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Zweite Wikingersiedlung in Kanada?
Zweite Wikingersiedlung in Kanada?


Seit Jahren häufen sich Hinweise, dass neben der bekannten Wikingersiedlung L'Anse aux Meadows in Kanada eine zweite existierte. Ein neuer Beleg für die Anwesenheit der Normannen auf der kanadischen Baffininsel könnte nun der entscheidende Beweis sein.

In den 1960er Jahren sorgte der Fund einer wohl von isländischen Wikingern bewohnten Siedlung in L'Anse aux Meadows im Norden Neufundlands für eine Sensation. Einige meinen darin gar die Wohnstätte des isländischen Amerikaentdeckers Leif Erikssons zu sehen. Nun häufen sich Hinweise, dass der Kontakt zwischen den Normannen und der „Neuen Welt“ tiefgreifender war als angenommen. Kanadische Archäologen glauben, auf der Baffininsel im Nordosten Kanadas eine zweite Wikingersiedlung ausgemacht zu haben.

Bereits 2008 vermeldete die kanadische Archäologin Patricia Sutherland vom Canadian Museum of Civilisation dort auf Behausungen aus Stein gestoßen zu sein, deren Bauweise nicht jener entsprach, wie sie bei den Ureinwohnern der Insel üblich gewesen sei. Dies galt ebenso für ein steingefasstes Entwässerungssystem und Holzverzierungen. Die Gebäude ähnelten jedoch auf Grönland gefundenen Wikingerhäusern. Auch Reste von gesponnenem Garn verwiesen auf den Einfluss normannischer Kultur. Die Funde konnten auf eine Zeit vor dem Jahr 1000 datiert werden. Anders als auf Neufundland belegen sie jedoch nicht eindeutig, dass Normannen tatsächlich dort siedelten. Sie könnten auch Ergebnis kulturellen Austauschs zwischen europäischen Seefahrern und nordamerikanischen Ureinwohnern gewesen sein.

Anfang Oktober präsentierte Sutherland jedoch einen weiteren Fund, der die Wahrscheinlichkeit einer normannischen Besiedelung der Baffininsel erheblich erhöht. Innerhalb eines der Gebäude stieß sie auf Wetzsteine, in deren Abnutzungsfurchen Spuren von Kupferlegierungen festgestellt werden konnten, deren Herstellung zwar den Normannen, jedoch nicht den Ureinwohnern bekannt war.

Sutherland vermutet, dass normannische Entdecker die lange Reise angetreten haben könnten, um nach Handelsgütern, wie etwa Pelz und Walrosszahn, zu suchen. Möglicherweise knüpften sie gar Handelsbeziehungen in der Neuen Welt und bildeten so ein erstes transatlantisches Handelsnetz.

Quelle:
www.g-geschichte.de

.. sich erinnern heißt nicht Asche streuen, sondern das Feuer weitergeben ..

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