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Klima vertrieb Wikinger früher aus Grönland
Klima vertrieb Wikinger früher aus Grönland

Bisher galt die „kleine Eiszeit“, eine Kältephase vor gut 500 Jahren, als Auslöser für den Niedergang der Wikinger-Siedlungen in Grönland. Doch die Auswertung von Klimadaten aus Seesedimenten an der grönländischen Westküste enthüllt nun eine weitere, lokale Kälteperiode, die bereits im Jahr 1100 begann. Sie könnte die meisten der sesshaften Bauern bereits viel früher in die Flucht getrieben haben, wie Forscher jetzt in den „Proceedings of the National Academy of Sciences“ berichten.

Die Wikinger erreichten auf ihren langen Seereisen bereits vor mehr als tausend Jahren als erste Europäer Grönland. Ihre Ankunft an der grönländischen Westküste im Jahr 980 fiel mit einer relativ milden Klimaperiode zusammen, so dass sie sich dort niederließen und eine Reihe von Siedlungen gründeten. Mitte des 14. Jahrhunderts jedoch begannen sie diese Siedlungen eine nach der anderen wieder aufzugeben, das zeigen archäologische Ausgrabungen. Als Ursache gilt ein Einbruch der Temperaturen auf der Nordhalbkugel zu dieser Zeit, die so genannte “kleine Eiszeit”. Doch möglicherweise war zu diesem Zeitpunkt der Exodus der Nordmänner bereits in vollem Gange.

Niedergang der Wikinger-Siedlungen begann bereits früher
Denn Wissenschaftler der amerikanischen Brown-Universität haben jetzt Hinweise darauf entdeckt, dass das Klima auf Grönland bereits einige Jahrzehnte vor Beginn der kleinen Eiszeit eine deutliche Kältewelle erlebte. Für ihre Studie analysierten die Forscher Bohrkerne aus dem Seesediment zweier Seen nahe des Ortes Kangerlussuaq an der grönländischen Westküste.

Im Gegensatz zu den bei Klimarekonstruktionen oft gebräuchlichen Eisbohrkernen, die im hunderte von Kilometer entfernten Inneren Grönlands geborgen werden, spiegeln die unmittelbar in der Nähe der früheren Wikingersiedlung gewonnen Bohrkerne das lokale Klima sehr viel genauer wieder. „Dies ist die erste quantitative Temperatur-Rekonstruktion des Gebiets, in dem die Wikinger lebten”, erklärt William D'Andrea von der Brown Universität.

Lokaler Kälteeinbruch schon ab dem Jahr 1100
Die Ergebnisse zeigen, dass bereits um das Jahr 1100 eine Kälteperiode an der Westküste begann, in der 80 Jahre lang die Temperaturen um vier Grad niedriger lagen als zuvor. Das erscheint auf den ersten Blick nicht viel, doch für die sesshaften Ackerbauern und Viehzüchter könnten vor allem die niedrigeren Sommertemperaturen empfindliche Ernteausfälle ausgelöst haben. Zudem bildete sich an der Küste mehr und länger anhaltendes Meereis, dass die Zufahrt per Schiff und damit den Nahrungsmittelnachschub über das Meer zusätzlich blockierte.

„Man hat erst eine Zeit, in der die Sommer lang und mild sind und folglich erhöht man die Größe seiner Farm“, malt D'Andrea das Szenario aus. „Dann aber plötzlich erlebt man Jahr für Jahr eine Abkühlung. Die Sommer werden kürzer und kälter und man kann nicht so viel Heu machen. Man kann sich vorstellen, dass sich dieser Lebensstil unter diesen Umständen nicht halten kann.“ Zwar betont der Forscher, dass das Klima sicher nicht allein für den Niedergang der Wikinger-Siedlungen verantwortlich war. Auch der sesshafte Lebensstil und die Abhängigkeit von der Landwirtschaft, dem Handel mit Skandinavien und Kämpfe mit den benachbarten Inuit trugen sicherlich dazu bei. Dennoch scheinen die Klima-Abkühlung und vor allem ihr Tempo eine wichtige Rolle gespielt zu haben.

Schneller Klimawandel als wichtiger Auslöser
„Die Daten zeigen, wie schnell sich die Temperatur in der Region änderte und wie stark“, kommentiert der Geologe Yongsong Huang von der Brown Universität. „Es ist interessant festzustellen, wie ein schneller Klimawandel Gesellschaften in der Vergangenheit beeinflusste – vor allem in Anbetracht des heute stattfindenden, ebenfalls sehr schnellen Klimawandels.”

Die Daten bestätigen auch, dass sich die Klimaentwicklung an der Westküste Grönlands auch in der Vergangenheit von der des restlichen Nordatlantiks und Europas unterschied. Denn der lokale Kälteeinbruch ereignete sich während einer so genannten positiven Phase der Nordatlantik-Oszillation (NOA). Bei dieser für Europa eher milden Klimasituation ist die Druckdifferenz zwischen dem Azorenhoch und dem Island-Tief stark ausgeprägt. Für die Westküste Grönlands jedoch bedeutete dies, dass mehr polare Kaltluft von Norden hereinfloss und als Folge die Temperaturen sanken.


Quelle:
scinexx - das wissensmagazin

.. sich erinnern heißt nicht Asche streuen, sondern das Feuer weitergeben ..

Verlassene Wikinger-Kolonie in Grönland: Archäologen finden Hinweise auf Wikinger-Geheimnis


Als die Tranfunzeln erloschen
Von Günther Stockinger

Knochenanalysen zeigen, wie sich die Wikinger auf Grönland im Mittelalter an die Abkühlung anpassten: Aus Rinderzüchtern wurden Robbenjäger. Warum gaben sie ihre Kolonie auf?

Am 14. September 1408 heirateten Thorstein Olafsson und Sigrid Björnsdottir. Die Zeremonie fand in einer nur fünf Meter hohen Kirche am Hvalseyfjord auf Grönland statt.

Im Halbdunkel des Gotteshauses dürften die Brautleute einander kaum erkannt haben. Nur durch ein Rundbogenfenster an der Ostseite und einige schießschartenähnliche Öffnungen fiel das milchige Spätsommerlicht in die mit Grassoden bedeckte Kirche. Anschließend stärkten sich die Gäste mit Robbenfleisch.

Die Hochzeit des Isländers mit dem grönländischen Mädchen war eines der letzten rauschenden Feste in der Wikingerkolonie im hohen Norden. Wenig später war alles vorbei. In den grönländischen Siedlungen der Nordmänner erloschen die Tranfunzeln.

Fast 500 Jahre lang, vom Ende des 10. Jahrhunderts bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts, hatten die Nachfahren der Wikinger auf ihrem Außenposten im Nordatlantik ausgeharrt. Die mittelalterliche Warmzeit machte es möglich. Die Siedler aus Norwegen, Island und Dänemark lebten auf Hunderten verstreuten Höfen entlang der geschützten Fjorde, bauten Dutzende Kirchen und hatten sogar Bischöfe.

Ihr Verschwinden ist bis heute ungeklärt. Viele Experten haben bisher angenommen, dass die Abkühlung des Klimas und daraus resultierende Missernten und Hungersnöte der skandinavischen Kolonie den Todesstoß versetzt hätten. Doch diese Untergangstheorie glaubt ein dänisch-kanadisches Forscherteam jetzt widerlegen zu können.

Die Gelehrten haben an Hunderten Menschen- und Tierknochen, die auf der Insel gefunden wurden, Isotopenanalysen durchgeführt. Ihre im "Journal of the North Atlantic" veröffentlichte Studie zeichnet das bisher detaillierteste Bild von den Ernährungsgewohnheiten der nordischen Siedler.

Wie sich aus den Messungen ergibt, dürfte der Hunger die Wikingernachfahren kaum aus ihren Wohnstätten am Rande der Gletscher vertrieben haben. Die Knochenuntersuchungen belegen: Als die Warmzeit zu Ende ging, stellten die grönländischen Landwirte und Tierhalter ihre Ernährung überraschend schnell auf marine Kost um. Fortan machten die Siedler vor allem Jagd auf Robben, die bei ihren jährlichen Wanderungen in Scharen vor den Küsten Grönlands auftauchten.

Während zu Beginn der Besiedlung im frühen 11. Jahrhundert nur zwischen 20 und 30 Prozent der Nahrung aus dem Meer stammten, spielte die Robbenjagd in den Jahrhunderten danach eine wachsende Rolle: "Sie aßen immer mehr Robbenfleisch, im 14. Jahrhundert machten die Tiere bis zu 80 Prozent ihrer Ernährung aus", erklärt Teammitglied Jan Heinemeier, Datierungsexperte von der Universität Aarhus.

Dass die Grönland-Wikinger selbst in kälter werdenden Zeiten reichlich zu essen hatten, bestätigt auch Teamkollege Niels Lynnerup, Anthropologe und Forensiker von der Universität Kopenhagen: "Es hing ihnen höchstens zum Hals raus, sich am Rande der Welt fast nur noch von Seehunden ernähren zu müssen."

Von den eigenen Viehherden, so zeigen die Knochenanalysen, kam dagegen nur noch selten Fleisch auf den Tisch. Ab Mitte des 13. Jahrhunderts war das Klima auf der Insel rauer geworden. Die Temperaturen im Sommer fielen, heftige Stürme tobten um die Häuser, die Winter waren klirrend kalt. Für die nach Grönland mitgebrachten Rinder gab es auf den Weiden und Wiesen entlang der Fjorde immer weniger zu fressen.

Auf den kleineren Höfen wurden sie deshalb mehr und mehr durch einfacher zu haltende Schafe und Ziegen ersetzt. Die wegen ihres Fleisches geschätzten Schweine wiederum wurden den Isotopenanalysen zufolge noch eine Weile mit Fisch- und Robbenabfällen gefüttert. Doch um 1300 gab es sie auf der Insel nicht mehr.

Die zu Robbenjägern mutierten Bauern haben sich gegen den Niedergang ihrer Viehwirtschaft offenbar kaum gewehrt. Die Tierknochenanalysen der Forscher zeigen, dass die Grönländer gar nicht erst versuchten, ihre Rinder mit einer Art Hungerkost aus Büschen, Pferdemist, Seetang und Fischabfällen über die langen eisigen Winter zu bringen - eine Praxis, wie sie in klimatisch ähnlich belasteten Regionen Nordeuropas bis vor wenigen Jahrzehnten weitverbreitet war.

Auch Epidemien haben das Leben auf den Höfen allem Anschein nach nicht ausgelöscht. Bei den auf der Insel ausgegrabenen Wikingergebeinen haben die Wissenschaftler nicht mehr Anzeichen für Krankheiten entdeckt als anderswo: "Wir sind auf normale Skelette gestoßen, die genauso aussahen wie vergleichbare Funde aus skandinavischen Ländern", berichtet Lynnerup.

Was aber war dann der Grund dafür, dass in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts die Siedlungen auf Grönland aufgegeben wurden? Vermutlich, so die Forscher, habe ein Mix von Ursachen den skandinavischen Aussiedlern das Leben in der Fremde unerträglich gemacht. So waren Walrosszähne und Robbenfelle, die wichtigsten Exportgüter der Kolonie, als Handelsware kaum noch gefragt - ab Mitte des 14. Jahrhunderts brach der regelmäßige Schiffsverkehr mit Norwegen und Island ab.

Die Bewohner fanden sich zunehmend von ihren Mutterländern isoliert. Dringend benötigtes Bauholz und Eisenwerkzeuge erreichten sie nur noch sporadisch. "Es wurde für die Grönländer immer schwieriger, Kaufleute aus Europa auf die Insel zu locken - doch ohne den Austausch konnten sie nicht dauerhaft überleben", glaubt Jette Arneborg, Archäologin am Dänischen Nationalmuseum in Kopenhagen.

Auch der zunehmende Verlust ihrer skandinavischen Identität dürfte den Siedlern zugesetzt haben. Ihrem Selbstverständnis nach waren sie Landwirte und Viehhalter, nicht Fischer und Jäger. Ihr gesellschaftlicher Status hing von Landbesitz und Tierherden ab - doch genau diese Werte halfen nun nicht mehr, um das zu produzieren, was sie zum Überleben brauchten.

Die Wikingernachfahren hatten sich zwar an die Lebensumstände im Norden angepasst, aber für die Assimilierung gab es Grenzen. "Sie hätten mehr und mehr wie Inuit leben und sich von ihren kulturellen Wurzeln entfernen müssen", sagt Arneborg. "An diesem immer stärker aufbrechenden Widerspruch zwischen Identität und Wirklichkeit sind sie offenbar gescheitert."

Vor allem die Jungen im fortpflanzungsfähigen Alter sahen in der Endphase keine Zukunft mehr auf der Insel. Auf einem Friedhof aus der späten Periode entdeckten die Ausgräber kaum noch Skelette junger Frauen.

"Es war vermutlich so ähnlich wie heute, wenn junge Griechen und Spanier ihr Land verlassen, um in wirtschaftlich aussichtsreicheren Regionen ihr Glück zu suchen - es sind stets die Jungen und Starken, die gehen, die Alten bleiben zurück", sagt Lynnerup.

Zudem herrschte in den skandinavischen Ursprungsländern um diese Zeit Landflucht. Die Bevölkerung in den abgelegenen Gebieten Islands, Norwegens und Dänemarks dünnte aus. Höfe und Ländereien wurden frei für die Rückkehrer aus dem Nordwesten.

Überstürzt haben die Grönländer ihre Behausungen indes nicht geräumt. Außer einem goldenen Siegelring in einem Bischofsgrab wurden auf der Insel bislang nirgendwo wertvolle Fundstücke wie Kruzifixe aus Silber oder Gold geborgen. Die Forscher werten das als Hinweis darauf, dass der Abschied aus der Kolonie geordnet verlief und die Bewohner wertvolle Gegenstände mitnahmen: "Wenn sie als Folge von Krankheiten oder Naturkatastrophen ausgestorben wären, hätten wir solche Pretiosen mit Sicherheit längst gefunden", sagt Lynnerup.

Auch das Paar aus der Kirche am Hvalseyfjord verließ kurz nach der Hochzeit die Insel. Auf Island mussten die Eheleute gegenüber dem dortigen Bischof schriftlich nachweisen, dass sie den Bund fürs Leben unter dem Grassodendach getreu den Regeln von Mutter Kirche geschlossen hatten - ihre Protokolle sind das letzte Zeugnis, das vom Leben der Nordmänner auf Grönland berichtet.


Quelle:
http://www.spiegel.de

.. sich erinnern heißt nicht Asche streuen, sondern das Feuer weitergeben ..

Verschwinden der Wikinger bleibt rätselhaft
Neue Messungen sprechen gegen eine plötzliche Abkühlung des Klimas als Ursache


www.scinexx.de/redaktion/wissen_aktuell/bild12/wikinger1g.jpgRätselhaftes Verschwinden: War es doch nicht das Klima, das die Wikinger vor gut 600 Jahren aus Grönland vertrieb? Denn wie Forscher nun belegen, gab es dort weder eine mittelalterliche Warmzeit noch eine "Kleine Eiszeit". Stattdessen war es bei Ankunft der Wikinger auf Grönland schon genauso kalt wie 400 Jahre später bei ihrer endgültigen Abreise, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin "Science Advances" berichten. Was die Wikinger dann zur Aufgabe ihrer Siedlungen brachte, bleibt rätselhaft.

Die Wikinger waren meisterhafte Seefahrer. Angeführt von Erik dem Roten gründeten sie Siedlungen an der Westküste Grönlands, in denen im Laufe der Zeit mehrere tausend Wikinger lebten, Vieh hielten und Walrösser jagten. Doch zwischen 1360 und 1460 endete dies plötzlich: Die Wikinger gaben ihre Dörfer auf und verschwanden für immer aus Grönland.

Vertrieben durch die Kälte?
Aber warum? Lange Zeit galt das Klima als der Schuldige. Denn die Ankunft der Wikinger auf Grönland fiel mit einer besonders milden Klimaphase in Europa zusammen, dem mittelalterlichen Klimaoptimum. Ab dem 15. Jahrhundert jedoch – ungefähr um die Zeit, als die Wikinger Grönland verließen – folgte in Europa und Nordamerika die Kleine Eiszeit: Ein Temperatursturz, der ab dem 15. Jahrhundert zu kühlen, regenreichen Sommern und frostigen, langen "Hungerwintern" führte.

Sollte diese Kleine Eiszeit die gesamte Nordhalbkugel betroffen haben, dann hätte dies die Lebensbedingungen der Wikinger erheblich verschlechtert: Die Gletscher rückten vor, es wurde selbst im Sommer kaum warm genug für den Anbau von Pflanzen und das Meereis versperrte die freie Fahrt auf den Ozean hinaus. Gängiger Theorie nach soll daher diese Abkühlung die Wikinger zur Aufgabe ihrer Siedlungen bewegt haben – oder doch nicht?

Keine Warmzeit auf Grönland
Grund an dieser einfachen These zu zweifeln, liefern nun Nicolas Young von der Columbia University in New York und seine Kollegen. Für ihre Studie untersuchten sie die Ausdehnung der Gletscher in Westgrönland und an der Ostküste der kanadischen Baffin-Insel in der Zeit der mittelalterlichen Warmzeit und der Kleinen Eiszeit. Sie analysierten dafür Gestein von Gletschermoränen auf den Gehalt an Beryllium-Isotopen hin. Deren Menge zeigt, wie lange ein Gestein bereits offen daliegt – und damit nicht von Gletschereis überdeckt ist.

Das Ergebnis: Als die Wikinger Grönland und Kanada erreichten, war es dort keineswegs mild – im Gegenteil: "Die Gletscher hatten bereits während der mittelalterlichen Warmzeit zwischen 975 und 1275 fast ihre maximale Ausdehnung", berichtet Young. Es muss daher bei Ankunft der Wikinger genauso kalt gewesen sein wie später während der Kleinen Eiszeit in Europa. "Damit wird immer klarer, dass diese Warmzeit eher regional war und nicht global", sagt Young. "Es ist ein eurozentrisches Konzept."

Das Klima war nicht schuld.
Diese Daten sprechen dagegen, dass ein Klimawechsel am Verschwinden der Wikinger aus Grönland schuld war. "Wenn die Wikinger nach Grönland kamen als es ohnehin schon kalt war, ist es ziemlich weit hergeholt zu sagen, dass ein schlechter werdendes Klima sie wieder vertrieb", konstatiert Young. Denn den neuen Daten nach könnte es zwar während der Wikinger- Siedlungszeit immer wieder einige kurze wärmere Perioden gegeben haben, eine über mehrere Jahrhunderte anhaltende milde Phase aber gab es nicht.

Dass es auf Grönland keine mittelalterliche Warmzeit gab, wird auch durch andere Studien bestätigt. So zeigen Klimadaten des im Zentrum Grönlands erbohrten Eiskerns GISP2, dass es zwischen 1000 und 1075 und von 1200 bis 1400 Kauf Grönland kalt war. 2011 schlossen Forscher aus Seesediment-Analysen, dass spätestens ab 1100 eine Kältephase an der Westküste Grönlands begann.

Aber was war es dann?
Was aber vertrieb dann die robusten "Nordmänner" von der Insel? Nach Ansicht der Forscher müssen nichtklimatische Faktoren dafür der Auslöser gewesen sein. "Mögliche Ursachen könnten eine zunehmende Feindseligkeit der ansässigen Inuit gewesen sein, Schwierigkeiten, die Walross-Stoßzähne mit Gewinn loszuwerden oder eine Isolation durch einen Stopp des Schiffsverkehrs von Norwegen und Island", mutmaßen Young und seine Kollegen.

Andere Forscher halten es auch für möglich, dass die Wikinger ihre Siedlungen aufgaben, um in Europa die durch die Pest dezimierten Höfe und Siedlungen zu verstärken. Eine weitere Hypothese geht davon aus, dass die von den Wikingern importierten Rinder die sensiblen Böden Grönlands so stark erodierten, dass sie unfruchtbar wurden. Welches der wahre Grund für das rätselhafte Verschwinden der Nordmänner aus Grönland war, bleibt damit weiter unklar.

Quelle:
Text: www.scinexx.de

Bild: Jens Erik Carl Rasmussen - Wikinger-Schiff und Eisberg vor der grönländischen Küste

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