Die Saga von den Völsungen - Teil 5

Thule - Altnordische Dichtungen und Prosa
Band 21 - Isländische Heldenromane.

Gunnar in der Schlangengrube

Gunnar in der Schlangengrube

14. Die Vorgeschichte des Hortes

Damit beginnt diese Geschichte, daß mein Vater Hreidmar hieß, ein mächtiger und reicher Mann; Fafnir hieß sein einer Sohn, der andere Otr, und ich war der dritte und war der Untüchtigste an Geschicklichkeit und rüstigem Aussehen. Doch konnte ich Eisen bearbeiten, und aus Silber und Gold und allen Dingen fertigte ich etwas Nützliches. Mein Bruder Otr hatte ein anderes Handwerk und eine andere Anlage, er war ein gewaltiger Waidmann, über andre Männer hinaus; er war am Tage in einer Fischotter Gestalt, hielt sich stets in dem Strome auf und holte sich Fische mit seinem Maule herauf. Den Weidfang brachte er seinem Vater, und dem war das eine große Unterstützung. Meist hatte er die Gestalt einer Fischotter an sich, kam spät heim und aß blinzelnd und einsam, denn er konnte nicht ertragen zu sehen, daß es weniger wurde. Fafnir war bei weitem der größte und grimmigste und wollte alles, was da war, ausschließlich sein Eigentum nennen. Ein Zwerg hieß Andvari – fuhr Regin fort – der war immer in dem Wasserfall, der Andvarafors heißt, in Hechtes Gestalt und fing sich da Speise, denn in jenem Wasserfall waren Fische die Fülle. Mein Bruder Otr fuhr auch immer in diesen Wasserfall, holte Fische in seinem Munde herauf und legte jedes Mal einen aufs Land. Odin, Loki und Hönir kamen einst auf ihrer Wanderung nach dem Andvarafors. Otr hatte einen Lachs gefangen und aß blinzelnd am Flußufer. Loki nahm einen Stein und warf Otr zu Tode. Die Asen wähnten sehr glücklich bei ihrem Fang zu sein und zogen den Balg von dem Otter ab. Am Abend kamen sie zu Hreidmar und wiesen ihm ihre Beute vor. Da nahmen wir sie fest und legten ihnen als Buße und Lebenslösung auf, daß sie den Balg mit Gold füllten und ihn auch von außen mit rotem Golde verhüllten. Da sandten sie Loki, das Gold herbeizuschaffen. Er kam zu Ran, erhielt ihr Netz, fuhr dann nach dem Andvarafors und warf das Netz vor den Hecht – der sprang hinein. Da sprach Loki:

„Was ist’s für ein Fisch,

Der den Fluß durchfährt

Und schützt sich nicht vor Schaden?

Löse dein Haupt

Aus Hel jetzt los

Und hol mir Feuer der Flut.“

Andvari sprach:

„Andvari heiß’ ich, Oïn hieß mein Vater,

Manchen Stromfall durchstrich ich.

Unglücksnorne

In der Urzeit mir schufs,

Im Wasser mein Wesen zu treiben.“

Loki sah das Gold, das Andvari besaß; aber als dieser das Gold entrichtet hatte, da hatte er noch einen Ring übrig; auch den nahm ihm Loki fort. Der Zwerg ging in einen Stein und sagte, daß dieser Goldring jedem, der ihn besitze, den Tod bringen sollte und ebenso all das Gold. Die Asen gaben Hreidmar den Hort, stopften den Otterbalg voll und stellten ihn auf die Füße; da sollten die Asen daneben Gold aufschichten und ihn von außen umhüllen. Aber als das getan war, da ging Hreidmar hinzu und sah noch ein Schnauzhaar hervorstehen und gebot, es zu verhüllen. Da zog Odin den Ring Andvaranaut von seiner Hand und bedeckte damit das Haar. Da sprach Loki:

„Das Gold ist gezahlt, Großes Bußgeld

Erhieltest du für mein Haupt.

Deinem Sohne

Schafft es nicht Segen,

Es bringt euch beiden den Tod.“

„Später erschlug Fafnir seinen Vater“ – fuhr Regin fort – „und versteckte den Ermordeten, ich aber bekam nichts von dem Schatze. Er wurde so bösartig, daß er sich in die Wildnis zurückzog und keinem gönnte des Hortes zu genießen außer sich; er ward dann zu einem ganz wilden Wurme und liegt nun auf dem Horte. Darauf ging ich zu dem König und wurde sein Schmied. Das ist die Erzählung meiner Lebensgeschichte: ich entbehre des Vatererbes und der Bruderbuße. Das Gold wird seitdem Otterbuße genannt und hiervon sind dichterische Umschreibungen genommen.“ Sigurd sprach: „Viel hast du verloren, und sehr böse sind deine Gesippen gewesen. So schmiede mir ein Schwert mit deiner Geschicklichkeit, dem kein gleich gutes bereitet ist, und mit dem ich große Taten verrichten kann, wenn der Mut mir taugt, willst du anders, daß ich den großen Drachen erschlage.“ Regin sprach: „Das schmiede ich mit Sicherheit, und du wirst mit dem Schwerte Fafnir erschlagen können.“

 

15. Die Schwertschmiedung

Regin schmiedete ein Schwert und gab es Sigurd in die Hand. Der nahm das Schwert und sprach: „Das ist schlechte Schmiedearbeit, Regin!“ Er hieb auf den Amboß, und das Schwert zersprang. Er warf die Klinge weg und hieß ihn ein anderes, besseres schmieden. Regin schmiedete ein anderes Schwert und gab es Sigurd; der blickte es an. „Dieses wird dir gefallen,“ sagte Regin, „aber schwierig ist es, für dich zu schmieden.“ Sigurd versuchte dieses Schwert und zerbrach es wie das vorige. Da sprach Sigurd zu Regin: „Du wirst deinen früheren Gesippen gleichen und treulos sein.“

Er ging zu seiner Mutter, sie empfing ihn freundlich; sie redeten miteinander und tranken. Da sprach Sigurd: „Habe ich recht vernommen, daß König Sigmund dir das Schwert Gram in zwei Stücken übergab?“ Sie antworte: „Wahr ist das.“ Sigmund sprach: „Gib es mir in die Hand! Ich will es haben.“ Sie sagte, von ihm könne man Heldentaten erwarten, und gab ihm das Schwert.

Sigurd ging zu Regin und bat ihn, daraus ein Schwert zu schaffen dem ausgezeichneten Stoff entsprechend. Regin ward ärgerlich und ging nach der Schmiede mit den Schwertstücken, ihm schien Sigurd schwer zu befriedigen hinsichtlich der Schmiedearbeit. Regin machte ein Schwert, und als er es aus der Esse hob, schien es den Schmiedegesellen, als ob Feuer aus den Schneiden brenne. Er hieß Sigurd es hinnehmen und sagte, er verstünde nicht ein Schwert zu schmieden, wenn dieses nicht die Probe aushielte. Sigurd durchhieb den Amboß und spaltete ihn bis zum Grund, aber das Schwert barst weder noch zersprang es. Er lobte es sehr, ging nach dem Flusse mit einer Wollflocke und warf sie gegen den Strom: sie wurde zerschnitten, als er das Schwert entgegen hielt. Da ging Sigurd vergnügt heim. Regin sprach: „Du wirst dein Versprechen jetzt erfüllen, da ich das Schwert geschmiedet habe, und Fafnir aufsuchen.“ Sigurd erwiderte: „Ich werde es erfüllen, aber vorher noch etwas anderes, nämlich meinen Vater rächen.“ Sigurd wurde, je älter er ward, desto beliebter bei allen, so daß ihn jedes Kind herzlich liebte.

 

16. Gripir kündet Sigurd sein künftiges Geschick

Gripir hieß ein Mann, er war Sigurds Mutterbruder. Bald darauf nachdem das Schwert geschmiedet war, begab er sich zu Gripir, denn dieser war zukunftskundig und wußte die Schicksale der Menschen voraus. Sigurd forschte nach, wie sich sein Leben gestalten würde; aber Gripir war lange dagegen, schließlich sagte er auf Sigurds stürmische Bitte ihm all sein Schicksal, so wie es später eintraf. Und als Gripir diese Dinge gesagt hatte, so wie Sigurd verlangt hatte, da ritt er heim. Bald darauf begegneten sich Sigurd und Regin. Da sprach dieser: „Töte Fafnir, wie du versprochen hast.“ Sigurd antwortete: „Das will ich tun, doch zuvor noch etwas anderes, nämlich König Sigmund rächen und andere unserer Gesippen, die dort in jener Schlacht fielen.“

 

17. Sigurd erschlägt Lyngvi, Hjörvard und alle die Brüder

Darauf ging Sigurd zu den Königen Alf und Hjalprek und sprach zu ihnen: „Ich bin jetzt lange Zeit hier gewesen und habe euch aufrichtige Freundschaft zu lohnen und große Ehre. Aber jetzt will ich aus dem Lande fahren und Hundings Söhne aufsuchen; ich wollte, daß sie wüßten, daß die Völsunge noch nicht alle tot sind, hierzu wünsche ich eure Hilfe zu erhalten.“ Die Könige sprachen, sie wollten alles gewähren, was er wünschte. Es ward ein großes Heer ausgerüstet und alles aufs beste eingerichtet, Schiffe und alles Heergerät, damit seine Fahrt prächtig wäre wie noch nie zuvor. Sigurd befehligte den Drachen, der das größte und stattlichste Schiff war; die Segel waren mit Sorgfalt gearbeitet und herrlich anzusehen. Sie segelten mit gutem Winde ab. Als aber wenige Tage verstrichen waren, da kam ein großes Unwetter mit Sturm herauf, und die See war, als ob man in Blut sähe. Sigurd gebot, die Segel nicht zu reffen, wenn sie auch rissen, vielmehr gebot er, sie noch höher zu setzen als zuvor. Als sie an einem Vorgebirge vorüber segelten, da rief ein Mann zum Schiff hinauf und fragte, wer über die Heerschar zu befehlen habe. Ihm ward geantwortet, daß Sigurd, Sigmunds Sohn, da Führer wäre, „der jetzt der berühmteste aller jungen Männer ist“. Der Mann sprach: „Alle sagen einstimmig von ihm, daß keine Königssöhne mit ihm verglichen werden können. Ich wollte, daß ihr das Segel in irgend einem Schiffe niederließet und mich aufnähmt.“ Sie fragten ihn nach den Namen. Er antwortete:

„Junger Völsung!

Wer auf der Walstatt

Die Raben nährte,

Nannte mich Hnikar.

Du magst auch heißen

Den Mann vom Berge

Feng oder Fjölnir

Mit will ich fahren.“

Sie steuerten ans Land und nahmen den Alten auf in ihr Schiff. Da legte sich das Unwetter, und sie fuhren, bis sie ans Land im Reiche der Hundingssöhne kamen – da verschwand Fjölnir. Sie fuhren mit Feuer und Schwert dahin, erschlugen die Männer und verbrannten die Gebäude, und heerten, wohin sie kamen.

Das Volk floh von dannen zu König Lyngvi und sagte, daß ein Heer ins Land gekommen wäre und mit größerem Ungestüm daherführe, als daß man Beispiele dafür finden könnte; sie sagten, die Hundingssöhne seien nicht weitblickend, denn sie hätten gesagt, daß sie die Völsunge nicht fürchten würden: „jetzt aber führt dieses Heer Sigurd, Sigmunds Sohn“. König Lyngvi ließ durch sein ganzes Reich ein Heergebot ergehen. Er wollte sich nicht auf die Flucht begeben, sondern entbot zu sich alle Mannen, die ihm Hilfe leisten wollten. Er zog mit einem gar großen Heere Sigurd entgegen, und seine Brüder mit ihm. Da erhob sich die härteste Schlacht zwischen ihnen; da konnte man in der Luft sehen manchen Speer und Pfeil, manche Streitaxt mutig geschwungen Schilde zerschroten und Brünnen zerschlissen, Helme zerhau´n und Schädel gespalten, und manchen Mann zur Erde stürzen. Und als die Schlacht schon lange Zeit so gedauert hatte, drang Sigurd vor, an den Bannern vorbei und hatte das Schwert Gram in der Hand: er hieb beides, Reiter und Rosse, nieder, stürmte durch die Schlachtordnung und hatte beide Arme blutig bis zur Achsel; das Volk floh davon, wo er nur hinkam; vor ihm hielt weder Helm noch Harnisch – niemand glaubte zuvor einen solchen Mann gesehen zu haben. Diese Feldschlacht dauerte lange, viele Männer fielen, heftig war der Angriff. Da geschah, was sich selten mag begeben, wo das Landheer stets zuströmt, daß es doch zu nichts führte: es fielen da so viele auf Seiten der Hundingssöhne, daß niemand ihre Zahl anzugeben wußte. Als Sigurd zuvorderst in der Schlachtordnung stand, kamen ihm die Söhne König Hundings entgegen. Sigurd hieb nach König Lyngvi und spaltete ihm Helm und Haupt und den gepanzerten Leib. Darauf hieb er Hjörvard, dessen Bruder, in zwei Stücke und erschlug dann alle Hundingssöhne, die noch am Leben waren, und den größten Teil ihres Heeres.

Nun kehrte Sigurd mit glänzendem Siege, großem Gute und Ruhm zurück, so er auf diesem Zuge gewonnen hatte. Da wurden für ihn Gastmähler daheim im Reiche bereitet. Und als Sigurd kurze Zeit daheim gewesen war, suchte Regin wiederum eine Unterredung mit ihm und sagte: „Nun wirst du Fafnir den Helm vom Haupte stoßen wollen, wie du versprochen hast, denn nun hast du deinen Vater und deine andren Gesippen gerächt.“ Sigurd antwortete: „Ich werde das erfüllen, was ich verheißen habe – es kommt mir nicht aus dem Gedächtnis.“

 

18. Regin und Sigurd reiten

Nun ritten sie, Sigurd und Regin, hinab auf die Heide zu dem Wege, auf dem Fafnir zu kriechen pflegte, wenn er sich hinab nach dem Wasser begab; und das wird erzählt, daß die Klippe dreißig Klafter hoch war, auf der er am Wasser lag, wenn er trank. Da sprach Sigurd: „Du sagtest doch, Regin, daß der Drache nicht größer wäre als ein Lindwurm, aber mir scheint seine Wegspur übermäßig groß.“

Regin sprach: „Mach eine Grube und setze dich hinein; wenn der Wurm nach dem Wasser kriecht, dann stich ihm das Schwert ins Herz und bring ihn so zu Tode – davon gewinnst du großen Ruhm.“

Sigurd antwortete: „Wie wird es dann ergehen, wenn ich mit dem Blute des Wurms in Berührung komme?“ Regin sprach: „Nicht kann ich dir Rat erteilen, denn bange bist du vor allem und jedem und gleichst wenig deinen Gesippen an Heldenmut.“

Sigurd ritt dann auf die Heide, Regin aber machte sich davon, überaus bange. Sigurd grub eine Grube, und als er bei dieser Arbeit war, kam zu ihm ein alter Mann mit langem Barte und fragte, was er da mache. Er gab es an. Da sprach der alte Mann: „Das ist unrätlich; mach mehrere Gruben und laß da hinein das Blut rinnen, du aber setz dich dort hinein und stoß dem Wurm das Schwert ins Herz.“

Da verschwand der Mann. Sigurd aber machte Gruben, wie ihm vorgeschrieben war. Und als der Wurm nach dem Wasser kroch, ward ein so starkes Erdbeben, daß die ganze Erde in der Nähe bebte. Er schnob den ganzen Weg Gift vor sich her. Sigurd aber erschrak nicht, noch fürchtete er sich vor dem Getöse; als der Wurm über die Grube kroch, da stieß ihm Sigurd das Schwert unter dem linken Bug hinein, so daß es bis an den Griff eindrang. Dann sprang Sigurd aus der Grube hervor, zog das Schwert an sich und hatte die ganzen Arme blutig bis zur Achsel hinauf. Als der große Wurm seine Todeswunde fühlte, da schlug er mit Haupt und Schwanz, so daß alles entzwei brach, was ihm in den Weg kam.

Und als Fafnir die Todeswunde empfangen hatte, da fragte er: „Wer bist du, und wer ist dein Vater, und welches ist dein Geschlecht, daß du so kühn bist und wagst, die Waffen wider mich zu tragen?“

Sigurd sprach: „Mein Geschlecht ist den Menschen unbekannt. Ich heiße edles Tier, habe keinen Vater noch Mutter, und allein bin ich gewandert.“ Fafnir antwortete: „Wenn du keinen Vater noch Mutter hast, von welchem Wunderwesen bist du denn geboren? Und wenn du mir auch in meiner letzten Stunde deinen Namen nicht nennst, so heiß ich dich Lügner.“

Er antwortete: „Ich heiße Sigurd, und mein Vater Sigmund.“

Fafnir erwiderte: „Wer reizte dich zu dieser Tat, und wodurch ließest du dich dazu reizen? Hattest du nicht gehört, wie alles Volk sich fürchtete vor mir und meinem Schreckenshelm? Du helläugiger Knabe hattest einen tapfern Vater.“

Sigurd antwortete: „Hierzu reizte mich mein Mut, meine starke Rechte half mir dazu, daß es ausgeführt wurde, und dieses scharfe Schwert, da du soeben kennen lerntest – keiner noch ward kühn als Greis, der in der Kindheit kraftlos war.“

Fafnir erwiderte: „Das weiß ich, daß du, wenn du bei deinen Gesippen aufgewachsen wärst, zornig zu kämpfen wissen würdest. Aber das ist höchst wunderbar, daß ein Kriegsgefangener, der Ketten trug, sich erkühnt haben sollte, gegen mich zu kämpfen – denn Unfreie sind immer voll Angst im Kampfe.“

Sigurd sprach: „Du wirfst mir vor, daß ich fern von meinen Gesippen weilte; aber ob ich auch kriegsgefangen war, so trug ich doch keine Ketten; und du hast es gefühlt, daß ich frei war.“

Fafnir antwortete: „Als Zorneswort faßt du alles auf, was ich sage – aber dieser Hort, den ich gehabt habe, bringt dich zur Hel.“

Sigurd sprach“ Jeder will seines Reichtums raten bis zu seinem Todestage, und einmal muß doch jeder sterben.“

Fafnir antwortete: „Wenig willst du nach meinen Ratschlägen handeln; aber ertrinken wirst du, wenn du unvorsichtig über See fährst – warte lieber am Lande, bis der Wind sich legt.“

Sigurd sprach: „Sage mir, Fafnir, wenn du viel erfahren bist: Welcher Art sind die Nornen, die Mütter erlösen von Leibesfrucht?“

Fafnir entgegnete: „Viel sind sie und verschieden gestaltet. Etliche stammen von den Asen, etliche von den Alfen, und etliche von Dvalins Geschlecht.“

Sigurd fragte: „Wie heißt das Eiland, wo die Asen den Schwerttau zusammen mit Gurt mischen?“

Fafnir antwortete: „Oskopnir heißt es.“ Fafnir sprach weiter: „Regin, mein Bruder, riet mir den Tod, und das freut mich, daß er auch dir den Tod rät – so geschieht es dann, wie er wollte.“

Weiter sprach Fafnir: „Den Schreckenshelm trug ich zum Schutz gegen alles Volk, seitdem ich auf dem Erbe meines Bruders lag; und so schnob ich Gift nach allen Seiten hin von mir fort, daß niemand noch mir zu nahen wagte; kein Schwert schreckte mich, und nie fand ich so viele Männer gegenüber, daß ich mich nicht weit stärker dünkte, alle aber hatten Angst vor mir.“

Sigurd antwortete: „Der Schreckenshelm, von dem du schwatzest, schützt wohl keinen; denn jeder, der mit vielen zusammentrifft, findet das irgend einmal, daß keiner der Kühnste ist.“

Fafnir antwortete:“ Das rate ich dir, nimm dein Roß und reite schleunigst von hinnen; denn oft begibt es sich, daß der, der die Todeswunde empfängt, sich selber rächt.“

Sigurd antwortete: „Das ist dein Rat, aber anders werde ich handeln: ich werde nach deiner Behausung reiten und dort den reichen Hort holen, den deine Gesippen besessen haben.“

Fafnir entgegnete: „Du wirst dahin reiten, wo du so viel Gold findest, daß es für dein Leben ausreicht – aber der Hort bringt dich zur Hel und jeden andern, dem er gehört.“

Sigurd stand auf und sagte: „Heim würde ich reiten, und sollte ich auch dieses viele Gold missen, wenn ich wüßte, daß ich niemals zu sterben brauchte – doch jeder kühne Mann will schalten und dem Schatz bis zu dem einen Tage. Du aber, Fafnir, liege im letzten Todeskampfe, wo dich Hel habe!“ Und da starb Fafnir.

 

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