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Die Rauhnächte
Die Geschichte der Zwölf Rauhnächte

Die Zwölf Rauhnächte dienen eigentlich in erster Linie der Interkalation zwischen dem Mondjahr und dem Sonnenjahr.
Ein Mondjahr mit seinen zwölf ca. 28-tägige Mondzyklen besteht aus 354 Tagen. Bis zu den 365 Tagen des Sonnenjahres fehlen demnach elf Tage und zwölf Nächte.
Dieser zu keinem der beiden Jahre gehörende Zeitraum "zwischen den Jahren" ist von jeher als besonders magische und mystische Zeit angesehen worden.
Es war die Zeit der sprechenden Tiere, der Wechselbälger, Orakel usw. Aber auch ganz besonders die Zeit der Geister und Dämonen.
Die Rauhnächte beginnen in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember und enden mit der Nacht zum 6. Januar.
Eigentlich aber ist die Nacht vom 21. auf den 22. Dezember, die Nacht der Wintersonnenwende, die erste Nacht dieser zwölf magischen Nächte.
Die Verschiebung des Datums liegt an der Einführung des Gregorianschen Kalenders. Bis zu seiner Einführung war die Nacht vom 24./25.Tag des "Julmondes (Dezember)" die Nacht der Wintersonnenwende. Durch die Angleichung des Kalenders an das Sonnenjahr "verschob" sich das kalendarische Datum der Wintersonnenwende auf den 21. Dezember.

In den Rauhnächten blieb das Jahresrad stehen. In der nordischen Mythologie stand die Sonne in der Zeit nach der Wintersonnenwende zwölf Tage lang still. Altes ist noch nicht ganz gegangen, das Neue ist noch nicht stark genug. Die Kräfte, die das Rad des Jahres antreiben, manifestieren sich in dieser Zeit. Alles wird durcheinander gewirbelt. Jetzt sind die Nächte am längsten, hoch im Norden herrscht gar die Polarnacht mit völliger Dunkelheit.

“Die Nordmänner senden in der langen Midwinternacht Boten auf die Gipfel ihrer Berge, um die wiederkehrende Sonne zu erspähen. Dann erhebt sich ein unermeßlicher Jubel und man feiert das Fest der frohen Botschaft des Lichts.” schreibt schon der römische Gelehrte Plinius der Ältere.

Dies ist die Wolfszeit der Edda, in der die Sonne schwarz wird. Daher der Volksglaube, man dürfe in den "Zwölften", wie die Rauhnächte auch genannt werden, den "Wolf" nicht beim Namen nennen. Die Nächte galten als Los- und Orakelnächte, über denen ein geheimnisvoller Zauber liegt, eine Zeit der runenlauschenden und orakelforschenden Nächte, in der zugleich ein heftiger Kampf zwischen den todbringenden Mächten der Finsternis und den belebenden Kräften des Lichtes tobt. Auch die Menschen sind in dieser Zeit besonders empfindsam, genau wie das kleine Lichtfünklein, das sich gerade erst entfaltet hat und noch besonderen Schutz benötigt. Es sind die Nächte Odins, der obersten Gottheit, die erfüllt waren vom Brausen des Sturmwindes, vom Bellen der Hunde, Wiehern der Rösser und Wehklagen der Walküren, eine Zeit, in der jede Tätigkeit ruhen mußte. Es durfte kein Recht gesprochen, kein Wasser aus dem Brunnen geholt und keine Kuh gemolken werden. Mit dem Verabreichen des Gildebrotes (Gilde von altgermanisch "gield" oder "gildi", was opferbereite Brüderschaft bedeutet) versuchte man, die himmlischen Mächte zu versöhnen und die Angst zu überwinden, weiterhin der Kälte und Finsternis ausgeliefert zu sein. Man glaubte, daß Odin in dieser Zeit allen Totenseelen, bösen Geistern und Dämonen Ausgang gewährte. Mit Weihrauch mußten diese wieder aus den Häusern vertrieben werden. Vielerorts wurden und werden in dieser Jahreszeit lärmende Umzüge mit fratzenhaften Masken veranstaltet, womit man den Dämonen das Fürchten lernen will. Ein Überbleibsel davon sind die Perchtennacht und der Karneval.

Vier der Rauhnächte waren besonders bedeutsam und galten als gefährlich.

21./22. Dezember, die Wintersonnenwende
24./25. Dezember, die heutige Weihnachtsnacht
31. Dezember/1. Januar, die Silvesternacht
5./6. Januar, die heutige Dreikönigsnacht


Diese vier Nächte erforderten vielerorts eine besondere Ordnung. So wurde häufig gefastet und gebetet, um die Dämonen aufzuhalten. Auch durfte im Haus keine Unordung herrschen. Besonders war es untersagt, Wäsche auf die Leine zu hängen, da sich in ihr die "Wilde Jagd" verfangen könnte und großes Unglück bringen würde - das galt besonders für junge Frauen, da nach dem Volksglauben die Wilde Jagd von der weißen Wäsche dieser Frauen angelockt und über sie herfallen würde. Auch durften Frauen und Kinder nach Einbruch der Dunkelheit sich nicht mehr außerhalb des Hauses aufhalten, da sie ein beliebtes Ziel der Geister und Dämonen waren.
Die Beachtung der Vorschriften wurde insbesondere im Alpenraum von den "Perchten" überwacht - die "Perchtenläufe" werden dort auch heute noch als Brauchtumspflege durchgeführt.
Ebenso war der Verzehr von Hülsenfrüchten zu unterlassen - denn wer Erbsen oder Hülsenfrüchte in dieser Zeit zu sich nahm, bekam Krätze, Geschwüre oder Ungeziefer und starb im nächsten Jahr. Auch jegliche Arbeit war in den Rauhnächten verboten, sonst fiel der Wolf in die Herde und das Vieh gedieh nicht.

Die Silvesternacht hebt sich hier nochmals besonders ab. Dem alten Glauben nach steht das Geisterreich offen, und die Seelen der Verstorbenen sowie die Geister haben Ausgang. Dämonen können Umzüge veranstalten oder mit der wilden Jagd durch die Lande ziehen, zauberkundige Menschen können sich in Werwölfe verwandeln und so die Bevölkerung heimsuchen. In ihr begann auch die "Wilde Jagd" in der nordischen Mythologie.

Die Wilde Jagd oder das Wilde Heer entspringt dem germanischen Glauben, dass der einäugige Odin bzw. Wotan mit seinem geisterhaften Gefolge zwischen den Jahren durch die Lüfte reitet. Er wird manchmal von seiner Gattin Frigg beleitet. Frigg wurde auch Frick, im Harz Frau Harke, in Thüringen Frau Holle und in Süddeutschland Frau Berchta genannt, obwohl die letzten beiden mit Hel und nicht mit Frigg identifiziert werden. Die Wilde Jagd wird auch von zahlreichen Tieren begleitet, unter anderem auch Odins Wölfe und Raben, aber auch die anderen Geister besitzen allerlei Tierfüße.
Als angeblicher Beweis dient die sogenannte "Kuhtrittmuschel". Diese bis zu 20 Zentimeter große Muschel aus dem späten Erdaltertum, welche u.a. auf dem Dachstein-Plateau in Österreich häufig gefunden wird, hat einen herzförmigen Querschnitt und erinnert an die Trittspuren von Rindern. Als eine weitere Form des Fußabdruckes von Alben, Druden, Kobolden und anderen Geistern galt der fünfzackige Drudenfuß. Dieser ist auf versteinerte Stachelhäuter (Seeigel, Seesterne usw.) zurückzuführen. Das Skelett dieser Tiere ist fünfstrahlig symmetrisch, und das ist so ungewöhnlich, dass ihnen magische Bedeutung zugemessen wurde. Deshalb hat man fossile Seeigel schon in der Bronzezeit als magische Grabbeigaben verwendet. Eine seltene muschelähnliche Tiergruppe, die Brachiopoden, erinnern in ihrer Form an Vögel. Man nannte sie früher auch "Heilig-Geist-Steine". Die Ammoniten waren mit den heutigen Tintenfischen verwandt. Sie trugen schneckenähnliche Schalen und sind vor ca. 65 Millionen Jahren gleichzeitig mit den Sauriern ausgestorben. Man hielt sie lange Zeit für versteinerte Schlangen. Da manche fossile Überreste ungewöhnlich groß waren, wucherten in der Folge allerlei Drachengeschichten. So wurden Ammoniten, versteinerte Korallen sowie Knochen des Höhlenbären mit Drachen in Verbindung gebracht. Fossile Haizähne galten als Drachenzähne oder Drachenzungen.

Die Seelen der Verstorbenen, ferner Schweine, Hasen und andere Tiere sollen in diesen zwölf Tagen das Gefolge der wilden Horde bilden. Dem Heer von 432.000 Geistern eilen 24 schwarze Hunde bellend voraus. Das Geisterheer braust nachts mit Jagdrufen und Hundegebell durch die Luft. Als Anführer des Totenheeres rast Odin als wilder Jäger (hier auch Woutan, Wode, Heiljäger, Hackelbernt, Herne etc. genannt) mit bedrohlicher Wildheit und Aggressivität auf seinem Schimmel Sleipnir durch die Lüfte. Meistens zeigt er sich bei dieser Gelegenheit zu Pferde in Hut und Mantel. Nur wer sich auf die Erde wirft und sich festklammert, wird von der Gewalt des wütenden Heeres nicht mitgerissen. Vermutlich haben deshalb die alten Germanen die Gräber ihrer Toten mit schweren Steinen bedeckt, damit die Seelen der Verstorbenen ihre Ruhe finden und von der wilden Hatz des Totenheeres nicht mitgerissen werden können. Sobald der Sturm vorüber ist, zieht sich der Sage nach das Wütende Heer zum Gelage in die Berge zurück. Frau Holle, die mit Freyja, Frigga oder am wahrscheinlichsten mit Perchta oder Hel identifiziert werden kann, ist Schutzpatronin dieser Tage. Sie mag es normalerweise nicht, wenn jemand faul oder unnütz in den Tag hinein lebt, sie ist sehr streng und achtet darauf, dass jeder seiner Bestimmung gemäß lebt und sich entwickelt. Nur in diesen zwölf Tagen erlaubt Frau Holle, dass man sich ausruht und ganz auf sein Inneres und Wesentliches besinnt. Sie schätzt es auch durchaus, wenn man ihr kleine Geschenke oder Aufmerksamkeiten macht. Vielleicht erweist sie sich dann im kommenden Jahr gnädig und erfüllt so manchen tief ersehnten Wunsch

Um diese Zeit sollten die Menschen ja nicht den Unwillen der Geister erregen. Die Arbeit hatte jetzt zu ruhen, und die Menschen sollten Rückschau halten auf das vergangene Jahr und sich auf das neue vorbereiten, um es würdig zu empfangen.

In den Rauhnächten entscheidet sich nach nodrischer Mythologie das Geschick allen Lebens auf Erden, darum boten die Menschen alles auf, um dem werdenden Licht zu Hilfe zu kommen. Mit auserlesenen Räucherkräutern, Fichtenharz und Weihrauch sollte alles Böse vertrieben werden. Der alte Volksglaube hielt überhaupt daran fest, dass es in den Zwölf Nächten "umgeht", dass böse Geister und ganz allgemein die "Mächte der Finsternis" in dieser lichtarmen und darum gefährlichen Zeit ihr Unwesen treiben. Zur Wintersonnenwende lässt man alles hinter sich, was nicht mehr zu einem gehört. In den Rauhnächten bzw. zu Silvester werden gute Vorsätze für das nächste Jahr gemacht. Symbolisch nehmen die "Geister" der Rauhnächte alles mit, was die Menschen "über Bord" geworfen haben.
In diesen Tagen herrschte Frieden: alle Waffen ruhten und persönliche Streitigkeiten wurden in aller Öffentlichkeit beigelegt.
Auch die Arbeit der Hausfrau hat in dieser Zeit zu ruhen. Aus diesem Grunde werden spezielle große Brote und Früchtekuchen gebacken, die sich über die Raunächte hinweg halten.

.. sich erinnern heißt nicht Asche streuen, sondern das Feuer weitergeben ..

Dieser alte Text über die Rauhnächte stammt aus einer alten Sagensammlung von Pater Willibald Leeb, die um 1900 entstand. Der Zeitraum der zwölf Nächte wird durch christliche Feste markiert. Zwar beginnt der Verfasser auch hier mit dem 21. Dezember als erste der Nächte, aber die "heidnische" Wintersonnenwende wird als Ursprung nicht erwähnt. Trotz der betont christlichen Ausrichtung werden die größtenteils aus vorchristlicher Zeit stammenden Bräuche jedoch aufgeführt, selbst vom Beten und dem Gebrauch von Weihwasser wird für bestimmte Riten abgeraten.


Die Rauhnächt

Die Rauhnächte oder Unternächte sind die Nächte vom St. Thomasabend (21. Dezember) bis Heiligendreikönig, nach anderen vom Christabend bis Heiligendreikönig. An den Vorabenden des St. Thomastages, des Christfestes, des Neujahrstages und des Dreikönigfestes ( 20., 24., 31. Dezember, 5. Jänner) rauchte (räucherte) man alle Räume des Hauses mit Weihrauch und besprengte sie mit Weihwasser, um sie zu segnen und dadurch die Hexen und bösen Geister zu vertreiben, denn die Unternächte sind die Zeit, in welcher die Geister ungescheut umgehen und ihr Wesen treiben.

Wenn die kleine Prozession von ihrem Rundgange in die Stube zurückgekehrt ist, knien alle nieder und beten, worauf die Männer ihre Mützen, die Weiber ihre Kopftücher über den Rauchtopf halten und dann rasch das Haupt bedecken: Das gilt als Mittel gegen Kopfleiden. Nun ist alles im Hause geweiht ( gesegnet), selbst der Kehrricht. Dieser darf daher diesmal nicht weggeworfen werden. Man streut ihn auf das Kornfeld, um es vor Schauer zu bewahren. Unter'n Nachten - das sind die Nächte vom Christabend bis Heiligendreikönig - soll man nicht umtümmeln, nämlich keine Türe zuhauen, nicht hämmern, hacken, kurz nichts Lärmendes tun, damit man das schlafende Jesukind nicht aufwecke. In den Unternächten darf man nicht spinnen, sonst liefert man der Haupthexe Hertha das Garn, womit sie die Leute fängt und fortschleppt. In den Unternächten sollen die Bäume bocken oder remmeln, d.h. da soll sie der Wind bis in die Wurzel hinab riegeln, damit sie sich befruchten. Dann gibt es im nächsten Jahre viel Obst.

In den Rauhnächten kann man durch Losen und Lößein die Schicksale des nächsten Jahres erkunden. Der Sinn des Namens Rauhnächte und Unternächte ist dem Volke nimmer bewußt. Die meisten meinen, der Name Räuchern) her. Manche aber sagen, der Name müsse etwas anderes bedeuten, da man ja nicht Rauchnächte, sondern Rauhnächte sage und nur in 3 oder 4 Rauhnächten „rauche", während alle Nächte vom 21. Dezember bis 6. Jänner Rauhnächte heißen.

In den Rauhnächten können mutige Leute durch Losen (oder Lisna, Lismen) die Schicksale des nächsten Jahres erkunden. Man lost auf Kreuzungen, Friedhöfen, an Bächen, unter Schwarzkirsch, Kriecherl-, Weichsel- Zwetschkenbäumen und in der Weihnacht auch an Stalltüren.

Das mundartliche Wort losen heißt nicht nur lauschen, sondern auch lauern, was das Lauschen und Lauern auf Vorzeichen bedeute. Das von Zaubersprüchen begleitete Schütteln der Bäume beim Losen erinnert an das von Runensprüchen begleitete Schütteln der Runenstäbe (Baumzweige) beim Losen oder soll den raunenden Windgott regen.

Wer lisna oder lisma will, darf neun Tage vorher nichts beten, kein Weihwasser nehmen und muß abends nach dem Gebetläuten schweigend und ohne sich umzusehen auf einen Kreuzweg oder unter einen Schwarzkirschbaum gehen. Wer sich dabei umsieht, erhält von unsichtbarer Hand eine solche Ohrfeige, daß man die fünf Finger in seinem Gesichte sieht. Es können auch mehrere Personen von ungerader Zahl mitsammen lisna gehen. Der Lisna darf sich aber durch nichts von seinem Standorte verschrecken lassen; sonst erhält der böse Feind Mächt über ihn.

Dann hört und sieht der Lisner durch teuflischen Spuk, was während des neuen Jahres im selben Orte Merkwürdiges geschehen wird. Hört er z.B. Musik, so bedeutet das Hochzeit. Hört er beten oder weinen, so bedeutet das einen Todesfall. Aus der Richtung des Schalles oder aus der Gestalt der Wolken und höllischer Schemen erkennt er, wen es angeht.

In manchen Gegenden rufen heiratslustige Mädchen in der Christnacht dreimal die laute Frage hinaus, was für einen Mann sie bekommen werden. Aus dem folgenden Schalle schließen sie auf die Zukunft. Ein Schuß kündet einen Jäger, ein daherfahrender Wagen einen Fuhrmann, ein knarrendes Tor einen Bauern als Zukünftigen.

Anmerkungen von Pater Leeb zu den vier besonderen Rauhnächten:

Zur Thomasnacht:

Der hl. Thomas mußte die Rolle des allen Wesens und Werdens kundigen Traum und Ehegottes Odin (Wotan) übernehmen, weil sein Fest auf den Anfang der dem Odin heiligen zwölf Tage fällt.

Zur Christnacht
Zu der Christnacht von 11 bis 12 Uhr (Abends) können die Ochsen reden, weil sie auch bei der Krippe Jesu standen.
Während der Mette (nach anderen Abends von 11 bis 12 Uhr) geben alle Brunnen Wein. Aber wer solchen zu schöpfen wagt, dem haut ein spukhafter schwarzer Mann eine Watschen ins Gesicht.

Zur Silvesternacht
In der Silvesternacht gießt man geschmolzenes Blei ins Wasser und liest aus der Gestalt der erhaltenen Figuren sein Schicksal im neuen Jahre. Erhält man z.B. die Figur einer Wiege, so wird es im nächsten Jahr Nachwuchs geben. Die Form eines Bauers zeigt an, daß man ein Forstmann oder Gärtner werden wird. Nadeln oder Nägel deuten auf den Beruf eines Schneiders.
Am Silvesterabend wird in Niederösterreich das Losen und Lösseln besonders eifrig betrieben. An diesem Abende wird in verschiedenen Gegenden der Silvesterkönig gekrönt. Dem tölpelhaftesten aus dem Hausgesinde wird ein Strohkranz aufgelegt und ein Strohbüschel in die Hand gegeben. Die übrigen jagen dann den Silvesterkönig mit einer aus Stroh geflochtenen Peitsche durch Tür und Tor. Er muß so lange vor der Tür stehen, bis sich die jüngste Magd seiner annimmt und ihn hereinführt. Diese Magd ist nun das Haupt des Gesindes für das kommende Jahr und den ganzen Abend hindurch werden ihr Glückwünsche dargebracht.

Zur Dreikönigsnacht:
Die Meinung, das Heiligendreikönigswasser sei hochgeweiht, stammt daher, daß es in manchen Bistümern mit einem hochkirchlichen, fast eine Stunde dauernden Ritus geweiht wurde, welcher aus der morgenländischen Kirche, die am Feste der Erscheinung vornehmlich den Tauftag Christi feierte, in die abendländische Kirche eingedrungen war, aber 1725 und 1892 von Rom verboten wurde. Da die heilige Schrift und Tradition vom Tanzen der Heiligen Drei Könige nichts meldet, ist es auf den Reigen der in den Rauhnächten umziehenden Götter und Elfen zu beziehen. Das zeigt auch der Rinds- oder Menschenfuß, der von der wilden Jagd herstammt, die besonders in den Rauhnächten umzieht. Frau Bercht ist die Göttin Berchta (d.h. die Leuchtende), die Inhaberin des Elfen - oder Kinderparadieses. Wie die Berchtel, so ging auch die griechische Göttin Hekate an Wegscheiden um. Wie der Bercht, so wurde auch der Hekate Speise hingestellt.


Quelle:
Sagenreise ins Pielachtal, Sagen, Erzählungen, Geschichten - aus dem reichen Sagenschatz des Pater Willibald Leeb.
Zusammengestellt und herausgegeben von der Arbeitsgruppe Heimatforschung im Verein für Dorferneuerung in Hofstetten und Grünau. Text: ca 1900.

Bearbeitet von Manfried am 03-01-2011 01:42

.. sich erinnern heißt nicht Asche streuen, sondern das Feuer weitergeben ..

So oder so ähnlich kenne ich es auch...

Die Rauhnächte beginnen in den meisten Gegenden nach der heiligen Nacht, also in der Nacht vom 25. auf den 26. Dezember.
Sie dauern 12 Nächte lang, bis Heiligdreikönig, dem 6. Januar.
Es ist die Zeit zwischen der Zeit, wenn die Winterstürme übers Land fegen und die hungrigen Raubtiere den Gehöften immer näher kamen.
In dieser Zeit verließen die Menschen nach dem Hereinbrechen der Dunkelheit, ihr schützendes Haus nicht mehr, denn draußen ritt die Percht mit ihrem wilden Gefolge übers Land.
Die Percht war die mächtigste Unterweltgöttin im Alpenland, die über Leben und Tod herrschte.
Sie holte die toten Seelen, die bis zu den Rauhnächten dahinirrten und sich an Wegkreuzungen und verwunschenen Plätzen sammelten.
Sie war eine Art Tödin, die die Seelen ins Jenseits führte und hatte ein gütiges und ein schreckliches Gesicht, je nachdem, wie die Seelen zu Lebzeiten gewirkt hatten.
In ihrem Heer ritten mit den toten Seelen, Waldgeister, Gnome und Kobolde.
Die Lebenden, fürchteten in der Dunkelheit auf dieses Heer zu treffen und mitgenommen zu werden.
Es gibt viele Geschichten, auf denen die Percht auf lebende Menschen trifft und deren Herz prüft.
Dafür verändert die Percht ihre Gestalt und wird zum armen Tier oder zum Bettler.
Im Norden Europas, außerhalb des Alpenraums, war es nicht die Percht, sondern Wotan mit Wölfen und den zwei Raben (für Zukunft und Vergangenheit) im Gefolge, der in den Rauhnächten umherschweifte.
Diese zwölf Nächte sind der Höhepunkt des Orakeljahres.
In dieser Zeit kann tagsüber schützend und reinigend geräuchert und abends mit den Orakelpflanzen, durch den Rauch in die Zukunft geschaut werden.
Jede Nacht der zwölf Nächte, steht für einen Monat des kommenden Jahres.
Eine andere Tradition ist es, in den ersten sechs Nächten das Vergangene abzuschließen, um dann in den folgenden sechs Nächten, dass Kommende zu visionieren.
Zum Abschluss der Rauhnächte, wird am Dreikönigstag mit weihenden Pflanzen und Harzen, durchs Haus gegangen.
Weit verbreitet ist noch der Brauch, K+M+B und die Jahreszahl mit Kreide an den Türstock zu schreiben, ein Schutzritual, dass heute nach Kaspar, Melchior und Balthasar benannt ist.
Im frühen Mittelalter hießen sie noch Katharina, Margarete und Barbara, die den 14 nothelfenden Heiligen zugeordnet waren.
In vorchristlicher Zeit wiederrum nannte man sie Anbeth (Erde), Wilbeth (Sonne) und Barbeth (Mond) - die drei alpenländischen Bethen, als Ausdruck der weiblich-göttlichen Trinität.

Räucherpflanzen:

Reinigend und schützend....Bartflechte, Beifuß, Engelwurz, Eschensamen, Fichtenharz, Holunder, Lavendel, Mistel, Salbei.

Orakeln:
Alraunenwurzel, Beifuß, Bilsenkraut, Lorbeer, Mistel, Schafgarbe.

Segnend:
Mariengras, Myrrhe, Rose und Weihrauch.

Ich wünsche allen, angenehme Rauhnächte...

Möge die Göttin schützend ihre Hand über uns halten!

Beannachtai...Lilian
Bei den Kelten hieß das Fest der Wintersonnenwende Alban Arthuan.
In dieser längstenm längsten Nacht des Jahres versammelte man sich mit seinen angehörigen um durch geschichten und gesänge die
die Geister und andere übelgesonnene Wesen fern zu halten.
Bei Sonnenaufgang entzündeten die Druiden in heiligen Hainen große Feuer die sie in die behausungen der Stammeshäuptlinge trugen.
Von dort aus wurden dann alle Feuer des Stammes entzündet.

Alle Götter sind ein Gott
und alle Göttinen die eine!
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