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Die Bedeutung von Lugnasadh und dem Schnitterfest
Die Bedeutung von Lugnasadh und dem Schnitterfest


www.manfrieds-trelleborg.de/images/forumbilder/Bedeutung_Lugnasadh_Schnitterfest.jpgDas keltische Lugnasadh - oder das nordgermanische Schnitterfest – bezeichnet den Beginn der Erntezeit und wird allgemein am 1. August oder dem nächstgelegenen Vollmond gefeiert.
In dieser Zeit sind die Tage bereits deutlich kürzer, aber trotzdem scheint die Sonne kräftiger als in den Wochen zuvor. Sie nährt die Natur noch einmal mit ihrer ganzen Kraft und alles steht in höchster Pracht und Fülle.

Bei den Kelten war dieses Fest dem Sonnengott Lug geweiht; daher die Bezeichnung Lugnasadh. Lug opferte sich als Kornkönig für die Ernte und die schwangere Göttin trauerte um ihren Geliebten und Sohn. Sie wusste aber, dass er schon bald - zur Wintersonnenwende – wiedergeboren wird, um in den ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen wieder einzutreten, denn sie trug ihn ja bereits in sich.

In der nordgermanischen Mythologie ist es der Sonnengott Baldur, der durch Lokis List stirbt und nach seinem Tod in das Innere der Erde, zur Göttin Hel wandert. Die Helligkeit nimmt spürbar ab, die Lebenskraft des Gottes schwindet, die Nacht siegt über den Tag und die Finsternis über das Licht. Der Gott stirbt, so wie das Korn stirbt, damit die Menschen überleben können.

Getreide und Früchte sind nun reif für die Ernte und die Menschen legen die ersten Vorräte für den Herbst und den harten Winter an. „Herbst“ und das nordische „haust“ bedeuten wie das englische „harvest“ Ernte. Lugnasadh und das Schnitterfest waren und sind in erster Linie ein Erntefest, an dem ein Dankopfer an die Götter für die erfolgreiche Ernte dargebracht wurde.

Als Schutzgott der Bauern verehrten die Germanen zu diesem Anlass auch den Donnergott Thor, der als Herr des Gewitters sich durch Blitz und Regen mit dem Gelb des Getreidefeldes vermählt und es reifen lässt.
In den alten Volkssagen begegnet uns Thors Gemahlin Sif als Kornmutter oder Roggenmuhme und ihre langen goldgelben Haare symbolisieren die goldenen Halme des reifen Ährenfeldes. Sie ist ein Aspekt der Erdgöttin, denn ihr Name wird in der jüngeren Edda unter den verschiedenen Namen der Fjörgyn ebenfalls aufgezählt.

In den Mythen wird erzählt, dass Loki aus reiner Boshaftigkeit Sifs Haare abschneidet. Doch unter Thors Zorn und Androhung, ihm alle Knochen im Leibe zu zerschlagen, verspricht Loki, für Sif einen neuen Haarschmuck von den Zwergen herstellen zu lassen. Sie fertigen der Erdmutter kunstvoll eine goldene Blätterkrone an, die das goldene Laub verkörpert, welches der Herbst nun bald bringen wird. Von Sifs Haar lassen sich alle Märchen ableiten, bei denen es darum geht, aus Stroh Gold zu spinnen.

Und allen die es nicht wissen, sei es gesagt: Völva bedeutet, 'Sie, die sieht',
aber nicht die Zukunft, wie man allgemein glaubt, sondern die wahre Natur des irdischen Lebens.
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