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Krefelder Flachsmarkt
Handwerker, Ritter & Musikanten rund um Burg Linn
vom 07.06. 2014 - 09.06. 2014

 

Veranstalter:
Arbeitsgemeinschaft Flachsmarkt gemeinnütziger Verein e.V.

Rheinbabenstraße 144, 47809 Krefeld
Website:
www.flachsmarkt.de

 

Veranstaltungsbericht: Siglinde Litilvoelva

 

Der Krefelder Flachsmarkt - ein ganz persönlicher Eindruck …

 

Es liegt schon einige Jahre zurück, dass ich den Flachsmarkt in Krefeld besuchte, und damals war es mir nicht möglich, ihn mir ganz anzuschauen. Das sollte dieses Mal anders sein. So machte ich mich am Sonntag, den 8. Juni 2014 schon am Vormittag auf den Weg zur Burg Linn, auf deren großem Gelände der traditionelle Flachsmarkt jährlich zu Pfingsten stattfindet.

 

Der Krefelder Flachsmarkt ist einer der größten historischen Handwerker-Märkte Deutschlands. Mehr als 300 Handwerker und Kunsthandwerker präsentieren sich und ihre zum Teil aussterbenden Berufe auf dem Gelände rund um die Burg und in dem historischen Stadtkern von Krefeld-Linn.

 

Der Flachsmarkt blickt auf eine sehr lange Tradition zurück und entstand, als Linn im Jahre 1315 zur Stadt erhoben wurde. Auf dem Andreasmarkt, dem damaligen Mittelpunkt der Stadt, verkauften die Bauern den Flachs, den sie in der Umgebung anbauten, sowie alles, was sie aus dieser Pflanze herstellen konnten, wie z.B. Leinen - oder tauschten ihn gegen andere Produkte, wie Haushaltswaren oder Vieh. Der Linner Flachsmarkt war einer der beliebtesten Märkte in seiner Region und entwickelte sich schon bald zu einem Jahrmarkt mit Schaubuden und anderen Attraktionen, der auch der Volksbelustigung diente. Ursprünglich wurde er jedoch am 30. November, dem Andreastag, gehalten und erst ein Jahr nach seiner Wiederbelebung im Jahre 1974 auf Pfingsten verlegt.

 

Neben den mittelalterlichen Handwerkern, Kunsthandwerkern und Händlern stehen das Ritterlager, das Ritterturnier mit seinen unterschiedlichen Ritterspielen sowie die Lagergruppen mit ihrer Darstellung des Lebens im Mittelalter im Mittelpunkt.
Und wie in alter Zeit durchstreifen Gaukler, Spielleute und Geschichtenerzähler in traditioneller Gewandung das riesige Gelände des heutigen Flachsmarktes – so wirbt der Veranstalter für sein traditionsreiches Event, welches überregional bekannt und beliebt ist.

 

Burg Linn ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen; mit dem Zug fahre ich nur wenige Minuten bis zum Linner Bahnhof, der sich in unmittelbarer Nähe zur Burg befindet. Doch aus mir nicht bekannten Gründen entpuppte sich meine „Reise ins Mittelalter“ zu einer kleinen Oddyssee, die mit einer Begegnung mit dem Donnergott und einem für mich erheblichen Umweg zum Flachsmarkt endete.

 

An meinem Reiseziel angekommen, verschlug es mir fast den Atem – der Blick auf die Burg, den Turnierplatz und die vielen bunten Zelte war atemberaubend schön, und nachdem ich meinen Eintritt zahlte (8 Euro inklusive einem einmaligen freien Eintritt in ein Linner Museum, gültig bis zum Ende des Jahres) erschien auch „Sunna“ wieder in ihrer ganzen Pracht.
Ich beschloss, zunächst eine große Runde über das Gelände zu drehen, um mich zu orientieren und startete an der „Ritterwiese“, auf der sich der Turnierplatz, das Ritterlager, Händler und „Tavernen“ befanden. Gerne hätte ich mir das Ritterlager näher angeschaut, aber leider war es abgesperrt und somit nicht zu besichtigen. An meinem Ausgangspunkt wieder angekommen, folgte ich den Hinweisschildern der „großen Runde“ – vergaß völlig die Zeit – und versäumte das „große Ritterturnier“ sowie die mittelalterlichen Tänze.

 

Der Rundgang führte mich über das riesige Gelände um die Burg herum und schließlich in die Wasserburg selbst. Es gab unglaublich viel zu bestaunen. Alle Stände, vom Handwerker bis zum Getränkestand, waren nummeriert und in einem Leporello aufgeführt, den man an der Kasse kostenlos erwerben konnte. Und so war es für mich auch ganz leicht, jene Handwerker/innen aufzusuchen, denen ich dieses Mal mein besonderes Augenmerk schenken wollte: den Tischlern und den Weberinnen. Ich führte sehr interessante Gespräche, alle Fragen wurden freundlich und kompetent beantwortet. Es gab Vorführungen darüber, mit welchen einfachen Werkzeugen und Methoden die alten Bau- und Tischlermeister reich verzierte Gebäude errichteten und schmückten, wie die Menschen Flachs gewannen und verarbeiteten, wie man den Seidenfaden vom Kokon löste oder wie das Brettchenweben funktioniert.

 

Krefeld wird auch als die "Seidenweberstadt" bezeichnet und an diesem Wochenende macht der Flachsmarkt diesem Namen alle Ehre, denn auch im Burginnenhof und in der Burg selbst stand das Weben im Mittelpunkt. Hier wurde erklärt, wie man den Webstuhl bediente, um Leinen zu weben.

 

Es ist mir unmöglich, wirklich alles aufzuzählen, was der Flachsmarkt seinen Besuchern bot - das würde den Rahmen sprengen - doch ein paar Dinge möchte ich nicht unerwähnt lassen.
Ein reichhaltiges Kinderprogramm erfreute auch die jüngsten Besucher. So boten viele Handwerker Workshops und Mitmach- Aktionen für die jüngsten Gäste und Jongleur und Puppenspieler zogen sie in ihren Bann.

 

Für das leibliche Wohl aller Marktbesucher wurde sehr gut gesorgt und auch die vielen Getränkestände waren an diesem sommerlich heißen Wochenende sehr willkommen. Deftige und süße Speisen, frisches Obst, Kaffee, Kuchen, alle üblichen Getränke ohne Alkohol, Bier, Wein und sogar frisch gepresster Orangensaft standen zur Auswahl.

 

Die Anzahl der sanitären Anlagen, der Sanitäter und alle Sicherheitsbedingungen waren vorbildlich, sogar ein Baby-Wickelraum wurde zur Verfügung gestellt. Zwei Informationsstände, ein Geldautomat und ein "Fester Treffpunkt" waren ebenfalls auf dem Gelände vorhanden.

 

Die wunderschöne und verträumt anmutende Burg Linn, die sie umgebende Natur und die Museen in ihrer Nähe sind immer einen Besuch wert. Wenn die Burg durch den alljährlichen Flachsmarkt zum Leben erwacht, kann man dort schöne und unvergessliche Stunden verbringen.

 

Das reine, historische Mittelalter sucht man auf dem Jahrmarkt aber vergeblich - nur wenige Handwerker waren in ihre traditionellen Trachten gekleidet und abgesehen von den Rittern erschien so gut wie niemand in Gewandung.

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