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Ansuz und Ehwaz - Die Runen im Ernting 23.07 - 22.08
Über Runen wurden in den letzten Jahrzenten sehr viele esoterische Bücher geschrieben. Auch im Internet existieren viele Webseiten, in denen man etwas zur "Deutung" der Runen lesen kann. Manche lesen sich interessant, andere haben wenig oder gar kein Hintergrundwissen. Jeder scheint in den Runen etwas anderes zu sehen und vielleicht sind sie ja gerade deshalb so geheimnisvoll.

Ich möchte nicht bestreiten, dass unsere Vorfahren einen "Blick in die Zukunft" wagten. Ich bezweifele aber, dass sie dazu Runen verwendeten. Diese These ist in keiner historischen Quelle eindeutig belegt - auch im 20. Vers der Völuspa, dem ersten Lied der EDDA, ist von "Losen" die Rede und nicht eindeutig von Runen:

"Davon kommen Frauen, vielwißende,
Drei aus dem See dort unterm Wipfel.

Urd heißt die eine, die andre Werdandi:
Sie schnitten Stäbe; Skuld hieß die dritte.
Sie legten Looße, das Leben bestimmten sie
Den Geschlechtern der Menschen, das Schicksal verkündend."


Die esoterischen Interpretationen der Runen sind mannigfaltig - eine davon möchte ich als abschreckendes Beispiel gerne hier vorstellen.
Hier wurde das ältere, "gemeingermanische Futhark" mit seinen 24 Runen verwendet bzw. entfremdet.

Die Auflistung der Runen entspricht nicht der üblichen und überlieferten Reihenfolge des Futharks, sondern einer frei erfundenen Zuordnung dem Jahreskreis entsprechend, beginnend im Frühjahr. Daraus ergibt sich eine Zuordnung von jeweils zwei Runen in jedem (Mond-) Monat.
Diese Variante soll es angeblich ermöglichen, die Aussagekraft der Runen leichter zu erfassen, weil sie so den "Kreislauf der Natur widerspiegeln".
Ich möchte aber ausdrücklich darauf hinweisen, dass dieser Interpretationsversuch der Runen kein altes, von unseren Vorfahren überliefertes Wissen, sondern eine unhaltbare Erfindung der Neuzeit und zudem ein klassisches Beispiel dafür ist, wie die Runen auseinander gerissen und ihrem mythologischen Kontext völlig entfremdet wurden.
Insbesondere bei dieser Variante wurde sehr geschickt, für den Runen-Neuling nicht erkennbar und für den Fortgeschrittenen irreführend gearbeitet.
Sie eignet sich lediglich dazu, sich "spielerisch" den Runen zu nähern - auf eine fragwürdige divinatorische Deutung der Runen möchte ich hier verzichten.


Ich distanziere mich hiermit ausdrücklich von allen esoterischen Ausführungen über die Runen und unsere Mythologie!



Ansuz


www.manfrieds-trelleborg.de/images/forumbilder/Ansuz.jpgBeschreibung:
Im Ernting herrscht der Sonnengott Baldur und seine Rune ist die Rune Ansuz. Baldur ist der lichteste Gott unter den Asen und der ewig wiederkehrende Sohn des Göttervaters Odin und seiner Gemahlin Frigga.
Ansuz bedeutet strahlenden Glanz, Erfolg, Freude und Glück, die aber aus der Arbeit resultieren; den inneren und äußeren Gewinn durch Einsatz, Tüchtigkeit, Hingabe, dem Fleiß und der Kraft, ja der ganzen Persönlichkeit. Es ist die männliche Sonnenrune, die im Wort „Person“ die persönliche Ausstrahlung, die Form, die Gestalt und das Format erkennen lässt. Sie scheucht allen Zweifel und schenkt Vertrauen, gibt Gesundheit, Schönheit und Kraft. In dieser Rune wirkt die Sonnenkraft.
Ansuz verköpert das männliche Ich in jedem Runenorakel.



Ehwaz


www.manfrieds-trelleborg.de/images/forumbilder/Ehwaz.jpgBeschreibung:
Die weibliche Entsprechung des Sonnegottes Baldur ist unsere Kornmutter und Erntegöttin Sif. Ihre Rune ist die Rune Ehwaz. Ihr Sinn steht, wie die Göttin, für die allumfassende Liebe der Natur zu allem Lebendigen und veranschaulicht die fruchtbaren, lebensbejahenden Energien der Erde, deren Schöpferkraft sich unsere Seelen bedienen und welche die gesamte Evolution unaufhörlich vorantreiben. Ehwaz fördert die Partnerschaft, Niederlassung und die Familiengründung (Sippengründung; *Sif* = Sippe). Mit ihr sind Treue, Vertrauen, Loyalität und Rechtschaffenheit verbunden, aber auch das Glück und der Ertrag des Friedens und der Ehre, die daraus entstehen. Die weibliche Sonnenrune ist auch die Rune der „Ältesten“, der Mütter und Großmütter, den weisen Frauen. Ehwaz wirkt ewig, d.h. karmabildend in weitere Leben fort.
Ehwaz verkörpert das weibliche Ich in jedem Runenorakel.

Bearbeitet von Siglinde Litilvoelva am 04-01-2016 16:02

Und allen die es nicht wissen, sei es gesagt: Völva bedeutet, 'Sie, die sieht',
aber nicht die Zukunft, wie man allgemein glaubt, sondern die wahre Natur des irdischen Lebens.
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