Adam von Bremen

Adam von Bremen

Adam von Bremen

Adam von Bremen, *etwa 1030 †12.10. (zwischen 1080 und 1085), stammte aus Obergermanien (saxonia superior) und besuchte etwa zeitgleich mit Lampert von Hersfeld (*vor 1028 †nach 1081) die Bamberger Domschule. Unter dem Erzbischof Adalbert von Bremen wurde er um 1066 bremischer Domherr. 1069, von einer Reise zu König Sven Estridsson aus Dänemark zurückgekehrt, wurde er magister scholarum (Domscholast), also Leiter der Klosterschule. Gestorben ist er vermutlich 1081, spätestens 1085.

 

Bekannt wurde Adam von Bremen als Historiker. Um 1075 verfasste er sein bekanntestes Geschichtswerk, die Gesta Hammaburgensis ecclesiae pontificum. Das in 22 Handschriften überlieferte Werk begann Adam nach dem Tode Erzbischof Adalberts (1072) als Dank für seine Aufnahme in Bremen zu schreiben. Das um 1075/76 abgeschlossene Werk ist in vier Bücher gegliedert, von denen die ersten zwei die Geschichte der Erzbistümer Hamburg und Bremen erzählen und das dritte die Biographie des Erzbischofs Adalbert von Bremen aufgreift.

 

Das vierte Buch mit dem Titel Descriptio insularum aquilonis beschreibt ausführlich die Wikingerzeit, die Verhältnisse und Kriege im Ostseeraum sowie in den Gebieten, die Teil der heutigen Staaten Großbritannien, Dänemark, Norwegen, Schweden und Norddeutschland sind. Auch die damals entferntesten Weltgegenden: Island, die Färöer, Orkney und Grönland sowie ihre Christianisierung werden erwähnt. Zudem berichtet Adam ausführlich über die Slawen (Sclavi) im heutigen Deutschland. Seine Berichte gelten allgemein als eine zuverlässige Darstellung und Adam als einer der besten Historiker des Hochmittelalters.

 

Berühmt ist das Werk auch dadurch, dass es das erste schriftliche Zeugnis über die Entdeckung Amerikas (Vinlands) durch die Wikinger darstellt.

 

Das Interesse ist dabei auf die (dänischen) Diözesen gerichtet, auf die sich die Missionsbemühungen und Ansprüche des Bremer Bistums richteten. Ziel des Werkes war es, das positive Wirken der Erzbischöfe aufzuzeigen und ihre Rolle bei der Verbreitung des Christentums herauszustreichen. Adam benutzte Kirchendokumente, mündliche Überlieferungen sowie den Bericht König Svens von Dänemark und kannte nachweislich die Werke von Chronisten wie Gregor von Tours oder Einhard. Ebenso zitiert er zahlreiche antike Autoren, wobei er sich stilistisch eng an Sallust orientiert. Adams Werk ist die Hauptquelle des heutigen Wissens über Geschichte und Ethnographie des nördlichen Raumes vor dem 13. Jh. und insofern von großer Bedeutung.

 

Quelle:
Staats R. 1991: Der Geist der nordeuropäischen Mission von Willihad bis Adam von Bremen. Hospitium ecclesiae. Bd. 18, 7–32.
Kristensen A. K. G. 1975: Studien zur Adam-von-Bremen-Überlieferung. Kopenhagen.

 

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