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Weiterer Goldschmuck freigelegt
Archäologen legen weiteren Goldschmuck frei

In Ludwigsburg haben Archäologen weiteren Goldschmuck aus dem sogenannten Keltenblock freigelegt. Dabei handelt es sich um ein etwa 2.600 Jahre altes Grab einer Fürstin. Die Wissenschaftler bargen einen reich verzierten Ohrring mit Anhänger und eine Gewandspange.

Die Forscher kratzten dafür am Dienstag die letzten Erdreste rund um ein etwa 26 Zentimeter langes Goldband mit dornenähnlicher Spitze frei. Es wurde vermutlich gebogen als Ohrring getragen. Das Stück ist nach Angaben der Ausgräber vermutlich der erste Goldfund dieser Art.
Der "Keltenblock" genannte Erdquader wurde in der Donauniederung am Fürstensitz Heuneburg, nahe dem heutigen Herbertingen (Kreis Sigmaringen), gefunden. Im Dezember 2010 wurde der 80 Tonnen schwere Block komplett freigelegt und als Quader von der Heuneburg in ein Speziallabor nach Ludwigsburg gebracht, wo er seitdem abgetragen wird. In dem 4 x 5 Meter großen Fürstinnengrab konnten die Archäologen bisher vor allem Goldschmuck, Bernsteinperlen und Armringe aus der Pechkohle Gagat freilegen. Einige Grabfunde sollen von September an in der Landesausstellung "Die Welt der Kelten" in Stuttgart zu sehen sein.

Alte und bedeutende Keltenstadt

Archäologen gehen davon aus, dass es sich bei der Heuneburg um die älteste Stadt nördlich der Alpen, möglicherweise sogar um die älteste Stadt außerhalb des Mittelmeerraums handelt. Nach heutigen Erkenntnissen galt der Fürstensitz damals mit seinen 5.000 bis 10.000 Bewohnern für die Kelten als wichtiges Handelszentrum. Funde von griechischen Amphoren belegen, dass die Handelswege bis in den Mittelmeerraum führten. Im 5. Jahrhundert vor Christus zerstörte ein Feuer die Heuneburg und markierte das Ende der Herrschaft auf dem Fürstensitz.


Siehe auch Bericht:
Frühkeltisches Prunkgrab entdeckt

.. sich erinnern heißt nicht Asche streuen, sondern das Feuer weitergeben ..

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