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Wikingermode
Die heiße Mode der Wikinger

www.manfrieds-trelleborg.de/images/articles/wikingerpaar.jpgDie Wikinger kleideten sich keusch? Von wegen. Laut einer schwedischen Forscherin betonten die Frauen mit Schnallen ihre Brüste und ließen Unterröcke keck hervorlugen. Und die Männer: Die waren eitel!

Die Wikinger kleideten sich vor dem Einzug des Christentums bunter und provokativer als bisher gedacht: Lebhafte Farben, Seidenbänder und aufgenähte Spiegelstückchen verzierten häufig die Gewänder. Besonders die Männer waren bezüglich ihrer Kleidung eitel, fand Textilforscherin Annika Larsson von der Universität in Uppsala heraus. Die Frauen dagegen betonten mit runden Schnallen ihre Brüste und ließen das Unterkleid unterm Übergewand hervorgucken, berichtet die Universität Uppsala.

"Die Wikinger kombinierten orientalische Elemente mit nordischer Mode. Die Kleidung war dazu entworfen, drinnen um das Feuer herum vorgeführt zu werden", erzählt Larsson. Die Textilforscherin untersuchte für ihre Doktorarbeit zahlreiche Stofffunde aus der Gegend um Uppsala und um den Mälarsee in der Nähe von Stockholm und fand dabei heraus, dass das konservative Bild von der Wikingerkleidung ganz und gar nicht stimmt. Forscher nahmen bis jetzt an, dass die Frauen lange zweiteilige Trägerkleider trugen, die um die Taille mit einem Gürtel zusammengehalten und am Schlüsselbein mit Schnallen befestigt waren. Unter dem Gewand befand sich ein Leinenhemd, darüber ein Schal oder Pullover.

"Prüde Interpretation"
Nach Larssons Erkenntnissen waren die Röcke der Frauen dagegen einteilig, hinten mit Schleppe und vorne geöffnet, so dass das Leinenunterkleid hervorlugte. Die Schnallen zur Befestigung saßen auf den Brüsten, nicht am Schlüsselbein, was auch in Gräbern so zu sehen war. "Es war nur eine prüde Interpretation, dass die Schnallen während der Zersetzung der Leiche nach unten gerutscht sind", meint Larsson dazu.
Mit Einzug des Christentums etwa im Jahr 900 nach Christus kam diese provokante Sitte allerdings zum Erliegen. Die Handelsbeziehungen mit dem Osten wurden schlechter und neue mit dem christlichen byzantinischen Reich und dem westlichen Europa aufgebaut. Die mittelalterliche Mode zog in Skandinaven ein, die Kleider wurden keuscher und näherten sich dem traditionellen Bild der Wikingermode an. Die Textilforscherin hat damit einen Bruch in der bis jetzt als einheitlich angesehen Wikingerperiode (750 bis 1050 nach Christus) aufgedeckt. "Textilforschung sagt mehr über den Stand einer Gesellschaft aus als Traditionsforschung", meint die Wissenschaftlerin. "Denn alte Rituale halten sich oft lange über einen gesellschaftlichen Wandel hinaus, doch wenn Handelsrouten abgeschnitten werden, betrifft das die Mode sofort."

Quelle: http://www.stern....12362.html

.. sich erinnern heißt nicht Asche streuen, sondern das Feuer weitergeben ..

Plissierter Leinen ; Die Tuniken der Wikingerinnen

Vorab möchte ich eins erwähnen...Ja, ich liebe Haithabu und beziehe mich in meinen Berichten ,so wie auch auf unserer HP, gerne auf die Funde dort. Ein Grund dafür ist natürlich die unmittelbare Nähe zu Dänemark und dem damit verbundenen Interesse.

Wahrscheinlich nur den "reichen" Frauen vorbehalten, war wohl die Andersartigkeit der verwendeten Tuniken bzw die Besondersheit des verabeitenden Leinens. Die Tuniken oder Unterkleider waren manchmal aus plissierten Leinen.
Der Stoff wurde, insbesondere an Hals und Armen, in feine Falten gelegt und mit einem Zugbändchen zusammengezogen, so das sich der Stoff noch mehr in Falten legte.
Ein schöner Link mit anschaulichen Bildern und Grafiken (Fragmentstücke aus Funden) zeigt diese und auch andere Varianten der Tuniken: http://urd.priv.n.../serk.html

Außerdem findet sich eine Erwähnung in der Dissertation von Hildegard Elsner, HAITHABU -ein Handels-und Gewerbezentrum der Wikingerzeit.

Den Vorgang des Stoff plissierens, kennen wir heute noch...Plissee-Rock im Anhang.

Einen Vorteil im Alltagsleben hatte diese Variante wahrscheinlich auch. Durch Öffnen des Zugbändchens am Hals konnte die Wikingerin recht schnell ihre Schulter und damit den Busen frei machen, um den Nachwuchs zu stillen.
Birta Svensdottir hat folgendes Bild angehängt:
plisseerock.png

Ein wunderbarer Beitrag, liebe Birta, danke sehr!

Das diese Art von Tuniken oder Untergewändern nur gut betuchten Wikingerinnen vorbehalten war, liegt auf der Hand, denn um ein Gewand zu plissieren oder in feine Falten zu legen, benötigt man mehr Stoff als bei einer "gewöhnlichen" Tunika und es sollte auch ein relativ feines Leinen sein. Meine nächste Tunika werde ich so nähen, wie Du sie hier beschrieben hast!

Und allen die es nicht wissen, sei es gesagt: Völva bedeutet, 'Sie, die sieht',
aber nicht die Zukunft, wie man allgemein glaubt, sondern die wahre Natur des irdischen Lebens.
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