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Runen-Code der Wikinger entschlüsselt?
Runen-Code der Wikinger entschlüsselt?

sciencenordic.com/sites/default/files/imagecache/620x/jotunvillurFORSIDE_None.jpgJahrelang wrde geforscht und gerätselt – jetzt scheint es einem norwegischen Wissenschaftler gelungen zu sein, den uralten Code "Jötunvillur" zu entschlüsseln. Anscheinend brauchten die Wikinger ihn aber keineswegs, um Geheimnisse weiterzugeben.

Ein paar senkrechte Rillen in einem Stück Holz haben Wissenschaftlern jahrelang Kopfzerbrechen bereitet. Denn hinter ihnen verbirgt sich eine verschlüsselte Botschaft der Wikinger. Jetzt ist es dem Norwegischen Runen-Experten Jonas Nordby von der Universität Oslo zum ersten Mal gelungen, den Jötunvillur-Code aus dem 12. oder 13. Jahrhundert zu entschlüsseln.
Auf dem Stöckchen hätten die Namen „Sigurd“ und „Lavrans“ gestanden: Der Wissenschaftler habe den Code knacken können, weil die beiden Männer das sowohl in gewöhnlichen Runen als auch in Geheimschrift in das Holz geritzt hätten. „Hinter den beiden Namen stand eine Kombination an Schriftzeichen, die keinen Sinn ergab“, zitiert der „Guardian“ den Wissenschaftler, der gerade an seiner Doktorarbeit über Runen schreibt. Doch dann habe er ein System erkannt. Der Code sei nur aus neun Inschriften bekannt, die an verschiedenen Orten in Skandinavien gefunden wurden.

„Küss mich“ als "Strichcode"
Die Wikinger hätten sich jedoch oft Botschaften auf Stöckchen zukommen lassen, erklärte der Wissenschaftler. In Skandinavien seien viele solche Stöcke ausgegraben worden. Sie stammten aus dem 11. oder 12. Jahrhundert und nur wenige Inschriften darauf verwendeten Codes – und noch weniger den Jötunvillur-Code.
Nordby glaubt, dass die Wikinger die Codes nicht benutzten, um Botschaften zu verschlüsseln. Sie hätten sie vielmehr zu Bildungszwecken genutzt, erläutert er. Es habe keine Schulen gegeben, in denen das Runen-Alphabet gelehrt wurde. Aber indem man es über Spiele, Gedichte und Codes weitergab, brachte man es der nächsten Generation spielerisch bei, erklärt der Wissenschaftler weiter. Das die Botschaften nicht immer ernst und wichtig waren, beweise eine Inschrift, heißt es auf dem Portal. Die laute nämlich schlicht „küss mich“ (Siehe Abb. oben).

Quellen:
Text: www.focus.de
Bild: forskning.no

.. sich erinnern heißt nicht Asche streuen, sondern das Feuer weitergeben ..

Das ist sehr interessant. Und beweist wieder einmal, dass die Liebe zu allen Zeiten einer der wichtigsten Gründe für Kommunikation war. Zwinker
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