Das Jahrtausend der Kelten

Eine Zeitafel der Keltenzeit

Keltenfürst vom Glauberg

Keltenfürst vom Glauberg

Die Geschichte der keltischen Stämme beginnt im historischen Dunkel fernster Frühzeit. Erst im Verlauf der 1. Jahrtausends vor Chr. treten in Mitteleuropa deutlicher ans Licht: als Träger einer Kultur die den Krieger verehrt und Handel treibt, die Eisen nicht nur zu verarbeiten, sondern auch zu produzieren weiß - und Kunstwerke eigentümlicher Schönheit erschafft. Lange Zeit können sich die Stämme gegen das aufstrebende Rom behaupten. Bis das expandierende Imperium sie nach und nach fast alle unterwirft.

 

Ab etwa 800 v. Chr.bestimmt eine rätselhafte Völkerschaft die Geschichte Mitteleuropas. Griechische Autoren werden diese Menschen später Keltoi(vielleicht die Erhabenen) nennen. Die Römer bezeichnen sie indes als Galli, die Germanen als Welsche.

Keltische Stammesverbände leben zunächst in einigen fruchtbaren Gegenden Süddeutschlands, Ostfrankreichs, des heutigen Österreichs, sowie der Schweiz. Später besiedeln sie weite Regionen zwischen Atlantik und Schwarzem Meer - bis die keltische Kultur um die Zeitenwende in der römischen aufgeht. Einige wenige keltische Inschriften, Berichte antiker Autoren, von Archäologen geborgene Trinkgefäße und Waffen sowie rekonstruierte Siedlungen und Gräberfelder geben ebenso Auskunft darüber, wie und wo Kelten gelebt haben könnten, wie zahllose aus keltischer Zeit stammende Landschafts-, Orts- und GewässernamenEtwa Böhmen, Mailand und Marne. Doch das von Sprachwissenschaftlern aus diesen geographischen Bezeichnungen rekonstruierte Verbreitungsgebiet des Keltischen deckt sich nicht überall und zu allen Zeiten mit den von Archäologen anhand von Funden als keltische Kulturregionen definierten Gebiete.

Auch haben Historiker Fehler und Ungereimtheiten in den Angaben griechischer und römischer Schriftsteller ausgemacht, die die Kelten und deren Siedlungsgebiet oft nur aus Berichten von Kaufleuten kannten. Und weil zudem die wenigen erhaltenen Inschriften keine Auskunft darüber geben, ob sich deren Autoren als Angehörige eines keltischen Volkes verstanden haben, streiten Altertumswissenschaftler seit Langem darüber, ab wann von Kelten gesprochen werden kann und ob diese Kelten überhaupt ein Volk oder lediglich eine Schar vielfach verfeindeter Stämme waren. Dennoch: Als Kelten werden heute die Angehörigen der ältesten näher bekannten Kultur nördlich der Alpen bezeichnet. Wie aber hat sich diese Kultur- also die gemeinsame Kunst, Sprache und Lebensart entwickelt? Ab wann haben sich die Menschen dieser Kultur als Kelten" verstanden? Und wie ist diese Kultur untergegangen?

 

Aus Osteuropa stammende NomadenVon manchen Altertumswissenschaftlern nach den charakteristischen Verzierungen ihrer Tongefäße als Schnurkeramiker bezeichnet wandern unter anderem ins spätere Kerngebiet der Kelten ein: in die Regionen der heutigen Staaten Österreich und Schweiz, sowie nach Süddeutschland. Sie sprechen wie später auch die Kelten eine indoeuropäische Sprachespäter werden Angehörige dieser Sprachfamilie von der Atlantikküste bis zum indischen Subkontinent siedeln. In den folgenden Jahrhunderten leben die Einwanderer im Keltengebiet neben dort bereits länger ansässigen Bevölkerungsgruppen, vermischen sich wohl auch mit diesen.

 

Im späteren Siedlungsgebiet der Kelten beginnen Handwerker verstärkt Werkzeuge und Waffen aus Bronze herzustellen, einer relativ harten Legierung aus Kupfer und Zinn. Kupfer gewinnen sie vor allem im heutigen Salzburger Land - zunächst aus Erzadern nahe der Oberfläche, dann in Bergwerken. Zinn importieren die Metallexperten, die die neue Technik wahrscheinlich von Meistern aus Griechenland übernommen haben, aus entfernten Regionen, vielleicht aus dem Erzgebirge. Mit der beginnenden Bronzezeit steigt die Nachfrage nach dem Metall in Mitteleuropa stark an. So entwickelt sich im Laufe der Jahrhunderte ein europäisches Handelsnetz.

 

Nahe dem heutigen Hallstatt im österreichischen Salzkammergut beginnen Siedler mit dem Abbau von Salz in vertikalen Schächten - es entsteht das älteste bekannte Salzbergwerk Europas, Salz ist ein seltenes und begehrtes Gut, da es für die Gesundheit von Menschen und Haustieren, sowie zur Konservierung von Fleisch unentbehrlich ist. Hallstätter Salz wird bald unter anderem nach Böhmen und Slowenien exportiert. Die durch den Handel mit Salz und Bronze wohlhabende Alpenregion wird später zu einem der bedeutendsten Zentren keltischer Kulte.

 

In den nordöstlichen Alpen sammeln die Bewohner der späteren keltischen Region goldhaltiges Quarzgestein, wie eine wenige archäologische Funde vermuten lassen. Bei den Kelten ist das edle Metall später lange Zeit nur den Adeligen vorbehalten.

 

Im Hallstätter Salzbergtal fügen Zimmerleute die älteste erhaltene Holztreppe Europas in einer Abbauhalle Europas zusammen. Inzwischen sind zahlreiche Arbeitskräfte in die Region zugewandert - vielleicht aus dem Unterinnental. Zur Versorgung der wachsenden Zahl von Menschen bewirtschaften Bauern nun auch Weiden in entlegenen Alpentälern. Landwirte bauen Gerste, Hirse und Hülsenfrüchte wie Erbsen und Bohnen an. Ehemals vereinzelte Höfe und Wohnstätten wachsen jetzt zu Dörfern heran.

 

In den südlichen Alpen, nahe dem Lago Maggiore und dem Comer See sprechen Menschen eine frühe Form des Keltischen. so das Ergebnis sprachwissenschaftlicher Studien. Archäologische Funde deuten darauf hin, dass Stammesgruppen vom nordwestlichen in diesen außerhalb des späteren keltischen Siedlungsgebiets gelegenen Landstrich zugewandert sind. Hier verschmelzen die Kulturen der Einwanderer und der einheimischen Bevölkerung zu der Golaseccakulturbenannt nach einem Ort in Oberitalien, die Inschriften in einem keltischen Dialekt hinterlässt. Nördlich der Alpen verbreitet sich in den folgenden Jahrhunderten das Keltische wahrscheinlich zunächst - durch Warentausch und soziale Kontakte zwischen den Stämmen begünstigt - als eine Art Handelssprache, gleichen sich wohl allmählich die Sitten und Werte der Keltisch sprechenden Menschen an.

 

In einigen Regionen des bronzezeitlichen Europas - etwa im Salkammergut, im Westen Ungarns sowie in Böhmen - entsteht innerhalb kurzer Zeit eine neue Kultur, deren auffälligstes Merkmal ein neuer Bestattungsbrauch ist: Die Hinterbliebenen verbrennen die Leichname der Verstorbenen und setzen deren Asche in Tongefäßen bei - eine Sitte, die etwa 100 Jahre später auch in Südfrankreich und Katalonien verbreitet ist. In der Zeit dieser Urnenfelderkultur treiben Handwerker aus Bronzeblech zum Teil aufwendig mit geometrischen Mustern verzierte Gefäße. Die Menschen bauen jetzt neben unbefestigten weilerartigen Siedlungen auch durch Wall - und Grabenwerke geschützte Ortschaften. Spätestens seit 1200 v. Chr. unterhalten die Bewohner Britanniens intensive Handelskontakte zum Festland. Sie werden die wohl wichtigsten Lieferanten von Zinn; möglicherweise importieren sie im Austausch unter anderem Waffen.

 

In Hallstatt und den meisten anderen Gebieten der Urnenfelderkultur verarbeiten Handwerker neben Bronze nun vermehrt Eisen, das sie etwa zu Schwertern schmieden. In der Sichtweise vieler Archäologen markieren die beginnende Eisenzeit und der damit verbundene kulturelle Wandel den Anfang des keltischen Zeitalters - denn jetzt beginnt die glanzvollste Epoche der mitteleuropäischen Vorgeschichte. Neben der Verwendung von Eisen ist ein Wandel in der Bestattungskultur ein weiteres auffälliges Merkmal der neuen Ära. Die Toten werden zumeist nicht mehr verbrannt, sondern - vielfach in Hügelgräbern - beigesetzt. Die Ruhestätten werden je nach sozialer Stellung des Verstorbenen mit mehr oder weniger aufwendigen Beigaben ausgestattet. Doch brechen die Menschen diese Hallstattkultur nicht vollkommen mit den Traditionen ihrer Vorfahren der Urnenfelderkultur. So verzieren die Handwerker ihre Produkte weiterhin mit geometrischen Mustern. Die Hallstattkultur breitet sich nördlich der Alpen bis Prag aus sowie zwischen Wien im Osten und dem Burgund im Westen.

 

Auf dem Hexenbergle (bei Augsburg) wird die Asche eines verstorbenen Kelten mit einem vierrädrigen Wagen beigesetzt, dies ist das älteste bekannte der für den keltischen Adel typischen Wagengräber. Vie Hinterbliebenen legen den Verstorbenen unter anderem auch ein Bronzeschwert und eine Goldblechschale ins Grab, jedoch keine eisernen Gegenstände.

 

Im Hallstätter Salzrevier arbeiten bis zu 500 Bergleute, die am Wohlstand der Region teilhaben. Sie tragen Kleider aus aufwendig gewebten Stoffen und trinken wahrscheinlich importierten Wein aus bronzenen Gefäßen. Südlich der Alpen siedeln sich EtruskerEin Volk, dessen Herkunft noch ungeklärt ist zwischen Tiber und Arno, sowie in Süditalien an. Ihre hochentwickelte Kunst beeinflusst später sowohl Römer als auch Kelten, mit denen sie bald Handel treiben.

 

Auf dem Gebiet der heutigen Stadt Frankfurt, südlich des Mains beherrscht der wohl erste keltische Fürst ein Territorium von vielleicht 40 Kilometern Durchmesser. Wahrscheinlich verfügt er über eine größere Zahl von Gefolgsleuten: Bedienstete und Bauern. Als er etwa zwei Jahrzehnte später 50 bis 60 jährig stirbt, wird er unter anderem mit einem Messer und seinem noch aus Bronze gegossenen und wohl Kampfspuren gezeichneten Schwert beigesetzt. Zudem enthält das Grab Ess- und Trinkgeschirr aus Italien.

 

Auf der iberischen Halbinsel siedeln mehrere Keltisch sprechende Stämme. Griechische Historiker berichten später, dass sie zunächst gegen die heimischen Iberer gekämpft, dann aber mit den Uhnen Frieden geschlossen und sich mit ihnen vermischt hätten. Diese Keltiberer seien gastfreundlich, so die Griechen, aber auch befremdlich, denn sie würden sich mit Urin waschen.

 

Auf dem Gebiet des heutigen Villingen- Schwenningen im Schwarzwald errichten keltische Arbeiter und Handwerker ein Fürstengrab - genannt Magdalenenberg. Es ist mit einem Volumen von 33000 Kubikmetern, einem Durchmesser von 102 und einer Höhe von acht Metern eines der größten Grabmale der Hallstattkultur. Etwa vier Kilometer nordwestlich des Hügels liegt eine befestigte Siedlung, wahrscheinlich die Residenz des Fürsten, dessen Macht wohl auf dem Besitz von Erzminen beruht hat.

 

Am Mittelmeer, nahe der Rhonemündung, gründen griechische Kaufleute die Hafenstadt Massalia (Marseille). Fortan tauschen griechische Kaufleute Felle, Metalle und wohl auch Sklaven aus den keltischen Regionen, etwa gegen Wein und kunstvolle attische Keramik.

Bald berichten griechische Autoren erstmals über die KeltoiDie ältesten Quellen sind allerdings verloren gegangen. Etwa 250 Jahre später nennt der Philosoph Platon zwei Eigenschaften, die den Kelten bis heute anhaften. Sie seien kriegerisch und trunksüchtig. Andere antike Schriftsteller bezeichnen sie als untreu und hinterlistig, aber auch als tapfer. Und im 1. Jahrhundert vor Chr. schreibt der Historiker Diodor: Bei der Mahlzeit geraten sie häufig aus unbedeutendem Anlass in einen Wortwechsel und fordern einander zum Zweikampf heraus, das sie sich aus dem Verlust des Lebens nichts machen.

Doch solche Charakterisierungen stehen im Gegensatz zur archäologisch nachgewiesenen spezialisierten Handwerks- und Handelskultur der Kelten, die ein hohes Maß an Disziplin erfordert. Zwischen Weser und Ostsee entwickelt sich die Jastorfkultur - nach Ansicht vieler Wissenschaftler die Keimzelle der späteren germanischen Stämme.

 

Um den Fürstensitz Heuneburg an der oberen Donau, nahe dem heutigen Sigmaringen, wächst aus einer Ansammlung einzelner Gehöfte auf einer Fläche von 70 Hektar eine von etwa 5000 Menschen bewohnte, von einem Wall umgebene Ortschaft heran. Erst 400 Jahre später entstehen unter mediterranem Einfluss ähnliche, von den Römern oppida genannte Stadtanlagen in großer Zahl.

 

Auf der griechischen Insel Aigina werden die ersten Münzen Europas geprägt. Kelten führen das Metallgeld 300 Jahre später ein.

 

Keltische Handwerksmeister in Südwestdeutschland nutzen erstmals die Töpferscheibe. Andere verarbeiten importierten Bernstein und Korallen - etwa zu Schmuckstücken, Schneider nähen Hosen, die in vielen Regionen Europas und noch weitgehend unbekannt sind, kittelartige Obergewänder für Männer. Für Frauen fertigen sie ärmellose Kleider und Umhänge an, die nun nicht mehr mit einfachen Nadeln, sondern mit Gewandspangen (Fibeln) zusammengehalten werden.

 

In Hochdorf (bei Ludwigsburg) wird ein Fürst in einer gut 22 Quadratmeter großen Grabkammer aus Eichenholz bestattet. Anschließend schichten seine Gefolgsleute 50 Tonnen Gestein und einen gewaltigen Erdhügel über der Kammer auf. Wahrscheinlich ist es diese Last, die verhindert, dass das Grab - wie viele andere - noch in antiker Zeit geplündert wird, sodass Archäologen 2500 Jahre später ungewöhnliche Grabbeigaben bergen können: unter anderem eine aus Bronzeblech gefertigte Liege, wie sie bis heute in keinem anderen keltischen Hügelgrab gefunden worden ist.

 

Nahe dem heutigen Dorf Vix im Burgund wird eine etwa 30 - bis 35 - jährige Adelige beigesetzt. Wie bei anderen Vornehmen dieser Zeit werden auch ihr zahlreiche Gefäße griechischer Herkunft ins Grab gelegt - ein Hinweis darauf, dass sich die keltische Elite mittlerweile an der Lebensweise der Griechen orientiert. Vielleicht war die "Fürstin von Vix" zu Lebzeiten Regentin des umliegenden Territoriums. Denn sie wird mit einem gewöhnlich Männern vorbehaltenen Statussymbol bestattet: einem vierrädrigen Wagen. Andere Grabbeigaben sprechen dafür, dass es sich bei der Verstorbenen möglicherweise auch um eine Priesterin handelt.

 

Eine neue Epoche der keltischen Geschichte beginnt: die LaténezeitDiese Epoche wurde nach einem Opferplatz bei La Téne im Schweizer Kanton Neuchâtel benannt. Ihr Merkmal ist ein von floralen Ornamenten sowie vor allem von Tier- und Menschenbildnissen geprägter Kunststil, der sich aus der Hallstattkultur entwickelt hat, aber auch von griechischen und etruskischen Vorbildern beeinflusst ist. Der Laténestil verbreitet sich innerhalb weniger Jahrzehnte und wird die Kunst der Kelten bis zu ihrem Verschwinden prägen.

Der keltische Einfluss verstärkt sich nun auch weiter im Norden, etwa im Hunsrück und in Nordbayern. Bald darauf expandiert die Kultur im gesamten Gebiet des heutigen Frankreichs. Die Keltisierung - das heißt die Übernahme keltischer Sprache und Kultur erfolgt hier einerseits durch intensive Handelsbeziehungen, andererseits wohl auch durch Wanderung keltischer Gruppen. Kinderreichtum sowie Mangel an geeignetem Siedlungsland sind mögliche Motive für die Emigration: Lieber sterben als tatenlos altern - so notiert jedenfalls der römische Dichter Silius Italicus gegen Ende des 1. Jahrhunderts n. Chr. eine Maxime der Kelten. Doch wahrscheinlich geschieht die Expansion friedlich. Denn Archäologen haben bislang keine Hinweise auf kriegerische Zerstörung aus dieser Zeit gefunden.

 

Für eine Grabstätte am Glauberg (am Ostrand der Wetterau in Hessen) meißeln Künstler vier Statuen aus Sandstein, darunter ein 1,86 Meter großes Standbild, das möglicherweise einem Fürsten als typischen keltischen Kriegsherrn zeigt: Der bärtige Mann trägt Hosen sowie Hals-, und Arm- und Fingerringe. Sein Körper ist sowohl durch Brustpanzer als auch durch einen Schild, den er in der linken Hand hält, geschützt. Und er trägt eine Kappe, die bestückt ist mit übergroßen Blättern der für die Kelten heiligen Mistel.

 

Da die Bewohner im Süden Britanniens bereits seit Langem mit keltischen Kaufleuten Waren tauschen, hat sich die keltische Sprache in den vorangegangenen Jahrhunderten bis in die nördliche Inselregion ausgebreitetihre ursprüngliche Muttersprache haben die Britannier vollkommen vergessen. Gleichwohl zählen die meisten Archäologen die Inselbewohner nicht zu den Kelten, da ihre Alltagsgegenstände nicht von der Laténekultur geprägt sind. Angehörige keltischer Stämme, unter anderem Senonen aus dem heutigen Ostfrankreich, verlassen ihre Heimat und ziehen nach Italien - vermutlich, weil sich das Klima nördlich der Alpen verschlechtert hat. Die Auswanderer gewinnen mehrere Schlachten gegen die Etrusker und kontrollieren bald die Po-Ebene sowie einen Streifen an der Adria, der sich bis zum späteren Ancona erstreckt. Hier lassen sie sich zumeist in Dörfern niedern, gründen auch Städte, darunter das heutige Mailand, dessen keltischen Namen die Römer als Mediolanum übernehmen werden. Gleichzeitig ziehen Kelten von Süddeutschland und Böhmen aus bis zur mittleren Donau und später in die Gebiete der heutigen Staaten Kroatien, Serbien und Rumänien, wo sie sich wohl vielfach gegen einheimische Siedler durchsetzen. Insgesamt geben in diesen Jahren etwa 300 000 Kelten ihre Heimat auf, berichtet ein antiker Historiker. Möglicherweise ist diese Zahl zu hoch angesetzt, denn wohl die meisten der alten keltischen Siedlungen bleiben bestehen.

 

Senonen überfallen und plündern Rom. Nur den Kapitolinischen Hügel, eine der Anhöhen der Stadt, können sie nicht einnehmen. Nach längerer Belagerung sind die Römer bereit, ein Lösegeld zu zahlen, so der Historiker Livius. Doch noch bevor die Summe vollständig ausbezahlt ist, vertreiben aus dem Umland herbeigeeilte römische Legionen die Angreifer. Seither nutzen die römischen Eliten den metus gallicus, die Furcht vor den Kelten, für ihre politische Ziele. So flammen in den folgenden Jahrhunderten immer wieder Kämpfe mit den in Norditalien siedelnden Kelten auf.

 

Keltische Söldner kämpfen für den griechischen Staat Sparta gegen das ebenfalls griechische Theben. Längst sind die Kelten für ihren Mut und ihre Kampfkraft im Mittelmeerraum berühmt.

 

Der griechische Forschungsreisende Pytheas aus Massalia vermisst die Küste Britanniens; er nennt die Insel Bretanike.

 

Ein Kunsthandwerker am Mittelrhein fertigt aus Gold einen torques, einen prachtvollen keltischen Halsreif, der bald darauf nach Irland gelangt - er ist heute das älteste bekannte Artefakt im Laténestil auf der Insel. Die irischen Metallhandwerker dieser Zeit sind zwar vielfach von der keltischen Kultur inspiriert, folgen aber vor allem lokalen Traditionen. Damit zählt auch die Bevölkerung Irlands aus archäologischer Sicht nicht zu den Kelten.

 

In Italien siedelnde Kelten verbünden sich mit Etruskern, Samniten und anderen Völker gegen Rom, das die Vormacht auf der Apenninhalbinsel anstrebt. 3 Jahre später unterliegt die Allianz in mehreren Schlachten. Die Römer dehnen nun ihren Einfluss in Mittelitalien weiter aus.

 

In Brittannien entwickeln Meister eine spezielle Form der Laténekunst zur Verzierung von eisernen Schwertern sowie von bronzenen Schilden und Wagenbeschlägen. In der Herstellung von Tongefäßen sowie ihrer Architektur aber unterscheiden sich die Britannier weiterhin von den Kelten auf dem Festland.

 

Die Römer besitzen das keltische Siedlungsgebiet an der Adria und vertreiben die dort ansässigen Senonen. Doch die weiter im Norden Italiens lebenden Stämme bleiben unabhängig.

 

Nachfahren derjenigen Stämme, die im 4. Jahrhundert v. Chr. auf die Balkanhalbinsel gezogen sind, fallen in Griechenland ein und bestürmen im folgenden Jahr Delphi. Doch bevor sie den reichen Schatz des dortigen Tempels plündern können, werden sie von einer Allianz griechischer Streitkräfte zurückgedrängt.

 

In Thrakien (auf dem Gebiet des heutigen Bulgarien) gründet ein keltischer Stammesfürst das Königreich Tylis. Doch 66 Jahre später zerfällt das Reich unter dem Ansturm thrakischer Heere. Nikomedes der Erste, Heerscher des im Nordosten Kleinasiens gelegenen Königreichs Bithyniens, verpflichtet die Männer dreier keltischer Stämme als Söldner. Gemeinsam mit ihren Familien siedeln sie später in Zentralanatolien, wo ihre Stämme eine von einem gemeinsamen Rat geleitete Föderation bilden. Die von den griechischen Autoren "Galater" genannten Einwanderer versetzten die Völker ihrer neuen Heimatregion mit zahlreichen Überfällen lange Zeit in Angst und erpressen von ihnen Tribute. Erst die Römer können sie im Jahr 188 v. Chr. zwingen, ihre Raubzüge einzustellen. Später übernehmen römische Historiker die Bezeichnung galatai und übertragen den Namen auf alle Kelten: galli, Gallier.

 

Am Nordende des Neuenburger Sees in der heutigen Schweiz bauen Handwerker beim Ort La Téne eine hölzerne Brücke über den Ausfluss zum benachbarten Bieler See. Keltische Krieger opfern an diesem neuen Kultplatz Waffen. Einige Jahre später gründen Angehörige des keltischen Stammes der Parisii die Siedlung Lutetia, das spätere Paris. Um diese Zeit reicht der Einfluss der keltische Kultur - mehr oder weniger stark ausgeprägt - von den Britischen Inseln bis nach Kleinasien, von der Iberischen Halbinsel bis nach Ostmitteleuropa. Das in zahlreichen Dialekten gesprochene Keltisch ist die am weitesten verbreitete Sprache Europas.

 

Truppen der nordafrikanischen Macht Karthago (Tunesien) beginnen den Süden und Osten der lyberischen Halbinsel zu unterwerfen - viele in den Nachbarregionen lebende Keltiberer treten bald als Söldner in den Dienst der Karthager.

 

Römische Legionen führen Krieg gegen die in Norditalien siedelnden Kelten und besiegen sie bei Telamon. Rund drei Jahrzehnte später erobert Rom mit Bononia (heute Bologna), den letzten großen Hort keltischen Widerstands in Italien. Später wird das Gebiet Teil der Provinz Gallia CisalpinaKeltenland diesseits der Alpen - aus römischer Sicht also südlich der Alpen, die neben der Po- Ebene auch Ligurien und Venetien umfasst. Die keltischen Bewohner nehmen nach und nach römische Sitten an.

 

Auf einer Kultstätte bei der heutigen nordfranzösischen Ortschaft Ribemont- sur- Ancre (20 Kilometer östlich von Amiens) befestigen Priester sorgsam die kopflosen Leichen von mehreren hundert junger Männern an Gestellen. Wahrscheinlich handelt es sich um in einer Schlacht gefallene feindliche Soldaten. Solche Kultplätze gibt es auch in anderen Teilen des keltischen Siedlungsgebietes. Antike Autoren berichten, Kelten würden vor ihren Kriegszügen den Göttern opfern, um sie gnädig zu stimmen - und danach um ihnen zu danken.

 

Rom erklärt Karthago den Krieg, nachdem dessen Truppen Spanien eine vorgeblich unter römischen Schutz stehende Stadt stehende Stadt erobert haben. Daraufhin zieht der Feldherr Hannibal, von der Iberischen Halbinsel kommend durch Südfrankreich - geführt von keltischen Wegkundigen - im Herbst mit Kriegselefanten über die verschneiten Alpen in die Po- Ebene, um Verbündete im Kampf gegen Rom zu gewinnen. Tatsächlich schließen sich viele Kelten dem Karthager an. Gut ein Jahrzehnt später vertreiben die Römer Karthagos Truppen von der Iberischen Halbinsel - und führen dort in den folgenden Jahrzehnten immer wieder Krieg gegen die Keltiberer. Deren letzten Widerstand aber bricht erst Caesar um 60 v. Chr.

 

Etwa 100 keltische Sklavenjäger, so lässt sich anhand von archäologischen Funden vermuten, überfallen im von Germanen besiedelten Weserbergland die heute sogenannte Amelungsburg, in der sich heimische Bauern - Männer, Frauen und Kinder - vor den Eindringlingen verbergen. Die Germanen setzen sich wahrscheinlich kaum zur Wehr und werden später möglicherweise auf römischen Sklavenmärkten verkauft.

 

Im keltischen Europa entstehen vielerorts befestigte Städte: Alesia und Bribacte im Burgund etwa und Manching in Bayern. Die Kelten stehen nun an der Schwelle zur Hochkultur, denn ihre Wirtschaft ist zudem arbeitsteilig organisiert, und Münzgeld ist allgemein anerkanntes Zahlungsmittel: auch fixieren Kaufleute ihre Verträge schriftlich, wie von Archäologen gefundene Siegel und Griffel belegen. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung geht indes auch eine fortschreitende Umweltzerstörung einher. Für die Metallverarbeitung und Salzgewinnung werden ganze Wälder abgeholzt.

 

Die Bewohner des nahe der Donau, bei Ingolstadt gelegenen Manching befestigen ihre Stadt mit einer 7,2 Kilometer langen Mauer. Die Steine für den Bau müssen sie über die Donau herbeischaffen.

 

Die Römer erobern die Region zwischen den Pyrenäen und den Südwestalpen, unterwerfen die dort lebenden Stämme und gründen die Provinz Gallia TransalpinaKeltenland jenseits der Alpen.

 

Die römischen Legionen unter Gaius Marius besiegen in der Schlacht von Vercellae im Piemont ein Heer der germanischen Kimbern, die zuvor mit den Teutonen plündernd und raubend durch das keltische Mitteleuropa gezogen waren. Wohl auch deshalb haben die Kelten die Verteidigungsanlagen ihrer Städte erneuert oder verstärkt.

 

In den keltischen Siedlungsgebieten östlich des Rheins - in Süddeutschland also, in Österreich und Böhmen - verlassen aus bislang unbekannten Gründen nach und nach fast alle Menschen ihre Städte und Dörfer. Manche Forscher vermuten, dass aus dem Norden kommende Germanen auf Raubzügen lebenswichtige Handelswege stören. Andere glauben, Seuchen oder Missernten hätten eine Fluchtwelle ausgelöst. Doch sehr wahrscheinlich haben sowohl Hungersnöte als auch Epidemien und Übergriffe feindlicher Stämme die Kelten in mehreren Schüben zur Flucht - etwa nach Italien - genötigt. Sicher ist indes nur: Als römische Legionen nach 15 n. Chr. Süddeutschland erreichen, sind die einst blühenden keltischen Siedlungen längst verfallen.

 

Keltische Haeduer streben nach der Vormacht im heutigen Zentralfrankreich. Daraufhin bitten adelige Angehörige eines anderen Stammes Ariovist, den Anführer eines Germanenstammes, um Hilfe. Der fällt mit 15000 Mann in keltisches Gebiet ein, kann die kampferprobten Haeduer jedoch erst zehn Jahre später besiegen.

 

Die Haeduer Diviciacus besucht Rom weil er die mächtige Republik als Verbündete gegen Ariovist gewinnen will. Zwar bleibt seine Mission erfolglos. Doch lernt der Kelte zahlreiche prominente Römer kennen, darunter den Philosophen und Staatsmann Cicero. Der schreibt später, Diviciacus sei ein Druide: ein Priester und Seher. Er ist der einzige namentlich bekannte Druide.

 

Aus dem Nordwesten des heutigen Thüringen stammende Germanen siedeln für etwa eine Generation in dem fast vollkommen von den Kelten verlassenen Südbayern. Da durch die Region Fernhandelswege führen, kommen die Zuwanderer schnell zu Wohlstand. Auch in anderen Gebieten im Süden Deutschlands, sowie in Böhmen ziehen vereinzelt Germanen auf keltisches Land.

 

Gaius Julius Caesar, Statthalter unter anderem der Provinz Gallia Cisalpina, beginnt mit der Eroberung des hauptsächlich von Kelten bewohnten, noch freien Galliens - eines Gebiets, das sich vom Ärmelkanal bis zu den Alpen, vom Rhein bis an den Atlantik erstreckt. Bis 52 v. Chr. haben seine Legionen fast ganz Gallien erobert und auch Ariovist und seine Germanen im Elsass besiegt.

Während des Feldzugs beobachtet Caesar die Lebensweise seiner Gegner genau. Die meisten Angehörigen der in Gallien siedelnden Stämme würde sich Celtae nennen, schreibt er später in De bello Galico. Und diese Kelten sähen sich als Nachkommen eines einzigen Gottes. Ist Caesars Bericht präzise, so betrachtet sich ein Großteil der Kelten, also spätestens im 1. Jh. v. Chr. als zu einer Abstammungsgemeinschaft gehörend - die freilich weiterhin untereinander verfeindete Stämme zersplittert ist. Im Kampf gegen Caesar gelingt es dem Averner Vercingetorix im Sommer 52 v. Chr., die Kelten zu einen. Doch noch im selben Jahr schlagen Caesars Legionen das gallische Heer von Alesia (bei Dijon) vernichtend. Zwar erheben sich auch in der folgenden Zeit immer wieder Stämme gegen die Fremdherrschaft, doch um 50 v. Chr. ist die römische Herrschaft über Gallien gefestigt. Viele Jahre später lässt Caesar den Vercingetorix in Rom hinrichten.

 

Der griechische Historiker Strabon beschreibt die Bewohner Galliens als brave Untertanen Roms - fleißig und produktiv. Die Verwaltung der Region haben die Kolonialherren unterdessen weitgehend keltischen Adeligen überlassen, die bald die Sitten der Eroberer annehmen. Auch zahlreiche einfache Kelten, die sich freiwillig zum Dienst in den römischen Legionen verpflichtet haben, nehmen den römischen Lebensstil an - und kommen wohlhabend und lateinisch sprechend zurück in ihre Heimat. So gerät die Laténekultur, ebenso wie die keltische Sprache allmählich in Vergessenheit.

Am längsten halten die Nachfahren der Kelten wohl an ihren überkommenen religiösen Traditionen fest, die sie freilich mit den römischen vermischen.

 

Unter dem Haduer Julius Sacrovir erheben sich noch einmal einige wenige Kelten gegen die Römer, um - wie der Chronist Tacitus berichtet - die Freiheit Galliens wiederzugewinnen. Doch Sacrovir unterliegt.

 

Kaiser Claudius beginnt mit der Eroberung von Britannien. Doch wird es den Römern nie gelingen, die ganze Insel zu beherrschen. Denn immer wieder erheben sich einheimische Stämme gegen die Besatzer.

 

Claudius gewährt Angehörigen des Keltischen Stammes der Haeduer das Recht, sich für Sanitätsämter zu bewerben. So will er die mächtigen Männer aus der Provinz stärker an Rom binden.

 

In Britannien wird eine Frau namens Boudica nach dem Tod ihres Ehemanns Herrscherin der in der Region des heutigen Norfolk leben - den Keltenstammes der Ikener, eines Keltisch sprechenden Stammes. Weil die Römer sie und ihre Töchter misshandeln, erheben sich Tausende Britannier unter Boudicas Führung und brennen unter anderem Londinium (London) nieder. Doch kurz darauf schlagen die Römer die Aufständischen vernichtend. Aber auch in den folgenden Jahren kämpfen etwa die im heutigen Schottland lebenden Pikten gegen die Besatzer. Deshalb errichten die Römer ab 122 im Norden der Insel den nach ihrem Kaiser benannten 118 km langen Hadrianswall. Etwa 100 Jahre später leben zahlreiche Inselkelten in römischen Siedlungen mit steinernen Häusern, Theatern und Tempeln. Lediglich die Stämme im Norden und äußersten Westen bleiben unabhängig.

 

Auf dem Gebiet der späteren niederländischen Stadt Nimwegen legen Angehörige einem Verstorbenen unter anderem einen Bronzespiegel ins Grab, der mit Keltisch inspirierten Ornamenten verziert ist. Die aus Britannien stammende Beigabe ist eines der letzten Artefakte dieser Art.

 

In den Städten Südgalliens schließen sich die ersten Kelten zu christlichen Gemeinden zusammen. Etwa 200 Jahre später ist der Glaube auch in den ländlichen Regionen Nordgalliens verbreitet.

 

In Gallien bilden sich Bagaudenwahrscheinlich von Keltisch: baga = Kampf genannte große Räuberbanden aus verarmten Bauern und ehemaligen Soldaten - vermutlich als Reaktion auf höhere römische Abgaben und die damit verbundene steigende Armut. Etwa zwei Jahre später sind die Banden zerschlagen.

 

Der wohl aus Dalmatien stammende Kirchenvater Hieronymus besucht Trier. Später wird er berichten, dass die Menschen dort ähnlich sprechen wie die Galater in Anatolien, also in einem keltischen Dialekt. Im größten Teil Galliens sprechen die Menschen indes mittlerweile volkstümliche lateinische Dialekte, in denen noch einzelne keltische Spuren erhalten sind.

 

Rom gibt die Herrschaft über die unruhige britische Insel auf, weil das Imperium auf dem Festland von germanischen Stämmen bedroht wird. Zurück bleibt ein romanisiertes Britannien, in dem die Oberschicht Latein spricht. Nur im Westen und Norden der Insel haben sich die keltische Kultur und Sprache erhalten, ebenso in Irland das die Römer nie beherrschten.

 

Germanische Sachsen aus Norddeutschland und Angeln aus Jütland wandern nach Britannien ein. Sie verbreiten ihre Dialekte aus denen sich die altenglische Sprache entwickelt, die bald in Mittel-, Süd- und Ostengland gesprochen wird. Vor allem im Norden und Westen der Insel sprechen die Menschen weiterhin Keltisch, andere siedeln in die Bretagne über, wo sich aus ihren keltischen Dialekten das Bretonische formt, das sich dort bis heute erhalten hat.

 

Der germanische Heerführer Odoaker setzt Kaiser Romulus Augustulus ab; damit erlischt das Kaisertum in der ewigen Stadt. Bald darauf geraten die meisten Errungenschaften der Antike in Vergessenheit - und damit auch das Wissen um die Keltische Geschichte. In Gallien gewinnen nun germanische Stämme mehr und mehr Macht, vor allem die Franken, die bereits etwa seit 100 Jahren im heutigen Belgien siedeln. Sie unterwerfen bald fast ganz Gallien. Unter dem Einfluss des Fränkischen entwickeln sich allmählich aus den gallo - lateinischen Dialekten die altfranzösischen Mundarten.

 

Arbeiter bergen in einem alten Salzrevier in Österreich die mumifizierte Leiche eines Bergmanns aus Keltischer Zeit.

Bereits in den Jahrzehnten zuvor, in der Epoche der Renaissance haben sich Gelehrte auf das Antike Erbe besonnen und zugleich die geheimnisumwobenen Kelten neu entdeckt. Bald schon sehen manche Europäische Völker in deren mythisch überhöhter Geschichte ihre eigenen Wurzeln - und das Fundament ihres eigenen Nationalbewusstseins:

Die Schweizer etwa betrachten die Keltischen Helvetia fortan als ihre Vorfahren und grenzen sich damit von ihren deutschen, französischen, italienischen Nachbarn ab.

Auch das Selbstbewusstsein der Iren und Schotten wird durch die vermeintliche Verwandtschaft mit dem kriegerischen Volk gestärkt - vor allem aber gegenüber den übermächtigen Engländerndie freilich ihrerseits die Freiheitskämpfern Boudica bald in den Kreis ihrer Nationalhelden aufnehmen werden.

Der französische Cardinal Richelieu (1582 - 1642), Berater Ludwigs XIII., sieht seinen König als rechtmäßigen Erben ganz Galliens; deshalb will er die Grenzen Frankreichs bis an den Rhein ausdehnen - also auf die Territorien der Schweiz und deutscher Fürstentümer. Und gut 200 Jahre später lässt ein französischer Herrscher Vercingetorix, den Gegner Caesars, in Alesia ein 14 m hohes Denkmal errichten: Nur das vereinte Gallien kann der ganzen Welt trotzen, lässt er auf den Sockel schreiben: Napoleon der Dritte zum Gedenken an Vercingetorix.

 

Qelle:
GEO EPOCHE

 

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