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Dísablót - Disthing
Dísablót/Disting


Dísablót (Disenopfer), auch Disting, Fröblót oder "Bauernneujahr" genannt, war das erste Fruchtbarkeitsfest des Jahres. Es war ein Fest zu Ehren der Disen und ging wie die meisten dieser Feste über mehrere Tage. Es wurde ausgelassen und fröhlich gefeiert. Insgesamt kann man Disting als ein "Frauenfest" ansehen, wozu die Perthrorune (Frigg, Nornen) passt.

Bereits in den Sagas (Hervarar Saga, Víga-Glúms Saga, Egils Saga und Heimskringla) wird es erwähnt und betrifft den Tod des Königs Eadgils (Aðísl von Uppsölum), der beim Sturz von seinem Pferd starb:

"König Aðísl war bei den Riten zum Dísablót. Während er um die Disahalle (vermutlich der Tempel von Uppsala) ritt, stolperte sein Pferd und stürzte. Der König wurde wurde kopfüber aus dem Sattel des Pferdes geworfen und prallte so heftig gegen einen Stein, dass sein Schädel gespalten wurde und sein Gehirne heraus quoll. Aðísl starb bei Upsal und wurde dort begraben. Die Schweden riefen ihn zu einen großen König aus."


trelleborg.niewergin.de/images/articles/Disarblot.jpgGefeiert wurde Dísablót Anfang Februar (dem heutigen Lichtmess). "Wenn Dreizehnttags der Neu- zu Vollmond geht, dann Disathing in Uppsala steht" - heißt es in einer alten Überlieferung, die den Termin des Festes benennt - gemeint ist der Vollmond, der dem ersten Neumond nach Júl folgt.
Wurde das Júlfest im Familienkreis gefeiert, so war das bei Dísablót völlig anders. Wie der Name "Disathing" schon aussagt, war es eher ein Sippen- und Gemeinschaftsfest. Gegen Ende der Winterzeit trafen sich die einzelnen Sippen das erste Mal im neuen Jahr. So wurden Märkte abgehalten und fröhlich gefeiert.

Die Menschen verkleideten sich und zogen in "Fruchtbarkeitsprozessionen" tanzend in Begleitung von geschmückten Festwagen, die oft sogar in Form von Schiffen hatten, über die Straßen und Felder. Aus diesen Umzügen entwickelte sich der "Karneval" - enstanden ist das Wort aus dem lateinischen Ausdruck "carrus navalis = Schiffswagen". Interessanterweise haben auch heute noch viele Wagen der Karnevalsumzüge diese Form.

Dísablót war auch ein Fest der Reinigung und des Lichts. Wie beim kelt. Imbolc spielten Feuer und Lichter eine große Rolle, denn damit wurde die wiederkehrende Kraft der Sonne, die nun bald vollends den Winter vertreibt, symbolisiert. Darauf waren die Rituale ausgerichtet, aber auch auf die bevorstehende Aussaat. Man wendete sich an die Erdgottheiten mit der Bitte, die Saat aufgehen zu lassen. Es wurden mit einem Pflug rituell die ersten Furchen gezogen, oder auch das "Segnen" des Pflugschars vollzogen, um so eine reiche Ernte zu erlangen. Im Anschluss an das Disting begann in früheren Zeiten wieder die Feldarbeit. Bald kommen als erstes Zeichen neuen Lebens die Lämmer zur Welt, worauf der irische Name für das Fest - Oimelc (Schafsmilch) - hinweist.

.. sich erinnern heißt nicht Asche streuen, sondern das Feuer weitergeben ..

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