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Das Blót
Was ist ein Blót?

Auffallend im nordischen Festkalender ist, dass alle Feiertage mit der Silbe „blót“ enden. Die wahrscheinlichste Grundbedeutung des Verbs blóta ist "stärken" oder "mit magischer Kraft füllen".
Jedes Blót war auch mit einem Festmahl verbunden. Tiere wurden geopfert, das bedeutet sie wurden den Göttern und Göttinnen geschenkt, um sie zu "nähren", damit sie in der Lage waren, für Fruchtbarkeit und Wohlergehen zu sorgen. Außerdem vertieften die Menschen die freundschaftlichen Bande zwischen ihnen und den Göttern.
Das wichtigste Ritual, dass bei diesen Festen durchgeführt wurde, war das Segnen:

„Sigurd, der Jarl von Lade, war ein eifriger Opferer, und dies war auch schon sein Vater Håkon gewesen. Sigurd stand allen Opferfesten dort in Drontheim an Stelle des Königs vor. Es war alter Brauch, dass, wenn ein Blutopfer stattfinden sollte, alle Bauern an die Stätte zu kommen hatten, wo der Tempel stand, und dass sie dort alle Lebensmittel mitbringen mussten, die sie nötig hatten, solange das Fest währte. Und zu diesem Fest sollten außerdem alle Männer Bier mitbringen. Man schlachtete dort auch Vieh aller Art und besonders Pferde. Alles Blut aber von diesen nannte man Opferblut, die Schalen, in denen das Blut stand, Opferschalen. die Opferwedel waren aber nach Art von Sprengwedeln gemacht. Mit diesen sollten die Götteraltäre allesamt bespritzt werden, ferner die Wände des Tempels innen und außen. Auch auf die Menschen sollte man das Opferblut mit ihnen sprengen. Das Fleisch aber sollte gesotten werden zu frohem Schmaus für die Anwesenden. Feuer aber waren in der Mitte des Tempelflures angezündet, und Kessel sollten darüber sein, und man sollte die vollen Becher über das Feuer hin reichen. Der Veranstalter und Leiter des Festes aber sollte die Becher und die ganze Opferspeise segnen. Zuerst sollte man den Odinsbecher für den Sieg und die Herrschaft seines Königs trinken, und dann die Becher des Njörd und des Frey für fruchtbares Jahr und Frieden. Danach pflegten manche Männer den Bragi-Becher zu trinken. Man trank auch Becher auf seine Verwandten, die schon im Grabe lagen, und diese nannte man Gedächtnis-Becher.“

-Heimskringla. Saga Hákonar góða. Kap. 16. Übersetzt von Felix Niedner

Und allen die es nicht wissen, sei es gesagt: Völva bedeutet, 'Sie, die sieht',
aber nicht die Zukunft, wie man allgemein glaubt, sondern die wahre Natur des irdischen Lebens.
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