Manfrieds Trelleborg - Jomswikinger - 2.Teil der Saga

Die Saga der Jomswikinger - Jómsvíkinga saga

Teil II

 

Von Vagn

Nun ist von Vagn Ákason zu erzählen, daß er abwechselnd bei seinem Vater oder bei Véseti, seinem Onkel mütterlicherseits, war. Er war ein so ungebärdiger Mann, daß er drei Menschen getötet hatte, als er neun Jahre alt war. Dennoch blieb er zu Hause, bis er 12 Jahre alt wurde. Da sagte er seinem Vater, daß er ihm Mannschaft geben solle. Áki gab ihm 50 Mann und ein Schiff und Véseti gab ihm ebenfalls 50 Mann und ein zweites Langschiff. Keiner der Männer, die ihm folgten, war älter als 20 und keiner jünger als 18 Jahre, außer Vagn. Er war 12 Jahre. Er sagte, er würde sich selbst Verpflegung und Waffen beschaffen. Nun begab Vagn sich mit seiner Mannschaft fort und benötigte bald Verpflegung. Er fuhr an ganz Dänemark entlang und verübte zahlreiche Überfälle an der Küste. Er raubte sowohl Rüstung als auch Waffen. Er hörte damit nicht auf, bis er von beidem genug hatte. Dann segelte er von Dänemark fort und hielt Kurs auf die Jómsborg.

Er kam dort eines Tages früh bei Sonnenaufgang an. Er ankerte mit seinen Schiffen außerhalb bei dem Steinbogen und die Anführer der Burg gingen mit großem Gefolge hinauf und fragten, wer gekommen sei. Vagn stellte die Gegenfrage, ob Pálnatóki auf der Schanze sei. Pálnatóki sagte, daß es so war. „Und wer bist du, der sich so vornehm gibt?“ „Das soll dir nicht verheimlicht werden, daß ich Vagn heiße und Ákis Sohn bin. Und ich bin hierher gekommen, um dir meine Gefolgschaft anzubieten. Ich erschien zu Hause nicht zu ertragen.“ Pálnatóki sagte: „Hältst du es für wahrscheinlich, Verwandter, daß du hier erträglich erscheinst, wenn die Leute zu Hause dich kaum aushalten konnten?“ Vagn sprach: „Dann bin ich belogen worden, Verwandter, wenn solche nicht in eurer Gemeinschaft brauchbar sind.“

Pálnatóki sprach daraufhin zu seinen Männern: „Erscheint es euch ratsam, daß wir sie aufnehmen?“ „Das erscheint mir ratsam“, sagte Búi, „auch wenn er mit mir von seinen Verwandten am besten auskommt, daß wir ihn nicht aufnehmen.“

Pálnatóki sprach: „Verwandter Vagn. Unsere Männer stellen sich gegen dich, sowohl deine Verwandten als auch andere.“ Vagn sagte: „Das hätte ich nicht von dir erwartet, Verwandter Búi.“ Búi sprach: „Ich stehe dennoch dazu.“ Vagn sprach: „Wie äußern sich die Söhne Strút-Haralds?“ Sigvaldi sprach: „Wir sind uns einig, daß wir wollen, daß du nie in unsere Schar kommst.“ Nun sagte Pálnatóki: „Wie alt bist du, Verwandter?“ Vagn sagte: „Darüber werde ich nicht lügen. Ich bin 12 Jahre.“ Pálnatóki sprach: „Da entsprichst du nicht unseren Gesetzen, denn du bist ein viel jüngerer Mann als die, die wir in unsere Gemeinschaft aufnehmen. Das ist ein hinreichender Grund, daß du nicht hier sein kannst.“ Vagn sagte: „Ich werde nicht danach streben, eure Gesetze zu brechen. Aber sie wären dadurch nicht gebrochen, wenn ich wie ein Achtzehnjähriger oder älterer bin.“ Pálnatóki sprach: „Besteh nicht hierauf, Verwandter. Ich werde dich stattdessen zu Björn nach Wales schicken und wegen unserer Verwandtschaft gebe ich dir das halbe Reich, das mir in Wales gehört.“ Vagn sagte: „Das ist ein gutes Angebot, aber ich will es nicht.“ „Was hast du vor, Verwandter, wenn du so etwas nicht willst?“ sagte Pálnatóki. „Das soll nun deutlich werden“, sagte Vagn. „Ich fordere Sigvaldi, den Sohn Strút-Haralds, auf, mit zwei Schiffen die Burg zu verlassen. Erproben wir, wer von uns zurückweicht oder wer die Oberhand gewinnt. Und das soll festgelegt sein, daß ihr uns aufnehmt, falls sie zurückweichen. Andernfalls werden wir wegfahren. Und ich fordere Sigvaldi mit nicht wenig Streitlust dazu auf, daß er mit uns kämpft, wenn er unerschrocken ist und eher den Mut eines Mannes als den eines weiblichen Tieres hat.“

Pálnatóki sprach: „Hörst du, Sigvaldi, was Vagn sagt? Er ist nicht zimperlich in seiner Herausforderung und ich meine, daß ihr in große Gefahr kommt. Aber da so viel dazu gesagt wurde, kann ich euch nicht davon zurückhalten, daß ihr sie angreift und ihnen solches Übel zufügt, wie ihr könnt. Aber ich will nicht, daß ihr Vagn tötet, auch wenn er nicht ganz verträglich scheinen mag.“

Danach rüsteten sich Sigvaldi und seine Leute und ruderten mit zwei Schiffen auf sie zu. Es kam sofort zu einem harten Kampf. Vagn und seine Leute ließen einen so heftigen Steinhagel auf sie niedergehen, daß Sigvaldi und seine Mannschaft nichts anderes tun konnten, als sich zu schützen und selbst das war nicht leicht für sie. Sie legten ihre Schiffe längsseits und als die Steinwürfe nachließen, ließen sie nicht auf Hiebe warten. Dennoch kam es so, daß Sigvaldi sich zum Land hin abtreiben ließ und sich Steine verschaffen wollte, aber Vagn und die Seinen folgten ihnen direkt. Sie trafen nun an Land aufeinander und Sigvaldi war gezwungen, zurückzuweichen und es kam zu einem viel heftigeren Kampf. Etliche von Sigvaldis Mannschaft fielen.

Pálnatóki und die anderen waren auf der Schanze und schauten zu. Pálnatóki glaubte nun zu sehen, wie es enden würde. Er rief Sigvaldi zu, daß sie aufhören sollten. „Denn es wird euch nichts nützen, das auszukämpfen. Es ist mein Rat, daß wir Vagn und seine Männer aufnehmen, auch wenn er jünger ist als in unseren Gesetzen festgelegt ist. Aber es besteht gute Hoffnung, daß so ein Mann ein guter Krieger werden wird, wie mir scheint.“ Nun taten sie wie Pálnatóki sagte. Sie beendeten den Kampf und nahmen Vagn und seine Gefährten in die Gemeinschaft auf. 30 von Sigvaldis Männern waren gefallen und weniger von Vagns, aber viele waren verwundet.

Vagn folgte ihnen von da an auf jedem Kriegszug und befehligte ein Schiff. Keiner schien ein ebensolcher Krieger zu sein wie er. So vergingen drei Sommer. Nun war Vagn 15 Jahre alt. Da bekam Pálnatóki eine Krankheit. Er ließ nach König Burizleifr schicken und als der König zu Pálnatóki kam, sprach dieser: „Ich ahne, Herr König, daß ich nicht mehr Krankheiten als diese bekommen werde.“ Der König sprach: „Es ist mein Rat, daß du einen Mann an deiner Stelle auswählst, um die Dinge zu ordnen, um die du dich zuvor gekümmert hast. Dieser soll der Anführer in der Burg sein und ihr euch weiterhin hier aufhalten.“ Pálnatóki sagte, daß ihm Sigvaldi am ehesten geeignet erschiene, die Angelegenheiten der Männer zu regeln. „Aber allen scheint mir doch etwas zu fehlen zu dem, was ich gewesen bin.“ Der König sprach: „Deine Ratschläge haben uns oft genützt und das wird auch mit dem letzten so sein. All die alten Gesetze sollen in der Burg bestehen bleiben.“ Sigvaldi war nicht abgeneigt und stellte sich sehr gerne zur Verfügung. Nun gab Pálnatóki seinem Verwandten Vagn halb Wales als Eigentum und zur Herrschaft zusammen mit Björn dem Waliser und wünschte Vagn in jeder Hinsicht Glück mit der Mannschaft. Wenig später starb Pálnatóki und das schien allen ein großer Schaden zu sein.

 

Sigvaldis Verrat an König Sveinn

Als Sigvaldi kurze Zeit ihre Gemeinschaft angeführt hatte, änderte sich einiges an dem, wie es vorher war. Es waren Frauen zwei oder drei Nächte lang dort und es waren auch Männer länger außerhalb der Burg als zu Pálnatókis Lebzeiten. Es kam auch manchmal zu Körperverletzungen und einzelnen Totschlägen.

König Burizleifr hatte drei Töchter. Die älteste hieß Ástríðr und war sehr schön und äußerst klug. Die zweite hieß Gunnhildr und die dritte Geira. Diese heiratete Óláfr Tryggvason.

Sigvaldi begab sich nun zum König und bot ihm zwei Wahlmöglichkeiten: Daß er nicht länger in der Burg bliebe oder daß der König ihm seine Tochter Ástríðr gebe. „Ich hatte die Absicht“, sagte der König, „daß sie mit einem Mann von höherem Stand als du es bist verheiratet würde, aber dennoch ist es für mich notwendig, daß du in der Burg bleibst. Wir werden alles zusammen besprechen.“ Der König traf nun seine Tochter Ástríðr und fragte, wie es ihr gefallen würde mit Sigvaldi verheiratet zu werden. Ástríðr sagte: „Um dir die Wahrheit zu sagen, ich möchte Sigvaldi nie als Mann. Er soll es schaffen, das Land von allen Steuern, die wir bisher dem Dänenkönig gezahlt haben, zu befreien, bevor er in mein Bett kommt. Die zweite Bedingung ist, daß er König Sveinn hierher bringt, so daß du ihn in deiner Gewalt hast.“ Der König berichtete dies nun Sigvaldi, aber er war begierig auf die Hochzeit mit Ástríðr. Es endete damit, daß Sigvaldi den Bedingungen zustimmte und sie dies mit Abmachungen bekräftigten. Die Vereinbarungen sollten vor dem nächsten Weihnachten erfüllt oder andernfalls nichtig sein.

Sigvaldi fuhr nun heim zur Jómsborg. Wenig später verließ er mit drei Schiffen und 300 Mann die Burg. Er fuhr, bis er nach Seeland kam und sprach mit Leuten. Er erfuhr, daß König Sveinn nicht weit von dort bewirtet wurde. Er ankerte mit seinen Schiffen bei einer Landspitze. Nirgends in der Nähe waren andere Schiffe und die Stelle war nahe an dem Hof, wo der König mit 600 Mann trank. Sigvaldi und seine Leute wendeten die Schiffe und ließen die Vordersteven vom Land wegzeigen. Sie banden die Schiffe jeweils längsseits zusammen. Dann schickte Sigvaldi 20 Mann zu König Sveinn. „Sagt ihm, daß ich krank sei und im Sterben liege und ihn unbedingt sehen wolle und daß sein Leben daran hienge.“ Sie trafen nun den König und trugen ihm dieses Anliegen vor. Der König brach sofort auf und begab sich mit 600 Mann dorthin.

Als Sigvaldi gewahr wurde, daß der König gekommen war, lag er auf dem Schiff, das am weitesten vom Land entfernt war. Er sprach zu seinen Männern: „Wenn 30 Mann auf das Schiff gekommen sind, das dem Land am nächsten liegt, sollt ihr die Brücke vom Land wegziehen und sagen, daß nicht soviele Männer auf das Schiff stapfen sollen, daß es sinkt. Ich vermute, daß der König in der vorderen Reihe geht. Wenn 20 Mann auf das mittlere Schiff gekommen sind, sollt ihr dort die Brücke wegziehen.“ Als der König auf das Schiff kam, taten sie, wie besprochen worden war. Als der König mit zehn Mann auf Sigvaldis Schiff gekommen war, fragte er, ob Sigvaldi noch die Fähigkeit habe zu sprechen. Ihm wurde gesagt, daß seine Kraft sehr gering sei. Der König ging zu Sigvaldis Bett und fragte ihn, ob er sprechen könne. Sigvaldi antwortete: „Beuge dich zu mir herunter.“ Aber als der König sich über ihn beugte, ergriff Sigvaldi ihn mit der einen Hand an den Schultern und mit der anderen am Arm. Dann rief er, daß alle Schiffe so schnell wie möglich wegrudern sollten und so wurde es getan. Die Leute des Königs blieben an Land zurück und sahen zu. Da sprach der König: „Was bedeutet das nun, Sigvaldi? Willst du mich verraten oder was hast du vor?“ Sigvaldi sagte: „Ich werde Euch nicht verraten, aber Ihr sollt zur Jómsborg fahren. Dort sollt ihr willkommen sein und wir werden Euch alle Ehre erweisen.“ Der König sagte: „Das werden wir auch annehmen.“

Sie fuhren nun zur Jómsborg und die Jómsvíkingr bereiteten dem König ein großes Gastmahl und nannten sich seine Männer. Dann sagte Sigvaldi ihm, daß er für ihn um die Hand Gunnhilds, der schönsten Tochter König Burizleifs, angehalten habe. „Aber mit mir ist ihre Schwester Ástríðr verlobt. Ich werde nun zum König fahren und diese Angelegenheit für dich weiterführen.“ Der König bat ihn, dies zu tun. Sigvaldi begab sich nun mit 100 Mann zu König Burizleifr und sprach mit ihm. Sigvaldi behauptete nun, die Heirat mit Ástríðr erlangt zu haben. König Burizleifr und Sigvaldi berieten sich. Anschließend fuhr Sigvaldi heim. König Sveinn fragte ihn, wie die Sache gelinge. Sigvaldi sagte, daß dies in seiner Hand liege. „…falls du König Burizleifr die Steuern erläßt, bevor er dir seine Tochter Ástríðr verheiratet. Es ist für euch beide eine größere Ehre, daß du die Tochter eines Königs heiratest, der nicht steuerpflichtig ist.“ Sigvaldi schaffte es mit seinen Überredungen, daß der König diese Bedingung annahm. Der Hochzeitstermin wurde nun festgelegt und beide Hochzeiten sollten gleichzeitig stattfinden. König Sveinn begab sich zu der Feier und alle Jómsvíkingr folgten ihm. Es war eine so große Feier, daß sich die Leute an keine prächtigere in Wendenland erinnerten. Am ersten Abend waren die Bräute verschleiert, aber am morgen darauf waren sie fröhlich und verhüllten nicht das Gesicht. Da betrachtete König Sveinn ihre Antlitze, denn er hatte keine von beiden vorher gesehen. Sigvaldi hatte gesagt, daß die die schönere Frau sei, die der König heiratete. Dem König erschien dies aber nicht so und er glaubte, daß Sigvaldi nicht die Wahrheit gesagt hatte. Dem König wurde nun Sigvaldis ganzer Plan klar. Dennoch versuchte er, das Beste für seine Ehre aus der Situation zu machen. Dann endete das Fest. Der König fuhr mit siener Frau nach Hause und nahm von dort 30 Schiffe, viel Gefolge und zahlreiche Kostbarkeiten mit. Sigvaldi fuhr mit seiner Frau zur Jómsborg und mit ihm die Jómsvíkingr.

Wenig später erhielt man die Nachricht aus Dänemark, daß Jarl Strút-Haraldr, der Vater Sigvaldis und Þorkels, gestorben war, aber ihr Bruder Hemingr war jung. Nun schickte König Sveinn Sigvaldi die Botschaft, daß sie nach Dänemark kommen sollten, um das Erbe ihres Vaters anzutreten. Sie schickten die Botschaft, der König möge die Totenfeier vorbereiten lassen und dabei nicht an ihrem Vermögen sparen. Sie sagten, sie würden zu Beginn des Winters dazukommen. Das erschien den meisten Leuten unratsam und sie meinten, daß König Sveins und Sigvaldis Freundschaft oberflächlich sein müsse, nach dem was geschehen war, aber sie wollten nichtsdestotrotz fahren. Die Jómsvíkingr brachen nun mit einem halben Hundert Schiffe von der Burg auf und fuhren nach Seeland. Dort war König Sveinn und ein prächtiges Fest war vorbereitet worden. Es war auch eine sehr große Menge von Menschen dort.

König Sveinn ließ gleich am ersten Abend den Jómsvíkingrn das stärkste Getränk vorsetzen und sie tranken auch überaus kräftig. König Sveinn bemerkte, daß sie nun sturzbetrunken und äußerst redselig wurden. Da begann König Sveinn zu sprechen: „Hier ist nun großer Festlärm. Es wäre nun angebracht, daß wir zur Freude der Leute mit etwas Vergnüglichem begännen, an das man sich später erinnern würde.“ Sigvaldi sagte: „Es scheint uns als Beginn am besten, daß Ihr damit beginnt, denn wir alle müssen Euch gehorchen.“ Der König sprach: „Ich weiß, daß es der Brauch ist, bei solchen Festen zum eigenen Ruhm Gelübde abzulegen. Da ihr nun in allen Landen berühmt seid, wird das, was ihr sagt, auch heraussragend sein. Ich werde den Anfang machen: Ich schwöre, daß ich König Æethelred aus seinem Reich innerhalb von drei Jahren vertrieben oder getötet und so das Reich erlangt haben werde. Jetzt bist du dran, Sigvaldi, und mach kein geringeres Versprechen.“

Er sprach, so solle es sein. „Herr, ich schwöre,“ sagte er, „daß ich mit der Mannschaft und dem Vermögen, das ich zur Verfügung habe, in Norwegen Krieg führen werde und innerhalb von drei Jahren Jarl Hákon aus dem Land vertreiben oder töten oder andernfalls selbst dort fallen werde.“ Da sagte der König: „Das ist ein gutes Versprechen. Viel Glück und halte dies gut ein. Jetzt bist du dran, Þorkell der Hohe, und es ist das beste, daß etwas Großartiges kommt.“ Þorkell sagte: „Ich habe darüber nachgedacht und mein Versprechen ist, meinem Bruder Sigvaldi zu folgen und nicht zu fliehen, ehe ich auf den Achtersteven seines Schiffs blicke.“ „Das ist tapfer gesprochen und du wirst das gut einhalten. Du, Búi der Dicke“, sagte der König, „Jetzt bist du dran. Und du wirst dein Gelübde wohl etwas Bemerkenswertes werden lassen.“ „Ich schwöre“, sagte Búi, „daß ich Sigvaldi mit meiner ganzen Tapferkeit auf dieser Fahrt folgen und dabei bleiben werde, solange Sigvaldi es will.“ „Es kam so, wie Wir es vermuteten“, sagte der König, „daß es bei dir etwas Großartiges werden würde. Jetzt bist du dran nach deinem Bruder, Sigurðr Mantel.“ „Das ist schnell erledigt,“ sagte Sigurð. Ich werde meinem Bruder folgen und nicht eher als er fliehen oder bevor er tot ist.“ „Solches war zu erwarten“, sagte der König. „Jetzt bist du dran, Vagn, und es liegt Uns viel daran, dein Gelübde zu hören, denn ihr aus deiner Familie seid große Kämpfer.“ Vagn sprach: „Ich schwöre, Sigvaldi und meinem Verwandten Búi auf dieser Fahrt zu folgen und so lange dabei zu bleiben, wie Búi will, falls er noch am Leben ist. Zu diesem Gelübde soll außerdem dazu kommen, daß ich, wenn ich nach Norwegen komme, Þorkell leira töten und zu seiner Tochter Ingibjörg ins Bett steigen werde, ohne das Einverständnis ihrer Verwandten.“ Björn der Waliser war bei Vagn. Da sprach der König: „Was versprichst du, Björn?“ Er sagte: „Meinem Ziehsohn Vagn mit all meinem Mut zu folgen.“

Nun endete das Gespräch und die Männer gingen schlafen. Sigvladi legte sich zu seiner Frau Ástríðr ins Bett und schlief bald tief und fest. Als er aufwachte, fragte ihn Ástríðr, ob er sich an sein Gelübde erinnere. Er sagte, er erinnere sich nicht. Sie sprach: „Es wird dir nichts nützen, so zu tun, als ob nichts geschehen sei.“ Sie sagte es ihm. „Und es werden sowohl Klugheit als auch Planung erforderlich sein.“ Sigvaldi sprach: „Was sollen wir nun anfangen? Du bist klug und gut im Ratschläge erteilen.“ „Ich weiß es nicht“, sagte sie, „aber der König soll etwas dazu beisteuern, denn du wirst von Sveinn später wenig Unterstützung bekommen, wenn du sie nicht jetzt bekommst.“ Danach beratschlagten sie sich. König Sveinn setzte sich in seinen Hochsitz und alle Jómsvíkingr kamen dazu. Sigvaldi war sehr vergnügt. König Sveinn fragte, ob Sigvaldi sich an sein Versprechen erinnere. Sigvaldi gab an, sich nicht zu erinnern. Der König sagte es ihm daraufhin. Sigvaldi sagte, Bier mache einen zu einem anderen Mann. „Was wirst du dazu beitragen, daß ich mein Versprechen erfülle?“ Der König sagte, er habe vor, sobald Sigvaldi fahrtbereit sei, 20 Schiffe dazuzugeben. Sigvaldi sagte: „Das ist ein guter Beitrag für einen Bauern, aber es ist nicht königlich.“ Da sprach König Sveinn und blickte finster drein: „Wieviel verlangst du?“ Sigvaldi sagte: „Das ist schnell zu sagen: 60 große Schiffe und ich werde meinerseits nicht weniger beitragen, auch wenn es kleinere sind, denn ungewiß ist, ob alle zurückkommen.“ Da sprach der König: „Alle Schiffe werden bereit sein, wenn du bereit bist.“ „Das ist gut“, sagte Sigvaldi. „Und führe das zuverlässig aus, denn es soll sofort losgefahren werden, sobald das Fest vorbei ist.“ Da wurde der König still und sprach eher als zu erwarten war: „Es soll erfüllt werden, auch wenn das schneller geschieht, als ich vorhatte.“ Da sprach Sivaldis Frau Ástríðr: „Es ist nicht zu erwarten, daß ihr Jarl Hákon besiegt, wenn er vorher davon erfährt – wo der Sieg schon fraglich ist, auch wenn er von nichts ahnt.“ Nun gaben sie sogleich noch während des Fests die Anweisungen für die Fahrt. Tófa, die Tochter Jarl Haralds, sprach zu ihrem Mann Sigurðr: „Ich will dich darum bitten, daß du so gut wie möglich deinem Bruder Búi beistehst, denn er hat mir viel Gutes getan und ich will ihm ein wenig meine Dankbarkeit zeigen. Hier sind zwei Männer, Búi, die ich dir geben will. Der eine heißt Hávarðr höggvandi, der andere Áslákr hólmskalli.“ Búi nahm die Männer an und dankte ihr dafür. Búi übergab sogleich Áslákr seinem Verwandten Vagn.

Nun endete das Gastmahl und die Jómsvíkingr bereiteten sich zum Verlassen des Fests vor. Dann fuhren sie mit 100 großen Schiffen.

Sie bekamen guten Fahrtwind und erreichten die VíkDie Vík ist der Oslofjord. in Norwegen. Spät am Abend kamen sie überraschend zur Stadt Tunsberg. Der Lehensmann, der die Stadt verwaltete, hieß Geirmundr hvíti. Als das Heer in die Stadt kam, plünderte es sie beinahe vollständig. Sie erschlugen viele Menschen und raubten enorm viel Wertvolles. Für die Einwohner gab es ein böses Erwachen. Geirmundr und die, die in der Unterkunft ihm am nächsten schliefen, wachten auf. Sie liefen in die Dachbodenkammer hinauf, die sie glaubten, am längsten verteidigen zu können. Da strömten die Jómsvíkingr zur Dachkammer und schlugen heftig auf sie ein. Geirmundr erkannte, daß sie auf diese Art dort nur kurze Zeit bleiben konnten. Er entschloß sich, von oben aus der Kammer auf die Straße herunter zu springen. Er kam stehend auf. In der Nähe stand Vagn und hieb sofort nach ihm. Er schlug ihm die Hand ab, an der noch ein Goldring hing.

So zugerichtet entkam Geirmundr in den Wald und wanderte sechs Tage lang durch diesen, bis er in bewohntes Gebiet kam. Dann reiste er so schnell er konnte nach Norden, sowohl bei Nacht als auch bei Tag. Er erfuhr, daß Jarl Hákon mit 100 Mann bei einem Gastmahl auf dem Hof Skugga war. Geirmundr kam spät am Abend dorthin, als der Jarl beim Trinken saß. Geirmundr ging vor ihn und grüßte ihn. Der Jarl fragte, wer er sei, und er sagte es. Der Jarl fragte nach Neuigkeiten. Geirmundr sagte: „Noch sind es geringfügige Neuigkeiten, aber sie könnten zu großen werden.“ „Was denn?“, sagte der Jarl. Geirmundr sprach: „Ein Heer ist im Osten in der Vík ins Land gekommen und überzieht alles mit Krieg und Unfriede.“ Da sprach der Jarl: „Ich weiß, daß du keine Kriegsmeldung bringen würdest, wenn sie nicht wahr wäre. Wer ist der Anführer dieses Heers?“ Geirmundr sprach: „Sigvaldi heißt der, der es anführt und ich hörte auch Búi und Vagn genannt. Ich habe ein Erinnerungszeichen daran.“ Er reckte den Arm hoch und zeigte ihm den Stumpf. Der Jarl sprach: „Schlimm und schmerzhaft ist mit dir umgegangen worden. Weißt du, wer dir diese Verletzung angetan hat?“ Geirmundr sprach: „Ich kann es mit einiger Wahrscheinlichkeit erraten, denn sie sprachen, als derjenige den Ring aufhob, der an der Hand hing: ‚Jetzt hast du Gewinn gemacht, Vagn.’ Mir schien, daß das Heer ‚die Jómsvíkingr’ genannt wird.“ Der Jarl sprach: „Darin wirst du recht haben, aber es ist das letzte, was ich mir wünschen würde.“

 

Die Heeressammlung des Jarls

Der Jarl verließ sofort das Gastmahl und wendete sich hinunter nach Raumsdal. Er schickte in alle Richtungen Männer los und ließ das Heeresaufgebot ergehen. Er schickte auch Männer nach Norden zu seinem Sohn Sveinn nach Trondheim, damit dieser Mannschaft im ganzen Gebiet um Trondheim sammelte. Jarl Eiríkr begab sich nordwärts nach Naumudal und dann am Meer entlang von Norden durch Nordmöre und über die Inseln. Das Heer sollte sich auf der Insel Haud sammeln. Erling, ein Sohn des Jarls, fuhr durch Rogaland, Jarl Hákon selbst durch Südmöre und Raumsdal. Sie sammelten nun das gesamte Heer bei der Insel Haud in der Bucht, die als Hjörungavágr bezeichnet wird. Sie hatten mehr als 300 Schiffe. Dann beratschlagten sie sich.

Von den Jómsvíkingrn ist nun zu berichten, daß sie von Süden her am Land entlang fuhren. Alle, die konnten, flohen vor ihnen, aber dennoch erschlugen sie eine Menge Menschen und plünderten viel an den Küsten. Dann segelten sie nach Norden nach Stad und ankerten vor den Hereyjar. Zu dem Zeitpunkt hatten sie noch nichts vom Jarl erfahren. Sie hielten mit der gesamten Flotte dorthin, weil sie meinten, dort Plündern zu müssen. Vagn fuhr mit seinem Langschiff zu der Insel Haud.

Sie trafen dort auf einen Mann, der drei Kühe und sieben Ziegen vor sich hertrieb. Vagn fragte ihn nach seinem Namen. Er sagte, er heiße Úlfr. Da sprach Vagn: „Treibt das Vieh hinunter zum Strand.“ „Wer ist dieser Mann?“ sagte Úlfr. Er sagte es. Úlfr sprach: „Wenn ihr Jómsvíkingr seid, scheint mir, daß es größeres Schlachtvieh gäbe und das nicht weit entfernt.“ „Sag es uns, falls du etwas über den Aufenthaltsort des Jarls weißt, dann kannst du sowohl deine Kühe als auch deine Ziegen behalten.“ Úlfr sprach: „Er war gestern mit einem Schiff hier hinter der Insel im Hjörungavágr. Da sagte Vagn: „Du wirst mit uns fahren und uns den Weg zeigen.“ Er ging mit Vagn aufs Schiff und sie und einiges an Mannschaft steuerten zu den Hereyjar. Die Jómsvíkingr bereiteten sich nun vor wie auf eine Schlacht, obwohl Úlfr meinte, das Ganze sei leicht zu bewältigen. Nun vermutete Úlfr, daß sie von mehr Schiffen ausgehen würden. Da stürzte er sich nach außen über Bord und begann zu schwimmen, aber Vagn nahm einen Wurfspieß, stieß ihn ihm in die Mitte und damit ließ Úlfr sein Leben. Die Jómsvíkingr sahen nun, daß die Bucht vollständig mit Schiffen bedeckt war. Sie ordneten ihre Flotte sofort zur Schlacht. Sigvaldi fuhr in die Mitte der Flotte und sein Bruder Þorkell an seiner Seite. Búi und sein Bruder Sigurðr waren im nördlichen Flügel, Vagn Ákason und Björn der Waliser im südlichen. Der Hjörungavágr ist so beschaffen, daß in der Mitte der Bucht eine Schäre liegt, nördlich davon die Insel, die Primsignd heißt und südlich davon Hörund.

Nun sahen die Jarle, daß die Jómsvíkingr gekommen waren und ordneten nun ihrerseits ihre Flotte. Sie wollten Jarl Hákons Sohn Sveinn Sigvaldi und Guðbrandr von den Dalir entgegenstellen; Styrkárr auf Gymsar gegen Sigvaldis Bruder Þorkell; Yrjarskeggi, Sigurðr steiklingr von Halogaland und Þórir Hirsch gegen Búi; Þorkell miðlangr, Hallstein kerlingr, Þorkell leira gegen Sigurðr Mantel; Arnmóðr und seine Söhne Árni und Finnr gegen Vagn; sowie Jarl Eiríkr, Hákons Sohn, Erlingr von Skuggi und Geirmundr hvíti gegen Björn den Waliser. [Auch] Einarr der Kleine und Hávarðr von Flyðrunes. Jarl Hákon sollte sich frei bewegen und allen Flottenteilen beistehen. Bei dem Jarl und seinen Söhnen waren vier Isländer. Skjáldmeyjar-Einarrr, der Skalde des Jarls, sprang auf auf die Schiffsbrücke und sprach: „Ich werde mich zu Sigvaldi begeben, dieser Jarl hier gibt zu wenig.“ Dann dichtete er:

„Suchen wir den Jarl auf, der verspricht, die Nahrung des WolfsKenning für Leichen. mit dem Schwert zu vermehren; beladen wir die Planken auf Sigvaldis schildbewehrtem Kriegsschiff; dieser Schwinger der WundenschlangeWundenschlange - Kenning für Schwert; Schwinger der Wundenschlange - Kenning für Krieger. stößt uns nicht zurück, wenn wir den Fürst treffen; tragen wir den Schild hinaus auf Endils SkiEndill ist der Name eines Seekönigs; sein Ski ist das Schiff..“

Nun merkte der Jarl, daß Einarr fortwollte und forderte ihn auf, zum Gespräch zu ihm zu kommen. Dann nahm der Jarl zwei gute, aus gebranntem Silber gefertigte und vollständig vergoldete Waagschalen, zu denen zwei Gewichte, das eine aus Gold, das andere aus Silber, gehörten. Auf jedem war das Bildnis eines Menschen und sie hießen „Lose“. Sie hatten die Eigenschaft, daß, wenn der Jarl sie in die Waagschalen legte und bestimmte, was sie bezeichnen sollten, und dann das, das er wollte, nach oben kam, es sich so in der Schale verhielt, daß ein Ton entstand. Der Jarl gab Einarr die Schalen. Er freute sich darüber und wurde seither Einarr Schalenklang genannt.

Der zweite Isländer hieß Vigfúss und war der Sohn Víga-Glúms. Der dritte hieß Þórðr und wurde Linkshänder genannt. Der vierte war Þorleifr skúma, der Sohn Þorkels aus dem Dyrafjord. Er besorgte sich im Wald eine Keule oder eine halbe Baumwurzel, sengte sie im Feuer an und hielt sie in der Hand. Er begab sich auf Jarl Eiríks Schiff. Der Jarl sprach: „Was willst du mit dieser großen Keule?“ Þorleifr dichtete:

„Ich habe sie in der Hand,

gemacht für den Kopf,

Knochenbruch Búis,

Unglück Sigvaldis,

Verderben der Jómsvíkingr,

Verteidigung Hákons;

diese Eichenkeule

wird den Dänen

Schaden zufügen,

falls wir leben.“

Vigfúss war auch auf Jarl Eiríks Schiff. Er nahm seinen Speer, schärfte ihn und dichtete:

„Uns steht ein gutes Spiel bevor, aber der Freund der Frauen liegt zu Hause; das Unwetter des ViðrirViðrir ist ein Beiname des Gottes Óðinn, sein Unwetter ist der Kampf. zieht heran; ich sage, daß der Frauenliebhaber Behaglichkeit unter dem warmen Arm der Frauen genießt; wir setzten unsere Speere instand; er erwartete sich anderes.“

Nun bewegten sich die Flotten aufeinander zu und ein hitziger Kampf begann. Keine von beiden Seiten mußte zum Angriff aufgefordert werden. Es heißt, daß da, wo Sigvaldi und seine Leute es mit Jarl Hákon und Jarl Sveinn aufnahmen, alle standhielten und keiner mit seinem Schiff zurückwich. Auch zwischen Jarl Eiríkr und Vagn stand es ausgeglichen, aber dort, wo Búi und sein Bruder vorrückten, gab es große Hiebe und es schien besser, ihm auszuweichen. Die Jarlsleute zogen sich zurück und Búi verdrängte die Flotte der Jarle stark. Es gab dort großes Geschrei und heftiges Trompetenblasen. Als Jarl Eiríkr das sah, steuerte er dorthin und griff Búi an. Dort kam es zu einem sehr wilden Kampf. Der Jarl schaffte es, seine Schlachtlinie wieder auszurichten, aber nicht mehr. Sie hörten großes Geschrei von dort, wo Vagn und seine Leute waren. Der Jarl ruderte dorthin. Vagn hatte dort tüchtig aufgeräumt. Er war durch die Reihen des Jarls hindurchgebrochen und hatte den gesamten Flottenflügel aufgelöst. Als Jarl Eiríkr das sah, legte er sein eisenbeschlagenes Schiff längsseits zu Vagns Langschiff. Sie kämpften erneut und es wird allgemein gesagt, daß es niemals einen tapfreren Angriff gegeben hat. In diesem Moment sprangen Vagn und Áslákr hólmskalli auf Eiríks Schiff und gingen je auf einer Seite nach vorne und räumten sich so den Weg frei, daß alles vor ihnen zurückwich. Áslákr hatte eine unbedeckte Glatze und auch wenn man auf seine Glatze hieb, bissen die Waffen nicht besser, als hätte man mit einer Walbarte zugeschlagen.

Es war gutes Wetter und heißer Sonnenschein. Deshalb legten viele ihre Kleidung ab. Vagn und Áslákr erschlugen nun viele Männer. Jarl Eiríkr trieb seine Männer eifrig an. Da nahm Vigfúss Víga-Glúmsson einen großen, spitz zulaufenden Amboß und trieb ihn Áslákr in den Kopf. Die Spitze des Amboß sank ein und Áslákr ließ sofort sein Leben. Vagn aber ging an der anderen Schiffseite entlang und erschlug hitzig Leute. Þorleifr skúma lief auf ihn zu und schlug Vagn mit der Eichenkeule. Dieser Hieb traf den Helm und war so kräftig, daß der Helm zersprang. Vagn beugte sich nach außen über Bord und warf das Schwert nach Þorleifr. Dann sprang er über Bord auf sein Langschiff und kämpfte aufs tapferste. Jarl Eiríkr entfernte da sein Schiff, weil es von vorne bis zum Segel beinahe vollständig geräumt war. Da hatte auch Jarl Hákon das gesamte Heer an Land verlagert und es kam nun zu einer Kampfpause, in der sich der Jarl und seine Söhne trafen. Jarl Hákon sprach: „Ich meine zu sehen, daß sich die Schlacht zu unseren Ungunsten neigt. Ich hielt es für das Schlechteste, gegen diese Männer zu kämpfen und das bewahrheitet sich für mich. So wie es ist, wird es für uns nicht gut ausgehen, außer wir fassen irgendeinen guten Entschluß. Ich werde an Land hinaufgehen, aber ihr bleibt mit dem Heer hier für den Fall, daß sie angreifen.“

Nun stieg der Jarl auf die Insel Primsignd hinauf, ging fort in einen Wald, kniete sich hin, betete und schaute nach Norden. Er wendete sich mit seinen Bitten an seine Schutzgöttin Þorgerðr Hölgabrúðr, aber sie wollte ihn nicht erhören und war wütend. Er bot ihr Vieles als Opfer an, aber sie wollte es nicht annehmen. Die Lage schien ihm recht aussichtslos zu sein. Es kam soweit, daß er ihr ein Menschenopfer anbot, aber das wollte sie nicht annehmen. Schließlich bot er ihr seinen Sohn an, der Erling hieß und sieben Jahre alt war. Ihn nahm sie an. Daraufhin übergab der Jarl den Knaben seinem Sklaven Skopti. Der begab sich mit ihm fort und tötete ihn.

Anschließend begab sich der Jarl wieder zu seinen Schiffen und stachelte erneut seine Mannschaft an. „Ich weiß nun gewiß, daß uns der Sieg bestimmt sein wird. Strengt euch nun noch mehr an, denn ich habe die beiden Schwestern Þorgerðr und Irpa um unseren Sieg gebeten.“ Dann ging der Jarl auf sein Schiff und bereitete sich erneut vor. Sie ruderten zum Angriff und es entbrannte erneut ein sehr harter Kampf. Als nächstes trübte sich das Wetter im Norden ein, es bewölkte sich rasch und es wurde dunkel. Dann flogen Blitze und es donnerte. Es entwickelte sich ein großes Unwetter und die Jómsvíkingr mußten entgegen dem Sturm angreifen. Es war ein so schreckliches Unwetter, daß die Männer kaum stehen bleiben konnten. Zuvor hatten einige Männer wegen der Hitze ihre Kleidung abgelegt, aber nun begann es, kalt zu werden. Dennoch suchten sie tapfer den Kampf. Aber wenn die Jómsvíkingr Steine oder Waffen schleuderten oder Speere warfen, schleuderte der Sturm das alles auf sie zurück und dazu kam der Angriff durch ihre Feinde.

Hávarðr höggvandi sah als erster Hölgabrúðr im Gefolge Jarl Hákons, ebenso wie viele andere hellseherische Männer. Als das Unwetter etwas nachließ, sahen sie, daß der Unholdin aus jedem Finger Pfeile flogen und jeder traf einen Mann. Sie sagten es Sigvaldi und dieser sprach: „Es sieht mir nicht so aus, als ob wir nur mit Menschen kämpfen, aber trotzdem muß sich jeder so gut bewähren, wie er kann.“ Als das Unwetter sich etwas mäßigte rief Jarl Hákon erneut nach Þorgerðr und sagte, er habe sehr viel für den Sieg getan. Jetzt begann sich der Sturm aufs Neue zu entfachen und war nun viel größer und stärker als zuvor. Sogleich zu Beginn des Sturms sah Hávarðr höggvandi, daß zwei Frauen auf dem Schiff des Jarls waren und sich auf dieselbe Weise verhielten. Da sprach Sigvaldi: „jetzt will ich fliehen und alle meine Männer sollen das ebenso tun. Wir haben nicht geschworen, mit Trollen zu kämpfen. Außerdem ist es jetzt viel schlimmer als vorher, weil es jetzt zwei Hexen sind.

Dann löste Sigvaldi sein Schiff von den anderen und schrie zu Búi und Vagn hinüber, daß sie fliehen sollten. Vagn sagte, daß er als der elendigste Mensch fahren solle. In diesem Getümmel sprang Þorkell miðlangr von seinem Schiff auf das Búis. Er hieb sofort nach ihm und das alles ging sehr schnell. Er hieb ihm die Lippe ab und durch das ganze Kinn, so daß die Zähne aus dem Kopf flogen. Da sprach Búi: „Jetzt wird es dem dänischen Mädchen auf Bornholm schlechter erscheinen, mich zu küssen.“ Dann verpaßte Búi Þorkell einen Gegenhieb. Es war glatt auf dem Schiff und als Þorkell sich in Sicherheit bringen wollte, fiel er gegen die oberste Plankenreihe des Schiffs. Der Hieb traf ihn in der Mitte und schnitt ihn auf der Bordwand in zwei Stücke. In dem Moment lief Sigmundr Brestisson, ein sehr guter Kämpfer, heran und griff Búi an. Es endete damit, daß Sigmundr Búi beide Hände am Handgelenk abschlug. Da steckte Búi die Stümpfe in die Trageringe an seinen Kisten und rief laut: „Über Bord, alle von Búis Männern!“ Dann sprang er mit den Kisten über Bord. Daraufhin zog sich Sigvaldi aus der Flotte zurück. Da sprach Vagn diese Strophe:

Sigvaldi selbst hat uns unter die Keule gebracht, aber der übelgesinnte Feigling fuhr nach Hause nach Dänemark; er hat vor, bald seiner Frau in die Arme zu fallen; aber über die breite Bordwand sprang Búi mutig.

Sigvaldi war es kalt geworden. Daher ergriff er die Ruder und ruderte, während ein anderer steuerte. Da schleuderte Vagn den Speer auf Sigvaldi, aber er traf den, der steuerte und heftete diesen an die Bordwand. Þorkell der Hohe wendete sich sofort zur Flucht, als Sigvaldi gefahren war und das tat auch Sigurðr Mantel, sobald Búi über Bord gegangen war. Beide meinten, ihr Versprechen erfüllt zu haben. Sie hatten 24 Schiffe und fuhren nach Hause nach Dänemark.

Von Vagn ist nun zu erzählen, daß er und alle seine Männer sich aufs Neue tapfer zu verteidigen begannen. Alle, die noch waffenfähig waren, gingen auf das Langschiff. Aber Jarl Eiríkr und viele andere Anführer griffen daraufhin das Langschiff an und es kam zu einem sehr heftigen Kampf. Es geschah da so, wie es heißt, daß einer gegen viele keine Chance hat. Es fielen dabei so so viele von Vagns Männern, daß nicht mehr als 80 übrig waren. Sie verteidigten das erhöhte Achterdeck auf dem Langschiff.

Dann wurde es so dunkle Nacht, daß es nicht mehr hell genug zum Kampf war. Daraufhin ließ Jarl Eiríkr alle Takelage von diesem und allen anderen Schiffen entfernen und ruderte fort. Sie ließen die Schiffe über Nacht bewachen. Sie deckten sich mit Schilden und konnten sich für einen großen Sieg rühmen. Dann wogen sie in Waagschalen die Hagelkörner, um die Macht von Þorgerðr und Irpa zu ermessen, und jedes wog eine Unze.

Nun besprachen Vagn und Björn der Waliser, was zu unternehmen war. „Eines von beidem,“ sagte Vagn. „Hier auf den Tag zu warten und uns gefangen nehmen zu lassen, oder versuchen, an Land zu kommen, ihnen etwas Böses anzutun und uns dann in Sicherheit zu bringen.“ Dann nahmen sie den Mastbaum und die Rahe und darauf versuchten die 80 Mann, in der Dunkelheit fortzukommen. Sie kamen bis zu der Schäre, aber da waren die meisten wegen ihrer Wunden und der Kälte völlig erschöpft. Deshalb konnten sie nicht weiter fort. Während der Nacht starben zehn Mann.

Als es am Morgen hell wurde, begannen die Jarlsleute, ihre Wunden zu verbinden. Da hörten sie das Surren einer Bogensehne. Ein Pfeil flog heran und traf Guðbrandr, einen Verwandten des Jarls, so, daß für ihn nichts mehr nötig war. Sie ruderten nun heran und durchsuchten die Schiffe. Auf Búis Schiff fanden sie Hávarðr höggvandi an einem Ende. Ihm fehlten beide Füße. Er sprach: „Wer von den Jungs ist vor Kurzem durch meinen Schuß niedergesunken?“ Sie sagten es ihm. Hávarðr sprach: „Da hatte ich weniger Glück, als ich mir gewünscht hätte. Den Jarl wollte ich treffen.“ Dann erschlugen sie Hávarðr. Jarl Eiríkr ging dorthin, wo Þorkell skúma stand und fragte: „Warum bist du von solcher Gesichtsfarbe, als seiest du dem Tod nahe?“ Er sagte: „Ich weiß es nicht, außer daß Vagns Schwertspitze gestern ein wenig an mich gekommen ist, als ich ihm den Hieb mit der Keule verpaßte.“ Der Jarl sprach: „Das wäre schlimm für deinen Vater.“ Dies hörte Einarr Schalenklang und sprach eine Strophe:

Das sprach der Jarl zum Ruderer des WellenpferdesWellenpferd - Kenning für Schiff; Ruderer des Wellenpferdes - Kenning für Schiffsführer. südlich des Meeres, wo Spuren des WundenfeuersKenning für Schwert. auf dem Verteiler des GoldesKenning für Mann. waren: größten Schaden hat dein Vater erlitten, das glauben wir mit Gewißheit, wenn du sterben wirst, Lenker der Pferde des MeeresPferde des Meeres - Kenning für Schiffe; Lenker - Kenning für Schiffsführer..

Dann starb Þorleifr.

 

Die Erprobung der Jómsvíkingr

Nun sahen sie, daß auf der Schäre viele Männer waren. Der Jarl befahl, zu ihnen zu fahren und sie gefangen zu nehmen. Sie ruderten zu ihnen und sie wehrten sich da nicht. Dann wurden die 70 Mann an Land gebracht. Der Jarl ließ sie alle mit einem Seil zusammenbinden. Anschließend wurden alle ihre Schiffe an Land gebracht und all ihr Gut verteilt. Dann öffneten die Jarlsleute ihre Vorratsbeutel, speisten und prahlten äußerst überschwänglich. Als sie satt waren, gingen sie zu den Gefesselten und Þorkell leira wurde dazu bestimmt, die Jómsvíkingr hinzurichten.

Anschließend wurden drei Männer aus dem Seil gelöst. Sie waren stark verwundet. Sklaven wurden damit beauftragt, sie zu bewachen und ihnen einen Stock ins Haar zu drehen. Dann ging Þorkell leira daran, ihnen die Köpfe abzuschlagen. Hinterher sprach er: „Merkt ihr, ob ich mich bei dieser Tätigkeit irgendwie verändert habe? Denn viele sagen, daß man das tut, wenn man drei Leute hinrichtet.“ Jarl Eiríkr sagte: „Wir sehen nicht, daß du dich dabei verändert hättest, aber dennoch scheinst du uns sehr verändert.“ Dann wurde der vierte Mann aus dem Seil gelöst und ihm ein Stock ins Haar gedreht. Er war stark verwundet. Þorkell sprach: „Wie gefällt es dir zu sterben?“ „Mein Tod gefällt mir gut. Mir wird es gehen, wie meinem Vater.“ Þorkell sagte: „Was war mit ihm?“ Er sagte: „Schlag zu. Er starb.“ Da erschlug Þorkell ihn. Dann wurde der fünfte herangeführt und Þorkell fragte ihn, wie er darüber dachte, zu sterben. Er sagte: „Ich erinnerte mich nicht an die Gesetze der Jómsvíkingr, wenn ich Angst vor dem Tod hätte oder furchtsame Worte spräche. Einmal muß jeder sterben.“ Þorkell erschlug ihn.

Nun nahmen sie sich vor, jeden von ihnen dasselbe zu fragen, bevor sie getötet wurden, und so die Männer zu erproben, ob sie so tapfer seien, wie gesagt wurde. Das sollte bewiesen sein, wenn keiner Worte der Furcht spräche. Dann wurde der sechste Mann herangeführt und ihm ein Stock ins Haar gedreht. Þorkell fragte wie zuvor. Er sagte, er finde es gut, mit gutem Ruhm zu sterben. „Aber du, Þorkell, wirst mit Schande leben.“ Er erschlug diesen. Dann wurde der siebte dorthin geführt und Þorkell fragte wie gewöhnlich. „Mir gefällt es sehr gut, zu sterben, aber du schlag schnell zu. Ich habe ein Gürtelmesser in der Hand, denn wir Jómsvíkingr haben oft darüber diskutiert, ob ein Mann noch etwas weiß, wenn er sehr schnell erschlagen wird und der Kopf ab ist. Als Zeichen soll das dienen, daß ich das Messer vorstrecken werde, wenn ich noch etwas weiß, ansonsten wird es runterfallen.“ Þorkell erschlug ihn und der Kopf flog davon, aber das Messer fiel nieder. Dann wurde der achte Mann gebracht und Þorkell fragte ihn wie gewohnt. Und als es ihm schien, daß nur noch kurz zu warten sein würde, sagte er: „Widder.“ Þorkell stoppte im Hieb und fragte, wie er dazu komme, so etwas zu sagen. „Ein Widder wäre nicht zu viel für die Schafe, nach denen ihr Jarlsleute gestern geschrieen habt, als ihr Wunden abbekommen habt.“ -- „Elendigster von allen“, sagte Þorkell und versetzte ihm einen schallenden Schlag. Dann wurde der neunte Mann gelöst. Þorkell sagte dasselbe wie zuvor. Er sagte: „Mein Tod gefällt mir gut, so wie allen meinen Gefährten. Aber ich will mich nicht wie ein Schaf erschlagen lassen. Lieber will ich mit dem Antlitz nach vorne sitzen, du aber schlag mir von vorne ins Gesicht. Und paß sorgfältig auf, ob ich dabei zusammenzucke, denn darüber haben wir oft diskutiert.“ Nun wurde es so getan, daß er nach vorne schaute und Þorkell vor ihn ging und ihm ins Gesicht hieb. Er zuckte nicht zusammen, außer, daß die Augen zugingen, als der Tod eintrat. Dann wurde der zehnte Mann herangeführt und Þorkell stellte ihm die Frage. Er aber sagte: „Ich hätte gern, daß du wartest, solange ich meine Notdurft verrichte.“ „Das soll dir gewährt werden“, sagte Þorkell. Als er das erledigt hatte, sprach er: „Vieles kommt anders, als man meint. Ich hatte vor, zu Þóra Skagadóttur, der Frau des Jarls, ins Bett zu kommen.“ Er schüttelte seinen Gefährten und zog dann die Hosen hoch. Jarl Hákon sprach: „Erschlag den so schnell wie möglich, denn er hat lange Schlimmes vorgehabt.“ Þorkell erschlug ihn.

Dann wurde ein junger Mann herangeführt, der langes, blondes Haar hatte, das wie Seide war. Þorkell fragte ihn wie gewöhnlich. Er sagte: „Ich habe bis jetzt das schönste Leben gehabt. Nun sind vor kurzem diejenigen aus dem Leben geschieden, daß es mir nichts wert zu sein scheint, weiterzuleben. Aber ich will nicht, daß mich Sklaven zur Hinrichtung führen, sondern lieber einer, der von nicht geringerem Stand ist als du. So jemand wird nicht schwer zu finden sein. Er soll das Haar nach vorne vom Kopf weghalten und den Kopf wegziehen, so daß das Haar nicht blutig wird.“ Ein Gefolgsmann ging hinzu, ergriff das Haar und wand es sich um die Hände. Þorkell hieb mit dem Schwert zu, aber in dem Moment riß der Jómsvíkingr den Kopf nach hinten und derjenige, der die Haare hielt, wurde vom Hieb getroffen, so daß es ihm beide Arme an den Ellenbogen abschnitt. Der Jómsvíkingr sprang auf und sprach: „Wer hat seine Hände in meinem Haar?“

Jarl Hákon sprach: „Großes Unglück geschieht nun. Erschlagt diesen so schnell wie möglich und ebenso die anderen, die noch übrig sind, denn diese Männer sind viel schlimmer handzuhaben, als daß wir mit damit klarkommen könnten.“ Jarl Eiríkr sagte: „Wir wollen doch zuerst wissen, wer sie sind. Wie heißt du, junger Mann?“ Er sagte: „Ich werde Sveinn genannt.“ Der Jarl fragte: „Wessen Sohn bist du?“ Er sagte: „Es heißt, ich sei ein Sohn des Búi.“ Der Jarl fragte: „Wie alt bist du?“ Er sagte: „Wenn ich dieses Jahr überlebe, bin ich 18.“ Jarl Eiríkr sprach: „Du sollst es überleben.“ Dann nahm ihn der Jarl zu sich. Jarl Hákon sprach: „Ich weiß nicht, warum der, der uns so große Schande angetan hat, entkommen soll, aber dennoch wirst du darüber entscheiden. Erschlagt weiter die Männer.“

Dann wurde ein Mann aus dem Seil gelöst, aber es wickelte sich um seinen Fuß, so daß er festgehalten wurde. Dieser war groß, jung und sehr flink. Þorkell fragte ihn, wie gut es ihm gefalle, zu sterben. „Gut“, sagte er. „Wenn ich nur zuvor mein Versprechen erfüllen könnte.“ Jarl Eiríkr sprach: „Wie ist dein Name?“ „Ich heiße Vagn“, sagte er. Der Jarl fragte, wessen Sohn er sei. Er sagte, er sei ein Sohn des Áki. Der Jarl sprach: „Was hast du versprochen, so daß es dir dann gut erschiene, zu sterben?“ „Das“, sagte er, „daß ich ins Bett der Ingibjörg, der Tochter des Þorkell leira kommen würde, ohne die Zustimmung ihrer Verwandten und ihn selbst erschlagen würde, wenn ich nach Norwegen käme.“ „Das werde ich verhindern!“ sagte Þorkell. Er stürzte sich auf ihn und hieb beidhändig nach ihm, aber Björn der Waliser trat mit dem Fuß nach Vagn, so daß er hinfiel. Þorkell schlug über Vagn hinweg und stürzte dabei. Das Schwert entglitt ihm und kam gegen das Seil, so daß Vagn loskam. Da sprang er auf, ergriff das Schwert und schlug Þorkell den Todesstreich. Dann sprach Vagn: „Jetzt habe ich die Hälfte meines Versprechens erfüllt und nun gefällt es mir bedeutend besser.“ Jarl Hákon sprach daraufhin: „Laßt ihn nicht entkommen und tötet ihn sogleich!“ Jarl Eiríkr sprach: „Er soll ebensowenig getötet werden wie ich.“ Jarl Hákon sagte: „Es hat keinen Sinn, wenn Wir uns einmischen, wo du allein bestimmen willst.“ Jarl Eiríkr sprach: „Vagn ist ein Gewinn für uns und es scheint mir ein guter Tausch, ihn anstelle von Þorkell leira zu haben.“ Daraufhin nahm Jarl Eiríkr Vagn zu sich.

Da sprach Vagn: „Es scheint mir nur unter einer Bedingung besser zu sein, zu leben: Daß allen unseren Gefährten Gnade gewährt wird. Ansonsten sollen wir alle denselben Weg gehen.“ Jarl Eiríkr sagte: „Ich werde erst mit ihnen reden, bevor ich das tue.“ Dann ging Jarl Eiríkr zu Björn dem Waliser und fragte ihn nach seinem Namen. Er nannte ihn. Der Jarl sprach: „Bist du der Björn, der so tapfer den Mann aus König Sveins Halle herausholte? Warum mußtest du uns angreifen, ein alter Mann mit weißem Haar? Es kann wahrhaftig gesagt werden, daß uns jeder Strohhalm stechen will. Willst du von Uns Gnade annehmen?“ Björn sagte: „Ich will sie annehmen, wenn mein Ziehsohn Vagn befreit wird und alle die, die noch leben.“ „Das werde ich dir gewähren, wenn ich darüber entscheiden kann.“ Jarl Eiríkr bat nun seinen Vater, daß allen Jómsvíkingrn, die übrig waren, Gnade gewährt werde. Jarl Hákon forderte ihn auf, darüber zu bestimmen. Sie wurden nun losgebunden und ihnen Frieden zugesichert.

 

Vagns Fahrt nach Osten in die Vík

Danach begab sich Vagn mit Jarl Eiríks Zustimmung nach Osten in die Vík. Er sprach, er wolle dorthin, um mit Ingibjörg Hochzeit zu halten, wie er es vorhatte. Er war den Winter über dort, aber im Frühling fuhr er Richtung Süden nach Dänemark und nach Hause zu seinen Besitzungen auf Fünen. Er verwaltete diese lange und viele berühmte Menschen stammen von ihm und Ingibjörg ab. Sie wurde für eine hervorragende Frau gehalten. Björn fuhr nach Hause nach Wales und herrschte dort, solange er lebte und wurde für einen sehr guten Mann gehalten solange er lebte. Aber als Sigvaldi nach Hause nach Dänemark kam, fuhr er zu seinen Besitzungen auf Seeland. Dort war seine Frau Ástríðr. Ástríðr ließ ihm ein Bad in einem Zuber bereiten, rieb ihm selbst den Rücken ab und sprach: „Ich meine, daß einige Jómsvíkingr in der Schlacht waren, die ein stärker zerlöchertes Fell von dort davongetragen haben. Deines scheint mir am besten mit Weizen gepflegt zu werden.“ Er sagte: „Es können noch andere Sachen geschehen, solange ich lebe, derer du dich nicht rühmen kannst. Laß es dir also egal sein.“ Sigvaldi herrschte über Seeland und wurde für einen klugen Mann gehalten. Er kommt in zahlreichen Geschichten vor. Þorkell der Hohe wurde für einen sehr klugen Mann gehalten, was sich später oft bewahrheitete. Sigurðr Mantel übernahm sein Vatererbe auf Bornholm und wurde für einen sehr nützlichen Menschen gehalten. Von ihm und Tófa stammt ein großes Geschlecht ab. Viele Menschen erzählen, daß Búi zu einem Lindwurm geworden sei und sich auf sein Gold gelegt habe. Der Grund dafür ist, daß Leute im Hjörungavágr einen Lindwurm gesehen haben. Es ist aber auch möglich, daß sich ein böser Geist auf den Schatz gelegt hat und sich seither dort zeigt. Jarl Hákon herrschte danach nicht mehr lange über Norwegen, aber er wurde für diesen Sieg sehr berühmt. Dann kam der berühmte König Óláfr Tryggvason nach Norwegen. Da wurde Jarl Hákon ermordet, wie es in den Königsgeschichten heißt, aber König Óláfr christianisierte ganz Norwegen. Hier werden wir die Erzählung von den Jómsvíkingrn beenden.

 

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