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Wikinger bald Weltkulturerbe
Wikinger auf dem Weg zum Weltkulturerbe
von Jörn Rollfinke

Sie entdeckten Amerika, kamen sogar bis Bagdad - und prägten auch die norddeutsche Landschaft und Geschichte mit: Die Wikinger haben bis heute nichts von ihrer Faszination verloren. Künftig könnten die hiesigen Spuren der Nordmänner auf einer Stufe stehen mit Monumenten wie dem Taj Mahal oder den Pyramiden von Gizeh - die Werke der Wikinger sollen zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt werden.
Und so, wie die Wikinger schon früher keine Grenzen kannten, wird auch der Antrag bei der UNESCO international vorbereitet. Neben Deutschland sind auch Island, Dänemark, Schweden, Norwegen und Lettland mit im (Wikinger-)Boot. Und der Countdown für den großen Wurf läuft: Die Vorarbeiten sind jetzt erledigt, der Antrag zur Vorprüfung wurde am Freitag nach Paris geschickt.

Einmaliges Projekt für den UNESCO-Titel

Das "Welterbe Wikinger" wäre einmalig auf der Welt: Zwar gibt es schon andere Stätten, die auf mehrere Länder verteilt sind. Doch wie zum Beispiel bei der Seidenstraße sind die einzelnen Orte miteinander verbunden. Die Wikingerstätten hingegen sind voneinander unabhängig und teilweise sehr unterschiedlich. So gehören dänische Runensteine, norwegische Grabhügel oder ein Versammlungsplatz bei Reykjavik zur multinationalen Bewerbung. "Insgesamt arbeiten wir mit sieben Stätten in fünf anderen Ländern zusammen", berichtet Matthias Maluck, der für das Archäologische Landesamt Schleswig den UNESCO-Antrag mit ausgearbeitet hat.

Deutschland nominiert Haithabu und Danewerk

In Deutschland sollen zwei Stätten zum Welterbe ernannt werden - und beide liegen in Schleswig-Holstein. Eines davon ist Haithabu. Mit etwa 2.000 Einwohnern war das Handelszentrum der Wikinger im frühen Mittelalter schon eine echte Metropole. Das größte Handelszentrum Nordeuropas war mit einer Fläche von 24 Hektar so groß wie das damalige Köln. Mit dabei ist auch das Danewerk - so etwas wie der Limes der Nordmänner, mit denen sie Haithabu und ihre Grenzen beispielsweise gegen die Angriffe der Sachsen verteidigten. Die rund 26 Kilometer lange Verteidigungsanlage besteht aus Wällen, Mauern, Gräben, Palisaden und einem Seesperrwerk.
Maluck gerät bei der Beschreibung der Stätten schier ins Schwärmen. So sei das Danewerk mit seinen 26 Kilometer langen Wällen heute das größte archäologische Denkmal Nordeuropas. "Die Wikinger banden für die Konstruktion zwischen dem 8. und 12. Jahrhundert die hiesige Landschaft geschickt mit ein. Niederungen, Moore und Gewässer wurden so zum Teil des Bollwerks." Strategisch klug platziert konnten die Nordmänner mit dem Danewerk einerseits das Land nach Süden absichern, gleichzeitig aber auch die Handelswege in alle Richtungen kontrollieren. Den besonderen Reiz mache vor allem die Verbindung von Geschichte und unberührter Natur aus - denn das Danewerk ist auch Naturschutzgebiet.


Quelle:
NDR.de - hier den ganzen Artikel lesen.
Bearbeitet von Manfried am 03-10-2011 00:03

.. sich erinnern heißt nicht Asche streuen, sondern das Feuer weitergeben ..

Leider gibt es nicht so tolle Neuigkeiten zur Bewerbung Haithabus zum Weltkulturerbe ..

Haithabus UNESCO-Bewerbung verzögert sich

Der Antrag war nahezu fertig und sollte im Januar 2013 bei der UNESCO in Paris eingehen: Gemeinsam mit Wikingerstätten in sechs nordeuropäischen Ländern wollten sich die archäologischen Stätte Haithabu und der Befestigungswall Danewerk in Schleswig-Holstein um den Titel als UNESCO-Weltkulturerbe bewerben. Doch jetzt hat sich Schweden aus der gemeinsamen Bewerbung zum "Welterbe Wikinger" zurückgezogen.

Ein Jahr Verzögerung
Dieser Schritt bleibt nicht ohne Folgen für die verbliebenen fünf Länder - neben Deutschland sind das Island, Dänemark, Norwegen und Lettland. Sie können den gemeinsamen Antrag nun erst ein Jahr später, im Januar 2014 einreichen. Denn die UNESCO in Paris registriert nur einmal jährlich die Neuanträge.

Keine offizielle Begründung aus Schweden
Die Schweden hatten, wie erst jetzt bekannt wurde, ihren Entschluss den anderen teilnehmenden Ländern bereits im August 2012 mitgeteilt. Eine offizielle Begründung für ihren Rückzieher gaben sie nicht. Zu vermuten sei aber, so der Sprecher der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen, Frank Zarp, dass der Schritt mit einem Personalwechsel an der Spitze des schwedischen Denkmalschutzamtes zu tun habe. Offenbar setze die neue Leitung dort andere Prioritäten.

Ein Großteil des Antrags muss umgeschrieben werden
Auf die verbliebenen Bewerberländer kommt nun ein beachtlicher bürokratischer Aufwand zu. Der Antrag umfasst rund 1.500 Seiten. Davon müssten nun etwa 60 Prozent umgeschrieben werden, mit allen fünf Länder abgestimmt und in die entsprechenden Sprachen übersetzt werden, so Zarp.
Im Januar 2014, zum nächstmöglichen Termin, soll der Antrag der UNESCO vorliegen. Dann kann das Bewertungsverfahren im Sommer 2014 beginnen. Wenn alles glatt geht, könnten Haithabu, das Danewerk und die anderen Wikingerstätten ab Sommer 2015 den Welterbe-Titel tragen.

Quelle:
www.ndr.de

.. sich erinnern heißt nicht Asche streuen, sondern das Feuer weitergeben ..

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