Manfrieds Trelleborg - Wikingerhäuser - Kunst am Bau

Kunstvolle Wikingerhäuser

Rekronstuiertes Wikingerhaus

Das rekronstuierte Wikingerhaus in Ale

Die Wikingerhäuser wiesen in ihrer schiffsähnlichen Bauweise schon eine besondere, eigenwillige Form auf. Die Erbauer drückten so ihre Verbundenheit zum Meer eindrucksvoll aus, wie man an dem Modell der Trelleborg (s. Artikel Wikingerhäuser in Skandinavien) gut erkennen kann. Diese Bauweise an sich ist für die damalige Zeit schon ein sehr außergewöhnlicher Baustil und eine architektonische Visitenkarte der Wikinger.
Langhäuser hatten andere Völker auch - aber nicht in diesem Schiffsstil. Dieser besondere Baustil mit der gleichmäßig gebogenen Dachlinie und der Schiffsrumpfform zeigt die hohe Handwerkskunst der Wikinger.

 

Aber die Wikinger wären nicht Wikinger, wenn sie nicht noch eine handwerkliche Steigerung parat hätten. Die Häuser wurden aufwändig mit Schnitzereien und Farben je nach Vermögen des Bauherrn verziert. Im schwedischen Ale, nördlich von Göteborg, wird ein Wikingergehöft originalgetreu rekonstruiert. Bisher steht nur das Haupthaus in voller Pracht.

 

Sehr deutlich ist die geschwungene Dachform zu erkennen, der Firstbalken ist reich verziert und in leuchtenden Farben gehalten. Die kunstvollen Schnitzereien an den tragenden Balken sind auch in dieser Vollansicht schon gut zu erkennen. Die Detailansicht hierzu aber zeigt erst das ganze Können der damaligen Handwerker. Es waren alte, überlieferte Motive im germanischen Tierstil, die die damaligen Handwerker fertigten.

 

Diese Schnitzereien dienten nicht nur der Verzierung, sondern sie hatten gleichzeitig eine Schutzfunktion: Böse Geister sollten so abgehalten werden.

 

Rekronstuiertes Wikingerhaus - Hauseingang

Der Hauseingang des Wikingerhauses in Ale

Die schon filigran wirkenden Schnitzereien am Firstbalken und an den Stützhölzern bezeugen die meisterhafte Fertigkeit in der Holzbearbeitung. Ebenfalls gut zu erkennen ist die sorgfältige Ausarbeitung und Anordnung der Holzschindeln.
Ein besonderes Augenmerk verdient der Eingang des Hauses. Hier werden die Schutzgeister in Form von Greifvögeln dargestellt.
 
Die Hauseingänge wurden bewusst schmal gehalten und wiesen nach Süden oder Osten. Auch das diente dem Schutz des Hauses vor schlechten Einflüssen. Daher hatten Wikingerhäuser nach Norden hin auch keine Fenster, da von Norden her die größte Gefahr durch diese Geister drohte. So sollte das Eindringen böser Mächte verhindert oder wenigstens besonders erschwert werden.

 

Noch aufwändiger und mit geradezu verschwenderischer Pracht wurden die Stabkirchen, die ab Mitte des elften Jahrhunderts gebaut wurden, ausgestattet. Die apotropäischen Elemente sind an diesen Gebäuden noch weitaus reichhaltiger ausgeführt als an den Wohnhäusern. Zu den Stabkirchen, als Zeugen überragender handwerklicher Kunst, wird aber noch ein gesonderter Artikel erscheinen.

 

Quelle:
Bilder: Wikipedia

 

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