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Yr und Isa - Die Runen im Lenzing 19.02. - 20.03
Über Runen wurden in den letzten Jahrzenten sehr viele esoterische Bücher geschrieben. Auch im Internet existieren viele Webseiten, in denen man etwas zur "Deutung" der Runen lesen kann. Manche lesen sich interessant, andere haben wenig oder gar kein Hintergrundwissen. Jeder scheint in den Runen etwas anderes zu sehen und vielleicht sind sie ja gerade deshalb so geheimnisvoll.

Ich möchte nicht bestreiten, dass unsere Vorfahren einen "Blick in die Zukunft" wagten. Ich bezweifele aber, dass sie dazu Runen verwendeten. Diese These ist in keiner historischen Quelle eindeutig belegt - auch im 20. Vers der Völuspa, dem ersten Lied der EDDA, ist von "Losen" die Rede und nicht eindeutig von Runen:

"Davon kommen Frauen, vielwißende,
Drei aus dem See dort unterm Wipfel.

Urd heißt die eine, die andre Werdandi:
Sie schnitten Stäbe; Skuld hieß die dritte.
Sie legten Looße, das Leben bestimmten sie
Den Geschlechtern der Menschen, das Schicksal verkündend."


Die esoterischen Interpretationen der Runen sind mannigfaltig - eine davon möchte ich als abschreckendes Beispiel gerne hier vorstellen.
Hier wurde das ältere, "gemeingermanische Futhark" mit seinen 24 Runen verwendet bzw. entfremdet.

Die Auflistung der Runen entspricht nicht der üblichen und überlieferten Reihenfolge des Futharks, sondern einer frei erfundenen Zuordnung dem Jahreskreis entsprechend, beginnend im Frühjahr. Daraus ergibt sich eine Zuordnung von jeweils zwei Runen in jedem (Mond-) Monat.
Diese Variante soll es angeblich ermöglichen, die Aussagekraft der Runen leichter zu erfassen, weil sie so den "Kreislauf der Natur widerspiegeln".
Ich möchte aber ausdrücklich darauf hinweisen, dass dieser Interpretationsversuch der Runen kein altes, von unseren Vorfahren überliefertes Wissen, sondern eine unhaltbare Erfindung der Neuzeit und zudem ein klassisches Beispiel dafür ist, wie die Runen auseinander gerissen und ihrem mythologischen Kontext völlig entfremdet wurden.
Insbesondere bei dieser Variante wurde sehr geschickt, für den Runen-Neuling nicht erkennbar und für den Fortgeschrittenen irreführend gearbeitet.
Sie eignet sich lediglich dazu, sich "spielerisch" den Runen zu nähern - auf eine fragwürdige divinatorische Deutung der Runen möchte ich hier verzichten.


Ich distanziere mich hiermit ausdrücklich von allen esoterischen Ausführungen über die Runen und unsere Mythologie!



Yr


www.manfrieds-trelleborg.de/images/forumbilder/Yr.jpgBeschreibung:
Im Lenzing herrscht die Göttin Eir. Eir ist die Ärztin unter den Asen, woraus ersichtlich wird, dass die Heilkunde bei unseren Vorfahren in der Hand der Frauen lag. Ihre Rune ist die Rune Yr, die uns wieder zu unseren Wurzeln zurückführt. Yr symbolisiert die Wurzeln des Weltenbaumes Yggdrasil, welche hinabreichen bis in die tiefsten Ur-Gewässer, die wiederum das kollektive Unbewusste repräsentieren. Interessant ist in diesem Zusammenhang zweierlei:
Das Wort Eir ist etymologisch dasselbe wie Arzt und auch Irrtum. Viele Krankheiten entstehen durch Nichtbeachtung der kosmisch-biologischen Gesetze, denen alle Lebewesen unterworfen sind. Und wer krank ist, braucht einen Arzt.
Astrologisch ist das Zeichen der Fische der Trug, Irrtum, Nebel, wie auch das Ausland, so dass wir im Fische-Zeitalter gerade diesen Entsprechungen erlagen und dadurch krank geworden sind, was im höheren geistigen Sinne zu verstehen ist. Die vergangen etwas mehr als 2000 Jahre des Fische-Zeitalters brachten uns Verdunkelung und entwurzelten uns in jeder Hinsicht - körperlich, geistig und auch seelisch (u.a. durch die gewaltsame Einführung des Christentums durch die römische Kirche). Doch liegt bereits in der gleichen Rune die Heilung: nämlich zur Wurzel zu gehen. Dort, im eigenen Innern, in der Berührung mit dem Göttlichen, wird man die wundersamsten Schätze finden.

Anmerkung:

Die Rune "Yr" ist keine Rune des 24ger Futharks und wurde hier einfach aus dem jüngeren Runenfuthark hinzugefügt. Diese Rune hat auch nichts mit der Göttin Eir zu tun. Im altisländischen Runengedicht bezeichnet sie die Eibe bzw. den Eibenbogen.


Isa


www.manfrieds-trelleborg.de/images/forumbilder/Isa.jpgBeschreibung:
Die männliche Entsprechung zur Göttin Eir ist der Meeresgott Njörd, einer der obersten Gottheiten aus dem alten Geschlecht der Wanen und Vater von Freya und Freyer. Seine Rune ist die Rune Isa. Auch diese Rune weist nach innen, ins eigene Ich. Sie ist einmal der aufrechtstehende, (männliche) Mensch und zugleich der Eiszapfen, denn der männliche Urahn unserer heimischen Mythologie ist der Eisriese Ymir. Sein Element ist das Eis, das Immerwährende-Ewige wie das Ich und der Tod. Das Ich in der Form ewiger Schöpferkraft und dadurch der geistigen Grundlage allen Lebens, wie es sich im Zeichen des Stabes (Zauberstab, DirigentenstaCool noch als Symbol erhalten hat. Aufgrund des Wasserelements sind bei dieser Rune die Emotionen mächtig und zauberkräftig, wie alles Nichtverkörperte.

Bearbeitet von Siglinde Litilvoelva am 04-01-2016 15:50

Und allen die es nicht wissen, sei es gesagt: Völva bedeutet, 'Sie, die sieht',
aber nicht die Zukunft, wie man allgemein glaubt, sondern die wahre Natur des irdischen Lebens.
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