Manfrieds Trelleborg - Die Kelten

Die Kelten

 

Mit hoher Wahrscheinlichkeit entstand die keltische Kultur durch kulturelle Evolution bereits in der Urnenfelderzeit (1200-750 v.Chr.). Dies wird durch Ausgrabungen bestätigt.
Ihren Ursprung hatten sie im Gebiet von Nordwestfrankreich, Hunsrück, der Eifel und dem Moseltal von wo aus sie sich bis zum 8.Jh. v. Chr. bis in Gebiete am Oberrhein und der oberen Donau ausbreiteten.

 

Durch fortschrittliche landwirtschaftliche Methoden wuchs das Volk schnell und die Mitteleuropäischen Kelten breiteten sich nach Süden aus.

Um 400 v. Chr. fanden Nördlich der Alpen Massenwanderungen statt. Sie eroberten Italien. Infolge dessen wanderten immer mehr Völkermassen über die Alpen und eroberten schließlich die gesamte Po- Ebene.

Von den Römern wurde dieses Gebiet "Gallia cisalpina" (Gallien diesseits der Alpen) genannt. In der Schlacht von Allia vernichteten die Kelten mehrere römische Legionen und standen 390 v. Chr. in Rom. welches sie Plünderten.

Nur durch die Zahlung eines hohen Lösegeldes waren sie zum Abzug bereit. Erst 225 v.Chr. konnten die Römer die Kelten nach über einem Jh. des Kampfes und der Unruhen schlagen. Doch gelang es ihnen erst 15 v. Chr. Norditalien zurück zu erobern und die dort lebenden Kelten zu romanisieren.

 

Ebenfalls um 400 v.Chr. wanderten andere Keltische Stämme in das Donaubecken im Osten Europas und begannen mit dem Einfall auf den Balkan.

Anfang des 3 Jh. v.Chr. begann dann eine weitere Völkerwanderung Richtung Süden nach Makedonien und Griechenland.

Die Angriffe auf Makedonien konnten anfänglich abgewährt werden, bis 281 v.Chr. die Galater die Makedonier besiegten. 279 v.Chr. fielen die Galater in ganz Makedonien ein.

 

Aufgrund von Zwistigkeiten teilte sich das Heer danach in zwei Verbände. 22.000 Mann zogen weiter südwärts bis in die heutige Türkei und gründeten dort einen Galaterstamm.

andere Teil von 30.000 Mann zog gen Delfi und wurde dort vernichtend geschlagen. Ca. 26.000 Mann kamen dabei ums Leben.

278/277 v.Chr. wurde ein weiteres Heer von den Makedoniern geschlagen und damit die Bedrohung Griechenlands beendet.

 

In ihrer Hochzeit erstreckte sich das Gebiet der Kelten von der Iberischen Halbinsel über Frankreich bis nach Süd- und teilweise Norddeutschland, Irland und Britannien. Sie drangen weit in den Alpenraum vor, sowie nach Böhmen im Osten Europas. Auch Italien, der Balkan, die Türkei und damit Kleinasien gehörten zu ihren Territorien.

 

 

Römische Eroberung Galliens und Britanniens

Mit Ausnahme Irlands, der Insel of Man und der Schottischen Highlands eroberten die Römer nach und nach alle Keltischen Gebiete. Am längsten widersetzten sich die Gallier und Britannier, weshalb sie hier Erwähnung finden sollen.

 

Gallien:

Wohl 154 v. Chr. überschritten die Römer erstmals die Alpen in Richtung Nordwesten, besiegten um 125/124 v. Chr. die Kelten an der unteren Rhône und errichteten 121 v. Chr. im Gebiet der heutigen Provence die Provinz Narbonensis.

In den Jahren 58 bis 50 v. Chr. eroberte Gaius Julius Caesar ganz Gallien, schlug 52 v. Chr. den gefährlichen Aufstand der Gallier unter Vercingetorix nieder und errichtete die Provinz Gallia transalpina. Unter Augustus wurde Gallien 27 v. Chr. in drei Provinzen unterteilt: Neben der Provinz Narbonensis bestanden nun die Provinzen Lugdunensis mit dem 43 v. Chr. gegründeten Lugdunum (Lyon) als Hauptort, Aquitania mit Burdigala (Bordeaux) als Zentrum und Belgica mit der Hauptstadt Augusta Treverorum (Trier).

 

Britannien:

Die weitere Eroberung erfolgte schrittweise, allerdings wuchs mit der Zeit auch der britannische Widerstand. Allerdings nutzen die Römer, wie schon zuvor bei den Kelten und Germanen, die Streitigkeiten und Auseinandersetzungen zwischen den einzelnen Stämmen zu ihrem Vorteil und unterwarfen einen Stamm nach dem anderen. Schließlich eroberten sie so große Teile Süd- und Mittelenglands sowie das heutige Wales. Zur Sicherung der eroberten Gebiete wurden zahlreiche Kastelle und Legionslager errichtet. Im Jahre 59 n.Chr. starb der König der Icener und vermachte sein Königreich als Zeichen seiner Unterwürfigkeit zu gleichen Teilen seinen Töchtern und dem Römische Kaiser.

Als der Statthalter Suetonius Paulinus jedoch das Testament ignorierte und das Königreich der Icener für abgeschafft erklärte, brach ein Aufruhr unter Führung der Königswitwe Boudicca los. Dieser erfasste schnell den gesamten Südosten Britanniens und führte zur Zerstörung der gerade gegründeten Städte Camulodunum, Verulamium und Londinium. In einem gewaltigen und blutigen Gegenschlag der Römer wurden die Aufständischen vernichtend geschlagen. Die Eroberung der Insel endete erst unter Kaiser Domitian als Iulius Agricola das nordbritannische Heer 83 und 84 schlug und die Nordgrenze der Provinz festlegte.

 

Hadrianswall

Nach dem Aufstand der Brigantes im Jahre 118 n.Chr. wurde unter Kaiser Hadrian der sogenannte Hadrianswall auf der Linie der heutigen Städte Newcastle und Carlisle mit einer Gesamtlänge von 130 km errichtet und mit 17 Kastellen abgesichert. Er wurde im Jahre 127 n.Chr. fertig gestellt. Der unter dem Statthalter Lollius Urbicus weiter Richtung Norden vorgeschobene Antoninuswall, der 142 n.Chr. errichtet wurde, hatte nur kurzen Bestand. Bereits vier Jahrzehnte nach seiner Errichtung wurde die Nordgrenze wieder auf den Hadrianswall zurückgenommen. Dieser Wall wurde von Kaiser Septimius Severus, der in Eboracum 211 n.Chr. starb, neu befestigt und ausgebaut.

Trotz seiner Grenzlage war Britannia immer eine konsularische Provinz. Bereits im 1. Jahrhundert n.Chr. wurde die Residenz des Statthalter von Camulodunum nach Londonium verlegt. Trotz der recht erfolgreichen Romanisierung der britannischen Gebiete blieb ein starker keltischer Einfluss erhalten, der auch noch lebendig war, als die Sachsen und Angeln das aufgrund des Zusammenbruch des Weströmischen Reiches nahezu wehrlose Land im 5. Jahrhundert n.Chr. eroberten.

 

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#1 | Lilian Susann , September 19 2010 11:05:40
Geschichte(n) rund um die Kelten

Bevor sich die Römer um das Mittelmeer herum ausbreiteten, besiedelten die Kelten vor allem den Norden Europas bis runter in den Westen nach Spanien und in den Osten nach Anatolien. Zum ersten Mal erwähnt werden die Kelten im 6. Jh. v. Chr. Den Namen "Kelten", genauer eigentlich "keltoi", gaben ihnen die Griechen. Das bedeutet so viel wie "Die Erhabenen" und "Die Tapferen". Die Römer nannten sie später "celtae" und "galli", das uns ja bestens aus den Asterix-Heften bekannt sein dürfte - Die Gallier. Ihr Stammland muss so in Westfrankreich und Südwestdeutschland gelegen haben, von dem aus sie sich seit dem 5. Jh. v. Chr. ausdehnten.

So ganz genau kann man aber nicht sagen, wer sie waren. Sie hatten zwar nahezu die gleiche Sprache und viele kulturelle Gemeinsamkeiten, aber das war es dann schon. Es gab nie ein keltisches Reich oder einen keltischen Staat. Dafür gab es aber Stämme mit Fürsten bzw. Häuptlingen und in ihren Sagen ist auch von Königen die Rede. Diese Stämme waren untereinander nicht gerade selten zerstritten. So dienten Kelten im Heer der Römer und im Heer der Karthager, als Hannibal mit den Elefanten die Alpen überschritt. Sie waren gern Söldner für jeden, der sie anständig bezahlte. Und darin verstanden die keinen Spaß. So verloren die Karthager gegen die Römer, weil es den Römern gelang, den keltischen Söldnern mehr Gold anzubieten als die Karthager. Wer nicht ordentlich zahlte, hatte eben keine keltischen Söldner mehr. Allgemein galten sie als ein sehr trinkfreudiges und wohl auch kriegerisches Völkchen, das bei jeder Rauferei in der Antike gern dabei war, wenn dabei etwas Gold zu holen war. So jedenfalls steht es in den Überlieferungen der Griechen und Römer oft geschrieben.

Wehe dem Besiegten! Die Zerstörung Roms

Ja, so ähnlich muss das gewesen sein, als ein paar keltische Jugendliche 387 v. Chr. sich sagten, warum gehen wir denn nicht mal dahin, wo das Leben tobt, also dahin, wo auch die Schätze sind? Warum ziehen wir nicht in den reichen Süden Italiens und besuchen einfach mal die Römer? Schließlich hatten die Römer kurz vorher in einer Schlacht die Kelten besiegt und das konnte man ja nicht auf sich sitzen lassen. Es kam, wie es kommen musste. Der Hand voll entschlossener Krieger schlossen sich weitere Krieger an, es wurden immer mehr. Und dann standen sie bald auch vor den Toren Roms. Die Römer sind natürlich schlauerweise schon mal auf den Berg geflüchtet. Nur ein paar Alte blieben. Die Kelten bestaunten die Marmorstatuen der römischen Götter. Brennus, der Anführer, fragte dann gleich die römischen Alten: "Was sind denn das für Leute?" "Unsere Götter!", antwortete einer von den Alten. "Das sollen eure Götter sein?" Brennus nahm sein Schwert und zerschlug kurzerhand die römischen Statuen. Er lachte sich eins. Götter aus Stein, tze. So etwas kannten die Kelten nicht. Sie hatten viel Erfurcht vor ihren Göttern. Ihre Götter waren echt und daher nicht aus Stein. Die Kelten belagerten Rom. Die Römer gaben mit der Zeit auf und wollten nur noch, dass die Kelten wieder verschwinden. Diese aber forderten Lösegeld für die Stadt. Brennus soll mit falschen Gewichten das Lösegeld abgewogen haben. Als die Römer dagegen protestierten, warf er noch sein Schwert mit in die Waagschale und rief "Vae victis!", was auf Deutsch so viel heißt wie "Wehe dem Besiegten!". An den Spruch sollten die Römer sich noch lange erinnern. Wären die Kelten in Rom geblieben, hätte es das Römische Reich wahrscheinlich gar nicht gegeben, so wie auch schon die Etrusker im Norden Italiens aufhörten zu existieren. Die Römer nahmen sich vor, sich nie wieder von den Kelten erobern zu lassen, was ihnen auch gelang. Allerdings wurden sie von anderen barbarischen Stämmen dann doch wieder erobert, knapp 700 Jahre später von den Germanen.

Die Galater, Delphi und Ankyra

Um 278 v. Chr. griffen die Kelten im Osten Europas an. Diesmal ging es gegen Griechenland. Anfangs wurden sie von den Griechen ins Land gerufen. Nun aber war das hellenische Reich zerfallen. Die Kelten fühlten sich offenbar von einigen griechischen Fürsten betrogen. Es kam mal wieder zur typisch keltischen Keilerei und schon wieder hieß der Heerführer der Kelten "Brennus". Fast wäre Delphi, die alte griechische Stadt des Orakels, in die Hände der Kelten gefallen. Obwohl die Griechen den Kelten schwer zusetzten, konnten sie die Kelten nicht besiegen, nur verdrängen. Statt dass die Kelten dann wieder zurück in das keltische Gebiet gingen, zogen sie einfach weiter nach Süden ins heutige Anatolien. Dort sind die natürlich auch mehrmals durch ihre Raubzüge unangenehm aufgefallen. Aber anders als die westlichen Kelten waren die Galater weitaus organisierter. Als Galatien zur römischen Provinz 25 v. Chr. wurde, war es bereits ein eigener Staat. Die heutige Hauptstadt der Türkei, Ankara (Ankyra), wurde seinerzeit von den Kelten gegründet. Die Galater waren übrigens auch die ersten nicht-jüdischen Christen, lange bevor das Christentum nach Rom kam. Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte.Smile

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