbe Mark; doch Halli setzt zum Pfände seinen Kopf.

Einar trifft nun zum Weihnachtsfeste ein, und der König gibt ihm den Ehrenplatz zu seiner rechten Hand; auch sein Gefolge sitzt auf derselben Seite, doch mehr der Türe zu. Er wurde in allen Stücken so bedient, wie der König selber.

Am Weihnachtstage, nach aufgehobener Tafel, sagte der Monarch:

„Nun laßt uns hier, außer dem Becher, auch der Unterhaltung pflegen! — Erzähle uns, Einar, was du auf deiner Fahrt erlebt hast!" —

„Herr, ich kann wenig Merkwürdiges über meine Reise sagen", erwidert Einar, „da wir nur plünderten die Höfe der Finnen und der Fischersleute."

„Berichte nur der Reihe nach", sagte der König; „auch mit kleinen Dingen nehm' ich fürlieb. Mich er götzt vieles, wenn es auch unbedeutend erscheinen mag euch, die ihr stets im Kampfe liegt". —

„Folgendes Erlebnis mag wohl am denkwürdigsten sein", berichtete nun Einar. „Es war im verflossenen Sommer, als wir den nördlichen Teil von Finnmarken durchfuhren, daß wir auf ein isländisch Fahrzeug stießen. Die Männer waren dorthin verschlagen worden und hatten den Winter über daselbst gesessen. Ich beschuldigte sie, sie möchten wohl Handelsgeschäfte mit den Finnen getrieben haben, und zwar ohne Eure, noch meine Erlaubnis. Doch sie leugneten das und gestanden nichts ein. Ich hielt ihre Worte für Flunkerei und ordnete an die Durchsuchung ihres Schiffes, eine Maßregel, der sie handgreiflich sich widersetzten. Nun entschied ich, es solle ihnen das übel bekommen; wie auch verdient!" —

„Meine Mannen traten auf Befehl unter die Waffen und griffen die Leute an."

„Ich führte bei mir fünf Langschiffe. Wir legten uns längs Bord auf beide Seiten des Kauffahrers und ließen nicht früher ab, als bis alles, was auf dem Schiffe lebte, mit Stumpf und Stiel ausgerottet war!" —

„Ein Isländer, man rief ihn Einar, wehrte sich so mannhaft, daß seinesgleichen ich keinen zweiten sah. Gewiß war es schade um diesen Kerl. Nicht hätten wir das Schiff genommen, wären alle Leute dort an Bord gleich tapfer gewesen, wie er!" —

Der König erwiderte ihm: „Dann hast du übel getan, wenn du schuldlose Leute getötet hast, bloß weil sie nicht in allen Stücken so wollten, wie das dir gefällt!"

„Soll ich etwa meine Haut zu Markte tragen für solche Gesellen?" — fragte Einar barsch. „Doch man hört, Herr, die Leute also sprechen, daß auch Ihr nicht immer so handelt, wie es Gott gefällt! — Übrigens wurde jenen Isländern ihre Schuld bewiesen. Einen großen Vorrat von Waren, herstammend von den Finnenleuten, fanden wir in ihrem Schiffe."

Halli, welcher diesem Gespräche zugehört hatte, warf nun sein Messer auf den Tisch und hörte auf mit essen.

Sigurðr fragte ihn, ob er krank sei? —

„Übler, als krank!" gab Halli zurück, „Einar-Fluga erzählte da den Tod meines Bruders Einar, welchen er eingesteht, erschlagen zu haben, verflossenen Sommer auf jenem Kaufmannsschiffe. Und jetzt habe ich die Gelegenheit gefunden, Bußgeld von diesem Einar zu fordern!" —

„Rühre mit keinem Wort an diese Sache, Kamerad!" warnte Sigurðr. „Das ist das beste!" —

„Nein", sagte Halli; „so würde mein Bruder nicht gegen mich handeln, hätte der meinen Tod zu rächen!" —

Er sprang über den Tisch hinweg, schritt durch die Halle, stellte sich vor den Hochsitz und sprach:

„Bauer Einar, dein Bericht, den du soeben gabst, schneidet mir durchs Herz! Denn der Mann, welchen du bekennst, letzten Sommer auf jenem Kaufmannsschiffe getötet zu haben, war Einar, mein Bruder! — Und nun will ich es wissen, ob du mir irgend welch Bußgeld für jenen, meinen Bruder Einar, zu zahlen gedenkst?« —

„Hast du nicht gehört", entgegnet Einar, „daß ich für niemanden ein Bußgeld zahle?" —

„Nicht bin ich gewillt, alles Schlechte zu glauben", sagte Halli, „was man über dich redet."

„Pack dich, Kerl!" schrie Einar, „sonst geschieht dir ein Leid!" —

Halli ging auf seinen Sitz zurück.

Sigurðr fragte ihn: „Wie ist es abgelaufen?"

„Schimpf erhielt ich statt Geld!" sagte Halli.

Sigurðr beschwor ihn nun, diese Sache ruhen zu lassen, und setzte hinzu: „Sei los von deiner Wette!" —

„Du bist großmütig", sagte Halli; „aber dennoch; ich pack es von neuem an, und zwar noch öfters!" —

Gleich den nächsten Tage trat Halli vor Einar und sprach: „Wiederholen will ich die Frage, Einar, ob du gesonnen bist, auf irgend eine Art meinen Bruder mir zu büßen?"

„Du bist ein Mann, der spät müde wird", sagte Einar, „und scherst du dich nicht auf der Stelle, so magst du fahren denselben Weg, wie dein Bruder; ja, noch einen schlimmeren!" —

Der König rügte diese Antwort. „Für Verwandte ist so etwas eine harte Prüfung; auch weiß man nicht, zu was für Entschlüssen eine solche böse Antwort jemanden treiben könnte! — — Doch du, Halli, komme nicht noch einmal auf diese Sache zurück. Denn stärkere Böcke, als du, haben solches von ihm hinnehmen müssen!"

Halli erwidert: „So mag es denn sein!" — und kehrt auf seinen Platz zurück.

Sigurðr begrüßt ihn und fragt nach seinem Erfolge.

„Drohung für Buße empfing ich von Einar!" berichtet Halli.

„Das ahnte mir just! — Von deiner Wette sei los!" erwiderte Sigurðr.

„Du handeltest brav!" sagte Halli, „aber dennoch, zum dritten Male will ich darauf zurückgreifen!" —

„Schenken will ich dir dazu noch den eingesetzten Ring", sagte Sigurðr, „aber laß es nun ruhen! Bin ich es doch gewesen, der diese Sache zuerst ins Rollen brachte!"

Halli erwidert: „Du zeigst damit, was für ein Prachtmensch du bist. Weit ab bin ich, dich irgendwie zu belasten. Wie es auch kommen mag, gleichviel, noch einmal wird es versucht!"

Und sofort, am nächsten Morgen, als der König sich das Waschwasser über die Hände gießen ließ, und nach ihm der Einar-Fluga, trat Halli vor jenen, den Fürsten, hin und verbeugte sich tief.

Der König fragte nach seinem Begehr.

„Herr!" sagte Halli, „ich möchte dir einen Traum erzählen. Ich erschien mir selbst in diesem Traume, aber völlig verwandelt."

„Als was für einer erschienst du dir?" fragte der König.

„Ich erschien mir als Thorleifr jarlaskáld (der Fürsten-Skalde) und jener, der Einar-Fluga, erschien mir unter der Gestalt des Hákon jarl Sigurðarson."

„Ich träumte dann weiter, ich hätte einen Spottvers auf jenen gedichtet, und es hing mir im Gedächtnis noch ein Stück dieses Liedes, als ich erwachte."

Nach diesem Berichte wandte sich Halli hin zum Ausgang des Saales, und murmelte so etwas zwischen den Zähnen hin, doch so undeutlich, daß die Worte sich nicht unterscheiden ließen.

Da sprach der König: „Das war kein Traum! — Vielmehr ein Gleichnis, künstlich erdacht! — Halli will damit sagen: Zwischen euch beiden wird dasselbe geschehen, was sich zutrug zwischen Hákon, dem Yarl, zu Hlaðir und dem Skalden Thorleifr. Dasselbe mag Halli im Schilde führen. Der scheut vor nichts zurück! — Und das sollst du wissen, schon reichere Leute als du, Einar, wurden gebissen von einem Spottverse. So ging es Hákon jarl. — Man wird an jenen Spottvers denken, solange in Norwegen jemand wohnen und hausen wird. Viel übler wirkt ein Spottlied, ausgegossen über einen vornehmen Mann, als die Zahlung einer kleinen Geldbuße. Darum empfehle ich dir, befriedige den Halli mit einer angemessenen Summe!"

„Euer Rat soll gelten, Herr!" sprach Einar. „Und sage, Herr, dem Halli, er möge sich auszahlen lassen von meinem Schatzmeister drei Mark Silbers. Sie liegen abgesondert in einem Beutel, welchen ich dem Kassierer letzthin übergab."

Diese Ordre ging Halli zu.

Der beeilte sich, den Schatzmeister aufzusuchen und bestellte den Auftrag.

Dieser erklärte aber, es befänden sich in jenem bezeichneten Beutel vier Mark Silbers.

Halli indessen betonte, seine Anweisung laute lediglich auf drei Mark. —

Nach Empfang der richtigen Geldsumme geht Halli nun zu Einar und meldet, daß er befriedigt sei. —

„Du hast wohl den ganzen Inhalt jenes Beutels dir zugeeignet?" warf Einar hin.

„Durchaus nicht!" erklärte Halli, „dann wäre ich ein Dieb an deinem Gute! Und du hättest ein Recht auf mein Leben! — Aber nun sehe ich, du hast mir absichtlich diese Schlinge legen wollen."

Und so war es! — Einar hatte erwartet, Halli "Würde sich zueignen alles, was in jenem Beutel lag. Und das wäre dann ein genügender Rechtsgrund gewesen, seinen Tod zu fordern.

Halli schritt nach Erledigung dieser Sache zu seinem Sitz zurück und zeigte dem Sigurðr das gewonnene Geld.

Dieser streifte jetzt den Ring von seinem Arme und überreichte ihn dem Halli: „Den hast du noch dazu verdient", sagte er.

„Nicht doch!" fiel Halli ein. „Nicht wäre ich wert deiner Freundschaft, wollte ich diesen Ring von dir annehmen! Behalte ihn, und nütze ihn, so gut du magst!"

„Doch, nun will ich dir die volle Wahrheit eingestehen. Ich bin nicht im geringsten verwandt jenem Manne, den Einar erschlagen hat. Ich wollte nur erproben, ob ich imstande wäre, ihn zu einer Geldzahlung zu nötigen!"

„Alle Leute übertriffst du an Verschlagenheit!" sagte Sigurðr.

Einar brach, nach Schluß der Weihnachtsfestlichkeiten, wieder auf, nordwärts gen Hálogaland.

 

Kapitel VIII.

Mit Anbruch des nächstfolgenden Frühlings bat Halli den König um Erlaubnis zur Abreise nach Dänemark. Er plante, dort Handelsgeschäfte zu betreiben. Der König willfahrte seinem Wunsche und setzte hinzu:

„Komme bald zurück; du gefällst mir! — Doch nimm dich auf deiner Fahrt vor Einar-Fluga in acht. Der ist dir nicht hold; weil selten, das weiß ich, ihm so übel mitgespielt ist!" —

Halli schloß sich einigen Kaufleuten an, welche südwärts nach Dänemark fuhren, und man landete auf Jütland.

Dort war Gouverneur eines Bezirks ein gewisser Rauðr, bei welchem Halli zu rasten beschloß.

Dieser mußte einstmals ein Thing abhalten, eine sehr stark besuchte Volksversammlung, auf welcher es galt, Raudrs Gesetzes-Entwürfe zu beraten. Doch war das Schreien und Kläffen der Leute so groß, daß niemand mit seinem Worte durchdringen konnte. Unver-richteter Sache kehrten die Leute abends heim.

Als man nun zur Abendstunde beim Trinkhorne saß, sagte Rauðr: „Das müßte wohl ein gescheiter Kerl sein, der hier Rat schaffte, um all jenes Volk zum Schweigen zu bringen."

Halli erwiderte: „Dieses bringe ich dir fertig, sobald ich nur will, jeder soll dort verstummen!" —

„Nein, Landsmann, das bringst du nicht fertig!" erwiderte Rauðr.

Am nächstfolgenden Morgen kamen die Leute wieder zum Thing, und wieder erhob sich der gleiche Lärm und das gleiche Geschrei, als Tags zuvor. Keine der vorgelegten Rechtssachen konnte erledigt werden.

Fruchtlos trennte sich die Versammlung.

Da sprach Rauðr: „Willst du mit mir eine Wette darüber eingehen, Halli, ob es dir gelingt, auf dem Thing dich zu Gehör zu bringen, oder nicht?"

Halli erwiderte, das sei ihm schon recht! —

Darauf machte Rauðr folgenden Vorschlag: „Setze du deinen Kopf zum Pfände, ich dagegen einen Goldring, eine Mark schwer!" —

„Einverstanden!" sagte Halli.

Am Morgen darauf fragte nun Halli den Rauðr, ob er die Wette zu halten gedenke? —

Dieser versicherte mit einem „Ja!" —

Da kamen die Leute zum Thing, und es erhob sich ein gleiches, wenn nicht größeres Geschrei, als Tages zuvor.

Als nun die Leute es sich am wenigsten versahen, springt Halli von seinem Sitze auf und schreit aus vollster Kraft:

„Ihr, Männer, alle, hört mich an. Ich muß notwendig zu euch sprechen! — Meine Sache ist von Gewicht! — Denn ich soll Klage führen über meinen Verlust. Abhanden kam mir mein Wetzstein, und des Wetzsteins Fett, mein Ranzen, und darin mein bestes Zeug; alles Dinge, welche ein Mann lieber hat, als läßt!" —

Nun sanken sämtliche Leute in Schweigen. —

Die einen sannen darüber nach, ob der Mensch wohl toll geworden sei; die andern meinten, nun würde er eine Botschaft von dem Könige vorbringen.

Als lautlose Stille darob entstanden war, setzte sich Halli auf seinen Sitz nieder und empfing den bedungenen Ring.

Da sahen die Leute wohl ein, sie wären nur zum besten gehalten, und es entstand wieder ein Lärm, wüster als zuvor.

Halli aber machte sich schleunigst aus dem Staube; denn Raudr verlangte seinen Kopf, in der Meinung, dieser Kniff wäre doch die tollste Verspottung gewesen.

Halli entkam und rastete nicht früher, als bis er landete in England. —

 

Kapitel IX.

Damals regierte in England Haraldr Guðinason. Halli suchte den König auf, meldete, daß er ein längeres Lied auf ihn verfaßt habe, und erbat die Erlaubnis zum Vortrage.

Der König gewährte das erbetene Gehör! — Nun nimmt Halli Aufstellung vor dem, auf seinem Throne sitzenden, Fürsten und trägt fließend sein Gedicht vor.

Als er geendigt, wendet sich der König an seinen Hofskalden, der ihm zur Seite stand, mit der Frage, welch einen Wert dieses Lied habe? —

„Es sei gut", erwiderte derselbe.

Darauf lud der König den Halli zum Bleiben ein; doch entschuldigte sich der Dichter, er sei bereits gerüstet zur Weiterfahrt nach Norwegen. —

„Wohlan denn", erwidert der Fürst, „so mag dein Liedeslohn denselben Weg fahren, und deinen Händen entgleiten, wie mir der Nutzen von deinem Gedichte. Denn Ruhm kann mir nicht werden und bleiben aus einem Liede, welches niemand von meinen Hofleuten sich eingeprägt hat!" —

„Setz' dich nun nieder auf den Fußboden. Ich werde Silbermünzen über dein Haupt ausschütten lassen. Und das soll davon dein eigen sein, was in deinen Locken hängen bleiben wird. Mich dünkt, beides wird sich gleichen. Denn auch wir können nicht hier festhalten dein Lied!" —

Halli meinte: „Beides wird sicher so zutreffen, gering des Liedes Nutzen, gering nun auch des Liedes Lohn!"

„Erlaubt mir indessen, hoher Herr, daß ich inzwischen ein wenig austrete."

„Geh' nach Belieben!" sagte der König.

Halli enteilte, und zwar direkt zu dem Platze der Schiffszimmerleute, strich dort Teer über seinen Kopf, krauste das Haar auf, so gut er konnte, und gab ihm die Form eines Tellers.

So ausstaffiert betrat er wiederum die Halle, und bat, jetzt die Silberstücke über ihn auszuschütten.

Der König sagte: „Du bist ein Schalk!"

Die Silbermünzen wurden nun tatsächlich über sein Haupt ausgeschüttet, und groß war der Schatz, der ihm verblieb. Dann schied er.

Er schritt hin zu dem Platze, wo die Schiffe, bestimmt für Norwegen, in der Regel ankerten. Alle waren sie bereits fortgesegelt, ausgenommen ein einziges. Und dieses war mit Passagieren schon vollbesetzt und überdies auch stark befrachtet; doch Halli besaß viel Geld, und wollte gern fort, besonders auch aus dem Grunde, weil sein auf den König gedichtetes Lied doch nur eine Schleuderarbeit gewesen war, welche er keine Lust verspürt hatte, den Hofleuten einzuprägen.

Der Schiffskapitän forderte den Halli auf, eine List zu ersinnen, daß einige Passagiere, welche aus den Südlanden stammten (es sind Deutsche hier gemeint), freiwillig von Bord weggingen; dann wolle er ihn gerne mitnehmen. Doch der Winter rückte bereits bedenklich nahe.

Halli logierte einstweilen mit dem Kapitän und jenen Passagieren in ein und derselben Herberge.

Da, eines Nachts, warf sich Halli im Schlafe hin und her, wie ein Schwerträumender. Es dauerte lange, ehe es gelang, ihn aufzuwecken.

„Was hast du denn geträumt?" fragte man ihn.

Halli erwidert, nun sei es damit völlig vorbei, daß er Passage nachsuchen wolle, um fort von hier zu kommen.

„Mir träumte nämlich, ein entsetzlich aussehender Mensch träte auf mich zu, der folgende Worte sprach:

„Welch' einen Sturz! — ! —

Den mächtigen Stengel

Umklammere ich fest,

Nachdem ich verkaufte

Mein Leben! —

Ich wohne bei Rán;

Die andern sind bei den Hummern! —

Mir ist es nun klar,

Wir sind die Gesellen der Fische! —

Unter den Füßen

Führ ich ein Land,

Doch weit ab vom Strand! —

Zwischen dem Tang;

Da hock' ich

Im Tode erbleicht! —

Und feucht

Umschlingen Pflanzen mir

Nacken und Hals!"

Als jene Leute aus den Südlanden diesen Traum vernahmen, zogen sie ihre Passage eilends zurück. Denn sie glaubten, es sei ihr gewisser Tod, wenn sie mit diesem Schiffe führen.

Halli aber ging sogleich an Bord und erklärte, kein Traum, sondern nur ein Schelmenstreich sei das gewesen.

Fertig zur Fahrt, stachen sie in See, und erreichten Norwegen noch in diesem Herbste.

Halli begab sich sofort zum Könige Haraldr, der ihn gütig aufnahm und fragte, ob er auf andere Fürsten auch Gedichte gemacht hätte? —

„Nur dieses eine dichtete ich auf einen Yarl:

Schwang werde Klang! —

Mit den Dänen steht's faul!

Gefallen sind vierzehn,

Gefangen sind zehn! —

Weit offen die Welt,

Quer umgestellt! —

So dichtet ein Wicht,

Dem die Kunst gebricht!" —

Der König lachte laut auf, und es erschien ihm immer gar lustig in Hallis Gesellschaft. —

 

Kapitel X.

Der König Haraldr begab sich im Frühling zum Gulathing und richtete, eines Tages, an Halli die Frage, wie es mit seinen Frauenbekanntschaften auf diesem Thing stände? — Halli antwortet:

„Gut, Gebieter

Ist das Thing;

Weil da zu Willen

Jedes Ding!" —

Von dort fuhr der König nordwärts gen Thrándheim, und, als sie auf der Höhe von Staðr segelten, kam die Reihe an Thjóðólfr und Halli, um ihre Schiffskameraden mit Kochen und Speiseausteilen zu bedienen.

Halli war gar seekrank und hatte auf Deck unter ein Boot sich hingestreckt, so daß Thjóðólfr allein den Dienst zu tun hatte. Er trug das Essen hin und her, dgbei stolperte er über Hallis Fuß, welcher sich unter dem Boot hervorstreckte. Hierzu sprach Thjóðólfr folgenden Reim:

„Wer da unter dem Boote hockt,

Ist's jener, der die Weiber verlockt?" —

Darauf Halli schlagfertig:

„Koch' den Fraß

Und dien' als Knecht

Thjóðólfr! —

Statt meiner! —

Mir ist's schon recht!" —

Der König zog nun seine Straße, bis sie zu dem bekannten Handelsplatze (Niðaróss) kamen.

Die Königin Thóra war dort gleichfalls anwesend. Sie war dem Halli höchst abgeneigt; der König dagegen sehr zugeneigt, denn ihn heiterten Hallis lustige Einfälle stets auf.

Da geschah es eines Tages, daß der König mit Gefolge durch die Straßen ging. Unter seinen Begleitern schritt auch Halli einher.

Der Monarch trug in seiner Hand eine Streitaxt, welche mit Gold reich inkrustiert war, silberbeschlagen ihr Schaft, ein schwerer Silberknauf diente als Handgriff, und an dessen Kopfende stand, eingelassen, ein Edelstein. Eine Kostbarkeit ersten Ranges! —

Halli schielte beständig hinüber nach dieser Axt.

Der König bemerkte diesen Blick, lachte darob und fragte, ob Halli Wohlgefallen an der Waffe fände? —

„Ausnehmend!" — war dessen Antwort.

„Sahst du jemals eine schönere Streitaxt?"

„Niemals!"

„Nun denn", fragte der König, „willst du um den Preis dieser Axt dich selber preisgeben?"

„Nein!" — sagte Halli; „doch, verzeiht; mir scheint, Ihr wollt die Waffe hingeben um eben den Preis, für welchen Ihr selbst sie einst erwarbt!" —

„Das mag wohl stimmen!" sprach der König. „Da, nimm sie hin und führe sie unter den Männern mit Ehren! — Sie ward mir einst geschenkt, ebenso wandere sie weiter!"

Halli dankte dem Fürsten! —

Am Abend, als die Hofleute sich zum Bankett versammelten, machte die Königin ihrem Gemahl eine Bemerkung darüber, daß es auffällig und kaum angemessen sei, an Halli dergleichen Wertstücke zu verschenken; an einen Mann von geringer Herkunft, dazu für solche Anzüglichkeiten; während doch mancherlei andere Leute für deren treffliche Dienste nur schwach belohnt würden! —

Der König erwiderte darauf, das wäre lediglich seine Sache, an wen er seine Kostbarkeiten weggeben wolle.

„Nicht ist es meine Art, Hallis Worte stets ins Schlechte umzudeuten, mögen sie auch doppeldeutig scheinen!"

Darauf gab derKönig den Befehl, Hall! herbeizurufen; was sofort geschah. —

Halli trat vor und verbeugte sich vor dem Fürsten. Es gab ihm der König nun folgenden Auftrag; er solle auf die Königin Thóra einige Zeilen dichten mit zweideutigem Sinne. „Mir beliebt zu erfahren, wie sie dieselben aufnehmen werde?" —

Halli verneigte sich nun vor der Königin Thóra und deklamierte folgende Strophe:

„In Würden neigt

Den stolzen Leib

Königin Thóra! —

Aber bei Nacht,

Entkleidet der Pracht,

Was blieb?

Nur — Haraldrs Lieb!" —

„Greift und tötet ihn! schrie die Königin auf. „Ich bin nicht gewillt, seine Beleidigungen hier zu dulden!" —

Der König indessen gebot, niemand solle sich erdreisten, den Halli dafür anzufassen.

„Indessen", setzte er hinzu, „solchen Fehler können wir ja ausgleichen! Wenn es Euch beliebt, so empfange ein ander Weib die Ehre, meine Lagergenossin zu werden, und damit auch die Würde der Königin! Wahrlich, schwer fällt Euch das Verständnis für Euer eigen Lob!"

Halli ward darauf zum Hofkavalier des Königs ernannt; erbat sich aber, nach einiger Zeit, den Urlaub zur Rückkehr nach Island. Der König war damit einverstanden, ermahnte ihn indessen auf dieser Fahrt zur Vorsicht gegenüber Einar-Fluga. Halli legte die Reise ungefährdet zurück und machte sich ansässig auf Island.

Doch, es zerrannen unter der Hand ihm die erworbenen Pfennige, und er mußte sich auf den Fischfang verlegen, weit draußen in See.

Dabei überfiel ihn einmal ein Gegenwind von so enormer Stärke, daß er samt seinen Leuten nur mit Mühe und Not den Strand wieder erreichte.

Am Abend setzte man ihm Grütze auf den Tisch, doch er aß nur ein wenig davon, neigte sich dann hintenüber und war tot.

Haraldr vernahm alsbald von Island her die Kunde, über den Verlust zweier seiner Hofleute. Der eine war Bolli, mit dem Beinamen der Prächtige, und der andere war der Sneglu-Halli.

Über jenen äußerte sich der Monarch: „Durchs Schwert wird der Wackere gefallen sein!" — Aber von Halli meinte er: „Mit Grütze wird der Schelm sich den Wanst gesprengt haben!" —

So schließt hier die Saga von dem Sneglu-Halli.

 

Quellen:
Professor Dr. E. Christian Dagobert, An nordischen Königshöfen zur Vikingerzeit
Erschienen 1910 im Karl J. Trübner Verlag

 

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