Merlin - der Druide von Camelot

 
Rezension: Marion Lohmann

 
Merlin, der sagenumwobene Druide der Kelten - wem ist er nicht bekannt.
Vor mir liegt Manfred Böckls Buch über diesen geheimnisvollen Druiden. Die Aufmachung des Covers ist dem großen Titelhelden angepasst - magisch mit keltischen Symbolen und natürlich „Excalibur“ gestaltet. Gefällig ist die Aufmachung und verspricht Lesespaß.
Romane über Avalon, Camelot, Artus und natürlich auch Merlin habe ich schon viele gelesen und so bin ich erwartungsvoll, wie dieser Roman seinen Merlin zeichnen wird.
Schon in seinem ausführlichem Vorwort bezieht der Autor klar Stellung. Sein Buch reiht sich nicht in die Liste der üblichen „Merlin und Arthus Romane“ ein, sondern er sucht die historischen Quellen, stellt Bezug zur geschichtlichen Figur des Merlin her, greift auf die "Historia Regum Britanniae" und die "Via Merlini" von Geoffrey of Monmouth zurück ergänzt von umfangreichen Recherchen in England und Wales und dem Studium alter, in Vergessenheit geratener Schriften.
Konsequent nennt er Merlin bei seinem richtigen Namen - Myrddin und so verwundert es auch nicht, das auch das sagenhafte Schwert Excalibur einen anderen Namen hat - Caladfulch.
Das sagt schon einiges über Manfred Böckls Buch aus - er räumt mit den vielen bisherigen sagenhaften Schilderungen auf, befreit seinen Protagornisten von vielfältigen Andichtungen vergangener Jahrhunderte.
Der Autor lässt seinen alten Titelhelden, das nahe Lebensende ahnend, auf sein bewegtes Leben zurückblicken und erzählt diesen Rückblick seinen Lesern. Wer nun heroische, tugendhafte Ritter, ein glänzendes Camelot oder magische Zauberei erwartet, der wird enttäuscht. Manfred Böckl zeichnet das historische Leben Myrddins nach, erstellt mit seinem Roman quasi einen Lebenslauf.
So werden viele Fragen über Myrddins Leben beantwortet - angefangen mit seinem Geburtsort über seine Ausbildung zum Druiden, über Freunde und Feinde, natürlich auch über Arthus und Caladfulch. Man könnte fast meinen, man hätte ein Geschichtsbuch vor sich, so detailliert beschreibt der Autor das damalige Leben und so erhält man fast nebenbei noch viele interessante Informationen über die Kelten und ihre Welt.
Es gelingt dem Autor diese Flut an Daten und historischen Fakten in einen spannenden und sehr guten Roman einzubinden, unterstützt von einem sehr hohen sprachlichen Niveau und bester Erzählkunst.
 
Fazit
Manfred Böckls Roman über den Druiden Merlin/Myrddin hebt sich deutlich ab - und das auf eine sehr positive und angenehme Weise. Anschaulich und glaubwürdig beschreibt er das Leben seines Titelhelden, fernab von jedem Pathos und sagenhafter Ritterwelt. Der umfangreiche Glossar mit seinen Erklärungen und Karten rundet dieses Buch ab.
Mein Urteil: Absolut empfehlenswert - das beste Buch über Merlin, das ich bisher gelesen habe.

 

Quelle: Archiv - Praeco Medii Aevi

Merlin - der Druide von Camelot

Manfred Böckl
Merlin - der Druide von Camelot
Der sagenumwobene Druide der Kelten
 
Erschienen im:
Aufbau Verlag
Juni 2007
Taschenbuch 585 S.
ISBN: 978-3-7466-1299-7
EURO 9,95

 
Inhalt:
Als Merlin 520 n. Chr. einsam in den Wäldern Kaledoniens sein Ende nahen sieht, blickt er auf ein bewegtes Leben zurück: Einst erzog er den kleinen Arthur zum König und war ihm stets ein treuer Begleiter. Später führte er die Britannier erfolgreich gegen die Germanen an, nun geht er als sagenumwobener Weiser auf seine letzte Reise in die Anderswelt.
 
Der Autor Manfred Böckl
Manfred Böckl, geb. 1948 in Landau/Isar. Zunächst Redakteur einer bayerischen Tageszeitung, seit 1976 freier Schriftsteller. Veröffentlichung zahlreicher historischer Romane und Sachbücher. Der international bekannte Autor ist Experte für keltische Mythologie. Der Autor lebt in Salzberg im Bayerischen Wald.


 

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