Pakt der Barbaren

 

Rezension: Manfred Lohmann
 
Rainer W. Grimms "Pakt der Berbaren" ragt aus seinen übrigen Werken heraus - der Roman spielt zur Zeit der berühmten Varusschlacht - recht ungewöhnlich für eine Autor, dessen Werke eigentlich in der Wikingerzeit angesiedelt sind.
 
Ein wenig skeptisch war ich schon, das gebe ich gern zu, aber bereits nach wenigen Seiten schwand diese Skepsis.
Es ist dieser typische schnörkelose Erzählstil des Autors, der mich erneut begeisterte. Mit einfachen, treffenden Worten lässt er auch in diesem Buch Geschichte lebendig werden, gibt den Protagonisten ein Gesicht, Persönlichkeit und Charakter. Hinzu kommt die sehr sorgfältige Recherche, die man beim Lesen immer wieder merkt.
Der historische Hintergrund ist nahezu perfekt dargestellt - und auch das eher unaufällig, denn langatmige Schilderungen der historischen Ereignisse oder gar eine Unmenge an Daten sucht man in diesem Roman glücklicherweise vergeblich. Es sind vielmehr die gezielt eingesetzten Fußnoten, mit denen Rainer W. Grimm weniger geläufige Ausdrücke erklärt und seine Geschichte sehr sinnvoll ergänzt, die die sehr intensive Recherche nachhaltig zeigen. So erfährt z.B. man ganz nebenbei, dass ein Cubicula ein kleineres römisches Schlafgemach ist und noch etliche weitere Ausdrücke werden kurz und präzise erläutert.
Die Geschichte um den Legionär Aulus Marcinus, der sich nach Jahren der Abwesenheit von seiner Heimat zu dem Germanen Gerowulf wandelt, ist natürlich eine fiktive Geschichte und frei erfunden - aber wie der Autor diese Geschichte erzählt, ist schon beeindruckend. Er bettet seine Erzählung in die historischen Vorgaben ein ohne diese Vorgaben mit "dichterischer Freiheit" zu verändern. So ist ein Roman entstanden, der die damaligen Lebensumstände klar, anschaulich und realistisch beschreibt. Die Protagonisten und die Handlung der Erzählung wirken sehr glaubwürdig. Der schon erwähnte Schreibstil des Autors macht das Buch zu einem gelungenen und informativen Lesevergnügen.
 
Fazit:
Rainer W. Grimms "Pakt der Berbaren" ist ein angenehm zu lesendes Buch, das neben einer gut aufgebauten, interessanten Geschichte viel historisches Wissen vermittelt - ein empfehlenswerter historischer Roman.

 

Quelle: Archiv - Praeco Medii Aevi

 

Pakt der Barbaren

Rainer W. Grimm
Pakt der Barbaren
„Quinctili Vare, legiones redde!“
 
Erschienen im:
Books on Demand Verlag
Februar 2010
Taschenbuch: 368 S.
ISBN: 978-3-8370-4434-8
19,80 Euro

 

Inhalt:
„Quinctili Vare, legiones redde!“ rief Augustus weinend. „Quinctilius Varus, gib mir meine Legionen wieder!“
Von den vereinten Stämmen der Germanen, unter der Führung des Fürsten Armin besiegt, lag im Jahre 9 n. Chr. der ganze Stolz Roms, die drei besten Legionen, geschlagen im Morast der germanischen Sümpfe und Wälder. Die Angst vor den Barbaren aus dem Norden wuchs in den Straßen Roms und der Ruf nach Rache wurde immer lauter. Doch es sollten einige Jahre vergehen, bis der römische Adler wieder seine Krallen in das Gebiet, nördlich des Rheins schlagen würde.
Im Jahre 15 n. Chr. kommt Aulus der Adoptivsohn des Tribuns Claudius Marcinus als Decurio der Reiterei, mit den römischen Legionen des Gajus Julius Germanicus, in die dichten Urwälder nördlich des großen Stromes. Als fünfjähriger Knabe von den Römern aus dem Land der Brukterer verschleppt und in den Lagern der Legionäre als Bursche des Tribuns aufgewachsen, tritt Aulus mit dreizehn Jahren selbst in die Legion ein und gelangt so fünf Jahre später, zu einem kräftigen jungen Mann gereift, zurück in das Land, das einmal seine Heimat war. Dort erfährt er von seiner wahren Herkunft und von dem Mann, der seine Eltern tötete.
Er wendet sich von den Römern ab und findet bei dem Stamm der Brukterer seine Heimat wieder. Aus dem Legionär Aulus Marcinus, wird der Germane Gerowulf. Voller Hass und Enttäuschung, auf der Suche nach der Wahrheit und um Rache zu nehmen, schließt er sich den Horden des Cheruskerfürsten Armin an.
 
Rainer W. Grimm Der Autor Rainer W. Grimm:
Der 1964 in Gelsenkirchen/NRW geborene Rainer W. Grimm erlernte zwei Handwerksberufe, die er aber nach einer Rückenerkrankung nicht mehr ausüben konnte. Da entdeckte er seine Liebe zur Schriftstellerei und begann eine Wikingergeschichte zu schreiben.
Anfangs nur zum Zeitvertreib, ist das schreiben von Geschichten und Romanen inzwischen zu einem Teil seines Lebens geworden. Mit seiner Familie und zwei Katzen lebt er immer noch im Ruhrgebiet.
 
Zur Website des Autoren: rwgrimm.jimdo.com

 


 

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