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Spurensuche - 10000 v.Chr .... als alles begann
Spurensuche - 10000 v.Chr .... als alles begann



Mit Donnerhall und Schrecken betraten die Wikinger im 8. Jahrh. wie aus dem Nichts den Schauplatz der Geschichte. Doch woher kamen sie und wieso hatte man noch nie von ihnen gehört? Eine Spurensuche, die uns weit zurückführt, in die skandinavische Frühgeschichte ….

Die skandinavische Frühgeschichte begann etwa 10.000 vor Chr. und endete um 800 unserer Zeitrechnung. Ihre Entwicklung begann schon früh in der Altsteinzeit und zog sich über Jahrtausende hinweg bis zu den Normanen, wie sie uns bekannt sind. Archäologische Untersuchungen fanden Spuren dreier aufeinander folgender Volksgruppen verschiedener Herkunft in der Altsteinzeit, die auf der Suche nach neuem Lebensraum in das heutige Skandinavien gelangten - sie kann man als die "Urväter" der Wikinger bezeichnen.

Um 10.000 v.Chr. lebten aus dem Süden kommende Stämme von Fischern, Jägern und Sammlern in Dänemark und Norwegen. Sie verwendeten schon grobe Feuersteinwerkzeuge und waren mit Lederbooten unterwegs.
Um 7000 v.Chr. lebten Jägerstämme, die aus dem Südosten zugewandert waren, in Dänemark. Sie entwickelten erste Behausungen und bessere Werkzeuge.
Um 6000 erschien der Kongemose - Volksstamm in Dänemark, der die Ertebølle-Zeit prägte und bis etwa 3000 v.Chr. dort lebte.

In der Jungsteinzeit zogen weitere Stämme in zwei aufeinander folgenden Wellen, die erste um 3000 v.Chr., die zweite etwa 1500 v.Chr. nach Skandinavien. Diese neuen Stämme brachten östliche Einflüsse, wie Ackerbau, Viehzucht und auch das Pferd nach Nordeuropa. Neben dem Fortschritt in der Steinbearbeitung und der Werkzeugtechnik kommt es auch zur Entwicklung des so charakteristischen Haustyps.
Bronzezeit, Eisenzeit und die unruhige Zeit der Völkerwanderung folgten und prägten das heutige Europa. Etwa bis zum Beginn unserer Zeitrechnung beeinflussten die keltischen Stämme aus Mitteleuropa auch die Stämme des Nordens und bestimmten nachhaltig ihre weitere Entwickelung. Nicht zuletzt dadurch gewannen die Schiffe immer mehr an Bedeutung und wurden für die skandinavischen Völker immer wichtiger. Durch die die geografische Lage war man gezwungen, einerseits Beförderungsmittel zu entwickeln, aber gleichzeitig wollte man so auch dem Entdecker- und Expansionstrieb folgen. Besonders diese, jedoch nur phasenweise auftretenden Eigenschaften, waren somit schon lange vor den Wikingern jahrelang charakteristisch für die skandinavische Stämme. Ob die Stämme wirklich so kriegslustig waren, wie ihnen nachgesagt wird, lässt sich heute nicht mehr nachweisen, jedoch die Gewalttätigkeit gehörte schon damals zu dem Klischee der sogenannten „Barbaren“, wie die nordischen Stämme bereits zu Zeiten der Römer genannt wurden.

In der Zeit bis etwa 400 n.Chr. betrieben diese Nordstämme regen Handel mit dem damals noch existierenden römischen Reich. Die Nordmänner erhielten Glaskrüge, Waffen und Schmuck, die Römer übernahmen neben der Handelsware auch einiges der skandinavischen Kultur. In dieser Zeit erscheinen auch zum ersten Mal die Runen, die ein Zeugnis die nordischen Gottheiten und eine eigenständige Kultur der nordischen Völker sind. In der letzten Phase der Eisenzeit kommt es zur Vermischung zwischen den skandinavischen Stämmen und den Festlandgermanen. Es entwickelten sich die ersten Handelszentren, jedoch die blieben die Zeiten sehr unruhig. Es trafen viele verschiedene Einflüsse aufeinander, es war eine Zeit des Umbruchs. Das fränkische Kurzschwert wurde durch das zweischneidige Schwert ersetzt, aus den leichten Wurflanzen, dem Ger, wurden schwere Stoßwaffen. Es entstanden Dörfer, die Eisenaxt und der Schwingpflug wurden entwickelt, die Bevölkerungsdichte wuchs an und so folgte eine neue Welle der Expansion und Suche nach neuen Lebensräumen -die Zeit der „Wikinger“ begann.

Der Begriff „Wikinger“ leitet sich aus dem altnordischen Wort "vikingr" ab und bedeutet Seekrieger. Aber nur ein kleiner Teil der "Nordmänner" fuhr damals als "vikingr" hinaus. Sie verließen Haus und Hof nur kurzzeitig - um den „Beruf“ der Piraterie zu betreiben. Der eigentliche Sinn dieser Fahrten war jedoch, neue Lebensräume zu suchen und für sich zu erschließen. Der Begriff "vikingr" war nach unserem heutigem Verständnis die "Berufsbezeichnung" für einen Teil der damaligen nordischen Bevölkerung, der sich nicht auf ein Volk oder einen Stamm bezog, sondern sich vorwiegend aus Norwegern, Schweden und Dänen zusammensetzte.

Der erste schriftlich bezeugte Wikingerüberfall wird von Gregor von Tours in seiner Historia Francorum beschrieben: Im Jahr 517 überfiel der dänische König Chlochilaichum mit einer Flotte Gallien. Er verwüstete und beraubte das Gebiet des austrasischen Frankenkönigs Theudorich I. und nahm etliche Gefangene. Die Flotte stach in See der König blieb jedoch mit einer größeren Anzahl seiner Krieger am Strand, um das Abrücken zu sichern und musste auf die Flut warten. So konnte Theudoricus Sohn Theudobertus, der mit einem starken Heer und Flotte zur Unterstützung seines Vaters herbeieilte, die dänischen Truppen stellen, den König töten, die Dänen in einem Seegefecht besiegen und die Beute wieder zurückholen.
Der zweite historisch belegte Bericht eines Überfalls der Wikinger stammt dann erst aus dem Jahr 793, als das Kloster Lindisfarne im Nordosten Englands überfallen wurde, der als Beginn der Wikingerzeit angesehen wird.

Die Wikingerzeit ist das Ende der frühgeschichtlichen Zeit Skandinaviens. Aus dieser Zeit gibt es keine oder nur sehr dürftige schriftlichen Quellen, nur durch archäologische Untersuchungen erhält man weitreichende Kenntnisse von dieser Zeit und über die damalige Bevölkerung. Die Sagas sind jedoch eine gute Quelle. Obwohl sie erst viel später niedergeschrieben wurden, beruhten sie doch auf der mündlichen Überlieferung von Generation zu Generation und geben einen guten Einblick in die Kultur und Mythologie der nordischen Völker. Insgesamt gesehen wissen wir heute, dass die Wikingerzeit eine der reichsten frühgeschichtlichen Perioden des Nordens gewesen ist.

Quellen:
DIE GESCHICHTE SCHWEDENS
WIKI-READER
Die Online-Enzyklopädie - Wikinger

.. sich erinnern heißt nicht Asche streuen, sondern das Feuer weitergeben ..

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