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Othala und Gebo - Die Runen im Nebelung 23.10.- 21.11.
Über Runen wurden in den letzten Jahrzenten sehr viele esoterische Bücher geschrieben. Auch im Internet existieren viele Webseiten, in denen man etwas zur "Deutung" der Runen lesen kann. Manche lesen sich interessant, andere haben wenig oder gar kein Hintergrundwissen. Jeder scheint in den Runen etwas anderes zu sehen und vielleicht sind sie ja gerade deshalb so geheimnisvoll.

Ich möchte nicht bestreiten, dass unsere Vorfahren einen "Blick in die Zukunft" wagten. Ich bezweifele aber, dass sie dazu Runen verwendeten. Diese These ist in keiner historischen Quelle eindeutig belegt - auch im 20. Vers der Völuspa, dem ersten Lied der EDDA, ist von "Losen" die Rede und nicht eindeutig von Runen:

"Davon kommen Frauen, vielwißende,
Drei aus dem See dort unterm Wipfel.

Urd heißt die eine, die andre Werdandi:
Sie schnitten Stäbe; Skuld hieß die dritte.
Sie legten Looße, das Leben bestimmten sie
Den Geschlechtern der Menschen, das Schicksal verkündend."


Die esoterischen Interpretationen der Runen sind mannigfaltig - eine davon möchte ich als abschreckendes Beispiel gerne hier vorstellen.
Hier wurde das ältere, "gemeingermanische Futhark" mit seinen 24 Runen verwendet bzw. entfremdet.

Die Auflistung der Runen entspricht nicht der üblichen und überlieferten Reihenfolge des Futharks, sondern einer frei erfundenen Zuordnung dem Jahreskreis entsprechend, beginnend im Frühjahr. Daraus ergibt sich eine Zuordnung von jeweils zwei Runen in jedem (Mond-) Monat.
Diese Variante soll es angeblich ermöglichen, die Aussagekraft der Runen leichter zu erfassen, weil sie so den "Kreislauf der Natur widerspiegeln".
Ich möchte aber ausdrücklich darauf hinweisen, dass dieser Interpretationsversuch der Runen kein altes, von unseren Vorfahren überliefertes Wissen, sondern eine unhaltbare Erfindung der Neuzeit und zudem ein klassisches Beispiel dafür ist, wie die Runen auseinander gerissen und ihrem mythologischen Kontext völlig entfremdet wurden.
Insbesondere bei dieser Variante wurde sehr geschickt, für den Runen-Neuling nicht erkennbar und für den Fortgeschrittenen irreführend gearbeitet.
Sie eignet sich lediglich dazu, sich "spielerisch" den Runen zu nähern - auf eine fragwürdige divinatorische Deutung der Runen möchte ich hier verzichten.


Ich distanziere mich hiermit ausdrücklich von allen esoterischen Ausführungen über die Runen und unsere Mythologie!



Othala


www.manfrieds-trelleborg.de/images/forumbilder/Othala.jpgBeschreibung:
Im Nebelung herrscht die Göttin Hel (Holda, Holle) und ihre Rune ist die Rune Othala.
Sie bedeutet angeborener Besitz sowie alles Geerbte. Dabei kann es sich um Grundbesitz, um unbewegliche Habe, aber auch um Erbmasse und Erbanlagen handeln. Sie verkörpert auch Heimat, das Zuhause und die Zugehörigkeit. Mit ihr ist auch die Überlieferung von Sitte, Brauchtum und all den unbewussten Erbfaktoren verbunden, die uns im Leben zurechtkommen oder scheitern lassen. Sie ist eine Rune mit mächtigen Gefühlen der Lebensunmittelbarkeit, der Wiedergeburt, dem Überlebenswillen und der Daseinsberechtigung. Weil sie über den Tod hinausgreift ist sie eine Karma-Rune.



Gebo


www.manfrieds-trelleborg.de/images/forumbilder/Gebo.jpgBeschreibung:
Die männliche Entsprechung der Göttin Hel ist der Göttervater Odin / Wotan - Schöpfergott, Toten- und Kriegsgott, Zauberer und Schamane, Gott der Ekstase, Weisheit und Dichtkunst. Seine Rune ist die Rune Gebo.
Gebo ist die Rune des heiligen Mysteriums der Zweiheit in der Einheit und der unbewussten magischen Schaffenskraft. Sie steht auch für die seelische Vereinigung zweier Menschen, gewöhnlich von Mann und Frau, um eine schöpferische Macht hervor zu bringen. Sie ist die Rune der sexuellen Magie.
Das Geheimnis der dieser Rune ist das Gesetz der Polarität und damit der Ewigkeit, der Findung der Zwillingsseele und der Überwindung des Todes sowie der Transformation.

Bearbeitet von Siglinde Litilvoelva am 04-01-2016 15:58

Und allen die es nicht wissen, sei es gesagt: Völva bedeutet, 'Sie, die sieht',
aber nicht die Zukunft, wie man allgemein glaubt, sondern die wahre Natur des irdischen Lebens.
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