Adam von Bremen

Hamburgische Kirchengeschichte
(Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum)

Viertes Buch - Beschreibung der Inseln des Nordens, Kap. 15 - 28.
(Descriptio insularum aquilonis, Capitula XV-XXVIII.)

 

Hiermit beginn' ich, beliebt's, die Fortsezung des vierten Buches, die Kap. 15 -28.

 

15. Auch versichern Landeskundige, daß Leute von Schweden aus zu Lande nach Griechenland hin durchgereist seien. Allein die barbarischen Völker, die in der Mitte liegen, hindern diese Reise, darum besteht man zur See die Gefahr.

 

Tempel von Uppsala mit dem immergrünen Baum

Tempel von Uppsala mit dem immergrünen Baum,
wie Adam von Bremen ihn beschrieben hat.
Rechts im Bild könnte der Opferbrunnen dargestellt sein.

16. In diesem Meerbusen sind viele Inseln, welche die Dänen und Schweden sämtlich in ihrer Gewalt haben; einige jedoch haben auch die Sclaven inne. Die erste derselben am Eingange jenes Sundes ist Wendila, die zweite Morse[31], die dritte Thud[32], welche nur durch einen geringen Zwischenraum von einander getrennt sind; die vierte ist Samse, welche der Stadt Arhusin gegenüberliegt, die fünfte Fune, die sechste Seland, die siebente die, welche mit derselben zusammenliegt[33], und die Inseln, deren wir oben (K. 4) Erwähnung gethan haben. Die achte nennt man die, welche, zunächst an Sconien und Gothien gelegen, Holm genannt wird[34]; dies ist der berühmteste Hafen Dännemarks und ein sicherer Standort für die Schiffe, welche zu den Barbaren und nach Griechenland gesandt zu werden pflegen.

 

Uebrigens liegen noch sieben andere kleinere Inseln im Südosten von Fune, die wir oben (K. 4) als fruchtreich erwähnten, nämlich Moyland[35], Imbra[36], Falstra, Laland, Langland[37] und so alle anderen in der Nachbarschaft befindlichen, von denen Laland weiter nach dem Innern zu sich erstreckt, so daß es das Gränzgebiet der Sclaven berührt[38].

 

Diese funfzehn Inseln gehören zum Reiche der Dänen und ihre Bewohner sind bereits alle mit dem Ehrennamen „Christen“ geschmückt. Es gibt auch noch andere weiter nach innen zu, welche der Herrschaft der Schweden unterworfen sind. Davon ist die größte die, welche Churland heißt. Sie hat eine Länge von acht Tagereisen. Das Volk, welches sehr blutdürstig ist, wird wegen leidenschaftlicher Götzendienern von Allen geflohen. Es gibt dort sehr viel Gold und sehr gute Pferde. Von Wahrsagern, Vögelschauern und Schwarzkünstlern sind dort alle Häuser voll. [Diese tragen selbst Mönchskleidung.] Von dort werden aus der ganzen Welt Orakelsprüche geholt, insbesondere von den Hispaniern und Griechen. Dies ist, glaube ich, die Insel, die im Leben des heiligen Ansgar (K. 30) Chori genannt wird, und welche damals die Schweden sich zinspflichttg machten. Daselbst ist nunmehr eine Kirche gebaut, durch die Bemühungen eines Kaufmannes, welchen der König der Dänen durch viele Geschenke dazu bewogen. Der König selbst hat, frohlockend im Herrn, mir dieses Freudenlied gesungen.

 

17. Außerdem ist uns erzählt worden, daß noch mehrere andere Inseln in jenem Meere seien, deren eine große Aestland heißt. Sie ist nicht kleiner als die vorerwähnte. Auch die Bewohner dieser Inseln kennen den Gott der Christen durchaus nicht; sie verehren Drachen und Vögel, denen sie auch lebendige Menschen opfern, welche sie von den Kaufleuten erhandeln, nachdem sie sie vollständig sorgfältig untersucht haben, ob sie auch ohne Fehl am Körper sind, weshalb sie von den Drachen verschmäht werden würden. Und diese Insel soll dem Lande der Weiber zunächst gelegen sein, während jene vorerwähnte nicht fern ist von Birca, der Stadt der Schweden.

 

18. Von jenen Inseln aber, welche den Sclaven zugekehrt liegen, sollen drei die ausgezeichneteren sein. Von diesen heißt die erste Fembre[39]. Diese liegt den Wagrern gegenüber, so daß sie von Aldinburg aus zu sehen ist, sowie die, welche Laland heißt. Die zweite ist den Wilzen gegenüber gelegen; diese haben die Raner [oder Runer] [SCH. 117.] inne, ein sehr tapferes Geschlecht der Sclaven, ohne deren Ausspruch dem Gesetze gemäß in öffentlichen Angelegenheiten nichts geschehen darf; so sehr werden sie wegen ihres vertrauten Umganges mit den Göttern oder vielmehr mit den Dämonen gefürchtet, welche sie mit größerem Dienste verehren als die Uebrigen. Diese beiden Inseln nun sind voll von Seeräubern und den blutigsten Banditen und verschonen keinen, der hinüberfährt. Denn alle, die andere zu verkaufen pflegen, erschlagen sie.

 

Die dritte Insel ist die, welche Semland heißt, in der Nähe der Ruzzen und Polanen. Diese bewohnen die Semben oder Pruzzen, sehr menschenfreundliche Menschen, die denen, welche aus dem Meere Gefahr leiden, oder von Seeräubern angefallen werden, zur Hülfe entgegenfahren. Gold und Silber achten sie sehr gering; sie haben Ueberfluß an fremden Fellen, deren Duft unserer Welt das todbringende Gift der Hoffart eingeflößt hat. Und zwar schätzen jene diese Felle nicht höher denn Mist und damit, glaube ich, ist uns das Urtheil gesprochen, die wir mit allen, rechten wie unrechten Mitteln nach einem Marderkleid wie nach der höchsten Glückseligkeit trachten. Daher bringen jene für wollene Gewänder, die wir Faldone[40] nennen, die so kostbaren Marderfelle dar.

 

Von diesen Völkern könnte man noch viel Lobenswertes sagen was die Sitten anlangt, [SCH. 118.] wenn sie nur den Glauben hätten, dessen Prediger sie voll Wildheit verfolgen. Bei ihnen erlangte Adalbert, der erlauchte Bischof der Böhmen, die Märtyrerkrone[41]. Bis auf den heutigen Tag wird in Wahrheit noch den Unseren, mit denen sie doch sonst alles theilen, von ihnen der Zutritt zu den Hainen und Quellen verwehrt, welche, wie sie behaupten, durch den Besuch der Christen verunreinigt werden. Sie bedienen sich des Pferdefleisches als einer Speise, und trinken deren Milch und Blut, so daß sie sich selbst darin berauschen sollen. Die Menschen sind blau (cerulei) von Farbe, das Gesicht ist roth und das Haar lang. Außerdem wollen sie, unzugänglich durch Sümpfe, keinen Herrn unter sich dulden.

 

19. Auch gibt es noch mehrere andere Inseln in diesem Meere, alle voll von wilden Barbaren, und daher werden sie von den Seefahrern gemieden[42].

Ingleichen sollen an diesen Gestaden des baltischen Meeres die Amazonen wohnen, [SCH. 119.] was man jetzt das Land der Weiber[43] nennt. Diese sollen nach Einigen vermittelst des Genusses von Wasser Leibesfrucht empfangen. Andere erzählen auch, sie würden schwanger von den gelegentlich sie besuchenden Handelsleuten oder von den Gefangenen, die sie bei sich hätten, oder von Ungeheuern, die dort nicht selten sind. Und dies halte ich auch für glaubwürdiger. Und wenn sie zum Gebären kommen, so werden die Geburten, wenn sie männlichen Geschlechtes sind, Hundsköpfe, wenn aber weiblichen, die schönsten Mädchen. Diese leben zusammen und verschmähen den Umgang mit Männern, die sie sogar, wenn sie zu ihnen kommen, in mannhaftem Kampfe zurückschlagen. Hundsköpfe aber sind Wesen, die den Kopf an der Brust haben[44]. In Rußland sieht man sie oft als Gefangene, und sie bellen die Worte mit der Stimme hervor.

 

Dort sind auch die, welche Alanen oder Albaner, oder in ihrer Sprache Wizzen heißen, die blutgierigsten Vielfraße. [SCH. 120.] Sie werden mit grauen Haaren geboren. Ihrer gedenkt als Gewährsmann Solin[45]. Ihr Land wird von Hunden vertheidigt. Wenn einmal gekämpft werden muß, so bilden sie aus Hunden die Schlachtordnung.

Dort gibt es bleiche, grünfarbige und langlebige[46] Menschen, die man Husen nennt; endlich jene, die Anthropophagen heißen und Menschenfleisch essen. Dort sind noch sehr viele andere Ungeheuer, welche die Seefahrer nach ihren Erzählungen oft gesehen haben wollen, obwohl es von den Unseren kaum für glaublich gehalten wird.

 

20. Dies hatte ich von jenem baltischen Meere zu sagen, dessen Erwähnung ich bei keinem Schriftsteller gefunden habe, außer allein beim Einhard, den ich bereits oben anführte. Vielleicht freilich, vermuthe ich, nennen dieses Meer die Alten mit verändertem Namen scythisches oder mäotisches Gewässer[47], oder Einöde der Geten[48], oder scythisches Gestade, welches nach Marcian[49] gedrängt voll ist von vielfach verschiedenen Barbaren. „Dort, sagt er[50], sind Geten, Daken, Sarmaten, [Neutrer] Alanen, Gelonen, Anthropophagen, Troglodyten“ Mit dem Irrwahne dieser Völker Mitleid habend, setzte unser Metropolit ihnen in Birca eine Metropolis, die, mitten in Schweden gelegen[51], der Stadt der Sclaven, Jumne[52], gegenüberliegt und in gleichen Zwischenräumen alle Gestade jenes Meeres umfaßt. [SCH. 121.] u. [122.] Für diese Stadt bestellte er zuerst von den Unseren den Abt Hiltin, den er selbst Johannes genannt wissen wollte[53].

 

Somit ist von den Inseln der Dänen genug gesagt. Jetzt wollen wir die Aufmerksamkeit auf die Völker der Schweden oder Nordmannen lenken, welche die nächsten sind.

 

21. Wenn man über die Inseln der Dänen hinausfährt, so thut sich einem eine zweite Welt auf nach Schweden oder Nortmannien zu, welches die beiden ausgedehntesten Reiche des Nordens und unserer Welt beinahe noch ganz unbekannt sind. [SCH. 123.] Von diesen hat mir der sehr kundige König der Dänen erzählt, daß Nortmannien kaum in einem Monate durchwandert werden könne, während Schweden in zwei Monaten nicht leicht zu durcheilen sei. „Dies habe ich“, sagte der König, „selbst erfahren, da ich unlängst zwölf Jahre lang unter König Jacob in jenen Reichen Kriegsdienste gethan habe; beide Länder sind von sehr hohen Bergen ringsum eingeschlossen, am meisten aber Nortmannien, welches mit seinen Alpen Schweden umgibt.“ Von Sueonien (Schweden) aber schweigen nicht die alten Schriftsteller Solin[54] und Orosius[55], welche sagen, daß den größten Theil Germaniens die Sueven inne haben, und daß das Bergland desselben sich bis zu den riphäischen Bergen erstrecke. [SCH. 124.], [SCH. 125.] Dort ist auch der Elbfluß, dessen Lucan[56] gedacht zu haben scheint. Dieser entspringt in den erwähnten Alpen und fließt mitten durch die Lande der Gothen hindurch in den Ocean, woher er auch Gothelba[57] heißt. [SCH. 126.]

 

Schweden ist ein sehr fruchtbares Land, reich an Feldfrüchten und Honig, und außer daß es durch Viehzucht vor allen ausgezeichnet ist, findet sich daselbst überall die günstigste Lage der Flüsse und Wälder; von fremden Waaren ist das ganze Land voll. So kann man sagen, daß die Schweden keines Gutes entbehren, ausgenommen der Hoffart, die wir so sehr schätzen oder vielmehr vergöttern. Denn jene Gegenstände eiteln Gepränges, als da sind Gold, Silber, königliche Rosse, Felle der Biber und Marder, welche alle uns vor Bewunderung fast um den Verstand bringen, achten jene für nichts. Nur in dem Verhältniß zu den Weibern kennen sie kein Maaß. [SCH. 127.] Jeder hat nach der Größe seines Vermögens deren zwei oder drei oder mehrere zugleich, die Reichen und Fürsten unzählige. Auch betrachten sie die aus einer solchen Verbindung entspringenden Kinder [SCH. 127*.] als rechtmäßig. Todesstrafe aber erleidet, wer die Ehefrau eines Anderen beschläft, oder eine Jungfrau notzüchtigt, oder wer einen Anderen seiner Güter beraubt oder ihm Beleidigungen zufügt. Gastlichkeit zeichnet, obwohl alle Hyperboreer [SCH. 127**.] durch dieselbe hervorragen, doch besonders unsere Schweden aus, für die es nichts Schmählicheres gibt, als den Durchreisenden Gastfreundschaft zu verweigern, so daß sie darüber mit einander in Eifer und Wettstreit geraten, wer es wert sei, einen Gast aufzunehmen. Diesem gewährt der Wirt dann alle Rechte der Menschenfreundlichkeit und führt ihn, so viele Tage er dort verweilen will, immer wechselnd in den einzelnen Häusern umher zu seinen Freunden. Das sind die Vorzüge, welche jene in ihren Sitten haben. Die Prediger der wahren Lehre aber, wenn sie keusch und klug und tüchtig sind, werden von ihnen mit außerordentlicher Liebe behandelt, so daß sie es sich selbst gefallen lassen, daß der allgemeinen Volksversammlung, die sie Warb nennen, die Bischöfe beiwohnen. Da hören sie denn häufig ohne Widerstreben von Christo und der christlichen Religion reden. Und vielleicht würden sie durch eine geschickte Vorstellung ohne Mühe zu unserem Glauben hingeführt werden, wenn nicht schlechte Lehrer, indem sie das Ihre suchen, und nicht, was Jesu Christi ist (Phil. 2, 21), diejenigen ärgerten, die errettet werden könnten.

 

22. Die Schweden bestehen aus vielen Völkern, trefflich an Kräften und Waffen, und sie sind so zu Roß, wie zu Schiff die besten Streiter. Daher scheinen sie durch ihre Macht auch die übrigen Völker des Nordens zu fesseln. Sie haben Könige aus einem alten Geschlechte, deren Gewalt jedoch von dem Willen des Volkes abhängt; denn was alle insgemein gebilligt haben, muß der Fürst bestätigen, [SCH. 128.] wenn es nicht einmal gerade sein Beschluß ist, den sie mitunter wider Willen befolgen. Daheim also erfreuen sie sich völliger Gleichheit; gehen sie aber in die Schlacht, so leisten sie dem Könige oder dem, der von diesem, weil er kundiger ist als die Uebrigen, vorgezogen wird, vollkommenen Gehorsam. Wenn sie aber einmal im Kampfe in die Enge kommen, so rufen sie aus der Menge der Götter, die sie verehren, einen zur Hülfe herbei: diesem sind sie dann nach dem Siege vorzugsweise ergeben und ziehen ihn den übrigen vor. Jedoch erklären sie bereits in einem allgemeinen Ausspruche, der Gott der Christen sei stärker, als alle anderen; die anderen Götter täuschten oft, er dagegen sei immer als der sicherste Helfer in der Noth bei der Hand.

 

23. Von den Völkern Schwedens selbst wohnen uns am nächsten die sogenannten Westgothen, andere sind die Ostgothen. [SCH. 129.] Westragothien aber stößt an diejenige Landschaft der Dänen, welche Sconien heißt, von wo aus man in sieben Tagen nach Scarane[58], der großen Stadt der Gothen, gelangt. Dann erstreckt sich Ostrogothien an jenem Meere hin, welches man das baltische nennt, bis nach Birca.

 

Der erste Bischof der Gothen war Thurgot, [SCH. 130.] der zweite aber Godescalk, ein weiser und guter Mann, als welchen man ihn preist, nur daß er daheimsitzend Unthätigkeit der Arbeit vorzog. Als dritten ordinirte unser Metropolit Adalward den Aelteren, einen wahrhaft Lob verdienenden Mann[59], der, als er darauf zu den Barbaren kam, ebenso lebte wie er lehrte. Da er nämlich heilig lebte und gut lehrte, soll er eine große Menge der Heiden zum christlichen Glauben gebracht haben. [SCH. 131.] Anch ward er durch Wunderthaten berühmt, indem er, wenn die Barbaren in der Noth darnach verlangten, Regen herabströmen oder es wieder heiter werden ließ, und andere Werke verrichtete, die noch jetzt von den Lehrern des göttlichen Wortes verlangt werden. Dieser merkwürdige Mann aber blieb fortwährend in Gothien, den Namen des Herrn Jesu Christi beharrlich allen verkündend, und übergab eben dort nach vielen Kämpfen, die er für Christum gern bestand, den Leib, der nunmehr überwunden hatte, der Erde, der Geist aber fuhr sieggekrönt gen Himmel. Nach ihm ordinirte der Erzbischof einen gewissen Acilin für jene Lande, der aber nichts der bischöflichen Würde Entsprechendes an sich hatte, als nur eine außerordentliche Körpergröße. Er blieb denn auch, die Ruhe des Fleisches liebend, obgleich die Gothen vergebens eine Gesandtschaft an ihn schickten, bis an seinen Tod zu Köln, den Vergnügungen sich widmend.

 

24. In der Mitte zwischen Nordmannien und Sueonien wohnen die Wermilanen[60] und die Finneden[61] und Andere, welche sämtlich Christen sind und zur Scaraner Kirche gehören. An der Grenzscheide der Sueonen und Nordmannen nach Norden zu haben die Scritefinen ihre Sitze, welche im Laufe das Wild überflügeln sollen.[62] Ihre größte Stadt ist Halsingland[63] [SCH. 132.] für welche als erster Bischof Stenphi von unserem Erzbischof ordinirt ist, den er selbst mit verändertem Namen Symon nannte. Dieser gewann auch viele aus jenen Völkern durch seine Predigt. Außerdem giebt es noch unzählige andere sueonische Völker, von denen sich, soviel wir erfahren haben, allein die Gothen, die Wermilanen und ein Theil der Scritesinen oder deren Grenznachbaren zum Christenthume bekehrten.

 

25. Entwerfen wir nun eine kurze Beschreibung von Sueonien oder Schweden. Dasselbe hat im Westen die Gothen und die Stadt Scarane, im Norden die Wermilanen nebst den Scritesinen, deren Hauptstadt Halsingland ist; im Süden aber der Länge nach das baltische Meer, dessen wir oben gedachten. Dort liegt die große Stadt Sictone (Sigtuna). Im Osten aber berührt es die riphäischen Berge, wo ungeheure Einöden, sehr tiefer Schnee und Heerden menschlicher Ungeheuer den Zutritt wehren.[64] [SCH. 133.] Dort sind Amazonen, dort Hundsköpfe, dort Cyklopen, die ein Auge an der Stirn haben.[65] Da sind auch die, welche Solinus Himantopoden nennt, die auf einem Fuße hüpfen[66] und jene, die an menschlichem Fleische als Speise Behagen finden und daher ebenso gemieden, als mit Recht unbesprochen bleiben.[67] Mir hat der noch oft anzuführende König der Dänen erzählt, es pflege ein Volk vom Gebirge in die Ebene hinabzusteigen,[68] welches nur von mäßiger Größe sei, aber an Kraft und Gewandtheit den Schweden fast unerträglich, und es sei ungewiß, woher diese kämen. „Sie kommen, sagte er, bald einmal im Jahre, bald auch nur nach drei Jahren ganz plötzlich. Wenn man ihnen nicht mit aller Kraft widersteht, so verheeren sie das ganze Land und gehen dann wieder heim.“ Auch noch vieles andere pflegt erzählt zu werden, was ich aus Liebe zur Kürze weggelassen habe, und was die sagen mögen, die es selbst gesehen zu haben bezeugen.

 

26. Jetzt wollen wir von dem Aberglauben der Schweden Einiges sagen. Dieses Volk hat einen sehr berühmten Tempel, der Ubsola heißt und nicht weit von der Stadt Sictona liegt. [SCH. 134.] u. [135.] In diesem Tempel, der ganz mit Gold geschmückt ist, betet das Volk die Bildsäulen dreier Götter an, und zwar so, daß der mächtigste von ihnen, Thor, mitten im Gemache seinen Thron hat; rechts und links sitzen Wodan und Fricco. Die Deutungen derselben sind folgende. „Thor, sagen sie, hat den Vorsitz in der Luft, er lenkt Donner und Blitz, giebt Winde und Regen, heiteres Wetter und Fruchtbarkeit. Der andere, Wodan, d. h. die Wuth, führt Kriege, und gewährt dem Menschen Tapferkeit gegen seine Feinde. Der dritte ist Fricco[69]; er spendet den Sterblichen Frieden und Lust.“ Sein Bild stellen sie auch mit einem ungeheuren männlichen Gliede versehen dar. Den Wodan aber formen sie gewappnet, wie die Unseren den Mars zu bilden pflegen.[70] Thor aber scheint mit seinem Scepter den Jupiter vorzustellen. Sie verehren auch vergötterte Menschen, die sie wegen außerordentlicher Thaten mit der Unsterblichkeit beschenken, wie sie das nach dem Leben des heiligen Ansgar (K. 26) mit dem Könige Herich gemacht haben.

 

27. Allen ihren Göttern nun halten sie besondere Priester, welche die Opfer des Volkes darbringen. Wenn Pest und Hungersnoth drohen, wird dem Götzen Thor geopfert, wenn Krieg dem Wodan, wenn eine Hochzeit zu feiern ist, dem Fricco. Auch pflegt alle neun Jahre ein allen schwedischen Landen gemeinsames Fest in Ubsola gefeiert zu werden. In Bezug auf dieses Fest findet keine Befreiung von Leistungen statt. Die Könige [SCH. 136.] und das Volk, alle schicken ihre Gaben nach Ubsola, und - was grausamer ist als jegliche Strafe - diejenigen, die bereits das Christenthum angenommen haben, kaufen sich von jenen Ceremonien los. Das Opfer nun ist folgender Art. Von jeder Gattung männlicher Geschöpfe werden neun dargebracht, mit deren Blut es Brauch ist, die Götter zu sühnen. Die Körper aber werden in dem Haine aufgehängt, der zunächst am Tempel liegt. Dieser Hain ist nämlich den Heiden so heilig, daß jeder einzelne Baum durch den Tod oder die Verwesung der Geopferten geheiligt erachtet wird. Dort hängen auch Hunde und Rosse neben den Menschen, und von solchen vermischt durcheinanderhängenden Körpern habe er, erzählte mir ein Christ, zweiundsiebzig gesehen. [SCH. 137.] Uebrigens sind die Lieder, die bei der Vollziehung eines solchen Opfers gesungen zu werden pflegen, vielerlei und unehrbar, und darum besser zu verschweigen.[71]

 

28. In derselben Landschaft ereignete sich neuerdings ein merkwürdiger und wegen der Wichtigkeit des Gegenstandes weit verbreiteter Vorfall, der auch dem Erzbischof zu Ohren gekommen ist. Einer von den Priestern, die zu Ubsola den Götzen zu dienen pflegen, ward, ohne daß dieselben ihm etwas halfen, blind. Und da der weise Mann das Unglück seiner Blindheit seinem Götzendienste zuschrieb, durch dessen abergläubische Vollziehung er den Gott der Christen beleidigt zu haben glaubte, siehe! da erschien ihm in eben der Nacht eine gar herrliche Jungfrau, und fragte ihn: ob er an ihren Sohn glauben und die Bilder, welche er bisher verehrt hätte, verwerfen wolle? dann werde er sein Gesicht wieder bekommen. Darauf gelobte jener, der um einen solchen Lohn keine noch so schwere Aufgabe scheute, also thun zu wollen. Da sprach die Jungfrau: „Wisse auf das bestimmteste, daß der Ort, wo jetzt so viel unschuldiges Blut vergossen wird, in nächster Zeit meiner Ehre geweihet werden wird. Und damit dir daran keine Spur von Zweifel bleibe, so empfange in dem Namen Christi, welcher mein Sohn ist, das Licht deiner Angen wieder.“ Alsbald bekam er seine Sehkraft wieder und ward gläubig, und indem er alle Lande ringsumher durchreiste, überzeugte er die Heiden leicht vom Christenthum, daß sie nämlich an den glaubten, der ihn, den Blinden, sehend gemacht hatte.

 

Bewogen durch diese geschehenen Wundertaten, ordnete sofort unser Metropolit, gehorsam jener Stimme, welche sagt: „Hebet eure Augen auf und sehet in das Feld, denn es ist schon weiß zur Ernte“ (Ev. Joh. 4, 35), für jene Gegenden Adalward den Jüngeren ab, den er aus dem Bremer Chore nahm, einen Mann, ausgezeichnet durch wissenschaftliche Bildung und Frömmigkeit der Sitten. Diesem errichtete er auch durch Gesandte des hochberühmten Königs Steinkel einen Sitz in der Stadt Sictona, welche von Ubsola eine Tagereise entfernt liegt. Die Entfernung ist aber derart, daß man von dem dänischen Sconien zur See fahrend in fünf Tagen bis Sictona oder Birca kommt, denn beide sind gleichweit[72]; wenn man aber von Sconien aus zu Lande durch die Völker der Gothen und über die Stadt Scarane, über Telgä und Birca geht, so gelangt man in Zeit von einem Monat nach Sictona.

 

Scholien

Schol. 117. Reune ist die Insel der Runer, in der Nachbarschaft der Stadt Jumne, die allein einen König haben.

Schol. 118. Der löblichen Eigenschaften dieser Völker gedenkt Horaz in seinen lyrischen Dichtungen so:

Besser lebt ja der Steppenskyth’,
Auf dem Karren nach Brauch führend das Wanderhaus,
Besser starrendes Getenvolk, - -
Dem nicht über ein Jahr Aecker zu bau’n behagt. - -
Reiches Erb’ ist der Zeugenden
Tugend - -
Und das Fehl unerhört oder der Lohn ist der Tod.
     (Horaz’ Oden Buch IIII. Od. 24. V. 9-11; V. 14; V. 21, 22 und 24 nach Voß)

Bis auf den heutigen Tag leben die Türken, die den Russen nahe sind, so, und die übrigen Völker Scythiens.

Schol. 119. Als Emund, der König der Sueonen, seinen Sohn Amund zur Erweiterung seiner Herrschaft gen Scythien aussandte, kam dieser zuletzt zu Schiff in’s Land der Weiber. Diese mischten alsbald Gift in die Quellen und tödteten also den König samt seinem Heere. Dies haben wir bereits oben gesagt; Bischof Adalward hat es uns selbst erzählt, bezeugend, daß dies und Anderes völlig wahr sei.

Schol. 120. Die in ihrer Sprache Wilzen heißen, die blutdürstigsten Vielfraße, welche der Dichter Gelanen[113] nennt.

Schol. 121. Die vom dänischen Sconien aus zu Wasser nach Birca fahrenden haben eine Reise von fünf Tagen, von Birca aber nach Ruzzien ist gleichfalls eine Seereise von fünf Tagen.

Schol. 122. Dort in Birca ist der Hafen des heiligen Ansgar und der Grabhügel des heiligen Erzbischofs Unni, dort ist ein in Wahrheit beliebter Aufenthalt der heiligen Bekenner, die von unserem Bischofsitze ausgegangen sind.

Schol. 123. (Dieses gehört dem Inhalt nach zu Schol. 127.)

Schol. 124. Tacitus giebt auch den Sueven diesen Namen der Sueonen. (Zusatz einer sehr jungen und schlechten Handschrift)

Schol. 125. S. unten nach 127.

Schol. 126. Der Fluß Gothelba trennt Gothien von den Nortmannen; er ist an Größe nicht ungleich jener Elbe in Sachsen, von der er den Namen hat.

Schol. 127. An diesem Gebrechen leiden auch die Sclaven und die Parther und die Mauren, wie Lucan (VII., 399) von den Parthern bezeugt und Sallust (Ingurtha K. 80) von den Mauren.

Schol. 127*. (123). Paulus in der Geschichte der Langobarden (B. I. K. 1—5, S. 11 ff. der Uebersetzung Abel’s) von der Fruchtbarkeit der nördlichen Völker und den sieben Männern, welche am Ufer des Oceans in der Landschaft der Scritesinger liegen.[114]

Schol. 127**. (125). Die Dänen, Schweden und Nortmannen und die übrigen Völker Scythiens werden von den Römern Hyperboreer genannt, und Marcian erhebt sie mit hohem Lobe.[115]

Schol. 128. Alles, was bei den Barbaren in Privatangelegenheiten geschieht, wird vermittelst des Looses beschafft. In öffentlichen Angelegenheiten aber werden auch die Aussprüche der Dämonen eingeholt, wie man das im Leben des beil. Ansgar (K. 18, 19, 27 u. 30) sehen kann.

Schol. 129. Die Gothen werden von den Römern Geten genannt. Von ihnen scheint Virgil zu singen:

     und des wilden Gelonen,

Wann er zum Rhodope flieht und zur einsamen Wüste der Geten

Und geronnene Milch mit dem Blute der Rosse sich mischet.[116]

Dies sollen noch heutzutage die Gothen und die Semben thun, die sich, wie gewiß ist, in der Milch der Stuten berauschen.

Schol. 130. Obwohl vor diesen die Bischöfe der Dänen oder Angeln in Schweden predigten, so war doch Thurgot besonders für Gothien ordinirt für das Bisthum von Scarane.

Schol. 131. Vom König Harold eingeladen, kam Adalward auch nach Nordwegien und ward wegen seiner Heiligkeit und des Rufes seiner Verdienste ehrenvoll aufgenommen. Als er fortging, schenkte ihm der König so viel Geld, daß er damit sofort dreihundert Gefangene loskaufte. Adalward der Jüngere fand, als er damals nach Gothien kam, seinen Namensgenannten krank, besorgte voll Trauer dessen Leichenbegängniß und eilte dann weiter nach Sictona. Späterhin aber, da er von den Heiden zurückgewiesen wurde, kam er nach der Stadt Scarane, wohin man ihn eingeladen hatte, was unserm Erzbischof mißfiel, weshalb er ihn als einen Verletzer der kanonischen Gebote nach Bremen berief.

Schol. 132. Halsingland ist das Land der Sctitefinnen, belegen in den riphäischen Bergen, wo beständig Schnee liegt.[117] Die Menschen dort, von der Kälte wie gestählt, kümmern sich nicht um häusliches Obdach; sie bedienen sich des Fleisches des Wildes zur Nahrung und der Felle desselben zur Kleidung.[118]

Schol. 133. In den hyperboreischen Bergen sollen außer anderen Ungeheuern auch Greife vorkommen.[119]

Schol. 134. Nahe bei diesem Tempel steht ein sehr großer Baum, der seine Zweige weithin ausbreitet und im Winter, wie im Sommer immer grün ist. Welcher Art derselbe ist, weiß niemand. Dort ist auch eine Quelle, wo die Heiden Opfer anzustellen und einen Menschen lebendig zu versenken pflegen. Wenn dersebe nicht wiedergefunden wird, so ist der Wunsch des Volkes bestätigt.

Schol. 135. Jenen Tempel umgiebt eine goldene Kette, welche an dem Giebel des Gebäudes hängt und den Herankommenden weithin zublinkt, darum weil das Heiligthum selbst im Thale gelegen und ringsum wie ein Theater von Bergen umgeben ist.

Schol. 136. Unlängst aber soll der sehr christliche König der Sueonen, Anunder[120], da er das gebräuchliche Nationalopfer den Dämonen nicht darbringen wollte, aus seinem Reiche vertrieben, freudig aus der Versammlung des Volkes hinweggegangen sein, weil er für würdig gehalten wurde, um Jesu Christi willen Schmach zu dulden.

Schol. 137. Neun Tage werden Schmäuse und dergleichen Opfer gefeiert. An jedem Tage opfern sie einen Menschen nebst anderen Geschöpfen, so daß es in neun Tagen 72 Geschöpfe werden, die man opfert. Dies Opfer findet statt um die Frühlingsnachtgleiche.

 

Anmerkungen der Ãœbersetzung von J. C. M. Laurent

  1. Mors, eine Insel Jütlands im Lymfiord, sie wird in Waldemar’s II. Schatzungsbuch vom Jahre 1231 Morsöe genannt.
  2. Jetzt ein Theil von West-Jütland, wo die Stadt Tisted liegt. In Waldemar’s Schatzungsbuch heißt es Tythaesysael, jetzt Thyland.
  3. Nämlich Sprogöe. Siehe Schol. 107.
  4. Siehe oben Kap. 8.
  5. Moen.
  6. Fehmern. Siehe unten Kap. 18. Fehmern wird in den Urkunden der Grafen von Holstein im vierzehnten Jahrhunbert Imbria genannt
  7. Hier fehlen die fünfte und sechste der erwähnten sieben Inseln, nämlich Alsen und Arröe.
  8. Er verwechselt Laland mit Fehmern. Vergleiche indeß Kap. 18.
  9. Fehmern, welches er Kap. 16 Imbra nennt.
  10. Die Angelsachsen nannten ein solches Gewand faldynge. Vergl. Ziemann’s mittelhochdeutsches Wörterbuch s. v. valde und valte. Sonst kommt paltene, phalte von Linnengewanden vor.
  11. Von Adalberts Tode siehe Thietmar, Buch IV, Kap. 19.
  12. Dahin gehören wohl Oeland, Gothland, Oesel. Die nun folgenden Fabeln bespricht Weinhold in den Sitzungsberichten der Wiener Akademie LXVIII, Seite 10 ff.
  13. Marcian i. a. B., Seite 215 findet die Amazonen in Europa. Nach Dahlmann (Forschungen I, 420) ist hier an Maegdaland zu denken, dessen König Aelfred in seiner Uebersetzung des Orosius gedenkt. Dies heißt auch Quänland, unter welchem Namen nach Rühs, Geschichte von Finnland, Seite 357 Kainulaiset, d. i. Finland am bottnischen Meerbusen, verborgen steckt. Vergl. Lehrberg, Untersuchungen zur Geschichte Rußlands, herausgegeben von Krug, Seite 145 f. L. - Siehe darüber auch den Bericht von Abraham Jakobsen, bei der Uebersetzung des Widukind, Seite 142 (Geschichtschr., X. Jahrh., 6. Band).
  14. Aehnliches fabelt Marcian, Seite 218, von den Blemmyern im Innern von Afrika. So sagt Solin Kap. 52 von gewissen Indern: Sie haben für die menschliche Rede keine Stimme, sondern blos Gebell.
  15. Polyhistor, Kap. 15. Diese Albaner oder Wizzen (Weißen) bei Adam scheinen Bewohner von Witland zu sein, welches ein an der Weichsel gelegenes Land der Esthen war nach Wulfstan in dessen Reise § 2 bei Dahlmann, Seite 428. Von Witland oder dem Lande der Vidivarier, vergl. Voigt, Geschichte von Preußen, Theil I, Seite 210.
  16. Die Makrodier nennt Solin Kap. 30 ein Volk der Aethiopen.
  17. So Drostus I, 2 und Marcian Seite 200.
  18. Virg. Georg. III, 462.
  19. Seite 214.
  20. Zeile 9, 10 heißt es: Dort sind Geten, Daken, Sarmaten, Amaxobier, Troglodyten, Alauen; und Zeile 16: Neutrer . . Gelonen, Agathyrsen, Anthropophagen.
  21. Siehe oben Buch I, Kap 62.
  22. Adam kannte also die Lage von Jumne nicht.
  23. Ueber Hiltin siehe oben Buch III, Kap. 70.
  24. Er meint hier folgende, von ihm jedoch mißverstandene Worte Solin’s aus Kap. 20: „Der Berg Sevo, selbst von außerordentlicher Höhe und nicht geringer als die riphäischen Hügel, macht den Anfang Germaniens“
  25. Buch I, Kap. 2: „Germanien, welches größtentheils die Sueven inne haben.“
  26. Buch II, Vers 51 und 52. Vergl. die Anmerkung zu Buch I, Kap. 2 oben.
  27. Götha Elv.
  28. Skara in Dalsland oder Skataborg.
  29. Siehe oben Buch III, Kap. 14.
  30. Wärmeland liegt in der schwedischen Provinz Carlsiad.
  31. Finnheide, Finnwald liegt im Westen der Provinz Smaland gegen Halland zu. Vergl. Geijer, Geschichte Schwedens, Theil I, Seite 52.
  32. Das erzählt Martian Seite 226 von den Troglodyten.
  33. Helsingland in Schweden am bottnischen Meerbusen.
  34. Vergl. Solin Kap. 30: „Jenseits derselben (der Makrobier) sind einsame Wüsten … dann im äußersten Morgen Völker von unnatürlicher Gestalt“.
  35. Solin, Kap. 30, sagt von den Agriophagen, einem Volke der Aethiopen, sie hätten einen König, der ein Auge vor der Stirn habe.
  36. Solin sagt dies Kap. 31, anders aber Marcian Seite 218; beide jedoch setzen die Himantopoden (d. h. Riemenfüßler) nach Libyen. Unter diesem Namen kennt das griechische Alterthum auch einen langbeinigen Wasservogel.
  37. Mit ähnlichen Worten gedenkt Solin Kap. 15 der scythischen Anthropophagen. Kap. 30 nennt er ein äthiopisches Volk Anthropophagen (d. h. Menschenfresser).
  38. Das sind die Lappen; eine Mittheilung aus der Wirklichkeit zwischen den Fabeln.
  39. Richtiger Freyr, bei den Germanen Fro. S. Grimm’s Mythol., Theil I, Seite 190 f.
  40. S. Grimm, Seite 160. Solin, Kap. 15.
  41. Von diesem Opfer vergl. Thietmar, Buch I, Kap. 9, Seite 17 meiner Uebersetzung und Grimm Mythol., Theil I, Seite 46.
  42. Vergl Schol. 121.
  1. Siehe Virgil. Georg. III, 461.
  2. Vergl Schol 141.
  3. Die Worte dieses Scholions finden sich fast unverändert im Texte oben Seite 210, Kap. 12 am Ende, wo auch die Anmerkungen zu vergleichen sind.
  4. Vom Landbau III, 46l-463, nach Voß. Vergl. oben Kap. 13.
  5. Daher heißen sie denn auch Scritefinnen, d. h. Schlittschuh-Finnen
  6. Paulus Diaconus sagt Band I, Kap. 5, Seite 18: Die Scritobinen … die auch zur Sommerzeit von Schnee nicht frei sind … genießen das rohe Fleisch wilder Thiere, aus deren zottigem Felle sie sich auch Kleidungen zusammenfügen.
  7. Solin, Kap. 15: „Im asiatischen Scythien sind überall Greife.“
  8. Vergl oben B. III, Kap. 15, Schol 85.

Quellen:
Hamburgische_Kirchengeschichte - Viertes_Buch

 

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