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Hagalaz und Raidho - Die Runen im Gilbhart 23.09. - 22.10
Über Runen wurden in den letzten Jahrzenten sehr viele esoterische Bücher geschrieben. Auch im Internet existieren viele Webseiten, in denen man etwas zur "Deutung" der Runen lesen kann. Manche lesen sich interessant, andere haben wenig oder gar kein Hintergrundwissen. Jeder scheint in den Runen etwas anderes zu sehen und vielleicht sind sie ja gerade deshalb so geheimnisvoll.

Ich möchte nicht bestreiten, dass unsere Vorfahren einen "Blick in die Zukunft" wagten. Ich bezweifele aber, dass sie dazu Runen verwendeten. Diese These ist in keiner historischen Quelle eindeutig belegt - auch im 20. Vers der Völuspa, dem ersten Lied der EDDA, ist von "Losen" die Rede und nicht eindeutig von Runen:

"Davon kommen Frauen, vielwißende,
Drei aus dem See dort unterm Wipfel.

Urd heißt die eine, die andre Werdandi:
Sie schnitten Stäbe; Skuld hieß die dritte.
Sie legten Looße, das Leben bestimmten sie
Den Geschlechtern der Menschen, das Schicksal verkündend."


Die esoterischen Interpretationen der Runen sind mannigfaltig - eine davon möchte ich als abschreckendes Beispiel gerne hier vorstellen.
Hier wurde das ältere, "gemeingermanische Futhark" mit seinen 24 Runen verwendet bzw. entfremdet.

Die Auflistung der Runen entspricht nicht der üblichen und überlieferten Reihenfolge des Futharks, sondern einer frei erfundenen Zuordnung dem Jahreskreis entsprechend, beginnend im Frühjahr. Daraus ergibt sich eine Zuordnung von jeweils zwei Runen in jedem (Mond-) Monat.
Diese Variante soll es angeblich ermöglichen, die Aussagekraft der Runen leichter zu erfassen, weil sie so den "Kreislauf der Natur widerspiegeln".
Ich möchte aber ausdrücklich darauf hinweisen, dass dieser Interpretationsversuch der Runen kein altes, von unseren Vorfahren überliefertes Wissen, sondern eine unhaltbare Erfindung der Neuzeit und zudem ein klassisches Beispiel dafür ist, wie die Runen auseinander gerissen und ihrem mythologischen Kontext völlig entfremdet wurden.
Insbesondere bei dieser Variante wurde sehr geschickt, für den Runen-Neuling nicht erkennbar und für den Fortgeschrittenen irreführend gearbeitet.
Sie eignet sich lediglich dazu, sich "spielerisch" den Runen zu nähern - auf eine fragwürdige divinatorische Deutung der Runen möchte ich hier verzichten.


Ich distanziere mich hiermit ausdrücklich von allen esoterischen Ausführungen über die Runen und unsere Mythologie!



Hagalaz


www.manfrieds-trelleborg.de/images/forumbilder/Hagalaz.jpgBeschreibung:
Im Gilbhart herrscht der Gott Forseti und seine Rune ist die Rune Hagalaz oder Hagall.
Der altnordische Name Forseti bedeutet so viel wie „Vorsitzender“. Hagalaz hat die Kraft Forsetis, des allen Streit schlichtenden Gottes. Sie ist die stärkste Rune im ganzen Futhark, was ihre energetische Strahlung betrifft.
Die an einen Eiskristall erinnernde Form der Rune unterstützt jeden Heilungsprozess, wenn man sie z.B auf eine Wunde legt oder bindet.
Außerdem erzeugt sie ein wunderbares Raumklima, wenn man sie in einem Raum aufhängt.
Es ist die Kraft der Liebe und des Friedens, welche den Menschen zugute kommt, die sie anwenden.



Raidho


www.manfrieds-trelleborg.de/images/forumbilder/Runenbasis.jpgBeschreibung:
Die weibliche Entsprechung zu Forseti ist die Göttin Gefjon und ihre Rune ist die Rune Raidho.
Der Sage nach zog Gefjon mit einem Gespann mit vier Ochsen die Grenzen ihres Siedlungslandes Seeland. Daher ist sie die Göttin, die das Recht der Natur des Lebens und der Götter auf Erden kontrolliert.
Mit ihrer Rune Raidho ist die Gesetzmäßigkeit gemeint. Wie Ebbe und Flut, so verlässlich pendelt sie den Rhythmus allen Geschehens, tanzt sie die Kreisläufe, verbindet und verankert alle Wesen und Völker in den Gemeinschaften, die sie nach ordnenden Ritualen gliedert.
Diese Gliederung finden wir in allen Festen wieder, die durch Rhythmen entstehen, in den Gesetzen, die die Grenzen setzen und dadurch Gemeinschaft erst möglich machen.

Bearbeitet von Siglinde Litilvoelva am 04-01-2016 15:59

Und allen die es nicht wissen, sei es gesagt: Völva bedeutet, 'Sie, die sieht',
aber nicht die Zukunft, wie man allgemein glaubt, sondern die wahre Natur des irdischen Lebens.
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