Das Buch der Sünden

 

Rezension: Manfred Lohmann
 
Axel S. Meyers Debütroman gewann den ersten Preis bei dem Wettbewerb "Historischer Roman des Jahres" des Rowohlt Verlags. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen und gespannt nehme ich das Buch zur Hand - ansprechend ist das Cover und die Inhaltsangabe auf der Rückseite hört sich vielversprechend an.
Das Buch beginnt etwas zäh, es will sich nicht so recht Lesevergnügen einstellen - aber das ändert sich schon bald. Der Autor webt um seine Hauptfiguren eine verzweigte doch in sich stimmige und vielschichtige Geschichte. Da ist der Mönch Odo, der als Kind den Wikingerüberfall auf Paris und die Ermordung seiner Eltern erleben musste, im Kloster aufwuchs, eben dort das "Buch der Sünden" findet, sich fortan für ein Werkzeug Gottes hält und von Rachegedanken geleitet nach Haitabu reist, um den ihm von Gott gegebenen Auftrag zu erfüllen.
Dort trifft er auf die zweite Hauptfigur des Romans - Helgi, den Sohn eines Schmiedes, der in die Sklavin Runa verliebt ist und von Fluchtgedanken zusammen mit seiner großen Liebe beseelt ist.
Es kommt zu seiner Serie schrecklicher Ritualmorde in der Stadt, zu einer großen Feuerbrunst im Sklavenviertel, die den Liebenden die Gelegenheit zur Flucht gibt, aber - und hier laufen die Fäden zusammen - verfolgt von Odo, der in Helgi den Teufel zu sehen glaubt.
Axel Meyer gelingt es, seine Protagonisten glaubwürdig und facettenreich zu beschreiben, ihre Charaktere realistisch zu schildern. Er lässt seine Figuren "wachsen", seine Geschichte erstreckt sich über beinahe zwanzig Jahre und anschaulich zeigt der Autor die Veränderungen dieser lange Zeitspanne auf. Geschickt baut er geschichtlich belegte Personen in seinen Roman ein, verlegt die Orte der Handlung an heute noch existierende historische Orte, lässt so ein authentisches Bild einer recht trostlosen und harten Zeit lebendig werden, beschreibt detailreich die damaligen Lebensumstände.
Mitunter sind es etwas viele Zufälle, zu konstruiert und unwahrscheinlich, die die Handlung weiterführen, aber das beeinträchtigt das Lesevergnügen nicht. Mit vielen kleinen Nebensträngen baut der Autor seine Geschichte immer wieder auf, erzeugt neue Spannug und schafft so ein spannendes, durchaus fesselndes Buch.
 
Fazit:
Das Buch der Sünden ist ein durchaus bildstarker Roman, mit vielen belegbaren historischen Fakten angereichert wirkt er sehr realistisch. Der Schreibstil ist gefällig, der Autor entwirft ein realistisches Bild der damaligen Zeit. Die gelungene Mischung aus Krimi und Thriller lassen Spannung aufkommen, die Morde und Schlachten werden objektiv dargestellt, der Alltag der Menschen wird gut beschrieben. Der etwas langatmige Einstieg schmälert den sehr positiven Eindruck, den der Roman bei mir hinterließ, ein wenig. Meine Bewertung: Empfehlenswert

 

Quelle: Archiv - Praeco Medii Aevi

 

Buch der Sünden

Axel S. Meyer
Das Buch der Sünden
Hoch im Norden haust das Böse
 
Erschienen im:
rororo Taschenbuchverlag
Aug.2010
Paperback, 784 S.
ISBN: 978-3-499-25380-5
EURO 9,95

 

Inhalt:
Hoch im Norden haust das Böse.
Im Jahre 843 bringen die Normannen den Tod nach Paris. Die Mörder kommen über die Flüsse: Am Morgen besetzen 120 Drachenboote die Seineinsel, am Abend sind die Straßen mit Leichen übersät. Brandgeruch liegt in der Luft.
Hilflos muss der junge Odo mit ansehen, wie sein Vater getötet und seine Mutter verschleppt wird. Er schwört Rache. Jahre später fällt ihm im Kloster Sankt Gallen eine Schrift in die Hände: Das Buch der Sünden. Es prophezeit den Untergang der heidnischen Welt – sobald die sieben Todsünden gesühnt sind. Besessen von der Idee, dieses Werk zu verrichten, macht sich Odo auf den Weg nach Norden. In die gottlose Stadt der Wikinger, nach Haithabu …
 
Autor Der Autor Axel S. Meyer:
 
Axel S. Meyer, geboren 1968 in Braunschweig, studierte Germanistik und Geschichte. Während seines Studiums arbeitete er unter anderem als Comiczeichner.
Er lebt heute in Rostock, wo er als Reporter und Redakteur der «Ostsee-Zeitung» tätig ist. Mit dem «Buch der Sünden» gewann er den ersten Preis im Wettbewerb «Historischer Roman des Jahres» (2009) des Rowohlt Verlags. Faktensatt und spannend: für die Fans von Bernard Cornwell.

 


 

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