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Die Faszination der Runen
Die Faszination der Runen


www.manfrieds-trelleborg.de/images/articles/runen1.jpgWenn man den Begriff "Runen" hört, denkt man wahrscheinlich zunächst an ihre Verwendung als Schriftzeichen. Dass sie hauptsächlich als Schriftzeichen verwendet wurden, belegen zahlreiche archäologische Funde.
Sie wurden aber auch für religiöse und sakrale und Zwecke verwendet - in Form von Grabinschriften und auf Opfergegenständen für die Götter.
In der EDDA ist uns an mehreren Stellen überliefert, dass die Runen in einem tiefen Zusammenhang zu unserer einheimischen Mythologie stehen:

1. Im Havamal, Odins Runenlied
2. Skîrnisför, Skirnirs Fahrt
3. Im Sigrdrifumal, das Lied von Sigrdrifa

Odin erhielt die Kenntnis der Runen durch ein Selbstofer, in dem er neun Nächte ohne Speis und Trank am "windigen Baum" hing, Skirnir drohte der Riesentochter Gerdr mit einem Fluch, der durch eine bestmmte Rune verstärkt werden sollte und die Walküre Sigrdrifa vermittelt Sigurd die magischen und heilerischen Kräfte der Runen.

Die Runen sind mehr als nur einfache Schriftzeichen wie die Buchstaben unseres heute verwendeten Alphabets. Sie haben mehrere Bedeutungen:

  • Sie haben einen Silbenwert, der zur Ursprache zurückführt.
  • Jede Rune beitzt einen Lautwert.
  • Jede Rune ist auch ein bezeichnender Begriff.
  • Sie sind Symbole alltäglicher Dinge und Gegebenheiten; Vieh, Besitz, Donner, Hagel, Feuer, Liebe usw.
  • Außerdem gibt es Binde- und Geheimrunen, die eine Verschlüsselung, einen Code darstellen. Wir finden sie auf Runensteinen, in der Heraldik, im Kunsthandwerk, im Hausfachwerk, in Steinmetzzeichen, Hausmarken, Siegeln, in der Symbolkunde, in Sagen und Mythen und in der Volkskunde.


Auch wenn es uns möglich ist, die Runen zu lesen und ihren Begriffswert zu verstehen, ist es unmöglich, ganze Texte unserer Sprache korrekt in Runenschrift umzusetzen und fehlerfrei wiederzugeben. Als Schriftsystem haben die Runen sich bei den Germanen nicht etabliert - ganz im Gegensatz zum mittelalterlchen Skandinavien, wo die Runen sich aufgrund der Sprachentwicklung in ihrer Anzahl zwar verringerten, als Gebrauchsschrift aber bis ins 15. Jhdt. Verwendung fanden.
Wenn man also einen Text korrekt in Runenschrift schreiben möchte, muss man ihn zunächst ins Altnordische, zumindest aber ins Isländische übersetzen, weil sich unsere Sprache anders entwickelte, als die der Skandinavier.

So lange, wie es die Runen gibt - und das sind nun schon fast 2000 Jahre - machen sie ihrem Namen alle Ehre, denn bis heute sind sie ein geheimnisvolles Mysterium. Sie wurden wahrscheinlch nie von allen unseren Vorfahren gleichermaßen verwendet, konnten sich nicht als eine gängige Gebrauchsschrift durchsetzen, tauchten auf und verschwanden wieder, unterlagen sprachlich bedingter Veränderungen und wurden schließlich von der lateinischen Schrift verdrängt.

Doch in völlige Vergessenheit gerieten die Runen nie, denn die wissenschaftliche Erforschung von Runendenkmälern und der Runenschrift hielt sich durch das ganze Mittelalter. Trotzdem ist es den Wssenschaftlern bis heute noch nicht gelungen, die Runen vollständig zu erschließen.
Allerdings gibt es in Schweden den kleinen, sehr abgeschiedenen Ort Älvdalen - dort wurden die Runen noch bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts als Schriftsprache genutzt. Vielleicht gelingt es den Forschern, hier ein wenig mehr über die Runen zu erfahren. Hier kann man mehr dazu lesen: Runen wurden noch im 20.Jhdt genutzt.

Und allen die es nicht wissen, sei es gesagt: Völva bedeutet, 'Sie, die sieht',
aber nicht die Zukunft, wie man allgemein glaubt, sondern die wahre Natur des irdischen Lebens.
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