Brennu-Njáls Saga - Die Njalssaga
12. Kapitel:
Das gerichtliche Verfahren wegen Nial's und seiner Söhne

Thorgejr Skoragejr.

ie Schlacht vom Althing im Jahr 1012

Die Schlacht vom Althing im Jahr 1012.
Illustration von Andreas Schroeter Schelven Bloch, 1898.

Nachdem Kaare Gejrmund begegnet war, lieh er sich ein Pferd und ritt zu Mörd Valgardsohn auf Hof. Er erzählte Mörd, was geschehen sei, und dieser zeigte großen Unmuth und Schmerz deswegen. „Jetzt haben wir anderes zu thun,“ sagte Kaare, „und männlicher zu handeln als über die Todten zu weinen,“ und forderte, Mörd möge lieber Mannschaft sammeln. Mörd versprach es, und so verabredeten sie denn den Ort der Zusammenkunft. Darnach machte sich Kaare auf den Weg zu Hjalte Skjeggesohn im Thale der Thjorsau. Unterwegs traf er Ingjald von Kelde und vernahm von ihm, daß Thorsten Kulbensohn durch seine Hand gefallen sei. „Das war eine tüchtige That,“ versetzte Kaare und darauf ritten sie beide zu Hjalte. Dieser ergrimmte aufs heftigste und sagte, man müsse sofort den Mordbrennern nachfolgen. Er bot eine große Schaar auf und ritt mit Kaare fort, um sich mit Mörd zu vereinigen. Dieser war schon an dem bestimmten Ort mit einer großen Anzahl von Männern angelangt. Die ganze Schaar theilte sich in mehrere Haufen, welche nach allen Seiten hin auszogen, um den Mordbrennern nachzuspüren. Eine Schaar ritt ostwärts zu Nial's Brudersohn Thorgejr Skoragejr auf Holt. Sie verkündeten ihm das Geschehene und fragten, ob Flose nicht mit seiner Schaar vorübergezogen sei. „Nein,“ antwortete Thorgejr, „ich bin zwar kein großer Häuptling, aber Flose würde sich doch nicht so leicht getrauen, vor meinen Augen vorüberzureiten, nachdem er meinen Oheim und meine Neffen umgebracht hat. Nein, Ihr habt in der Ferne gesucht, was Euch nahe war und das beste, was Ihr thun könnt, ist, daß Ihr dahin zurückkehrt, woher Ihr gekommen seid. Kaare aber mögt Ihr ansagen, er möge zu mir kommen, wann es ihm gefällt, und bei mir wohnen; will er es nicht, so werde ich seinen Hof verwalten, falls es ihm recht ist. Ihr sollt ihm außerdem sagen, daß ich ihm Hülfe leisten und ihn zum Alting begleiten will; er wird schon wissen, daß wir Brüder die nächsten daran sind, gerichtliche Klage zu erheben wegen Nial's und seines Hauses. Wir sind aber gesonnen, so in der Sache zu verfahren, daß die Aechtung darauf folgt, soweit wir es durchsetzen können, und darnach Blutrache.“ Die Männer ritten nun nach Hof zu Mörd Valgardsohn zurück, woselbst sie Kaare antrafen; derselbe wurde hocherfreut durch die Botschaft von Thorgejr. „Sein Anerbieten will ich nicht von mir weisen,“ sprach er; „giebt es viele von seinesgleichen, dann dürfen wir das beste hoffen.“ Schließlich kamen alle Schaaren bei Mörd zusammen, aber niemand hatte die Spur der Mordbrenner gefunden. Einige unter ihnen wollten sogleich gegen die Höfe der Sigfussöhne im Flußthale ausziehen und sie zerstören, Mörd aber rieth davon ab. „Wenn ihre Höfe verschont bleiben,“ sagte er, „so werden sie heimkehren, um ihre Frauen zu besuchen und dann können wir sie dort fangen, wenn erst einige Zeit verflossen ist.“ Im übrigen versicherte er, er werde jetzt Kaare treu sein in jeglicher Weise und ihm bei allen Unternehmungen beistehen. Darauf ließen sie die ganze Mannschaft auseinander gehen.

 

Die Durchsuchung der Brandstätte.

Von Hof kehrte Kaare mit Hjalte Skjeggesohn heim. Bald nachher bat er Hjalte, mit ihm nach der Brandstätte auf Bergthorshvol zu reiten, um nach den Todten zu suchen. Sie ritten dahin in einer Schaar von funfzehn Mann, und unterwegs stießen viele zu ihnen, so daß mit den Nachbarn von Bergthorshvol hundert Mann zur Stelle waren. Kaare führte Hjalte dahin, wo Nial's Gebeine sich finden mußten. Sie mußten zuerst eine große Menge Asche wegräumen. Unter derselben fanden sie die Ochsenhaut, welche von der Hitze stark eingeschrumpft war. Als sie dieselbe entfernten, lagen Nial und Bergthora da und waren gar nicht versengt. Das erschien allen als ein großes Wunder, und sie priesen Gott dafür. An dem Knaben Thord aber, welcher zwischen ihnen lag, war ein Finger verbrannt, den er unter der Ochsenhaut hervorgesteckt hatte. Die Leichen wurden ins Freie getragen, und alle traten heran, um sie anzuschauen. Man fragte Hjalte, was er von ihnen sage. „Darüber komme ich leicht ins reine,“ versetzte er; „Bergthora's Leiche erscheint mir von einem Aussehen, wie es zu erwarten war, aber immerhin noch ziemlich unbeschädigt; Nial's Leiche und Angesicht aber erscheint so ungewöhnlich, daß ich niemals bei einem todten Mann einen so hellen und verklärten Ausdruck sah.“ Alle gaben ihm Recht. Darauf suchte man nach Skarphedin's Leiche und fand sie. Er stand da an den Giebel gelehnt, und seine Beine waren ihm bis zu den Knien verbrannt, sein übriger Körper aber war unversehrt, sogar die Kleider. Er hatte sich in die Lippen gebissen und seine Augen standen offen, waren aber nicht gebrochen. Er hatte seine Hände, die rechte zu oberst, über der Brust gekreuzt. Als man ihn entkleidete, fand man, daß ein Kreuz in die Haut zwischen den Schultern und ein andres auf der Brust eingebrannt war; und man war der Meinung, daß er es selbst gethan habe. Alle äußerten, es sehe besser bei dem todten Skarphedin aus, als sie erwartet hätten, und keiner schrak vor ihm zurück. Die Axt Rimegyge hatte er so kräftig in den Giebel hineingetrieben, daß sie bis zur Mitte des Eisens eingedrungen war und sie war deshalb nicht weich geworden durch das Feuer. Hjalte sprach: „Dies ist eine seltene Waffe, und wenige werden geschickt sein, sie zu führen.“

„Ich kenne indessen einen Mann, der sie führen soll,“ sagte Kaare. „Wen meinst Du?“ fragte Hjalte. Kaare nannte Thorgejr Skoragejr und versetzte: „Ihn halte ich nunmehr für den besten Mann in diesem Geschlecht.“ Grim's Gebeine fand man in der Mitte des Wohnraumes, sowie man auch das alte Weib Säun und vier andre fand. Alle Leichen wurden nach der Kirche übergeführt und bestattet, worauf Hjalte von Kaare begleitet heimkehrte.

 

Thorhald Asgrimsohn.

Später ritt Kaare zu Asgrim Ellidagrimsohn auf Tunge. Dahin war auch Helge Nialsohn's Wittwe Thorhalle zurückgekehrt und hatte das Unglück auf Bergthorshvol verkündet. Asgrim empfing Kaare mit offnen Armen und bat ihn zu bleiben und ließ ebenfalls alles Gesinde zu sich kommen, das auf Bergthorshvol gewesen war. Als Asgrim's Sohn Thorhald vernahm, sein Pflegevater sei im Feuer umgekommen, wurde er so erschüttert dadurch, daß er aufschwoll und ihm ein Blutstrom aus beiden Ohren hervorschoß. Schließlich sank er ohnmächtig nieder, und da erst hörte das Blut auf zu strömen. Als er wieder zu sich kam, stand er auf und sagte: „Ich weiß, daß ich mich unmännlich benehme; aber ich werde nicht ruhen noch rasten, bis ich meinen Pflegevater gerächt habe.“ Kaare verweilte bei Asgrim den ganzen Winter über. Er konnte in der Nacht nicht schlafen, er sann beständig auf Rache. Auch sprach er von niemand so viel als von Nial und Skarphedin, Bergthora und Helge. Aber er schalt niemals seine Feinde und stieß niemals drohende Worte gegen sie aus. Denn wohl läuft der Mund davon über, wes das Herz voll ist; aber was dieses in seinen innersten Tiefen verbirgt, das kommt niemals über die Lippen.

 

Flose's Vorbereitungen zum Ting.

Wir müssen uns wieder zu Flose und seinen Männern wenden, die wir auf Trehörninghals verlassen haben. Die Sigfussöhne wollten gern ihre Höfe aufsuchen und das Nöthige anordnen, bevor sie Flose nach Svinefjeld folgten. Flose aber rieth davon ab. „Unsre Gegner werden gerade erwarten, daß Ihr nach Euren Höfen zurückkehrt und Eure Frauen besucht,“ sprach er, „und darum werden sie Eure Höfe in Frieden und unversehrt lassen. Ich rathe, es möge sich keiner von den übrigen trennen, sondern alle mögen ostwärts mit mir reiten.“ Sie blieben nun alle drei Tage lang auf Trehörninghals und von dort aus konnten sie nach allen Seiten hin sehen, wie ihre Feinde im Gau herumritten. Darauf ritten sie alle ostwärts nach Svinefjeld. Nach seiner Heimkehr sandte Flose sogleich Männer aus, um Vorrath zu sammeln, damit kein Mangel eintreten möge, und so saß er denn das Weihnachtsfest über ruhig daheim. Er rühmte sich seiner That niemals, zeigte sich aber auch nie furchtsam. Als die Weihnachtszeit verflossen war, sprach er zu seinen Genossen: „Jetzt, scheint mir, wird es uns nicht mehr vergönnt sein, ruhig da zu sitzen; wir müssen jetzt aufbrechen und umherziehen und um Hülfe bitten. Jetzt aber wird sich als Wahrheit erweisen, was ich zuvorgesagt habe, wir werden manchem Mann zu Füßen fallen müssen, ehe wir diese Sache beendet sehen.“ So rüsteten sich denn alle zum Aufbruch. Flose selbst wollte zu Fuß gehen, denn dann würden die übrigen weniger dagegen einwenden, dasselbe zu thun. Zuerst kam er zu seinem Schwiegervater Hald auf Sida und bat ihn, ihm Beistand zu leisten und auf dem Tinge mit allen seinen Mannen zu erscheinen. Hald antwortete: „Dir meine Hülfe zu leisten, bin ich Dir schuldig in jeder Weise. Aber jetzt geht es, wie es im Sprichwort heißt, daß nur kurze Weile die Hand sich des Kampfes freut und derjenige in Deiner Schaar, welcher früher am ärgsten aufreizte zu böser That, läßt jetzt am meisten den Kopf hängen.“ Hald gab Flose den Rath, in weitem Umkreise im ganzen Ostviertel sich Helfer zu suchen. „Du wirst ihrer insgesamt bedürfen, ehe das Ting zu Ende ist,“ äußerte er. Flose verblieb bei Hald drei Nächte über, um sich auszuruhen. Darnach machte er sich auf den Weg und kam weit herum zu vielen Häuptlingen. An einigen Stellen nahm man ihn besser auf als an anderen, aber doch überall wohl. Wenn er aber sein Anliegen nannte, lauteten die Antworten ganz ungleich. Manche sagten, es sei ihre Pflicht und Schuldigkeit, ihm beizustehen, andre aber ließen sich nicht dazu bewegen, bevor er ihnen Geld gab. Bei Gudmund's des Mächtigen Schwiegersohn Sörle Brodhelgesohn wurde Flose freundlich aufgenommen, aber Sörle meinte, er wisse nicht, was er auf Flose's Bitte antworten solle; „ich weiß nämlich nicht,“ äußerte er, „auf wessen Seite mein Schwiegervater steht, und ihm will ich mich anschließen.“

„Du stehst unter Weiberherrschaft,“ entgegnete Flose und ritt sogleich weiter. Als er zu Sörle's Bruder Bjarne kam, bot er ihm sogleich Geld. „Niemals habe ich meinen Mannesmuth für Geld verkauft,“ rief Bjarne und versprach, Flose zu folgen. Endlich müssen wir unter denen, die Flose gewann, noch Thorkel Gejtesohn nennen. Schließlich kam er zu Hald zurück, blieb dort mit seinen Männern einen halben Monat und pflegte der Ruhe. Hald gab ihm den Rath, jetzt ruhig auf seinem Hofe daheim zu verweilen und die Sigfussöhne bei sich zu behalten. „Und wenn Ihr zum Ting reitet,“ sagte er, „dann müßt Ihr bei einander bleiben und Eure Schaar nicht trennen. Ich werde dann ebenfalls zum Ting reiten mit meinem Sohne Liot und allen unsren Hintersassen, und wir werden Dir helfen, wo wir es vermögen.“ Flose dankte ihm. Beim Abschied gab Hald ihm gute Gaben, und Flose kehrte nach Svinefjeld zurück. Er blieb den Rest des Winters und während des ganzen Sommers bis zur Tingzeit zu Hause.

 

Kaare's Vorbereitungen zum Ting.

Einst unterredeten sich Kaare und Asgrim über die gerichtliche Klage. Asgrim fragte, welche Hülfe Kaare gewonnen habe. Kaare entgegnete, daß Hjalte Skjeggesohn und Mörd Valgardsohn ihm nach allen ihren Kräften helfen würden, ebenso wie Thorgejr Skoragejr und seine Brüder. „Das ist eine große Macht,“ meinte Asgrim. „Welche Hülfe empfangen wir von Dir?“ fragte Kaare; „Alle Hülfe, die ich leisten kann,“ war Asgrim's Antwort; „ich will mein Leben daran setzen und habe auch gute Versprechungen von Gissur Hvide empfangen.“ Eines Tages ritt denn Kaare mit Thorhald Asgrimsohn nach Mosfjeld, um mit Gissur zu reden. Dieser empfing sie mit offenen Armen, und sie verweilten lange bei ihm. Schließlich meinte Kaare, er müsse heimreiten. „Du darfst nicht heimkehren,“ sprach Gissur, „bevor Du Mörd Valgardsohn veranlaßt hast, die Erhebung der Klage zu übernehmen. Das soll er thun, mag er wollen oder nicht. Es ist nicht mehr als billig, daß ihm das Schwerste aufgebürdet wird, denn er hat sich in dieser ganzen Sache am übelsten benommen.“ Darauf wies er Kaare an, wie er verfahren solle, um Mörd zu zwingen. Nach Gissur's Rath ritt nun Kaare zuerst zu Thorgejr Skoragejr, welcher der nächste Anverwandte Nial's war, und von ihm und seinen Brüdern gefolgt, ritt er nach Hof. Mörd empfing sie freundlich, als aber Kaare die Botschaft vorbrachte, die er ihm von seinem Schwiegervater Gissur zu überbringen hatte, antwortete Mörd ausweichend. „Es ist zehnmal gefährlicher, gegen Flose eine Klage anhängig zu machen, als gegen einen anderen,“ meinte er. „Es geht so, wie Gissur es sich gedacht hat,“ versetzte Kaare; „bei Dir ist nichts Gutes zu suchen. Du bist furchtsam und feig. Deshalb sollst Du aber auch den Lohn empfangen, den Du verdient hast, nämlich daß Thorkatle sogleich von Dir zu ihrem Vater zurückkehre.“ Jene machte sich schnell zur Abfahrt bereit und äußerte, sie sei schon längst willens gewesen, sich von Mörd zu scheiden. Dieser aber änderte sofort Gesinnung und Rede, bat sie, ihm nicht zu zürnen und übernahm die Sache. „Jetzt hast Du die Sache auf Dich genommen,“ sagte Kaare; „führe sie nun ohne Furcht, denn es gilt Dein Leben.“ Mörd versprach, er werde sie ebenso klug wie mannhaft zu Ende bringen. Er berief sogleich Zeugen und besorgte die Vorladung vor Gericht. Er verabredete mit Thorgejr, daß sie mit einander zum Ting reiten wollten, und sie verbanden sich durch Handschlag und Eid, daß keiner den andern verlassen dürfe, so lange Kaare es wünsche und daß der eine für den andern sein Leben einsetzen sollte. So schieden sie in Freundschaft, Thorgejr kehrte heim, Kaare aber ritt zu Asgrim und blieb bei ihm, bis die Tingzeit herannahte.

 

Der Ritt zum Ting.

Als die Zeit des Tinges nahe war, bekam Thorhald Asgrimsohn einen bösen Schaden am Fuß, so daß derselbe stark anschwoll oberhalb des Knöchels und er nur mit Hülfe eines Stabes zu gehen vermochte. Er war übrigens von hohem Wuchs, stark an Kräften, hatte dunkles Haar und dunkle Hautfarbe, war von heftiger Sinnesart, aber vorsichtig in der Wahl seiner Worte. Da man nun zum Ting reiten sollte, sagte Asgrim zu Kaare: „Du mußt mit zwanzig Mann vorausreiten, damit Du vor Anfang des Tings ankommen und unsre Hütten zelten kannst. Mein Sohn Thorhald soll mit Dir ziehen, denn ihn werden wir wohl gebrauchen können auf dem Ting; er ist aber lahm, und Du wirst gut und vorsichtig mit ihm umgehen müssen.“ So machten denn Kaare und Thorhald sich bereit und ritten zum Ting mit ihren Mannen, zelteten die Hütten und setzten alles in Stand.

 

Flose ritt von Hause, begleitet von den hundert Mann, die mit ihm bei dem Brande gewesen waren. Als sie in das Flußthal kamen, begaben sich die Sigfussöhne nach ihren Höfen und verweilten dort einen Tag. Am Abend versammelten sich alle wieder und ritten weiter. Am folgenden Tage näherten sie sich Tunge. „Wir wollen unser Frühstück bei Asgrim einnehmen,“ sagte Flose zu den Seinigen, „und wollen thun, als wenn gar nichts zwischen uns wäre, das wird ihn erbittern.“ Asgrim stand mit einigen Männern vor dem Hause. „Da kommt Thorgejr Skoragejr,“ sagte einer derselben. „Das glaube ich nicht,“ antwortete Asgrim; „diese Männer fahren einher mit Lachen und Geschrei; solche Verwandte Nial's aber, wie Thorgejr Skoragejr, die lachen nicht, bevor die Brandsache gerächt ist. Ich glaube, es ist Flose mit seinen Mordbrennern, die uns reizen wollen. Laßt uns jetzt ins Haus gehen.“ Darauf ließ Asgrim das ganze Haus fegen und zelten, ließ Tische aufstellen und Speise auftragen und ließ längs der Innenseite der Tische Sessel aufpflanzen, damit die vielen Männer Platz finden könnten. Bald darnach kam Flose; er ritt mit den Seinigen geraden Wegs auf den Hofplatz hinein, ließ sie absitzen und ging mit ihnen ins Haus. Asgrim saß auf der Querbank, grüßte Flose aber nicht. „Die Tische sind aufgestellt, damit die essen können, die der Speise bedürfen,“ sagte er. Flose und seine Genossen legten ihre Waffen ab, setzten sich zu Tische und aßen, aber vier Mann blieben in voller Waffenrüstung bei Flose's Platz stehen. Asgrim schwieg während der ganzen Zeit, aber sein Angesicht war roth wie Blut. Als Flose und seine Männer gesättigt waren, räumten die Weiber den Tisch ab, einige aber von ihnen trugen Wasser herbei, um die Hände zu waschen. Flose ließ sich gute Weile und benahm sich in jeglicher Weise, als wenn er zu Hause sei. Da ergriff Asgrim mit beiden Händen eine Holzaxt, die auf der Ecke der Bank, auf welcher er saß, gelegen hatte, sprang auf den Fußschemel und hieb nach Floses Kopf. Aber einer von Flose's Mannen hatte Asgrim's Absicht bemerkt, sprang auf, riß ihm die Axt aus den Händen und wandte deren Schneide gegen ihn selbst, während mehrere andre auffuhren und ihn festhielten. Flose jedoch befahl, man dürfe Asgrim kein Leid anthun. „Wir haben ihn allzusehr gereizt,“ sprach er, „er konnte nicht anders handeln und hat sich unerschrocken gezeigt.“ Darauf wandte er sich zu Asgrim und sagte: „Wir scheiden jetzt in Frieden, treffen wir aber auf dem Ting zusammen, so nehmen wir unsere Sache von neuem wieder auf.“

„Das wird nicht fehlen,“ erwiderte Asgrim, „und zwar will ich wünschen, daß Ihr weniger bereit seid zu rascher That, wenn das Ting vorüber ist.“ Flose gab keine Antwort, sondern ging mit seinen Genossen hinaus, stieg zu Pferde und ritt weiter. Später begegnete er Hald von Sida und den Männern von den Ostfjorden und erzählte ihnen, wie es ihm mit Asgrim ergangen sei. Viele lobten ihn deswegen, Hald aber tadelte ihn: „Das war thöricht gehandelt,“ versetzte er; „jene hätten ihres Unglücks schon gedacht, welches sie erlitten haben, ohne daß man es ihnen aufs neue ins Gedächtnis zu rufen brauchte, und nur Böses haben die Männer zu erwarten, welche andre so heftig reizen.“ Sie ritten nun zusammen weiter. Als sie dem Tingfeld nahe waren, ordneten sie ihre Schaar wie zum Kampf und ritten so in das Feld hinein und suchten ihre Hütten auf. Thorgejr Skoragejr ritt ebenfalls von Hause von einer großen Schaar begleitet, und seine Brüder Thorlejf Kraak und Thorgrim der Große schlossen sich ihm an. Als sie nach Hof kamen, warteten sie auf Mörd, bis er bereit war und jeden waffenkundigen Mann aufgeboten hatte; sie konnten ihm nichts anderes anmerken, als daß er voll Muth sei. Weiter westlich warteten sie auf Hjalte Skjeggesohn, später stieß Asgrim Ellidagrimsohn zu ihnen und zuletzt Gissur Hvide mit einem sehr großen Gefolge. Sie ordneten gleichfalls ihre Schaar, als sie sich dem Tingfelde näherten, und ritten so in dasselbe hinein. Flose und seine Mannen griffen alle nach ihren Waffen, als sie sie erblickten, und es hing an einem Haar, so wäre es zum Kampf gekommen. Asgrim aber und alle seine Gefährten ritten unbekümmert nach ihren Hütten, und es blieb an diesem Tage ruhig, so daß sie nicht an einander geriethen. Es waren übrigens viele Häuptlinge aus allen Gegenden des Landes auf diesem Ting erschienen, und niemals hatte seit Menschengedenken ein so zahlreich besuchter Ting stattgefunden wie dieser.

 

Eyjolf Bölverksohn.

Eines Tages ging Flose nach Bjarne Brodhelgesohn's Hütte, um mit diesem die Sache zu bereden. „Es giebt nur zwei Wege für Dich,“ sagte Bjarne; „entweder kannst Du um einen Vergleich bitten, und das ist ein sehr guter Weg, oder Du kannst Deine Sache nach dem Gesetz vertheidigen, indem Du Einwände suchst; in diesem Falle aber muß mit Schlauheit und List vorgegangen werden. Indessen ziemt es sich für Euch am besten, dieses Verfahren einzuschlagen, da Ihr bis hierher mit Gewaltthat vorgegangen seid. Giebt es aber einen gesetzeskundigen Mann in Eurer Schaar?“

„Ich kenne keinen außer Thorkel Gejtesohn,“ antwortete Flose. „Er ist brav und muthig,“ entgegnete Bjarne, „und er wird Dir nach besten Kräften zu Diensten sein. Aber niemand darf hoffen, ihn vor sich zu stellen, um die Hiebe der Feinde aufzufangen. Denn das will ich Dir sagen, der Tod jenes Mannes ist besiegelt, der in der Brandsache Einwände macht, und solches wünsche ich meinem Vetter Thorkel nicht.“

„Dann wüßte ich nicht, wo wir einen brauchbaren, gesetzeskundigen Mann finden können,“ versetzte Flose. „Da ist ein Mann namens Eyjolf Bölverksohn,“ sprach Bjarne; „er ist der gesetzeskundigste Mann im Westviertel; aber Du wirst ihm viel Geld geben müssen, falls Du ihn in die Sache mit hineinziehen willst. Jetzt aber will ich mit Dir gehen und Hülfe werben.“ Darauf gingen beide hinaus. Sie fragten, begleitet von einem großen Haufen Männer, bei mehreren mächtigen Bauern herum und empfingen auch von vielen die Zusage der Unterstützung, aber an manchen Orten mußte Flose vorher mit Geld lohnen. Dabei kamen sie an einer Hütte vorbei, vor deren Thür mehrere Männer saßen; einer derselben trug einen Scharlachmantel um die Schultern, ein goldenes Stirnband auf dem Kopfe und eine silberbeschlagene Axt in der Hand. „Da haben wir Eyjolf, wenn Du mit ihm reden willst,“ äußerte Bjarne. Eyjolf war ein angesehener Mann, von dem man erwartete, daß er einst ein großer Häuptling werden würde, groß und stark und von schönem Aeußeren; er war einer der gesetzeskundigsten Männer auf Island, aber auch habsüchtig wie sein ganzes Geschlecht. Flose und Bjarne traten an ihn heran und grüßten ihn. Er erkannte Bjarne sogleich und empfing sie freundlich. Bjarne erfaßte seine Hand und führte ihn nach der Almannagjaa zu. Eyjolf's Mannen folgten, sowie auch die Flose's und Bjarne's. Letztere aber baten sie, auf dem Ostrande der Kluft zu bleiben und gingen dann mit Eyjolf weiter nach dem Westrande und setzten sich dort nieder, wo der Weg thalabwärts führt; nur ein vierter Mann blieb bei ihnen, Halbjörn der Starke geheißen, welcher zu Flose's Schaar gehörte. „Wir haben Dich aufgesucht, mein Freund,“ sagte Bjarne zu Eyjolf, „weil wir Deiner Hülfe bedürfen.“

„Es ist jetzt viel Auswahl an Männern,“ antwortete Eyjolf, „und es würde Euch leicht fallen, Männer ausfindig zu machen, die weit stärker sind als ich.“

„Keineswegs,“ antwortete Bjarne, „Du bist aus edlem Geschlecht; Deine Vorfahren haben stets mit großen Sachen zu thun gehabt und immer den Sieg davongetragen; Du wirst sicher ebenso siegreich sein wie die Deinigen.“

„Du führst zwar schöne Reden,“ versetzte Eyjolf, „aber ich hege keine solche großen Erwartungen von mir selbst.“

„Der gerade Weg ist der beste,“ rief Flose und bat ihn, ihre Sache vor Gericht zu führen. Da aber sprang Eyjolf im Zorn auf und erwiderte: „Jetzt sehe ich, wo Ihr mit Euren schmeichlerischen Worten hinaus wollt; aber niemand möge glauben, er könne mich als Schild oder Sturmläufer gebrauchen wider meinen Willen.“ Zugleich sprang auch Halbjörn auf, ergriff Eyjolf an den Schultern und drückte ihn nieder zwischen sich und Bjarne. „Der Baum fällt nicht beim ersten Streich, mein Lieber,“ versetzte er; „setze Du Dich nur zu uns.“ Flose jedoch zog einen schönen und kostbaren Goldring von seiner Hand, indem er sprach: „Diesen Ring will ich Dir schenken für Deine Freundschaft und Hülfe, damit Du wissest, daß ich Dich nicht hinter das Licht führen will.“ Halbjörn streifte den Ring auf Eyjolf's Finger, worauf dieser erwiderte: „Wenn dem so ist, so kann ich wohl nichts Besseres thun, als den Ring annehmen, zumal Du Dich so brav zeigst, und Du kannst nun sicher sein, daß ich thun werde, was nöthig ist.“

„So sind denn ich und Halbjörn Zeugen, daß Du die Sache übernommen hast,“ setzte Bjarne hinzu. Flose und Eyjolf standen auf und reichten sich die Hand, und Eyjolf übernahm die Sache von Flose; er bat aber, sie möchten es niemand erzählen, daß er Geld dafür empfangen habe, denn wenn die Sache vor das Fünftegericht käme, dann sei sie verloren, falls das bekannt würde. Darauf ging Flose von Bjarne begleitet nach seiner Hütte. Eyjolf aber ging nach der Hütte des Goden Snorre, setzte sich nieder und unterredete sich eine Weile mit ihm. Während des Gespräches erfaßte Snorre Eyjolf's Hand, strich den Aermel zurück und erblickte den Ring. „Hast Du diesen Ring gekauft oder ihn als Gabe empfangen?“ fragte er. Eyjolf erwiderte kein Wort. „Es ist mir klar, daß er ein Geschenk ist,“ fuhr Snorre fort; „möge er Dir nicht den Tod bringen!“ Eyjolf sprang auf und schickte sich zum Fortgehen an. „Ja, soviel ist sicher,“ sprach Snorre, „wenn dieses Ting zu Ende ist, so weißt Du, was es für eine Gabe ist, die Du empfangen hast.“ Eyjolf aber schwieg und ging nach seiner Hütte.

 

Kaare's Rundgang.

Gissur meinte, Kaare müsse umhergehen und Hülfe suchen, und Asgrim gab ihm recht. So gingen denn die einsichtsvollsten Männer, die auf dieser Seite standen, auf dem Tinge herum. Voran schritt Gissur, ihm folgte Hjalte, dann Kaare, ferner Asgrim, nach ihm kam Thorgejr Skoragejr und zuletzt dessen Bruder. Sie gingen zuerst zu Skapte Thorodsohn. Er aber wollte ihnen jetzt ebenso wenig beistehen wie im vorigen Jahre. „Das habe ich mir vorgenommen,“ versetzte er, „als Skarphedin mit seiner scharfen Zunge Worte des Hohns gegen mich ausstieß, daß ich niemals mich daran betheiligen wolle, Buße für ihn zu fordern oder Rache zu suchen, wenn er getödtet würde.“ Besseren Erfolg hatten sie diesmal bei Gudmund dem Mächtigen. „Jetzt will ich gut machen, was ich im vorigen Jahre unterließ,“ sagte er; „ich will Euch ins Gericht geleiten mit allen meinen Mannen und Euch helfen nach allem Vermögen, und ich will an Eurer Seite in den Kampf gehen, wenn es erforderlich ist und mein Leben für Euch wagen.“ Ueberdies versprach er, Skapte zu lohnen für seinen Starrsinn. „Sein Sohn Thorsten Holmud soll mit uns in den Streit gehen, denn er hat meine Tochter Jodis zum Weibe und er wagt nichts anderes zu thun, als was ich will.“ Auch bei dem Goden Snorre fanden sie die beste Aufnahme. „Ihr thut nur Eure Schuldigkeit, wenn Ihr wegen Nial Klage erhebt,“ meinte er; „es giebt nur wenige, die nicht treffliche Rathschläge von ihm empfingen, aber es sind wiederum nur wenige, die dessen eingedenk sind. Doch welcher Art von Beistand bedürft Ihr am meisten?“ Asgrim antwortete: „Am meisten bedürfen wir tapferer Männer und guter Waffen, falls es auf dem Ting zum Kampfe kommen sollte.“

„Es steht zu erwarten,“ meinte Snorre, „daß es dazu kommt und Ihr thut selbst am besten daran, Hartes gegen Hartes zu setzen, sonst erntet Ihr Schande wegen Eures Verlustes und Unehre wegen des Todes Eurer Verwandten.“

„Du hast wohl gesprochen, Snorre,“ fiel Gissur ein, „je mehr es gilt, desto größer zeigst Du Dich.“

„Welchen Beistand willst Du uns also leisten?“ wandte sich Asgrim an Snorre. „Ich gehe selbst mit Euch zum Gericht,“ war Snorre's Antwort; „kommt es aber zum Kampf, dann stürmt nicht auf sie ein, ohne daß Ihr alle voll freudigen Muthes und ohne die geringste Furcht seid, denn gewaltige Recken stehen Euch gegenüber. Werdet Ihr zum Rückzug gezwungen, so laßt Euch gegen meine Hütte hintreiben, dann will ich mit meiner Schaar kampfbereit dastehen, um Euch zu helfen. Müssen aber die Gegner weichen, dann werden sie wohl auf die Almannagjaa zueilen und kommen sie erst dahin, dann überwältigt Ihr sie nimmer. Darum werde ich mit meiner Mannschaft sie von diesem Zufluchtsort schon fernhalten. Ziehen sie sich dagegen an der Öxarau entlang entweder nach Norden oder nach Süden zurück, dann setze ich ihnen nicht nach, sondern ich will mich ruhig verhalten, bis Ihr so viele von den Gegnern erschlagen habt, daß Ihr die Bußen für sie erlegen könnt, ohne Eure Godenstelle zu verlieren und aus dem Gau verwiesen zu werden. Dann will ich mit allen meinen Mannen herzulaufen und Euch auseinanderbringen. Thue ich nun aber, wie ich versprochen habe, dann sollt auch Ihr sogleich mit dem Kampfe innehalten, so bald ich Euch darum bitte.“ Gissur dankte ihm und äußerte, das, was er versprochen habe, genüge ihren Wünschen. „Noch eins will ich Euch mittheilen,“ fuhr Snorre fort; „ich weiß, daß Eyjolf Bölverksohn einen Ring empfangen hat, den er gern verbergen möchte, und ich glaube, er hat ihn erhalten, damit er zu Flose's Gunsten gesetzliche Einwände mache.“ Alle fielen seiner Meinung bei, dankten ihm auch für diesen Freundschaftsdienst und entfernten sich. Darauf gingen sie zu ihren Hütten zurück und suchten keinen Beistand mehr. „Es würde unmännlich sein, noch anderen Männern zu Füßen zu fallen,“ äußerte Gudmund.

 

Eyjolf Bölverksohn's List.

Das Ting nahm nun seinen Anfang. Beide Theile gingen beständig gerüstet einher und fanden sich stets bewaffnet auf dem Gesetzberge ein. Eines Tages, als man sich dort versammelte, trat Mörd Valgardsohn vor und brachte eine Klage gegen Flose Thordsohn ein, weil er Helge Nialsohn erschlagen habe, und bestand auf der Forderung, Flose solle verurtheilt werden, Waldgänger zu sein, schutzlos, rechtlos und hülflos in jeder Weise, und solle sein Gut verlieren. Ebenso brachten Kaare, Thorgejr Skoragejr, Thorlejf Kraak, Thorgrim der Große und Asgrim Ellidagrimsohn jeder seine Sache gegen die übrigen Mordbrenner vor. Es waren auch andre da, die ihre Sache vorbrachten; darüber verfloß ein großer Theil des Tages und die Männer gingen darauf zu ihren Hütten zurück. Eyjolf Bölverksohn folgte Flose nach dessen Behausung. „Machten sie keinen Fehler,“ fragte Flose Eyjolf, „oder bemerkst Du nichts, was wir in diesen Sachen als Einwand benutzen können, um ihre Zurückweisung zu bewirken?“ Eyjolf verneinte die Frage. „Was sollen wir denn anfangen?“ fragte Flose weiter. „Ich will Dir einen Rath geben,“ sagte Eyjolf; „Du mußt Deine Godenstelle Deinem Bruder überlassen und selbst in den Gerichtskreis des Goden Askel im Nordlande eintreten. Halten wir diesen Schritt geheim, so daß sie nichts davon erfahren, dann kann es ihnen zum Nachtheil gereichen. Denn sie werden ihre Klage erheben vor dem Gericht des Ostviertels, anstatt vor dem des Nordlandes. Geschieht das nun, so können wir sie vor dem Fünftegericht anklagen, weil sie Dich vor dem nicht zuständigen Gericht belangt haben. Indessen soll dieses Verfahren nur unsre letzte Zuflucht sein.“ Diesen Rath fand Flose gut und ging sogleich an die Ausführung, und niemand gewann davon Kenntnis außer den Betheiligten. Darnach war alles eine Weile ruhig.

 

Thorhald Asgrimsohn's Gesetzeskenntnis.

Als der Tag erschien, wo das Gericht stattfinden sollte, bewaffneten sich beide Theile und setzten Feldzeichen auf ihre Helme, damit sie sich auf jeder Seite erkennen könnten, falls es zum Kampfe käme. Thorhald Asgrimsohn konnte nicht mit auf den Gesetzberg hinaufgehen, da sein Fuß noch nicht geheilt war. „Uebereile Dich nun nicht, mein Vater,“ sprach er zu Asgrim, „sondern laß alles seinen richtigen Gang gehen, und kommt irgend eine Bedrängnis über Euch, so laßt es mich alsbald wissen, dann werde ich Euch mit Rath zur Seite stehen. Gieb mir aber meinen Speer, ehe Du fort gehst.“ Asgrim reichte ihm denselben; es war eine kostbare Waffe, Skarphedin hatte sie ihm geschenkt. Thorhald setzte ihn neben sich und blieb daheim, während die übrigen fortgingen, aber sein Antlitz war roth wie Blut und die Thränen quollen stromweise aus seinen Augen. Die anderen gingen nach dem Gericht des Ostviertels. Dort wurde das Loos geworfen, und das Loos fiel auf Mörd, daß er zuerst seine Sache vorbringen solle. Er ergriff das Wort; er leistete den Schwur, daß er die Sache nach bestem Wissen und Gewissen wahr und gerecht anhängig machen wolle und führte Zeugen vor, sowohl dafür, daß ihm die Sache von Thorgejr Skoragejr übertragen sei als auch dafür, daß er sie in richtiger Weise vorbereitet habe. Die Zeugen legten ihr Zeugniß ab und beschworen dasselbe. Schließlich führte Mörd seine neun Blutzeugen vor und hieß die Gegner untersuchen, ob unter denselben einer sich befände, der nach dem Gesetze nicht als Blutzeuge auftreten könne. Flose bat die Sigfussöhne, dieses zu thun. Ketil von Mörk sagte, es sei einer unter ihnen, welcher Mörd's Taufpathe und ein andrer, welcher mit ihm im dritten Gliede verwandt sei. Eyjolf trat nun vor und erklärte diese beiden für ausgeschlossen aus der Zahl der Blutzeugen nach Altings Recht und Landes Gesetz. Da meinten alle, Mörd habe seine Sache verspielt, weil er diesen Fehler gemacht habe. Aber Asgrim entsandte einen Boten, um Rath bei Thorhald zu holen. Dieser sagte, der Einwand sei ungültig, denn Eyjolf habe sich geirrt, indem er nicht beachtet habe, daß Mörd nicht der wirkliche Kläger, sondern ihm nur die Sache übertragen sei. Diesen Umstand brachte nun Mörd vor dem Gericht zur Sprache, und alle meinten, jetzt sei der Vortheil auf seiner Seite, und selbst Eyjolf mußte einräumen, so sei es recht nach dem Gesetz. Aber er erhob besonders Einspruch gegen zwei andre Blutzeugen, indem er geltend machte, sie seien nur Hintersassen und Pächter, keine Grundbesitzer, worauf alle äußerten, jetzt stehe es besser mit seinen Einwänden als mit Mörd's Klage. Allein auch hierfür wußte Thorhald Rath, als zu ihm geschickt wurde, da der eine der beiden vom Ertrag seiner Milchkühe lebe, obwohl er kein Land besitze und der andere Land besitze im Werthe von neun Mark, wenn er gleich kein Vieh halte. Als dieses im Gericht vorgebracht wurde, erhob sich ein großes Rufen und Schreien, und alle sagten, jetzt sehe es schlimm aus für Flose und Eyjolf. Dieser mußte zu dem Gesetzesnenner Skapte Thorodsohn senden, um zu hören, ob das Gesetz wirklich so laute, wie Thorhald behauptete; und Skapte erklärte, es sei in der That so Gesetz, obwohl es nur wenige gebe, die es wüßten. Indessen gab Eyjolf sich noch nicht verloren. Er wies vier andre unter den Blutzeugen zurück, da es welche gebe, die der Unglücksstätte näher wohnten, so daß Mörd hätte verlieren müssen, da er nur fünf unabweisbare Blutzeugen gestellt hatte und nicht neun, wie es das Gesetz vorschrieb. Dieses Einwurfs rühmten sich Flose und Eyjolf sehr, und es lief von Mund zu Mund unter den Leuten, jetzt sei die Klage in Sachen der Brandstiftung unmöglich gemacht. Asgrim aber sandte wieder einen Boten zu Thorhald und dieser sagte, dem Gesetze sei Genüge geschehen, wenn nur mehr als die Hälfte der Blutzeugen gesetzlich unabweisbar seien. Das brachte Mörd nun vor im Gericht, und es entstand ein allgemeines Geschrei, er ginge ehrlich zu Werke, von Flose und Eyjolf aber hieß es, sie gingen vor mit lauter Kniffen und Tücken. Eyjolf mußte wieder zu Skapte schicken. „Freilich ist es so Gesetz,“ antwortete dieser, „und ich sehe, es finden sich mehr gesetzeskundige Männer auf Island, als ich dachte. Diese Bestimmung, glaubte ich, kenne keiner, seitdem Nial todt ist.“ Nun traten die fünf Blutzeugen auf und sagten ihr Zeugniß gegen Flose aus. Mörd aber hieß die Gegner gewichtigere Einsprüche machen, falls sie deren hätten. Da mußten Flose und Eyjolf zu ihrer letzten Zuflucht greifen, und freuten sich schon recht darauf, Mörd's Klage gänzlich niederzuschlagen. Eyjolf trat auf und erklärte, Mörd habe die Sache vor dem unrichtigen Gericht anhängig gemacht, da Flose nicht zum östlichen, sondern zum nördlichen Viertel gehöre. Da ergrimmte Thorhald, als er dieses vernahm, denn er wußte, jetzt habe Eyjolf das Recht, eine Klage gegen Mörd wegen verkehrter Anhängigmachung der Klage vor dem Fünftengericht zu erheben. „Beeile Dich,“ sagte er zu dem Boten, „und heiße Mörd gegen Flose und Eyjolf vor dem Fünftengericht klagen, weil sie der Bestechung im Gericht sich schuldig gemacht haben. Sage ihm, er solle eilen, damit er sie zuerst vorladen kann.“ Mörd that, wie Thorhald ihm geheißen hatte; er kam den Gegnern zuvor und führte seine Sache in allen Stücken nach den Vorschriften des Gesetzes. Aber obwohl im Fünftengericht vier Dutzend Richter ernannt werden sollten, durften doch nur drei Dutzend in jeder Sache das Urtheil fällen, denn beide Theile sollten je sechs Richter von den achtundvierzig zurückweisen. Mörd wies denn auch sechs zurück und forderte Eyjolf auf, das gleiche zu thun. Eyjolf erwartete, Mörd werde sich hier versehen und wollte nicht sechs zurückweisen. Mörd indessen führte die Sache weiter und das Urtheil wurde gesprochen. Da stand Eyjolf auf und erklärte das Urtheil sowie alles übrige, was Mörd gethan habe, für ungültig, weil drei und ein halbes Dutzend das Urtheil gefällt hätten, während doch nur drei Dutzend hätten urtheilen sollen. Gissur Hvide sprach zu Mörd: „Das war ein arger Misgriff, daß Du hier verkehrt handeltest, das ist ein großes Unglück.“

„Was sollen wir jetzt thun, Vetter?“ wandte er sich dann an Asgrim Ellidagrimsohn. Dieser erwiderte: „Laßt uns einen Mann zu meinem Sohne Thorhald senden, um zu hören, wozu er räth.“

 

Der Kampf auf dem Alting.

Asgrim's Sendling kam zu Thorhald und verkündigte ihm, wie die Sache stehe, und Thorhald wurde so erschüttert dadurch, daß er kein Wort hervorzubringen vermochte. Er sprang auf von seinem Sitz, ergriff seinen Speer mit beiden Händen und stieß ihn in die Beule an seinem Fuße. Als er ihn wieder hervorzog, hing das Fleisch daran, aber der ganze Eiterpfropf folgte mit und es floß Blut und Eiter aus der Wunde so stark, daß es wie ein Bach längs dem Fußboden floß. Thorhald eilte aus der Hütte, er lahmte nicht mehr, und er lief so schnell dahin, daß der Bote ihm nicht zu folgen vermochte. Er eilte geraden Weges auf das Fünftegericht zu. Dort traf er einen Verwandten von Flose, namens Grim der Rothe, und da er nun sah, daß es keinen anderen Weg gebe, seinen Pflegevater zu rächen als blutigen Kampf, so durchstieß er Grim mit dem Speer, so daß derselbe zwischen den Schultern wieder zum Vorschein kam. „Jetzt ist Dein Sohn Thorhald gekommen,“ rief Kaare Asgrim zu, „und hat sogleich Blut vergossen; ein Schimpf wäre es, wenn er allein den Muth haben sollte, die Brandstiftung zu rächen.“

„So soll es auch nicht sein,“ antwortete Asgrim, „jetzt wollen wir sie angreifen.“ Da erhob sich ein gewaltiger Lärm unter der ganzen Schaar, und sie riefen den Schlachtruf; Flose und die Seinigen wandten sich gegen ihre Gegner, und man forderte sich von beiden Seiten zum Kampfe heraus. Halbjörn der Starke hieb nach Kaare's Fuß, dieser aber bemerkte es und sprang in die Höhe, so daß er dem Hieb entging; vorher schlug er noch einem anderen Mann eine tödliche Wunde, dann hieb er nach Halbjörn, spaltete seinen Schild und trennte ihm die große Zehe vom Fuße; in demselben Augenblick sah er einen Speer gegen sich heransausen, er aber fing ihn auf im Fluge und schleuderte ihn zurück, so daß ein Mann seinen Tod fand. Da kam Thorgejr Skoragejr hinzu; er stieß mit der Hand gegen Halbjörn, daß dieser umsank und nur mit genauer Noth sich erheben und fliehen konnte, dann stieß er einem Manne die Spitze von Rimegyge in die Brust, und derselbe stürzte tödlich getroffen zu Boden. Gleich darauf trafen Kaare und Bjarne Brodhelgesohn zusammen; es entspann sich ein heftiger Kampf zwischen ihnen, er endete aber damit, daß Bjarne flüchtete. Inzwischen drangen die übrigen Rächer Nial's auf die Brandstifter und deren Helfer ein. Skapte Thorodsohn sah seinen Sohn Thorsten Holmud im Gefolge Gudmund des Mächtigen in den Streit gehen; er wollte sogleich die Streitenden trennen, aber Asgrim erblickte ihn und zum Lohn für seinen Starrsinn warf er seinen Speer nach ihm und traf ihn in das dicke Fleisch des Schenkels. Der Speer durchbohrte ihm beide Beine, er stürzte um und konnte sich nicht wieder erheben, sondern seine Begleiter mußten ihn längs der Erde nach der Hütte eines Pelzhändlers schleifen. Uebrigens stritten die Rächer Nial's in zwei Haufen. Gudmund, Mörd und Thorgejr führten den einen und wandten sich gegen Flose's Helfer aus dem östlichen und nördlichen Viertel. Den anderen Haufen führten Asgrim und sein Sohn Thorhald, Hjalte und Gissur, und kämpften gegen Flose selbst, gegen die Sigfussöhne und die übrigen Mordbrenner. Es entspann sich ein heißer Streit. Derselbe endete jedoch damit, daß Flose und die Seinigen weichen mußten. Sie zogen sich auf die Almannagjaa zurück, allein hier hatte der Gode Snorre seinen Haufen in Kampfordnung aufgestellt. Da flohen sie südwärts an der Au entlang. „Weshalb fliehen denn alle die feigen Männer vom Ostfjord?“ rief ein Mann namens Sölve, welcher vor seiner Hütte saß und sich in einem Kessel seine Mahlzeit kochte. „Du hast uns das letzte Mal feig gescholten,“ sprach Halbjörn der Starke, ergriff Sölve an den Beinen, schwang ihn in die Höhe und setzte ihn mit dem Kopfe voran in den kochenden Kessel, daß er sogleich starb. In diesem Augenblick erhielt Flose eine schwere Wunde am Fuße, und sank nieder; er sprang aber sogleich wieder auf und floh. Einmal während des Kampfes trafen Kaare und Thorgejr zusammen. „Dort ist Eyjolf Bölverksohn,“ rief Thorgejr Kaare zu; „willst Du ihn nicht büßen lassen für den Ring, den er empfing?“

„Das will ich!“ erwiderte Kaare, riß einem Manne den Speer aus der Hand und entsandte ihn gegen Eyjolf, und der Speer traf ihn mitten in den Leib und durchbohrte ihn, so daß er entseelt hinstürzte. Das that dem Kampfe einigen Einhalt. Snorre Gode kam heran mit seiner Schaar, und mit ihm erschien Skapte, und sie drängten sich zwischen die Kämpfenden, daß diese den Kampf nicht fortsetzen konnten. Hald von Sida schloß sich ihnen ebenfalls an, um den Streit zu enden. Es wurde Friede geschlossen, welcher während des ganzen Tings dauern sollte. Die Leichen wurden gekleidet und zur Kirche geführt und die Verwundeten wurden verbunden. Aber außer den Begebenheiten, die wir hier erzählt haben, trug sich noch manches zu, was hätte erzählt werden können und noch mehr, wovon man keine Kunde mehr hat. Nur eins ist noch zu sagen. Während der Kampf in vollem Gange war, schritten Hald von Sida und sein Sohn Liot über die Öxarau; da kam ein Speer aus der Schaar Gudmund des Mächtigen, der traf Liot mitten durch den Leib, worauf er todt niederfiel. Wer aber dieses Mordes schuldig sei, das kam niemals zu Tage.

 

Der Vergleich.

Am Tage nach dem Kampfe ging man zum Gesetzberge. Hald von Sida trat auf und bat um Gehör, und es wurde ihm sogleich bewilligt, was er begehrte. „Schweres Unglück ist hier geschehen,“ sprach er, „und viel Blutvergießen, woraus der Klagen viele hervorgehen können. Aber ich will nun zeigen, daß ich kein vorschneller Mann bin und Asgrim und die übrigen, die in dieser Sache die Anführer sind, bitten, daß sie uns einen ehrlichen Vergleich vergönnen.“ Und er redete dafür viele schöne Worte. Kaare Sölmundsohn aber antwortete: „Wenn auch alle anderen auf den Vergleich eingehen, so will ich ihn doch nicht; denn Ihr erwartet nun, daß Eure Verluste die Brandstiftung aufwiegen sollen, das will ich aber nicht dulden.“ Da trat Skapte Thorodsohn auf und sagte: „Du hättest Deine Schwäger nicht verlassen sollen, dann würdest Du Dich diesem Vergleich nicht entziehen.“ Kaare aber sang ein Lied, worin er über den Antheil spottete, den Skapte am vorigen Tage am Kampfe genommen hatte: es sei nur aus Angst gewesen, sagte er, daß Skapte sich von seinen Leuten hätte fortbringen und nach des elenden Pelzhändlers Hütte schleifen lassen. Skapte wurde dadurch zum Gelächter und zum Spott für alle Umstehenden. Da rief Hald von Sida: „Jedermann weiß, wie großes Leid mir widerfahren ist durch meines Sohnes Liot Tod, und viele werden meinen, er sei der theuerste von allen, die hier ihr Leben gelassen haben. Dennoch erbiete ich mich, ihn ungebüßt zu lassen, sofern dann der Vergleich zu Stande kommen kann. Ich werde sogar hingehen und denjenigen Frieden und Sicherheit versprechen, die mir entgegenstehen. Und Dich, Snorre, und die übrigen edelsten Männer will ich bitten, das Eurige zu thun, damit ein Vergleich zwischen uns zu Stande kommen möge.“ Der Gode Snorre stand auf und hielt eine lange und listige Rede, in welcher er Asgrim und die anderen Anführer bat, nach Hald's Bitte zu handeln. „Um Deiner Worte willen, Snorre, will ich es thun,“ entgegnete Asgrim, „obwohl ich damals, als Flose sich selbst bei mir zu Gaste lud, gelobte, ich würde mich niemals mit ihm versöhnen.“ Thorlejf Kraak und Thorgrim der Große willigten ebenfalls in den Vergleich und baten ihren Bruder Thorgejr, dasselbe zu thun. Er aber weigerte sich und gelobte, er wolle Kaare niemals verlassen. Gissur Hvide bestand nun darauf, Flose möge erklären, ob er zum Vergleiche willig sei, obwohl einige sich davon ausgeschlossen hätten. Flose erklärte sich bereit und versetzte: „Es ist mir nur um so lieber, je weniger gute Männer mir entgegenstehen.“ Gudmund der Mächtige sagte, er wolle für seinen Theil sich dazu herbeilassen, Buße für die Erschlagenen zu zahlen, die auf dem Ting gefallen seien, damit diese Sache und die Sache der Brandstiftung auseinander gehalten werden könnten. Ihm pflichteten bei Gissur Hvide, Hjalte Skjeggesohn, Asgrim Ellidagrimsohn und Mörd Valgardsohn. So kam der Vergleich zu Stande, und man gelobte sich durch Handschlag, man wolle zwölf Männer das Urtheil fällen lassen und der Gode Snorre solle den Vorsitz führen. Zuerst legten die Schiedsrichter alle Sachen bei, die sich auf die Erschlagenen bezogen, welche am vorhergehenden Tage auf dem Ting starben; man glich sie gegen einander aus und für diejenigen, welche übrig blieben, wurden entsprechende Bußen festgesetzt; indessen sollte keine Buße erlegt werden für Eyjolf Bölverksohn wegen seines hinterlistigen und unrechtmäßigen Vorgehens; Skapte empfing Buße für seine Wunde, als man aber Flose fragte, ob er für die seinige Buße verlange, erwiderte er, er wolle kein Geld nehmen für Schaden an seinem eignen Leibe. Darnach nahm man die Sache der Brandstiftung vor. Nial sollte mit dreifacher, Bergthora sowie Grim und Helge mit doppelter Mannbuße gebüßt werden; Skarphedin's Tod sollte sich ausgleichen gegen Höskuld's des Goden von Hvidenes Ermordung, und für die übrigen, welche im Feuer umgekommen waren, sollte einfache Mannbuße erlegt werden. Ueber Thord Kaaresohn wurde indessen keine Bestimmung getroffen, da sein Vater nicht in den Vergleich willigte. Schließlich wurde auch die Entscheidung gefällt, daß Flose und alle Brandstifter ins Ausland gehen sollten; Flose sollte drei Winter hindurch in der Fremde weilen, die übrigen aber durften niemals zurückkehren; indessen sollte keiner von ihnen gehalten sein, noch in diesem Sommer abzufahren; wenn sie aber nach Verlauf dreier Winter nicht abgefahren seien, dann sollten sie alle vogelfreie Waldgänger sein. Dieser Vergleich wurde durch Handschlag bekräftigt und auch ehrlich gehalten. Asgrim und seine Freunde gaben dem Goden Snorre beträchtliche Gaben und dieser hatte viel Ehre von seinem Vorgehen in dieser Sache. Auch empfing Gudmund viel Lob wegen seines Verhaltens, und Kaare und Thorgejr schenkten ihm kostbare Gaben. Als man alles in dieser Weise geordnet hatte, war Hald von Sida's Sohn Liot der einzige, für den keine Buße gezahlt war; Hald hatte sich ja selbst erboten, ihn ungebüßt zu lassen, um den Vergleich zu fördern. Aber nun vereinigten sich alle Männer auf dem Ting dahin, Hald Buße zu geben, und zwar empfing er nicht weniger als vierfache Mannbuße.

 

Quellen:
Text:
Hans Henrik Lefolii: Nial Saga, 1866. Aus dem Dänischen übersetzt 1878 von Johannes Claussen - gemeinfrei -
Bild:
Wikimedia Commons - gemeinfrei -

 

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