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Harald Blauzahns Königshof gefunden
Harald Blauzahns Königshof gefunden

In Jelling im dänischen Jütland haben Archäologen Strukturen freigelegt, die vermutlich zum Königshof von Harald Blauzahn gehören. Der König, nach dem die Funktechnik Bluetooth benannt ist, herrschte im 10. Jahrhundert über Dänemark und Norwegen.

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Kirche in Jelling mit den Runensteinen von Harald Blauzahn und seinem Vater Gorm.
Zeichnung von Joachim Ferdinand Richardt aus dem Jahr 1866.
Stand hier einst die Königshalle?


Über Jahrhunderte hatten skandinavische Forscher gerätselt, wo sich der Herrschaftssitz des berühmten Königs Blauzahn einst befand. Jetzt glauben Archäologen der Universität Århus dieses Rätsel lösen zu können.

Im nordöstlichen Bereich des Jelling-Komplexes, der wegen seiner Runensteine weltbekannt ist und zum UNESCO Weltkulturerbe zählt, haben die Forscher kürzlich die Überreste von vier Häusern aus Blauzahns Zeit (910 - 987) freigelegt. Sie liegen innerhalb einer einst mit Palisaden bewehrten Befestigung und gehören zum sogenannten Trelleborg-Typ. Häuser des gleichen Typs wurden auch in den Ringforts von Aggersborg, Fyrkat und Trelleborg gefunden.

»Die Befunde zeigen uns, dass wir einen großen Komplex gefunden haben, dessen geometrische Struktur ein typisches Beispiel für die Anlagen unter König Harald ist«, sagte Ausgrabungsleiter Mads Dengsø Jessen von der Universität Århus. Die Anlage sei in den Dimensionen und der Art vergleichbar mit den deutschen Kaiserpfalzen.

»Diese neue Erkenntnis bedeutet auch, dass wir möglicherweise die Ringforts allgemein in einem anderen Licht betrachten müssen«, erklärte Jessen weiter. Bisher werden diese kreisförmigen Befestigungen als reine Militärlager interpretiert. Wenn die Befestigung in Jelling aber als eine Pfalz anzusehen ist, könnte es sich auch bei den anderen Befestigungen um königliche Anwesen und zweitweilige Herrschaftssitze handeln, die der König bei seinen Reisen durch das Land nutzte, meint Jessen. Sowohl Jelling als auch Trelleborg waren nur während einer Generation in Benutzung, was auch der Grund dafür sei, dass Archäologen dort bisher nur so wenige Funde freilegen konnten.

Die Ausgrabungen in Jelling dauern noch bis August dieses Jahres. Die eigentliche Königshalle vermuten die Archäologen unterhalb der heutigen Jelling-Kirche. Dort waren bei früheren Ausgrabungen Reste eines größeren Holzgebäudes gefunden worden.


Quelle:
Bild: Wikipedia (gemeinfrei)
Artikel: Archäologie Online

.. sich erinnern heißt nicht Asche streuen, sondern das Feuer weitergeben ..

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