Manfrieds Trelleborg - Pergamentum - Im Auftrag der Prophetin
   

Pergamentum

 
Rezension: Marion Lohmann

 
Ein weiteres Buch von Heike Koschyk möchte ich hier vorstellen - keine Biografie, sondern einen historischen Kriminalroman. Eindrucksvoll finde ich das Cover mit der Darstellung eines Kirchengewölbes - passend zum Thema.
In einem Kloster wird ein Mönch tot im Scriptorium gefunden, eine Nonne stirbt und ein Brand zerstört das Dach der Klosterkirche. Die junge Adelige Elysa wird als Novizin getarnt von der erzbischöflichen Kanzlei mit der Aufklärung der Vorfälle in der düsteren Umgebung desKlosters betraut - und kommt dabei einem großen Geheimnis auf die Spur.
Eigentlich ein ganz normaler Kriminalroman, könnte man meinen - aber man wird nach den ersten Sätzen schon eines besseren belehrt.
Schon im Prolog baut die Autorin fesselnde Spannung auf, lässt Fragen unbeantwortet und lädt so - nein, zwingt fast zum Weiterlesen. Diese Spannung setzt sich durch das ganze Werk fort - ich mochte dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Mühelos erzählt die Autorin ihre Geschichte aus der Sicht mehrer Personen. Da sind Elysa, die junge, gebildete Adelige, die verbittert wirkende Priorin oder auch die herzliche Margarethe und nicht zuletzt der Kanonikus Clemens, deren Charaktere einfühlsam und facettenreich gezeichnet werden. Die düstere Stimmung eines mittelalterlichen Klosters wird nicht minder sorgfältig beschrieben, lässt den Leser das Klosterleben der damaligen Zeit miterleben.
Voller überraschender Wendungen und immer neuer Erkenntnisse ist die Handlung, führt so die Protagonisten langsam nur zum Ziel. Unaufdringlich, beinahe behutsam fügt die Autorin Fakten und Informationen über die Zeit ein, bringt mit gleicher Vorsicht aber doch nachhaltig das Leben und Wirken Hildegard von Bingens mit ein, lässt die "lingua ignota" - die "Geheimsprache" der großen Visionärin - mit in diesen Roman einfließen, lässt diese Sprache zu einem wichtigen Element der Geschichte werden, lässt so die junge Elysa bis zuletzt gleichsam suchend umherirren und baut so zusätzliche Spannung auf, lädt auch ihre Leser zum Miträtseln ein.
Die bildgewaltige, opulente Sprache trägt zu dieser Spannung bei und unterstützt nachhaltig die Handlung.
 
Fazit
Heike Koschyk ist bei diesem Werk in ihrem Element. Es ist ihr gelungen, das Leben und Werk Hildegard von Bingens in eine packende, spannende Geschichte einzubringen. Die sorgfältige Recherche und großartige Sprache, die einfühlsam dargestellten Charaktere mit allen ihren Ängsten und Wünsche lassen diesen Roman zu einem Lesevergnügen werden.
Meine Bewertung: Dieses Buch muss man einfach gelesen haben.

 

Quelle: Archiv - Praeco Medii Aevi

Pergamentum

Heike Koschyk
Pergamentum
Im Auftrag der Prophetin
 
Erschienen im:
www.rheingauer-verlagshaus.de
August 2009
Gebunden, 426 S.
ISBN: 978-3-352-00772-9
EURO 19,95

 
Inhalt:
Im Auftrag der Prophetin
„Die Elemente treten an, die Welt zu vernichten, wenn die Menschheit sich nicht gegen den Einen stellt, der das Verderben bringt.“
An einem stürmischen Abend im Jahr 1188 klopft ein Mönch an die Pforte des Nonnenkloster Eibingen. Seine Haare sind schneeweiß, Augenbrauen und Wimpern fehlen, das Gesicht ist fratzenhaft verzerrt.
Die Nonnen glauben, der Antichrist sei gekommen. Doch es ist Bruder Adalbert vom Kloster Zwiefalten, früher gern gesehener Gast bei der legendären Hildegard von Bingen. Am nächsten Morgen liegt der Mönch tot im Skriptorium, in der Hand ein rätselhaftes Pergament. Kurz darauf stirbt eine Nonne, und ein Brand zerstört das Dach der Klosterkirche.
Im Auftrag der erzbischöflichen Kanzlei soll die Adelige Elysa die mysteriösen Vorfälle als zukünftige Novizin aufklären. Einziger Hinweis ist das Pergament, auf dem Worte in der Geheimsprache Hildegards verborgen sind. Bald ahnt Elysa, dass es nicht nur um einen Kampf zwischen Gut und Böse geht, sondern um das Überleben der gesamten christlichen Welt. Doch es bleiben ihr nur vier Tage, die Botschaft der Prophetin zu entschlüsseln und den teuflischen Feind zu enttarnen.
 
Die Autorin Heike Koschyk
Heike Koschyk wurde 1967 in New York geboren und wuchs in Hamburg und Travemünde auf. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Fünfzehn Jahre arbeitete sie in ihrer eigenen Modeagentur und leitete nach der Ausbildung zur Heilpraktikerin eine Naturheilpraxis mit Schwerpunkt Klassischer Homöopathie.
Bereits als Kind hatte sie den großen Wunsch, Schriftstellerin zu werden. Doch erst nach der Veröffentlichung eines Praxisbuches für Therapeuten fasste sie den Mut, ihren lang gehegten Traum zu verwirklichen und begann, Kriminalromane zu schreiben.


 

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